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Nicht tot, nur verreist ...

Reisender

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

das Leid, welches eine suizidausübende Person seinen Angehörigen beibringt, hängt sicher von der Art und Intensität der Bindung ab.

Leider kenne ich mich nicht mit der eigentlichen Trauerarbeit aus. Die Vorstellung, dass diese Person nicht tot sondern nur (ohne Wiederkehr) verreist ist, stelle ich mir als Trauernder doch irgenwie "angenehmer" vor. Schließlich besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit der Rückkehr.

Außerdem werden andere Gefühle verursacht, als bei der Gewissheit des Todes. Allein schon das Grab oder ein letzter Ort verursachen doch Erinnerungen - auch an den Suizid.

Wie seht Ihr das?

PS. Mein Benutzername hat sicherlich was mit diesem Thread zu tun. Allerdings möchte ich die/den LesreIn beruhigen, da ich mich in Therapie befinde und nicht akut gefährdet bin.
 
Ich stelle es mir grauenhaft vor, kein Grab zu haben, an dem ich trauern darf... meine Ma starb sehr plötzlich, wurde verbrannt - von einer Minute auf die nächste war nicht mal mehr ihr Leib da... das Grab ist mein Anker und meine Verbindung zu ihr... das mit der Idee, es sei leichter, das "Reisen" des "Reisenden" zu verwinden als den Tod desjenigen zu akzeptieren spricht meines Erachtens nur von "Poesie", nicht aber vom realen Leben!

Lern Leben, statt zu "reisen"...

Meli
 
Deine Gedanken sind sehr gut. somit gibst du dir selber halt.
Ich mache Sterbebegleitung und auch Angehörigenarbeit. und es gibt Ihnen immer Trost wenn sie wissen sie gehen nur an einen anderen Ort und lassen nur die Hülle da.

LG Francesca
 
Danke für eure schnellen Antworten.

Beide Ansichten kann ich nachvollziehen.

Zunächst zu Meli-2009:

In deiner Situation ist es absolut verständlich, dass man einen Ort benötigt, an dem man bewusst trauert bzw. Erinnerungen wachhält.

Die Situation, welche ich beschreiben wollte ist eher etwas anders gelagert: Eine Person verabschiedet sich von seiner Familie (persönlich oder per Brief) mit dem Grund eine Reise zu unternehmen, um sich selbst zu finden.

Hier verursacht diese Person eher Sorgen bei seinen Angehörigen, da sie sich nicht mehr meldet. Aufgrund der Ungewissheit weichen die Sorgen irgendwann mal einer Sehnsucht - falls die Person nicht mehr auftaucht. Unterschwellig tritt sicherlich irgendwann einmal Trauer ein. Es bleibt jedoch immer ein kleines Fünkchen Hoffnung.

Kommt irgendwann einmal die Nachricht oder ein letzter Abschiedsbrief - haben also die Angehörigen die Gewissheit, dass die Person Tod ist, stellt sich sicher Trauer ein. Diesen vermute ich aber nicht so stark, je länger der zeitliche Abstand ist seit man die Person zum letzten Mal gesehen hat.

Im Endeffekt geht es mir darum, wie man als Suizident seine Angehörigen "am besten" auf die Situation danach vorbereitet.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass ich mich in Therapie befinde und nicht akut gefährdet bin.
 
Lese Dir mal die ganzen Trauerbeiträge hier durch.
Wer hat Dir soviel Schlimmes zugefügt, das Du Denjenigen so bestrafen willst?????
Les Dir die Beiträge durch in der Gewissheit, das Du auch die bestrafst und unendliches Leid zufügst, die es gut mir Dir meinen.
Oder ist Dein Problem: Die Welt ist schlecht und keiner hat mich lieb!!!!!!
Dann zeig es Ihnen!!!!! Schöpfe daraus die Kraft.
Ich glaube Du bist noch sehr jung. Du hast noch so viel vor Dir. Dazu mußt Du aber kämpfen und nicht schon vorher aufgeben.
 
Danke für eure schnellen Antworten.

Beide Ansichten kann ich nachvollziehen.

Zunächst zu Meli-2009:

In deiner Situation ist es absolut verständlich, dass man einen Ort benötigt, an dem man bewusst trauert bzw. Erinnerungen wachhält.

