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Nicht reif genug für mein Alter

G

Gast

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Hallo,

ich weiß nicht ob ihr das vielleicht auch kennt, aber irgendwie fühle ich mich mit meinen 22 Jahren wie 16,17. Sicher habe ich schon einige Tiefschläge hinnehmen müssen und habe dadurch eine sehr vorsichtige und zurückhaltende Persönlichkeit entwickelt, doch trotzdem komme ich mir so irreal vor.
Wohl möglich hängt das alles mit meiner Einstellung zusammen. Ich habe mich in den letzten Jahren immer mehr von meinem Umfeld distanziert und kann nur schwer unter Leute gehen. Auf Menschen zugehen schon gar nicht.

Mein größtes Problem ist aber, dass ich nicht weiß, was ich aus mir machen kann. Ich habe überhaupt keine Vorstellung darüber, was ich in Zukunft machen soll und wenn ich an meine Zukunft denke, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Es ist absolut nicht der Fall, dass ich nicht arbeiten will. Ich habe nur keine Ahnung von dem, was ich machen soll. Eine Ausbildung habe ich bereits hinter mir. Ich war mir ja noch nie darüber im Klaren, was ich später machen sollte und für den Ausbildungsberuf war oder bin ich einfach nur ungeeignet. Das habe ich jedoch erst nach einigen Monaten festgestellt. Ich schreib mal auf, wie das dort so ablief.

Bei der Firma musste ich anfangs für jeden Fehler, den ich machte geradestehen. Ich bekam Aufgaben, die ich noch nie gemacht hatte und diese wurden mir dann auf den Schreibtisch gelegt, nach dem Motto: Hier mach mal! Ich habe natürlich versucht alles richtig zu machen und mir meine Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. Doch je mehr ich mich dabei überwinden musste, desto mehr Druck kam gleichzeitig von meinen Vorgesetzten. Ich war schlichtweg überfordert und wurde für jeden Fehler zur Sau gemacht. Ständig habe ich nachgefragt, wenn ich mir unsicher war und dann kamen immer Antworten wie: Wenn sie das nicht selbst können, dann mache ich das selbst, sonst werden Sie ja heute noch nicht fertig. 2 Jahre lang habe ich das durchgemacht und täglich wurde mir eine Standpauke nach der anderen gehalten und damit kam ich nicht klar. Ich war dann so eingeschüchtert, dass ich einfach nur alles hinnahm. Natürlich habe ich mich mit der Zeit gebessert und dann ging es auch relativ reibungslos vonstatten. Doch sobald dann wieder irgendwelche Unklarheiten bestanden, wurde ich dafür verantwortlich gemacht und das selbst bei Dingen mit denen ich gar nichts am Hut hatte. Da meine Probezeit ja schon längst vorbei war, konnten sie mich ja nicht rauswerfen und mussten mich beschäftigen. Wenn sie dann nichts hatten, saß ich manchmal Stunden einfach nur dumm rum.
Im 3. und letzten Lehrjahr ging es dann immer weiter bergab mit mir. Ich hatte ständig nur noch Magenkrämpfe und Schwindel. Ich konnte mich kaum noch konzentrieren und habe mich mittlerweile schon selbst fertig gemacht. Dann ließ ich mich ein paar Wochen krankschreiben und habe denen auch gesagt, dass ich nicht mehr kann. Das man mich nicht für alles verantwortlich machen kann und ab diesen Zeitpunkt habe ich mir dann schon selbst Aufgaben suchen müssen. Tag ein, Tag aus ging das und am Ende war ich dümmer als vorher.

Seitdem ist mein Selbstwertgefühl so rapide den Bach runtergegangen und ich fühle mich für jede Art Tätigkeit zu schlecht. Ich komme mir in Gesprächen mit anderen Menschen so winzig vor. Ironischerweise habe ich sogar ein Abitur und bin vielleicht gar nicht mal so dumm. Doch was bringt mir das, wenn ich mein Wissen nicht einsetzen kann, weil ich so einen geringen Selbstwert habe? Schau ich mir irgendwelche Jobangebote an und lese mir die Vorraussetzungen durch, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Kontaktfreudig, eigenständig etc. das bin ich alles nicht. Ich hatte auch nie die Möglichkeit diese Eigenschaften zu entwickeln. Mir wurde ja immer alles aus der Hand gerissen, bevor ich etwas zuende bringen konnte und momentan komme ich kaum noch aus meinen vier Wänden raus, meine Laune ist im Keller und mein Antrieb ist ausgefallen.

Ich weiß nicht wie ich aus diesem Trott rauskommen soll. Wenn ich auch nur im entferntesten Sinne über meine Karriere (Welche Karriere?) nachdenke, dann gehen schon alle Allarmglocken bei mir an und ich würde am liebsten einfach nur noch unter meiner Bettdecke vergammeln.
 
