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Partner wieder Depressionen- wie soll ich das aushalten?

G

Gast

Gast
Hallo!
Mein Partner (41) bekommt seit etwa 4 Jahren regelmäßig ab der 2. Jahreshälfte (also etwa Juli/August; dieses Jahr gar erst ab September ) depressive Verstimmungen. Erst läuft alles perfekt, wir haben Spaß unternehmen mit unseren Töchtern viel. Dann plötzlich ab dem 2. Halbjahr herum wirkt er plötzlich in sich gekehrt. Er macht sich über Kleinigkeiten Gedanken. Er wirkt abwesend, wenn man ihm etwas erzählt.
Nach langem hin und her konnte ich ihn vor 3 Jahren überzeugen zum Facharzt zu gehen. Seitdem bekommt er Antidepressiva und Schlafmedikamente. Er kann nachts auch nicht mehr durchschlafen. Leider setzt die Ärztin aber die Medikamente sofort herunter, sobald es ihm besser geht. Ab dem zeitigen Frühjahr soll er gar nichts mehr einnehmen, weil es ihm dann immer sehr gut geht.
Auf meine Nachfrage bei der Ärztin, ob mein Mann eventuell manisch-depressiv wäre, verneinte sie. Und er würde die Medikamente nicht benötigen. Ich denke aber, eine gewisse Schutzdosis wäre vielleicht angebracht, da die Wirkung bei Verschlechterung auch erst mit Verzögerung eintritt.
Für mich und unsere Töchter(15, 9) ist das jedesmal eine große Belastung. Jeglicher Lärm oder Unterhaltung- alles wird ihm dann zuviel. Wir schleichen dann schon durch die Wohnung. Lachen verkneifen wir uns auch, damit er nicht noch trauriger wird.
Ich möchte ihn am liebsten rütteln und schütteln um ihn aufzuwecken. Ich weiß aber auch das es nichts bringen würde. Ich(40) versuche soviel Verständnis wie möglich aufzubringen, halte so gut es geht jeden negativen Stress von ihm fern. Aber mittlerweile bin ich mit meiner Kraft am Ende. Ich weiß im Moment nicht, wie ich das noch aushalten soll. Ständig die Diskussionen über Geld, über die Probleme unserer Kinder usw. Dieser ständige Streit.
Ich weiß nicht wie ich ihm noch helfen soll. Ich fühle mich ja schon schlecht, wenn ich mich mit Freunden treffe oder ich zu meinem Teilzeitjob gehe. Er geht auch arbeiten, sagt es lenkt ihn ab. Aber abends ist er total geschafft und schwitzt wie verrückt, kann aber nicht schlafen.
Erschwerend kommt hinzu, das ich mich zusätzlich um seine Eltern, die im Haus wohnen, kümmern muß. Vater ist ein Pflegefall, schwerstbehindert und Mutter ist dadurch auch psychisch sehr labil. Sie war erst vor kurzem in einer Nervenklinik. Zum Glück kommt da auch ein Pflegedienst. Ich wünschte, Vater könnte endlich ins Heim. Aber wir warten schon lange auf einen Platz.
Ich spüre wie mich meine Kräfte verlassen, ich mich hilflos fühle. Momentan habe ich manchmal das Gefühl, einfach weggehen zu wollen. Ich habe ihn aber doch so lieb und wir haben schon soviel gemeistert. Warum denke ich plötzlich so schlecht?? Ich will ihn nicht im Stich lassen und ihn schon gar nicht verlieren. Aber ich sehne mich nach Zärtlichkeit, nach den Kuschelstunden die wir zu zweit immer haben, wen es ihm gut geht. Ich sehne mich nach der gewohnten Harmonie.
 
Ich weiß, das klingt merkwürdig - aber es gibt Speziallampen, die bei lichtbedingten Depressionen ausgleichend wirken. Mittlerweile sind die auch nicht mehr so teuer. Einen Versuch ist es doch wert.

Alles Gute!
 