Die Situation, welche ich beschreiben wollte ist eher etwas anders gelagert: Eine Person verabschiedet sich von seiner Familie (persönlich oder per Brief) mit dem Grund eine Reise zu unternehmen, um sich selbst zu finden.

Hier verursacht diese Person eher Sorgen bei seinen Angehörigen, da sie sich nicht mehr meldet. Aufgrund der Ungewissheit weichen die Sorgen irgendwann mal einer Sehnsucht - falls die Person nicht mehr auftaucht. Unterschwellig tritt sicherlich irgendwann einmal Trauer ein. Es bleibt jedoch immer ein kleines Fünkchen Hoffnung.

Kommt irgendwann einmal die Nachricht oder ein letzter Abschiedsbrief - haben also die Angehörigen die Gewissheit, dass die Person Tod ist, stellt sich sicher Trauer ein. Diesen vermute ich aber nicht so stark, je länger der zeitliche Abstand ist seit man die Person zum letzten Mal gesehen hat.

Im Endeffekt geht es mir darum, wie man als Suizident seine Angehörigen "am besten" auf die Situation danach vorbereitet.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass ich mich in Therapie befinde und nicht akut gefährdet bin.


Haha, wie witzig, du stellst diese Frage natürlich nur ganz theoretisch, ja klar...:-(

Ich habe dich sehr wohl verstanden, genau deshalb habe ich dir auch geantwortet! Ich finde das feige und es ist "poetisch" gedacht, aber nicht real. Du scheinst noch keine Trauer erlebt zu haben - sonst könntest du nicht so einen Quatsch schreiben und ich habe hier noch nie das Wort "Quatsch" gebraucht! Das zeigt vielleicht wie schlimm ich deine Gedanken finde, du drückst dich vor jeder Verantwortung mit diesem "Ich fahr weg"-Brief-Denken (Ich kann das nicht richtig formulieren, was ich daran so unaufrichtig finde)... Menschen sind nun einmal traurig, wenn jemand stirbt! Daran ist nichts Schlechtes, das - ist dir vielleicht schon mal aufgefallen - ist normal!!! Es ist schrecklich und grauenhaft folternd, ihnen diese Wahrheit nicht zu geben, sondern sie im Ungewissen zu lassen, das ist gemein und furchtbar und so was macht man nicht, wenn man ein Herz hat.

Nachtrag:

ich kau da echt drauf rum und versuch mir vorzustellen, wie jemand zu der Idee kommt etc. - Weißt, Menschen haben Wirkungen auf Menschen, das ist das Prinzip des Lebens. Du lebst, also hast du Wirkungen auf andere, es mag Menschen geben, die dich mögen, denen du wichtig bist, die gern für dich da wären - du kannst deine Existenz nicht auslöschen, ohne diesen Menschen weh zu tun und deshalb kann man auch Suizid nicht praktizieren, nicht wirklich! Weil nichts höher zu bewerten ist auf diesem Planeten als das "In-Kontakt-Sein" - das ist es, was heilt und das ist es, was nie auslöschbar ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Ihr,

vorab kommen mir Zweifel auf, ob ich hier noch antworten soll. Das Thema Trauer tritt immer mehr in den Hintergrund.

zu Friederike1105:

Es geht mir nicht um Bestrafung. Die wenigen Menschen denen ich etwas bedeute bzw. die mir etwas bedeuten, haben aus meiner Perspektive sicherlich kein unnötiges Leid "verdient". Meines Erachtens ist es aber verkehrt aus Liebe zu diesen Personen weiter zu existieren. Wenn diese Personen sterben, würde somit jeglicher Lebenssinn bzw. Grund wegfallen. Das (m)ein Suizid egoistisch wäre, stimmt unter diesem Aspekt. Letztendlich ist es aber mein Leben, mit dem ich klarkommen muß und nicht ein anderer.

Das Leben ist nunmal nicht gerecht. Die einen werden mit Talenten gesegnet und die anderen müssen sich mit ihrer Existenz herumplagen. Anderen geht es vielleicht noch schlimmer, da sie möglicherweise geistige, physische oder sonstige Defizite haben, die sie außerhalb der Gesellschaft stellt. Wiederum andere werden aus diesen Gründen kriminell und fügen ihren Mitmenschen und der Gesellschaft Schaden zu.

