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Panikattacken und die Kraft sie loszuwerden

Hopeful2

Mitglied
Hallo ihr Lieben,

Nachdem mir hier oft geholfen wurde muss ich nun auch mal was schreiben was anderen vielleicht ein bisschen Mut macht.

Ich leider schon seit meiner Kindheit an Panickattacken, dass es aber Panickattacken sind habe ich erst vor etwa 1,5 Jahren herausgefunden, da ich seitdem eine Beziehung führe mit einem Partner der in Irland lebt, also sehr weit weg von mir.

Da ich an verschiedenen Orten willkürlich diese Attacken bekam und wirklich dachte ich sterbe vor Angst. Also bezog ich die Angst auf die Orte an denen ich die Attacken bekam und dachte ich hätte Angst vor Autobahnen, Zügen, langen Fahrten, Orte die weit weg von zu Hause sind, FLIEGEN, sehr große Gebäude usw.

Dann aber kam die Angst auch an Orten wie im Büro auf der Arbeit oder in der Schule, aber ich hatte Angst verrückt zu sein und habe nie mit jemandem gesprochen.

Als das Fliegen aber der einzige Weg zu sein schien um zu meinem Freund zu kommen (er ist ein sehr lebenslustiger und reisefreudiger Mensch und kann, wie alle außenstehenden, Panikattacken überhaupt nicht nachvollziehen oder verstehen fing ich an Bücher zu kaufen und im Internet zu recherchieren.
So fand ich mehr und mehr über Panikattacken heraus und wusste: Das ist dein Problem.

Ein Buch war dabei dass mir sehr geholfen hat. Es heißt "Leben ohne Stress und Panik".
Klar, diese Bücher haben keine Wunderheilung zur Folge, aber es standen einige Sätze darin die mir sehr geholfen haben. Es wurde von einer Frau geschrieben die selbst jahrzehntelang unter ganz schlimmen Attacken litt und durch Zufall herausfand was genau es war worunter sie litt. Sie recherchierte und fand aus eigener Kraft den Weg heraus aus der Angst und ist nun vollkommen geheilt.

Ich glaube jeder der die Panik kennt, wie ich, denkt "Andere schaffen es immer irgendwie, aber bei mir ist es anders. Es ist schlimmer, ich habe nicht die Kraft, nicht den Willen und und und".
Aber die Autorin sagt dass JEDER Mensch die Kraft und die Möglichkeit hat ganz alleine aus der Angst heraus zu kommen, und die gibt so viele tolle Tipps.

Was hat es mir gebracht?

Ich stehe heute an dem Punkt, an dem ich eine sich anbahnende Panikattacke als solche erkennen kann (Herzrasen, schwitzen, Schwindel, Atemnot, und der scheiß Gedanke "Oh nein,ich sterbe, diesmal ist es vielleicht echt") und es auch in 98% der Fälle schaffe sie zu unterdrücken. Sie kommen an, aber die haben keinen Höhepunkt mehr. Dafür kommen sie jetzt öfter, viel öfter, einfach so, aber im Buch heißt es das sei normal, irgendwann hört es auf.

Vor zwei Wochen bin ich ALLEINE im Zug bis nach London gefahren, um meinen Freund dort zu treffen. Vor einem halben Jahr habe ich es kaum bis nach Köln geschafft..

Ich möchte euch allen Mut machen. Ihr schafft das. Ich war so antriebslos, mutlos, willenlos und habe an keinerlei Erfolge geglaubt. Ich sitze zwar noch immer nicht im Flugzeug und weiß auch dass das noch dauern wird, aber ich mache immer mehr kleine Fortschritte. Ich fahre wieder auf der Autobahn (immerhin kurze Strecken von etwa 20 min), ich bekomme keine Angst mehr in der Ubahn (außer das Ding bleibt minutenlang stehen) und ich komme wieder wesentlich besser durch den Alltag.

Es wird dauern, bei euch allen. Es geht nicht in ein paar Wochen oder Monaten, aber je mehr Fortschritte man macht umso größer wird auch die Hoffnung und der Mut.

Ich würde mich sehr über Antworten freuen von Menschen hier die auch unter Panikattacken leiden.

Liebe Grüße

Nadine
 
Panikattacken? Oh ja die kenne ich nur zu gut. Ich kämpfe schon Jahrzehnte damit. Man kann, da muss ich Dir Recht geben, damit leben. Nur bei mir haben sie nie aufgehört. Sie kommen immer wieder. Nicht mehr in der Häufigkeit wie früher, aber sie kommen. Nur habe ich in all den Jahren gelernt damit umzugehen. Mir hat allerdings auch eine Angsttherapie geholfen. Sehr zu empfehlen, wenn man den richtigen Therapeut dazu findet. Der Therapeut hilft einem dabei. Aber wichtig ist vor allem, dass der eigene Wille vorn ansteht.

Heute nun kann ich deutlich mehr machen als früher. Heute sitze ich sogar im Flieger wenn es sein muss. In wie weit man die Attacken verliert, ich glaube das liegt zu einem an einem selber, aber leider auch an dem Umfeld. Wenn das Umfeld nicht stimmt, kann man schnell wieder in solche Attacken geraten. Ja selbst die Familie kann dazu beitragen, dass so etwas nie ganz aufhört.

Darum kann auch ich nur den Rat geben, niemals aufgeben. Immer weiter, Schritt für Schritt. Es dauert lange, aber es gelingt einem. Nur Mut dazu.
 
Hallo,

ich weiß auch leider nur zu gut, wie grausam sich Panikattacken anfühlen. Ich bekam meine erste Panikattacke vor 4 1/2 Jahren während einer Autofahrt im eigenen PKW. Es folgten schreckliche Jahre voller Angst und Panik...

Mir haben in der Zeit auch viele Bücher weitergeholfen, in denen ich mich sehr gut wiedererkannt habe. Ich durfte in der Zeit allerdings auch tolle Leute kennenlernen, die mir sehr geholfen haben. Ja, jede noch so schreckliche Zeit bringt auch etwas Gutes mit sich. Ich habe gelernt, mehr auf mich zu achten, habe Dinge in meinem Leben verändert, die einfach verändert werden mussten. Ich kann sagen, daß ich nur noch ganz selten eine Panikattacke bekomme und dann auch genau weiß, wie ich damit umgehen kann. Ich frage mich dann immer, ob in meinem Leben auch alles in Ordnung ist. Die Attacken sind für mich wirklich zu einer Art "Alarmanlage" geworden, sie können also auch durchaus sinnvoll sein. Natürlich ist es immer noch besser, die Alarmanlage gar nicht erst zum Alarm zu bringen...aber im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer.

Ich wünsche allen Betroffenen, daß sie lernen, besser auf sich achtzugeben und mit ihrer Angst umzugehen.

Liebe Grüße,
Sehnsüchtige
 

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