Hallo,

ich weiß nicht ob ihr das vielleicht auch kennt, aber irgendwie fühle ich mich mit meinen 22 Jahren wie 16,17. Sicher habe ich schon einige Tiefschläge hinnehmen müssen und habe dadurch eine sehr vorsichtige und zurückhaltende Persönlichkeit entwickelt, doch trotzdem komme ich mir so irreal vor.
Wohl möglich hängt das alles mit meiner Einstellung zusammen. Ich habe mich in den letzten Jahren immer mehr von meinem Umfeld distanziert und kann nur schwer unter Leute gehen. Auf Menschen zugehen schon gar nicht.

Mein größtes Problem ist aber, dass ich nicht weiß, was ich aus mir machen kann. Ich habe überhaupt keine Vorstellung darüber, was ich in Zukunft machen soll und wenn ich an meine Zukunft denke, läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Es ist absolut nicht der Fall, dass ich nicht arbeiten will. Ich habe nur keine Ahnung von dem, was ich machen soll. Eine Ausbildung habe ich bereits hinter mir. Ich war mir ja noch nie darüber im Klaren, was ich später machen sollte und für den Ausbildungsberuf war oder bin ich einfach nur ungeeignet. Das habe ich jedoch erst nach einigen Monaten festgestellt. Ich schreib mal auf, wie das dort so ablief.

Bei der Firma musste ich anfangs für jeden Fehler, den ich machte geradestehen. Ich bekam Aufgaben, die ich noch nie gemacht hatte und diese wurden mir dann auf den Schreibtisch gelegt, nach dem Motto: Hier mach mal! Ich habe natürlich versucht alles richtig zu machen und mir meine Unsicherheit nicht anmerken zu lassen. Doch je mehr ich mich dabei überwinden musste, desto mehr Druck kam gleichzeitig von meinen Vorgesetzten. Ich war schlichtweg überfordert und wurde für jeden Fehler zur Sau gemacht. Ständig habe ich nachgefragt, wenn ich mir unsicher war und dann kamen immer Antworten wie: Wenn sie das nicht selbst können, dann mache ich das selbst, sonst werden Sie ja heute noch nicht fertig. 2 Jahre lang habe ich das durchgemacht und täglich wurde mir eine Standpauke nach der anderen gehalten und damit kam ich nicht klar. Ich war dann so eingeschüchtert, dass ich einfach nur alles hinnahm. Natürlich habe ich mich mit der Zeit gebessert und dann ging es auch relativ reibungslos vonstatten. Doch sobald dann wieder irgendwelche Unklarheiten bestanden, wurde ich dafür verantwortlich gemacht und das selbst bei Dingen mit denen ich gar nichts am Hut hatte. Da meine Probezeit ja schon längst vorbei war, konnten sie mich ja nicht rauswerfen und mussten mich beschäftigen. Wenn sie dann nichts hatten, saß ich manchmal Stunden einfach nur dumm rum.
Im 3. und letzten Lehrjahr ging es dann immer weiter bergab mit mir. Ich hatte ständig nur noch Magenkrämpfe und Schwindel. Ich konnte mich kaum noch konzentrieren und habe mich mittlerweile schon selbst fertig gemacht. Dann ließ ich mich ein paar Wochen krankschreiben und habe denen auch gesagt, dass ich nicht mehr kann. Das man mich nicht für alles verantwortlich machen kann und ab diesen Zeitpunkt habe ich mir dann schon selbst Aufgaben suchen müssen. Tag ein, Tag aus ging das und am Ende war ich dümmer als vorher.

Seitdem ist mein Selbstwertgefühl so rapide den Bach runtergegangen und ich fühle mich für jede Art Tätigkeit zu schlecht. Ich komme mir in Gesprächen mit anderen Menschen so winzig vor. Ironischerweise habe ich sogar ein Abitur und bin vielleicht gar nicht mal so dumm. Doch was bringt mir das, wenn ich mein Wissen nicht einsetzen kann, weil ich so einen geringen Selbstwert habe? Schau ich mir irgendwelche Jobangebote an und lese mir die Vorraussetzungen durch, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Kontaktfreudig, eigenständig etc. das bin ich alles nicht. Ich hatte auch nie die Möglichkeit diese Eigenschaften zu entwickeln. Mir wurde ja immer alles aus der Hand gerissen, bevor ich etwas zuende bringen konnte und momentan komme ich kaum noch aus meinen vier Wänden raus, meine Laune ist im Keller und mein Antrieb ist ausgefallen.

Ich weiß nicht wie ich aus diesem Trott rauskommen soll. Wenn ich auch nur im entferntesten Sinne über meine Karriere (Welche Karriere?) nachdenke, dann gehen schon alle Allarmglocken bei mir an und ich würde am liebsten einfach nur noch unter meiner Bettdecke vergammeln.