Woher wollt ihr also wissen, ob ich letztendlich der Gesellschaft nicht einen Gefallen tue?

Zu meinem Alter: Eine 15-jährige Person würde mich als alt bezeichnen, eine 80-jährige Person hingegen jung.

In den letzten 13 Jahren habe ich sicher versucht mit meinem Leben klarzukommen. Es gab auch einige positive Ereignisse. Ein Resüme fällt aber absolut negativ aus. Im Nachhinein hätte ich schon damals Schluß machen sollen, da meine Existenz inzwischen nicht mal mehr bemitleidenswert ist. Das Argument, ich hätte es nicht versucht, kann ich nicht gelten lassen. Meine relative hohen Ansprüche an mich selbst habe ich früh zurückgeschraubt. Das in meiner Jugend als bemitleidenswert empfunden Leben eines Spießers beispielsweise, ist für mich inzwischen längst ausser Reichweite.

Die Antworten auf diese letzte Passage könnt ihr euch schenken. Inzwischen kann ich sie nicht mehr hören!

zu Meli-2009:

Ob ich bisher Trauer empfunden habe bzw. generell Trauer empfinden kann? Nun, bisher nicht wirklich. Auf der Beerdigung einer Oma, die ich in meinem ganzen Leben insgesamt 6 Wochen bewußt erlebt habe, konnte ich zwar etwas weinen und habe vermutlich auch so etwas wie Trauer empfunden. Am nächsten Tag war die Stimmung dann allerdings schon anders. Der Tod des Vater eines sehr guten Freundes ist mir auch nicht wirklich nahe gegangen. Es ist mir schwer gefallen diesen Freund zu trösten, da ich mich in dieser Situation ebenfalls hilflos gefühlt habe. Das war allerdins nur ein Stück weit Trauer.

Vermutlich habe ich also eine etwas eindimensional Psyche.

OK. Deine Meinung, dass man Menschen eiskalt die Wahrheit sagen muss, akzeptiere ich. Mein Ansatz zielte eher darauf ab, diesen Menschen den persönlichen Verlust langsam mitzuteilen und nicht mit der Wucht. Jeder Mensch ist psychisch anderst gestrickt. Nicht jeder verkraftet die blanke Wahrheit und ein plötzliches, unerwartetes Leid. Wenn ich da nur an alte und herzkranke Menschen denke.

Mir ist auch klar, dass meine Existenz bzw. eine Interaktion mit meiner Umwelt Auswirkungen auf diese bzw. auf mich hat. Wenn ich diese Interaktion allerdings zurückfahre, würde sich auch das Maß des Leids und der Trauer reduzieren. Je länger ich existiere, steigt dieses Maß potentiell allerdings eher an.

Außerdem kommt nicht jeder mit dem Stigma eines Suizids in der Familie zurecht.
 
Dumeinst es ist leichter für Deine Familie, wenn sie Dich lange nicht sehen. Du schon lange aus ihrem täglichem Leben weg bist?
Wie bei Deiner Oma, welche Du nur 6 wochen kanntest, deswegen aber nicht vermisst, oder betrauert hast.
Das ist glaube ich nicht richtig.
Es kommt auf die Intensität der Liebe zu jemanden an. Es kann auch nicht jeder zeigen. Da kann man sich sehr täuschen.
Wenn Du noch Eltern hast, wirst Du sie schwerer verletzten und mit der Trauer kaputtmachen, als Du je glauben magst.
Dann ist es zu spät und etwas was man nicht rückgängig machen kann. Auch wenn es Dir hinterher leid tut. (ich glaube nämlich das es hinterher auch weitergeht)
Du weißt ja: Alles kommt 3 Fach auf einen zurück.
Ich verstehe Dich voll und ganz. auch ich habe nach dem tod meines Mannes keinen sinn mehr gesehen. War nur am Leben um meiner Tochter und Mutter den schmerz nicht zuzufügen.
Sich selbst zu finden und sich selbst der Mühsal des Lebens wert zu sein ist schwer. Auch ich habe keine großen ansprüche mehr ans Leben. Außer vielleich die kommenden Probleme einigermaßen zu bewältigen. Aber den Schritt kann und wrde ich nicht gehen und wenn es noch so schwer ist. Es ist nicht Mut, den Schritt zu tun, sondern Feigheit und keine Entscheidung die man nur für sich trifft.
Es ist nicht natürlich. Der Gedanke schon. Aber nicht die Ausführung.
Wenn man keine Großen Erwartungen an das Leben hat, ist es doch leichter es zu ertragen. Dann kann es doch nur besser werden als erwartet. !3 Jahre waren vielleicht nicht genug. Vielleicht triffst Du morgen Deine große Liebe. Wer weiß? Vielleicht ist sie schon die ganze ZEit irgendwo in Deiner Nähe?
Ich finde es so traurig. Wieviele die hier bitterlich beweint werden, hätten gern gelebt, wie auch immer. Und Du wirfst es einfach so weg.
 
