Hi Ihr,
vorab kommen mir Zweifel auf, ob ich hier noch antworten soll. Das Thema Trauer tritt immer mehr in den Hintergrund.
zu Friederike1105:
Es geht mir nicht um Bestrafung. Die wenigen Menschen denen ich etwas bedeute bzw. die mir etwas bedeuten, haben aus meiner Perspektive sicherlich kein unnötiges Leid "verdient". Meines Erachtens ist es aber verkehrt aus Liebe zu diesen Personen weiter zu existieren. Wenn diese Personen sterben, würde somit jeglicher Lebenssinn bzw. Grund wegfallen. Das (m)ein Suizid egoistisch wäre, stimmt unter diesem Aspekt. Letztendlich ist es aber mein Leben, mit dem ich klarkommen muß und nicht ein anderer.
Das Leben ist nunmal nicht gerecht. Die einen werden mit Talenten gesegnet und die anderen müssen sich mit ihrer Existenz herumplagen. Anderen geht es vielleicht noch schlimmer, da sie möglicherweise geistige, physische oder sonstige Defizite haben, die sie außerhalb der Gesellschaft stellt. Wiederum andere werden aus diesen Gründen kriminell und fügen ihren Mitmenschen und der Gesellschaft Schaden zu.
Woher wollt ihr also wissen, ob ich letztendlich der Gesellschaft nicht einen Gefallen tue?
Zu meinem Alter: Eine 15-jährige Person würde mich als alt bezeichnen, eine 80-jährige Person hingegen jung.
In den letzten 13 Jahren habe ich sicher versucht mit meinem Leben klarzukommen. Es gab auch einige positive Ereignisse. Ein Resüme fällt aber absolut negativ aus. Im Nachhinein hätte ich schon damals Schluß machen sollen, da meine Existenz inzwischen nicht mal mehr bemitleidenswert ist. Das Argument, ich hätte es nicht versucht, kann ich nicht gelten lassen. Meine relative hohen Ansprüche an mich selbst habe ich früh zurückgeschraubt. Das in meiner Jugend als bemitleidenswert empfunden Leben eines Spießers beispielsweise, ist für mich inzwischen längst ausser Reichweite.
Die Antworten auf diese letzte Passage könnt ihr euch schenken. Inzwischen kann ich sie nicht mehr hören!
zu Meli-2009:
Ob ich bisher Trauer empfunden habe bzw. generell Trauer empfinden kann? Nun, bisher nicht wirklich. Auf der Beerdigung einer Oma, die ich in meinem ganzen Leben insgesamt 6 Wochen bewußt erlebt habe, konnte ich zwar etwas weinen und habe vermutlich auch so etwas wie Trauer empfunden. Am nächsten Tag war die Stimmung dann allerdings schon anders. Der Tod des Vater eines sehr guten Freundes ist mir auch nicht wirklich nahe gegangen. Es ist mir schwer gefallen diesen Freund zu trösten, da ich mich in dieser Situation ebenfalls hilflos gefühlt habe. Das war allerdins nur ein Stück weit Trauer.
Vermutlich habe ich also eine etwas eindimensional Psyche.
OK. Deine Meinung, dass man Menschen eiskalt die Wahrheit sagen muss, akzeptiere ich. Mein Ansatz zielte eher darauf ab, diesen Menschen den persönlichen Verlust langsam mitzuteilen und nicht mit der Wucht. Jeder Mensch ist psychisch anderst gestrickt. Nicht jeder verkraftet die blanke Wahrheit und ein plötzliches, unerwartetes Leid. Wenn ich da nur an alte und herzkranke Menschen denke.
Mir ist auch klar, dass meine Existenz bzw. eine Interaktion mit meiner Umwelt Auswirkungen auf diese bzw. auf mich hat. Wenn ich diese Interaktion allerdings zurückfahre, würde sich auch das Maß des Leids und der Trauer reduzieren. Je länger ich existiere, steigt dieses Maß potentiell allerdings eher an.
Außerdem kommt nicht jeder mit dem Stigma eines Suizids in der Familie zurecht.