Lieber Gast,
zunächst möchte ich dir meine Hochachtung für deine Leistung und dein Verständnis aussprechen. Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass die Partner von Betroffenen das alles so mit machen. Ich war selbst betroffen und möchte nie wieder, dass mein Partner DAS noch einmal mitmachen muss. Dazu noch die Eltern pflegen, arbeiten gehen, den Haushalt und pubertierende Kinder - eine Höchstleistung, die auch du nicht ewig erbringen kannst.
Darum musst du keinesfalls ein schlechtes Gewissen haben, auch nicht, wenn du ab und zu gern alles hinschmeißen würdest. Ich denke, das kann jeder Außenstehende sehr wohl verstehen.
Geht denn dein Mann in regelmäßige Therapie oder beschränkt sich das Ganze "nur" auf die Medikamente? Sprecht ihr in positiven Zeiten darüber? Ich habe z.B. meinem Mann konkrete Anweisungen gegeben, wenn es mir besser ging (wie er sich wann verhalten soll) oder habe ihm erklärt, wie es mir dann geht.
Ich finde die Idee von Patch auch nicht schlecht. Vielleicht hilft es ja wirklich. Ich hoffe es zumindest für euch.
Neben all dem musst du vor allem auch an DICH denken, damit es dir nicht auch eines Tages sehr schlecht geht. Hast du denn die Möglichkeit mal zu entspannen oder all dem zu entfliehen? Auch wenn es nur für ein paar Stunden ist.
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft, Mut und vor allem Zuversicht für die kommende Zeit.
Alles erdenklich Liebe
mutti123
 
Danke ersteinmal an euch, das ihr mir Mut zugesprochen habt! Das mit den Lampen werden wir auf jeden Fall ausprobieren.
Die Medikamente(Cymbalta und Trimipramin-neuraxpharm) helfen von der Sache her immer ganz gut. Aber dadurch, das sie ständig wieder reduziert werden, wenn es einigermaßen besser geht und dann ganz abgesetzt werden, erwächst bei mir der Eindruck, das sie jedesmal länger brauchen um wieder zu wirken wenn sie wieder gebraucht werden. Er nimmt auch an psychologischen Gesprächen teil.
Gestern hatte er wieder einen totalen Einbruch: 1x im Jahr treffen wir uns mit ehemaligen Kollegen. Wir hatten beide zugesagt (Treffen sind immer mit Partner) er wollte aber nicht, da es ihm momentan so schlecht geht. Er war überhaupt nicht zu überzeugen, also ging ich allein. Es war ein lustiger Abend wie immer und alle richteten liebe Grüße an ihn aus und freuen sich, wenn er das nächste Mal teilnimmt. Als ich ihm alles übermittelte rastete er auf einmal völlig aus: Ich könnte ja gleich zu ihm ziehen und könnte einn schönes Leben führen, er hat ja jede Menge Geld. Es ging um den einzigen Single der in unserem Kreis dabei ist. Wir sind uns sympatisch, mehr aber auch nicht. Mein Mann flirtet auch jedesmal mit meinen Kolleginnen, wir wissen aber alle das es nur im Spaß geschieht und mehr nie passieren würde.
Es hat mich schon sehr verletzt, das mein Mann so reagiert hat. Als ich ihm sagte, das ich ihn niemals im Stich lassen würde und ihn liebe, wandte er sich ab und meinte: Mit so einem Versager wie ihm bräuchte ich nicht mehr zusammen leben wollen. Das hat er noch nie gesagt, wenn er wieder sein Tief hatte.
Mir geht es jetzt so schlecht, weil ich der Meinung bin ich hätte nicht zum Treffen gehen sollen. Aber ich wollte einfach mal raus, die Kinder konnten bei Freunden übernachten.
Mir ging es dort gut, wenn ich auch immer dran dachte, wie schön es wäre meinen Mann dabei zu haben. Gerade auch, weil meine Kolleginnen alle mit Partner da waren und die meinen Mann sehr vermissten.
Bis jetzt haben wir kein einziges Wort gewechselt, immer wenn ich was sagen will, wendet er sich ab und geht. Ich ahe Angst ihn zu verlieren. Wir haben das doch schon so oft durchgemacht, was ist denn jetzt bloß los??
 