Hi, Reisender,

ich will dir nur sagen, dass ich jeden Tag an dich denke... es beschäftigt mich. Das ist nicht schlimm... es bewegt mich halt... in Wahrheit weiß man ja nie, was in der Zukunft noch alles auf einen zukommen kann, wie man sich noch entwickelt, etc. - das alles schneidet man ab, wenn man sich für das Ende-Machen entscheidet... ich glaub nicht, dass du jetzt schon so weit bist. Du musst erst noch ganz viel GUTE Erfahrungen machen!!! Und ja, ich weiß sehr gut, dass das nicht leicht ist, und man das nicht glaubt, dass es noch je besser würde - aber es wird besser! Und echt, wenn ich den Scheiß überleben kann, dann du auch! Echt, da kann noch viel viel Besseres kommen, als du jetzt kennst, wenn du daran arbeitest...

Meli
 
Hallo Meli-2009,

falls deine ersten Worte ernst gemeint sind, hast Du anscheinend nicht viel im Alltag zu tun. Selbst wenn Dich das "Schiksal" eines Unbekannten mehr interessiert als den Otto-Normalverbraucher, kann ich die Aussage nicht ganz nachvollziehen.

OK, du bist froh und glücklich, dass du das Tal der Tränen und Verzweiflung wieder am Verlassen bist. Demnach kämpfst du gerne und bist froh darüber bzw. damit zufrieden, dass dir das Leben gerade soviel lässt zum überleben. Gratuliere, das ist nichts für mich.

Hey sorry, eigentlich bin ich nicht sonderlich anspruchsvoll was das materielle betrifft. Wenns nur das wäre. Vielmehr fressen mich Selbstzweifel, Unsicherheit und sonstige psychischen Defizit auf. Allerdings sehe ich keinen Sinn mein gesamtes Leben geistig und emotional dahinzuvegetieren. Und nur von der Hoffnung leben, kann ich nicht. Ist ja fast wie in der Lotterie.
Gesundheitlich geht es mir noch relativ gut, was für das Leben spricht.

Manchmal denke ich, der einzige Platz auf der Welt für mich wäre ein Ort, an dem ich keinen menschlichen Kontakt habe. Wobei dieser Ort mir natürlich soviel bieten sollte, dass ich mit meiner Hände Arbeit materiell überleben kann. Das dies eine Utopie ist, weiß ich. Als Prämisse würde auch ein äußerst abgeschiedenr Ort mit wenig menschlichem Kontakt reichen.

Es ist mir schon bewusst, dass der Mensch nicht ganz ohne einen Mitmenschen leben kann. Müßte ich meinen Charakter diesbezgl. beschreiben, reicht mir hiervon das Mindestmaß menschlichen Kontakts völlig aus.

Falls ich tatsächlich soweit sein sollte, mit der Welt abzuschließen, werde ich dies selbstverständlich nirgends kundtun. Zum einen habe ich nicht das Bedürfniss, in der "Öffentlichkeit" zu stehen. Zum anderen ist eine Ankündigung so gut wie das sichere Scheitern des Versuchs, man denke nur an die Internet-Spezialisten bei der Polizei.

Ihr müßt also keine Alibi-Einträge posten, nur um auf meine Antwort zu hoffen. Falls die bisherigen solche waren, bin ich dieser unterbewußten Provokation wohl auf den Leim gegangen.
 

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