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Ohne Vorwarnung

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Gast

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Die Bilder sind das schlimmste dachte ich eine Zeit lang und dann als sie immer blasser wurden war das schlimmste sich nicht mehr genau daran erinnern zu können.

Ein Freund ist gestorben, in meinen Armen im Frühjahr, einfach so. Plötzlicher Herztod mit 24. Keiner hat damit gerechnet, keiner.
Ich habe es nicht geglaubt, erst am nächsten Tag wurde mir durch den Schmerz der mir fast die Luft nahm, dass es wahr sein könnte.
Auch heute noch denke ich oft: er ruft gleich an, schreibt eine e-mail.
aber er wird es nie mehr tun...

Dass ich bei ihm war als er starb, dass er nicht alleine war, das hilft mir und macht es doch umso schlimmer weil ich dabei war.
Ich habe noch nie erlebt wie ein Mensch stirbt, dass er nicht mehr nach "ihm" ausschaut.
Der Schmerz, davor habe ich am meisten Angst, dass dieser wieder kommt und mich dazu zwingt, sich das Herz zu halten, nach Luft zu schnappen und die Tränen in strömen fließen lässt. Der Schmerz kommt ab und zu wieder, aber Gott sei Dank nicht mehr so heftig. Aber was wenn doch?
Ich kann nicht mal ein Bild von ihm aufstellen, es tut zu weh. Wird das besser?
Dass der Gedanke an ihn keinen Schmerz mehr auslöst sondern eine schöne Erinnerung?
Wird es besser?
Hat er mich gehört, hat er meine Hand gespürt, hat er gemerkt dass wir um ihn gekämpft haben? hat er mich gesehen in den Tagen, Wochen danach als ich nicht schlafen konnte... als sich mein Herz angefühlt hat als würde dort nur eine klaffende Wunde sein..
Die Wunde die langsam verheilt aber trotzdem noch ab und zu aufreisst, vor der ich Angst habe sie lässt mich innerlich verbluten.
Und dann wieder Momente in denen ich nicht weinen kann, mögen sie noch so traurig sein, die Wut anderen Menschen gegenüber die meinen "ich habe auch schon mal einen Toten gesehen", ach ja? hast du 9 Wochen mit ihm im Studium Tür an Tür gelebt?, mit ihm über ein halbes Jahr e-mails geschrieben, gestritten, gelacht? Hattest du denjenen im Arm? hast du mit ansehen müssen wie sie ihn zugedeckt haben?
Oft möchte ich nur schrein, solange bis meine Stimme versagt in der Hoffnung es vergeht dadurch.
Aber das wird es nicht, die Zeit hilft aber sie wird nie vollständig heilen können.
Ich will es nicht vergessen, es war sein letzter Tag, seine letzte Stunde, seine letzte Minute... auch wenn ich leide..
Wie geht es erst seiner Familie.
Ich bin erwachsener geworden, weiß dass ich es überlebt habe, wie stark ich sein kann und doch so verloren bin.

Aber keiner vesteht es, wenn er nicht das gleiche erlebt hat.
Ich hoffe es geht ihm gut, ich hoffe er passt auf mich auf, ich hoffe ich seh ihn erst in vielen vielen Jahrzehnten wieder und kann ihm die Fragen stellen, die nie gesprochen wurden.
Ich vermisse ihn obwohl ich ihn erst ein 3/4 Jahr kannte.
Auf Wiedersehen kann ich ihm nicht sagen, auch nicht zu seinem Bild, nur bis später..
Keiner sollte mit 24 einfach so sterben...
 
Hey Gast,

das ist wirklich schrecklich was dir da passiert ist. Mir tut das wirklich sehr, sehr leid für dich 🙁. Ich selbst bin erst 18, aber wenn ich mir vorstelle, das mein Freund oder eine Freundin aus meiner Clique sterben würde, in meinen armen, würde ich glaub ich fertig mit der Welt sein. Bin nun seit dem ich 8 war regelmäßig mit dem Tod konfrontiert worden.. eigentlich sogar mindestens einmal im Jahr. Und als mein Papa starb war es das aller schlimmste für mich. Er verkrampfte sich, lag auf dem Sofa, meine Mama und ich standen da weinend und ich als 9 jährige wollte ihm noch seine Schuhe anziehen und mit ihm zum Krankenhaus fahren.. Ich nahm ihn in den arm, guckte meine Mutter an und fragte sie ob er tod ist :'(. Ich wollte nicht weg von ihm, doch meine Mutter und der Notarzt rissen mich weg dort 🙁. Jahre lang konnte ich nicht mehr auf dem Sofa sitzen, bin nachts nicht merh eingeschlafen. Ich fresse noch immer meine Probleme in mich rein, doch irgendwie komm ich damit eigentlich klar. Ich MUSS es ja schließlich. Also ich will dir damit nur sagen, dass du stark sein sollst und ich mit dir fühlen kann. Sei vielleicht auch ein bisschen "stolz" darauf, dass du den letzten Moment mit ihm verbringen durftest. 🙁

Liebe Grüße
 
Meine Oma ist auch in meinen Armen gestorben.
Sie wollte nie bei uns zu Haus übernachten. Auch nicht an Weihnachten wenn es spät wurde oder an anderen Tagen.
An dem Tag haben mein Bruder und ich sie besucht. Durch die Wohnungstür konnten wir sehen, das sie gestürzt war. Wir haben die Tür aufgebrochen. Da ging es ihr noch gut. Sie konnte stehen, hat mit uns geredet, es war alles ok.
Sie sagte, das sie lieber nicht allein sein möchte und wollte bei uns zu Hause schlafen.
Natürlich haben wir sie mit nach Hause genommen.
Am nächsten Morgen (Sonntag, 8:30) steh ich auf, so früh wie sonst nie am Sonntag. Im Wohnzimmer liegt meine Oma, und freut sich mich zu sehen. Oma bittet mich, ihr aufzuhelfen um sie zur Toilette zu bringen.
Ich umarme sie, um sie hochzuheben. Sie geht noch drei Schritte mit mir, dann sackte sie zusammen und war tot.
Ich konnte es gar nicht glauben.
Im nachhinein denke ich, sie hat es geahnt. Und ich freue mich für sie, das sie in ihrer letzten Stunde nicht alleine war sondern ihre ganze Familie um sich hatte.
So einen Tod wünscht sich jeder.
Du kannst für Dich froh sein, auch wenn es nicht leicht ist, das Dein Freund nicht alleine war. Er musste nicht leiden und hatte einen lieben Menschen bei sich.
Freue Dich für Ihn.
 

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