Hallo,
in unserer Beziehung spielt sich ähnliches ab. Seit ca. 3 Jahren sind die Depressionen meiner Partnerin vom Arzt bestätigt. Wenn ich so Deine Ausführungen lese stelle ich einige Paralellen fest.
So richtig ging es nach unserem ersten Kind los. Zuerst war meine Partnerin oft schlecht gelaunt und wollte monatelang keine Zährtlichkeiten. Dann gingen die Probleme mit ihren Eltern los. Wir wohnten damals noch bei Ihnen. Ich versuchte immer Ihr und Ihren Eltern alles recht zu machen, aber das war ein aussichtsloses Unterfangen. Ich bin eigentlich ein sehr gutmütiger und belastbarer Mensch. Es braucht bei mir eine sehr lange Zeit bis ich mich wehre.
Sie hielt immer zu Ihren Eltern, auch wenn Sie mich unberechtigt beschimpft und bei Ihr schlecht dargestellt hatten. Sogar Menschen die mir beruflich schaden wollten, gab sie recht und sagte der Fehler läge bei mir.

Ich dachte immer in einer Partnerschaft sollte man zusammenhalten und sich gegenseitig Mut machen. Ich glaube heute noch dran...
Vor 5 Jahren habe ich Ihr einen Heiratsantrag gemacht. Sie war sehr gerührt und ich der glücklichste Mensch...wir sind bis heute nicht verheiratet.
Ich habe dann ein Haus für uns gebaut um endlich aus dieser Tretmühle rauszukommen. Die ersten paar Monate war es gut, danach wurde es mit Ihrer Krankheit immer schlimmer.
Ihr Körper hat es dann nicht mehr ausgehalten und Sie brach zusammen. Der Arzt stellte dann die Depressionen/Angstzustände fest. Tabletten sollten helfen. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Von 30 Tagen im Monat ist sie 3 Tage ein liebenswerter Mensch. Ansonsten nur Streit, Beschimpfungen übelster Sorte, Eifersucht, keinerlei Einsicht, keinerlei Zärtlichkeiten und an allem bin nur ich schuld. Mittlerweile trinkt Sie morgens schon Bier und raucht sehr viel. Auf mein Nachfragen kam die Antwort: entweder Tabletten oder Alkohol.
Sie wollte unbedingt noch ein 2. Kind haben, das wir vor einem Jahr gesund geschenkt bekommen haben. Die Freude hat sich nach einem halben Jahr in eine Belastung entwickelt.
Ich sagte mehrmals das sie ihre Krankheit endlich beim Psychologen behandeln lassen soll. Zum ersten Besuch habe ich sie hingefahren...ihr Resultat: das bringt mir gar nichts.
Ich denke das unsere Kinder mir die Kraft geben das durchzustehen. Sie geben mir die Liebe, die ich von dieser kaltherzigen Frau nie bekommen habe.
Die letzten 2 Tage eskalierte das Ganze. Sie will ausziehen! Zurück zu Ihren Eltern. Da ist eh alles besser und die Kinder würden aufblühen...das hat gesessen.
Ich habe wirklich alles für unsere Beziehung versucht und ein breites Kreuz bekommen, aber mittlerweile verfalle ich in eine Gleichgültigkeit.
Mir tun eigentlich nur meine geliebten Kinder schrecklich leid. Auf die sie, weil ich mich mit ihnen gut verstehe, sogar eifersüchtig ist!
Zudem hat sie mir immer angedroht das ich, im Falle einer Trennung, meine Kinder nie wieder sehen werde(wir sind nicht verheiratet).
Bei dieser Frau kommt Gefühlskälte, Starrsinn und die Depressionen zusammen.
Gut das ich Deine Ausführungen gefunden habe. Ich dachte langsam wirklich ich bin schuld...

