F
Familienverwalter
Gast
Liebe Foren-Gemeinde,
mein Problem ist sehr vielschichtig, ich probiere es dennoch darzustellen, da ich hoffe, dass mir zumindest Stellen genannt werden, an die ich mich wenden kann, da ich vollkommen ohnmächtig der Situation gegenüberstehe.
Ich bin 1997 zum Studieren nach Hamburg gezogen. Meine 4 Jahre ältere Schwester (34) ist bereits seit 1992 nach mehreren psychotischen Phasen dauerhaft in Betreuung. Der Rest meiner Familie lebte weiterhin in einem eigenen Einfamilienhaus 140 km entfernt in einer niedersächsischen Kleinstadt.
Etwa Mitte 2000 setzte sich ein Drama fort, was ich aufgrund problematischer Zustände seit meiner frühen Kindheit, schon immer befürchtet hatte. Mein Vater hatte seit ich 5 war eine typische Alkoholikerkarriere hinter sich. Meine Mutter stand seit der Ehe mit meinem Vater unter Dauerbeschuss meiner Großmutter väterlicher Seite. Letztere bewohnt die obere Etage des Hauses, weshalb man auch von einer lupenreinen "Ehe zu dritt" sprechen konnte.
Mai 2000 erlitt ich zunächst als Nächster schwere Folgen der langjährigen Auseinandersetzungen (sowie meines erzwungenen Versteckspiels als Schwuler - aber das nur am Rande). Ich bekam schwerste Depressionen und Angststörungen, musste zunächst in ambulanter Therapie dagegen ankämpfen, schlief zeitweilig fast jede zweite Nacht in einem Hamburger KH und das nur mit Valiumtabletten.
Weihnachten 2000 der nächste Schlag: Meine Mutter (damals 50) fiel durch einen Schlaganfall ins Koma, musste Heiligabend notoperiert werden und überlebte nur knapp. Nach Wochen des Hoffens und Bangens um ihr Leben erwachte sie aus dem Koma. Sie leidet seither unter einer Aphasie, was bedeutet, dass sie geistig verkindlicht ist, motorisch aber kaum eingeschränkt und die Muttersprache mühsam wieder erlernen muss. Unter diesen Umständen erlitt ich selbst - fast natürlicherweise - stressbedingt Ansgtstörungsrückfälle, die ich mittels einer dann 6wöchigen Kur Anfang 2001 halbwegs in den Griff bekam. Mein Vater, dessen Gesundheit aufgrund seines Alkoholismus bereits in Mitleidenschaft gezogen war, wurde von den Behörden als Betreuer meiner Mutter eingesetzt. Er machte diesen Job überraschend gut, kümmerte sich liebevoll um meine Mutter, wollte ihr aber möglichst schnell wieder die Freiheit zurückgeben, woran er alles setzte.
Genau zwei Jahre später (Dezember 2002) wurde die Betreuung unter Auflagen aufgehoben, die da waren, dass meine Mutter von ihm bsp. in Fragen der Gesundheitsfürsorge und den Dingen des alltäglichen Lebens weiterhin unterstützt wird.
Mai 2003: Mein Vater stirbt nach mehreren Zusammenbrüchen 54jährig plötzlich an Herzversagen, vermutlich infolge fortgestzten Alkoholmissbrauchs.
Seither bewohnen meine Mutter und ihre Schwiegermutter das haus alleine. Meine Mutter fährt selbstständig zu ihrer Logopädin, kann ihre bürokratischen Dinge aber nicht allein erledigen, meine Oma überprüft ihre Post, ich fahre in mal kleineren mal größeren Abständen runter oder nach Bedarf, wenn wichtige Dinge zu erledigen sind.
Meine Mutter fährt meist essen und verliert den Überblick über ihre Finanzen, wenn ich nicht penibelst drauf achte, was aber auch auf die Distanz schwierig ist.
Denn: Ich befinde mich (durch meine eigenen Zusammenbrüche) immer noch im Studium und arbeite in 2 Jobs, um mein Studium finanzieren zu können. D.h. sowohl in der Woche als auch am Wochenende bin ich mit einer dieser drei Aufgaben beschäftigt und muss zusehen, dass ich mir eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalte.
Meine Oma setzt mich permanent unter Druck, beschimpft mich und meine Mutter, erpresst mich und zeigt erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung.
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Sie war auch früher schon bösartig und trägt auch ihren Anteil am Niedergang unserer Familie.
Ich versuche die Strukturen aufrechtzuerhalten, um dem letzten Willen meines Vaters zu entsprechen, meine Mutter in Freihheit alt werden lassen zu können. Aber: Ich kann nicht mehr, die Situation belastet, ich kann das alles nicht leisten. Die psychosomatischen Störungen und Depressionen nehmen zu (seit ich 15 bin hatte ich in der Richtung wohl schon alles) und brauche eine Supervision, wie wir den gordischen Knoten auflösen. Das heißt: Wir müssen schauen, dass meine kranke Schwester, meine kranke Mutter und meine gealterte Großmutter sowie auch ich Hilfe von außen bekommen, was auch bedeuten kann, dass die Verantwortlichkeit für die Sorge meiner Mutter wieder auf einen Betreuer (dieses Mal vom Amt) übertragen wird, auch wenn ich damit den Wunsch meines Vaters nicht aufrechterhalten kann.
Ich allein schaffe das nicht.
Wo kann ich mir Hilfe holen? Welche Institution kann mich bei so einer Situation unterstützen?
Und was meint Ihr dazu?