Mir geht es auch so wie dir, nur dass ich noch zwei Jahre älter bin als du!

Ich finde es schwer, denn man muss ja irgendwo "anfangen" aber überall wird schon immer etwas "vorausgesetzt".

Generell wird einem kaum noch irgendwo etwas in Ruhe beigebracht bis man es gut kann...man muss immer alles "eigentständig" und "selbstständig" schon können, sonst heißt es bye bye in der Jobwelt.
Warum nimmt sich denn Niemand mehr für den anderen Zeit?

Ich komme mir auch oft wie "ins Wasser geschmissen" vor: Früher hieß es "Nein, das kannst/darfst du nicht, Nein dafür bist du zu klein" usw und dann plötzlich, so "Peng!", soll man alles allein können ohne davor die Chance gehabt zu haben und dann heißt es: "oh das kannst du nicht? Du bist aber unselbstständig!".

Man sagt zu einem Kleinkind doch auch nicht ständig: "Nein versuch nicht zu gehen! Liegen ist doch viel einfacher, du bist noch zu klein zum gehen, das kannst du nicht!" und wirft es dann irgendwie hin und wenn es dann hinfällt und nicht von selbst läuft: "Wie du kannst nicht gehen? Du bist doch schon 2 Jahre alt!".
 
Man sagt zu einem Kleinkind doch auch nicht ständig: "Nein versuch nicht zu gehen! Liegen ist doch viel einfacher, du bist noch zu klein zum gehen, das kannst du nicht!" und wirft es dann irgendwie hin und wenn es dann hinfällt und nicht von selbst läuft: "Wie du kannst nicht gehen? Du bist doch schon 2 Jahre alt!".

Hast Du mal ein Kind dabei beobachtet, wenn es anfing sich an Gegenständen "hoch zu ziehen"?
Die Phase vom Krabbeln zum aufrichten?
Solltest Du vielleicht mal tun.
Meine Tochter war darin unermüdlich, egal wie oft sie es nicht geschafft hatte, aber sie versuchte es immer wieder und als sie es geschafft hatte und endlich gestanden hat konnte man in ihrem Gesicht ablesen wie glücklich sie darüber war. :herz:
 
Nur verstehe ich dann nicht, wie andere das immer auf die Reihe bekommen. Liegt es vielleicht an der Erziehung oder doch eher in den Genen? Es gibt ja viele frühreife Personen und dann wiederum normale, doch ich bin wohl eher spätreif oder wie man das ausdrücken soll.
Dummerweise bricht unter mir alles wie ein Kartenhaus zusammen und obwohl ich etwas dagegen tun möchte, kann ich es nicht.
 
Meine Tochter war darin unermüdlich, egal wie oft sie es nicht geschafft hatte, aber sie versuchte es immer wieder und als sie es geschafft hatte und endlich gestanden hat konnte man in ihrem Gesicht ablesen wie glücklich sie darüber war. :herz:

Um mal den Vergleich zu vervollständigen, hast du bei jedem Fehlversuch deine Kleine beschimpft und gesagt sie schaffe das sowieso nicht, sie sei zu nichts zu gebrauchen? Du hast sie doch wohl eher dabei ermutigt und dich über jeglichen Fortschritt gefreut.
 
Hast Du mal ein Kind dabei beobachtet, wenn es anfing sich an Gegenständen "hoch zu ziehen"?
Die Phase vom Krabbeln zum aufrichten?
Solltest Du vielleicht mal tun.
Meine Tochter war darin unermüdlich, egal wie oft sie es nicht geschafft hatte, aber sie versuchte es immer wieder und als sie es geschafft hatte und endlich gestanden hat konnte man in ihrem Gesicht ablesen wie glücklich sie darüber war. :herz:

Ironischerweise war es bei mir wirklich so, dass ich nie gekrabbelt bin. Die Krabbelphase fehlt bei mir. Das Aufrichten auch.

Ich habe meine rechte Körperhälfte ignoriert/nicht gespürt und musste dann zur Gymnastik und konnte dann einfach so von allein gehen ohne Zwischenphasen.
 
Um mal den Vergleich zu vervollständigen, hast du bei jedem Fehlversuch deine Kleine beschimpft und gesagt sie schaffe das sowieso nicht, sie sei zu nichts zu gebrauchen? Du hast sie doch wohl eher dabei ermutigt und dich über jeglichen Fortschritt gefreut.

Natürlich habe ich ich über jeden Fortschritt gefreut, ist ja wohl klar.

Ich meinte damit eigentlich auch das ich es mir nicht vorstellen kann das es möglich ist ein Kind davon abzuhalten das laufen zu lernen.
Ich denke es wird auf jeden Fall irgendwann laufen.
 

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