Gute Nacht
Christian
 
AW: Geringes Selbstwertgefühl ist ein typisches Depressions-Zeichen!

Eine Depression macht eben aus einem lebensfrohen und selbstbewußen Manne im Handumdrehen, einen "eifersüchtigen Schwächling", voller Selbstzweifel, dessen Selbstbewußtsein in den Keller gerutscht ist!

Dies darfst Du nicht so persönlich nehmen, sondern es ist ein Krankeheitszeichen und dies solltest Du Deinem Manne auch deutlich sagen und ihm dabei helfen, den Überblick zu behalten, was jetzt z.B. Krankheitszeichen sind, oder berechtigter Ärger!

Hallo Gast,

angeregt durch Rainers Artikel und der Schilderung der einen Teilnehmerin, die selbst mit Depressinen zu kämpfen hat, kam mir noch der Gedanke, dass es für Dich sowie für Deinen Mann gut sein könnte, noch mehr über solch typische, mit Depressionen einhergehende Erlebens- und Verhaltensmuster zu wissen. Dieses Wissen auf der "Metaebene" könnte

a) Dir in den depressiven Phasen Deines Mannes helfen, sein Verhalten vor dem Hintergrund seiner Krankheit besser einordnen zu können, indem Du ein wenig leichter differenzieren kannst, welche Aussagen/Reaktionen tatsächlich Dich betreffen und welche aus seiner Krankheit heraus geboren sind und Dich nicht persönlich meinen

und b) Deinem Mann helfen, in Momenten, in denen ihn die Depression nicht so stark in den Fängen hat, seine eigenen Reaktionsmuster hinsichtlich der auf seiner Krankheit beruhenden Aspekte selbst besser zu durchschauen und ggf. nachtäglich zu relativieren

und c) euch beiden helfen, in den "guten" Phasen im 1. Halbjahr miteinander Absprachen zu treffen, was Du ggf. in den "schlechten" Phasen tun kannst, um sowohl Dich selbst zu schützen (!!!) als auch ihn optimal zu unterstützen und destruktive Entwicklungen zu stoppen.

Liebe Grüße
Cammi
 
AW: Christian, Du solltest dies nicht mehr aushalten wollen!

Hallo Christian!
Auch, nicht verheiratete Väter, kommen heutzutag ein gerichtliches Umgangsrecht!

Mein Rat:
Mach diesem Schrecken ein Ende, sonst wird es ein endloser Schrecken!

Meine Frage:
Was hat Dich bewoben, Dich mit dieser Frau zu verbinden? War vorher alles supertoll, oder gab es schon leicht Anzeichen, wo der Wahn durchschimmerte?


Ich war am Anfang der verliebte Trottel der mit der rosaroten Brille durch die Welt stolperte.
Bald schon merkte ich, das Sie meine Nähe nicht so richtig wollte und ich ihr eher auf die Nerven ging. Nach einer Aussprache wollten wir es eigentlich beenden. Als dann bei mir eine andere Frau ins Spiel kam, drehte sie sich plötzlich zu dem was ich wollte. Aber nur so lange bis sie mich da hatte wo sie wollte.
Das mit dem Schrecken ohne Ende haben mir schon mehrere Menschen gesagt, aber ich halte noch zu meinen Kids, denn die können sich ja nicht wehren.
Ich komme halt direkt nach oben, denn das Fegefeuer hatte ich ja schon auf Erden...

Ich denke nicht, daß Sie mich bis ans Lebensende quälen darf...

Ich bin eigentlich ein tageslichttauglicher, erfolgreicher und wohlerzogener Mann der seine Chancen bei den Frauen relativ gut einschätzen kann. Ich denke das ich nicht lange alleine wäre, aber warscheinlich hätte ich die nächste Zeit ein Problem mit Frauen nach dieser Beziehung.
 

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