Vielen Dank vorab für Eure Antworten.
mein Problem ist sehr vielschichtig, ich probiere es dennoch darzustellen, da ich hoffe, dass mir zumindest Stellen genannt werden, an die ich mich wenden kann, da ich vollkommen ohnmächtig der Situation gegenüberstehe.
Ich bin 1997 zum Studieren nach Hamburg gezogen. Meine 4 Jahre ältere Schwester (34) ist bereits seit 1992 nach mehreren psychotischen Phasen dauerhaft in Betreuung. Der Rest meiner Familie lebte weiterhin in einem eigenen Einfamilienhaus 140 km entfernt in einer niedersächsischen Kleinstadt.
Etwa Mitte 2000 setzte sich ein Drama fort, was ich aufgrund problematischer Zustände seit meiner frühen Kindheit, schon immer befürchtet hatte. Mein Vater hatte seit ich 5 war eine typische Alkoholikerkarriere hinter sich. Meine Mutter stand seit der Ehe mit meinem Vater unter Dauerbeschuss meiner Großmutter väterlicher Seite. Letztere bewohnt die obere Etage des Hauses, weshalb man auch von einer lupenreinen "Ehe zu dritt" sprechen konnte.
Mai 2000 erlitt ich zunächst als Nächster schwere Folgen der langjährigen Auseinandersetzungen (sowie meines erzwungenen Versteckspiels als Schwuler - aber das nur am Rande). Ich bekam schwerste Depressionen und Angststörungen, musste zunächst in ambulanter Therapie dagegen ankämpfen, schlief zeitweilig fast jede zweite Nacht in einem Hamburger KH und das nur mit Valiumtabletten.
Weihnachten 2000 der nächste Schlag: Meine Mutter (damals 50) fiel durch einen Schlaganfall ins Koma, musste Heiligabend notoperiert werden und überlebte nur knapp. Nach Wochen des Hoffens und Bangens um ihr Leben erwachte sie aus dem Koma. Sie leidet seither unter einer Aphasie, was bedeutet, dass sie geistig verkindlicht ist, motorisch aber kaum eingeschränkt und die Muttersprache mühsam wieder erlernen muss. Unter diesen Umständen erlitt ich selbst - fast natürlicherweise - stressbedingt Ansgtstörungsrückfälle, die ich mittels einer dann 6wöchigen Kur Anfang 2001 halbwegs in den Griff bekam. Mein Vater, dessen Gesundheit aufgrund seines Alkoholismus bereits in Mitleidenschaft gezogen war, wurde von den Behörden als Betreuer meiner Mutter eingesetzt. Er machte diesen Job überraschend gut, kümmerte sich liebevoll um meine Mutter, wollte ihr aber möglichst schnell wieder die Freiheit zurückgeben, woran er alles setzte.
Genau zwei Jahre später (Dezember 2002) wurde die Betreuung unter Auflagen aufgehoben, die da waren, dass meine Mutter von ihm bsp. in Fragen der Gesundheitsfürsorge und den Dingen des alltäglichen Lebens weiterhin unterstützt wird.
Mai 2003: Mein Vater stirbt nach mehreren Zusammenbrüchen 54jährig plötzlich an Herzversagen, vermutlich infolge fortgestzten Alkoholmissbrauchs.
Seither bewohnen meine Mutter und ihre Schwiegermutter das haus alleine. Meine Mutter fährt selbstständig zu ihrer Logopädin, kann ihre bürokratischen Dinge aber nicht allein erledigen, meine Oma überprüft ihre Post, ich fahre in mal kleineren mal größeren Abständen runter oder nach Bedarf, wenn wichtige Dinge zu erledigen sind.
Meine Mutter fährt meist essen und verliert den Überblick über ihre Finanzen, wenn ich nicht penibelst drauf achte, was aber auch auf die Distanz schwierig ist.
Denn: Ich befinde mich (durch meine eigenen Zusammenbrüche) immer noch im Studium und arbeite in 2 Jobs, um mein Studium finanzieren zu können. D.h. sowohl in der Woche als auch am Wochenende bin ich mit einer dieser drei Aufgaben beschäftigt und muss zusehen, dass ich mir eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalte.
Meine Oma setzt mich permanent unter Druck, beschimpft mich und meine Mutter, erpresst mich und zeigt erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung.
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Sie war auch früher schon bösartig und trägt auch ihren Anteil am Niedergang unserer Familie.
Ich versuche die Strukturen aufrechtzuerhalten, um dem letzten Willen meines Vaters zu entsprechen, meine Mutter in Freihheit alt werden lassen zu können. Aber: Ich kann nicht mehr, die Situation belastet, ich kann das alles nicht leisten. Die psychosomatischen Störungen und Depressionen nehmen zu (seit ich 15 bin hatte ich in der Richtung wohl schon alles) und brauche eine Supervision, wie wir den gordischen Knoten auflösen. Das heißt: Wir müssen schauen, dass meine kranke Schwester, meine kranke Mutter und meine gealterte Großmutter sowie auch ich Hilfe von außen bekommen, was auch bedeuten kann, dass die Verantwortlichkeit für die Sorge meiner Mutter wieder auf einen Betreuer (dieses Mal vom Amt) übertragen wird, auch wenn ich damit den Wunsch meines Vaters nicht aufrechterhalten kann.
Ich allein schaffe das nicht.
Wo kann ich mir Hilfe holen? Welche Institution kann mich bei so einer Situation unterstützen?
Und was meint Ihr dazu?
Vielen Dank vorab für Eure Antworten.