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Orthorexie in der Familie

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G

Gelöscht 134980

Gast
Hallo,

ich bin neu und habe ja schon einen recht kalorienreichen Nutzernamen. Und da beginnt auch schon das Problem.

Unter "Orthorexie" versteht man ja eine krankhafte Fixierung auf gesunde Ernährung. Und genau das liegt, aus meiner Sicht und der meiner Frau, bei meinem Onkel, seiner Frau sowie meinem Cousin, dessen Frau und deren kleiner Tochter vor. Es ist anstrengend: Ist man dort eingeladen, bekommt man ausschließlich unsüßten Gemüsekuchen, dazu einen ebenfalls ungesüßten Kräutertee. Kaffee? Nein. Ein Leitungswasser gibt es noch, sonst nichts. Lädt man die zu sich ein, beginnen zwei, drei Tage vorher die Whatsapps mit den Wünschen: Was alles nicht geht, fast alles, und was man essen würde, fast nichts.

Noch schlimmer: Letztens waren wir mit der ganzen Familie im Zoo. Meine Frau isst ein Eis: Es hagelt abfällige Kommentare. Ich trinke eine Cola: Es gibt einen minutenlangen Vortrag. Gekrönt übrigens mit der Bitte, vor der Kleinen all das nicht mehr zu uns zu nehmen.

Ist das normal?

Ich sollte noch dazu sagen, dass weder meine Frau noch ich ansatzweise übergewichtig oder so sind. Wir sind auch recht sportlich.

Liege ich falsch, wenn ich das in diesem Ausmaß als fast krankhaft empfinde bei denen? Es wird auch zu 99% über Ernährung gesprochen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Liege ich falsch, wenn ich das in diesem Ausnahme als fast krankhaft empfinde bei denen? Es wird auch zu 99% über Ernährung gesprochen.
Ich bin da sicher nicht repräsentativ, und ich habe bisher nur selten mit Menschen zu tun gehabt, die sich "orthorexisch" verhalten hatten. Aber so wie du es beschreibst, klingt das Verhalten deiner Verwandtschaft nicht alltäglich, und ich stelle es mir auch anstrengend vor. Zumindest dann, wenn man sich häufiger mit ihnen trifft oder gemeinsam isst.

Ich persönlich bin es gewöhnt, dass man sich gegenseitig beim Essen nicht drein redet. Jeder kann essen, was er/sie mag, und man kommentiert es nicht negativ. Wenn, dann sagt man was Positives, z.B. "Hm, schaut lecker aus".
 
Willkommen im Forum 🌻

Was du krankhaft findest, spielt ja keine Rolle?

Mir ist nicht ganz klar, was deine Frage ist?
Wobei können wir dir helfen?

Deine Verwandtschaft motzt euch an und ihr reagiert wie?
 
O.K., ich präzisiere meine Frage:

Wäre das ein Verhalten, was ihr in der Familie ertragen wollen würdet?
 
Hm, okay.

Ich habe auf den Thread geklickt, weil ich persönliche Berührungspunkte zum Thema Orthorexie habe, aber aus deiner Position heraus, @Herzschlagsahne , geht es dir in erster Linie um die zwischenmenschlichen Aspekte des Themas und nicht um Orthorexie an sich? Habe ich das richtig verstanden?

Du wirst deinen Cousin, Onkel, usw. nicht ändern und bist auch gar nicht in der Position dazu.
Dass du den Umgang anstrengend findest, kann ich verstehen, aber ich würde es an dem Punkt auf folgende Fragen herunter brechen:

Warum verbringe ich (bzw. verbringen wir) Zeit mit diesen Familienmitglieder (Besuche beieinander, Ausflüge etc.)? Haben wir zusammen eine gute Zeit mit denen, macht es (-unabhängig von der Ernährungsthematik) Spaß etwas mit ihnen zu unternehmen, mögen wir sie und fühlen wir uns wohl mit ihnen?

Nein? Dann ist es einfach: reduziert den Kontakt, verzichtet auf Einladungen, Besuche, Unternehmungen. Wozu sollen die gut sein, wenn die unterschiedlichen Zugänge zu Ernährung so viel Raum einnehmen, so anstrengend und nervig sind und es davon abgesehen auch wenig Positives gibt, was euch verbindet?

Ja? Dann versucht einen Mittelweg aus Akzeptanz und Grenzen abstecken zu finden. Auch wenn du es falsch findest, wie Onkel & Co mit Ernährung umgehen, ist es möglich zu akzeptieren, dass sie so leben möchten.
Ich finde, bei einem Besuch kann man auch mal Kuchen essen, den man doof findet (- oder schlicht sagen: "Nein, danke, für mich nicht.") und trinken, was angeboten wird. Ihr lebt ja nicht dort und werdet kaum täglich zu Besuch sein. Wenn ihr einladet, könnt ihr andersrum anbieten, was ihr wollt (und Anfragen per WhatsApp ignorieren oder abblocken). Für mich persönlich wäre zwar wichtig, dass sich mein Besuch wohl fühlt und ich würde dann darauf achten, Vorlieben, Abneigungen, Haltungen zu berücksichtigen, wenn ich mir Gedanken machen, was für Essen ich vorbereite, aber dazu kann man auch anders denken.
Und Grenzen? Die könnt ihr verbalisieren, wenn es euch zu bunt wird und zu dolle in eure persönliche Selbstbestimmung greift, zum Beispiel durch negative Kommentierung eurer Essens- und Getränkewahl. Dabei könnt ihr ruhig auch sehr klar und straight sein à la "Cousin Ulf, ich bin erwachsen und trinke, was ich will. Bitte hör auf mir die Ohren vollzuquatschen, ich will's nicht hören, du nervst!" Wenn das keine Wirkung zeigt, hätte ich keine Lust mehr auf gemeinsame Aktivitäten und würde das auch sagen.
 
Hallo im Forum.
Unter "Orthorexie" versteht man ja eine krankhafte Fixierung auf gesunde Ernährung.
In der heutigen Zeit gibt es für jede Verhaltensweise eine Bezeichnung 😉

Wenn sich deine Verwandtschaft auf ihre Weise (gesund) ernähren möchte, ist das doch schön.
Meine Schwiegereltern lassen in letzter Zeit auch einiges weg.
Sofern dir/euch an den Menschen etwas liegt, kannst du/ihr für ein paar Stunden das essen und trinken was dir/euch schmeckt.
Wenn ihr sie einlädt, geht ihr halt in ein Restaurant, wo "al a Carte" gegessen wird.

Was habt ihr noch für Themen außer das Essen ?
Was verbindet euch noch 🙂

Ich persönlich bin es gewöhnt, dass man sich gegenseitig beim Essen nicht drein redet
Ich schon...
Ich erinnere dabei gerne daran, daß doch jeder seinen eigenen Teller hat 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
In der heutigen Zeit gibt es für jede Verhaltensweise eine Bezeichnung 😉
Den Begriff "Orthorexie" gibt es schon lang. Mir ist er schon seit ca. 20 Jahren bekannt.

Wenn sich deine Verwandtschaft auf ihre Weise (gesund) ernähren möchte, ist das doch schön.
Soweit ich verstanden habe, ging es hauptsächlich darum, dass die Verwandtschaft ungefragt das Essverhalten des Threaderstellers kommentiert und kritisiert. Wenn jeder das isst, was ihm gut tut, und den anderen dabei in Frieden lässt, dann besteht ja wahrscheinlich ohnehin kein Konfliktpotenzial.

Ich selbst habe beispielsweise einen Freund, mit dem ich hin und wieder in eine Gaststätte gehe. Der Freund lebt auch sehr "orthorexisch" (wenn man so sagen will). Er trinkt fast nur stilles Wasser, und wenn er überhaupt was isst, dann höchstens einen kleinen Salat.

Der Unterschied ist: wir kritisieren uns gegenseitig nicht. Wir kommentieren auch unsere unterschiedlichen Vorlieben nicht, und falls doch, dann bevorzugen wir einen wertschätzenden Ton, der kritisierende Anmerkungen vermeidet. Ich finde, unter diesen Umständen kommt man auch dann gut zurecht, wenn man ganz unterschiedliche Bedürfnisse hat.
 
Was uns der Kontakt gibt? Es ist halt Familie. Die Tochter meines Cousins ist fünf, wäre schon schön, sie aufwachsen zu sehen.

Uns ist nicht wichtig, was die essen und was nicht. Aber es ist halt schon anstrengend. Als sie letztens bei uns waren, hatten wir verschiedenste Sachen da. Einen Möhrenkuchen ohne Zucker gebacken. Und einen Schoko-Kuchen mit Zucker. Die Kleine griff nach dem Schoko-Kuchen, es gab eine riesige Szene, weil sie den nicht essen durfte. Schuld waren wir. Ebenso sind wir schuld, wenn wir selbst Kaffee trinken oder mal eine Cola. Wir wurden auch schon mal aufgefordert, die Kiste Eistee, die bei uns auf der Terrasse steht, wegzuräumen, bevor sie kommen.

Verbleibende Gesprächsthemen sind halt noch so allgemeine, Erinnerungen an die gemeinsamen Großeltern und so.
 
Nein. Orthorexie ist eine tiefgreifende Ernährungsstörung und nicht einfach nur "übermäßig gesunde Ernährung".

Und jetzt? Du wirst deine Verwandten nicht ändern können.
Ich an eurer Stelle würde nur noch Dates ohne Essen machen.
Ins Kino geht, ins Café geht eben nicht. Sehr viel mehr Möglichkeiten hast du ja wohl nicht.

Das ist wie mit jeder anderen Ernährungsstörung auch. Eine Freundin von mir verträgt z. B. kein Weizenmehl (wobei nur dieser Teil die Störung darstellt) und ist Vegetarierin. Wenn wir uns zum Essen treffen, geht es dann vordringlich nach ihren Maßstäben und nicht nach meinen, ich kann mich ja ohne Probleme anpassen.

Also trefft euch nach deren Maßstäben - am besten ganz ohne das Thema Ernährung - und findet einen Weg miteinander, den ihr problemlos teilen könnt. Das wäre so mein persönlicher Tipp.
 
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