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Neue Arbeitsstelle.. ein graus

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Gast

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Hallo,
ich will mich mal ausheulen..
ich habe gestern eine neue arbeit aufgenommen.. ich bin wegen der arbeit in die neue stadt gezogen, hab alles "alte" hinter mir gelassen.

Ich hab hier ne leitende Position erhalten, und ich hab mich echt drauf gefreut. Jetzt bin ich gestern in die neue firma und wurde von einigen gleich so begrüßt.. oh der nächste für die stelle. für die stelle waren die letzten wohl gerade mal knapp 6 monate da und der andere nur 6 wochen. ich war natürlich etwas geschockt. mein selbstwertgefühl wuchs in den keller. ich hatte einen umzug gemacht, wegen dieser arbeit, hab meine alte arbeit aufgegeben und dachte ich bin jetzt am anfang eines neuen ziels. die struktur lässt zu wünschen übrig und es wird schon jetzt an meiner arbeit gezweifelt. ich habe 12 jahre berufserfahrung in dem bereich und dann muß ich mir so etwas zur begrüßung anhören. Heute war es auch nicht besser. ich zweifel an mir und an meiner arbeit. ich bereue es sogar schon den schritt gemacht zu haben, ich habe gedacht ich verdiene hier mehr geld, damit ich endlich mal meine schulden abzahlen kann, wobei ich durch den umzug ja auch schon wieder neue gemacht habe. ich weiß echt nicht mehr weiter...
was würdet ihr mir raten?
 
Hallo Gast,
ich kann mir vorstellen, dass es am Anfang schwer ist (vor allem in einer leitenden Position). Ich würde dir raten, die Reaktion der Mitarbeiter nicht so auf die Goldwaage zu legen. Vielleicht ist es nur ein "Test" wie du mit solchen Situationen umgehst.
Ich muss zugeben, dass ich noch nie in einer leitenden Position war, aber ich kenne Leute, denen es ähnlich ging.
Mein Tip wäre, dass du erstmal herausfindest, wie das Arbeitsklima unter den anderen Mitarbeitern ist, ob sie im Team arbeiten oder jeder für sich.
Ich weiß nicht in welcher Branche du arbeitest, aber es ist oftmals in Betrieben so, dass neue Führungskräfte anfangs kämpfen müssen um sich Respekt zu verschaffen.

Lass den Kopf nicht hängen und zeige den anderen, dass du es kannst.

LG trinchen
 
Genau, laß dir bloss nichts einreden. Meiner Meinung nach hat hier einer deiner Vorgänger die Zügel schleifen lassen und jetzt meinen die Untergebenen, dass sie das Sagen haben. Du meintest, dass die Struktur zu wünschen übrig läßt. Na wunderbar, dann hast du dort ja jetzt ein Arbeitsfeld gefunden in das du dich verbeissen kannst, zumal diese Struktur dir ja scheinbar auch noch deinen Job madig zu machen versucht. Analysiere die Struktur und erstelle ein neues Konzept und schau, dass du möglichst schnell einen guten Draht zur Geschäftsleitung aufbaust, damit du das Konzept durchboxen kannst. Wichtig: Laß dir keinesfalls anmerken, dass dich die Situation belastet. Zur Not sei auch ein bischen "A*******" (sprich schau den Leuten auf die Finger, suche Fehler, die du ihnen einschenken kannst, lobe die Einen und tadele die Anderen um zu polarisieren und aus dem Schußfeld zu gelangen, versuche die informellen Beziehungen zu ergründen, um an den richtigen Stellen zu bohren), sodaß sich rumspricht, dass man mit dir nicht so leicht den "Molli" machen kann.

Viel Glück
 
Ich würde Dir raten nicht so schnell, voreilige Schlüsse zu ziehen. Der Chef hat dich bewusst durch eine Menge von Bewerbern ausgewählt, womit das auch ein Zeichen des Vertrauens ist und mit Erwartungen verbunden ist. Klar wird er und die vorhandene Belegschaft es dir am Anfang nicht leicht machen, denn manche oder viele Arbeitgeber versuchen auf diese Art und Weise, auch die Belastbarkeit der neuen Angestellten zu überprüfen, genau deswegen gibt es auch Regelung mit der Probezeit. Im schlimmsten Fall kannst du ja noch, parallel dazu nach einer neuen Stelle umsehen, was eigentlich für jemanden mit deinen Qualifikationen nicht schwierig fallen sollte. Aber in erster Linie würde ich vielleicht nicht so schnell aufgeben.
 
genau lege es nicht auf die Goldwaage du selber weist am besten wie gut du bist und was du für Berufserfahrungen hast.
Es ist bestimmt auch nicht einfach für die wenn sie ständig jemand anderen hatten und daher auch ein bisschen verständlich diese Begrüßung ( gut das hätten sie sich auch denken können und nicht aus sprechen)
Ich drücke dir die Daumen das alles gut wird.
Berichte bitte mal die nächste Zeit wie es so läuft🙂
 
hier bin ich wieder...
heute ging es einigermaßen.
danke für eure super tollen ratschläge...
es sind zwar die Mitarbeiter die mobben, aber der chef also mein vorgesetzter steht hinter seinen leuten und daher mußten auch meine vorgänger gehen und das tut weh. ich werde mich jetzt in die sache "verbeissen". Ich werde denen den Kampf ansagen. Ich werd erstmal beobachten und mich dann nächste woche mal mit meinen Vorgesetzten zusammensetzen.
drückt mir die daumen.. und gibt weitere ratschläge...
 
In diesem Fall wird es natürlich ein wenig schwieriger. Meines Erachtens solltest du erst einmal sammeln und dir mit der Analyse der Situation ein wenig mehr Zeit lassen. Interessant wäre es heraus zu bekommen, warum dein Vorgesetzter daran interessiert ist einen direkten Kontakt zu DEINEN Untergebenen zu halten. Haben sie ihn vielleicht in der Hand? Ein guter Kontakt zu seiner Sekretär(in), falls vorhanden, wäre vielleicht erst einmal ein guter Schritt. Da bekommt man gegebenfalls die nötigen Hintergrundinformationen. Wie sieht es denn mit den Vorgsetzten eine Stufe höher aus. Wäre von dort Rückendeckung zu erwarten?
 
Hallo Gast,

klar, die Situation ist schwierig, aber gib ihr eine Chance. Du kannst auch in 4 Wochen noch anfangen, nach Alternativen zu suchen - ein bißchen Zeit solltest Du dem jetzigen Job aber geben.

Deine Mitarbeiter haben vermutlich in den letzten Jahren den ein oder anderen Chef kommen und auch wieder gehen sehen - herzlich willkommen also auf dem elektrischen Bullen 😉. Wichtig ist, dass Du das Vertrauen Deiner Mannschaft gewinnst, insbesondere wenn Dein eigener Chef noch nicht 100% hinter Dir steht. Er hat Dich zwar eingestellt, aber gesehen hat er von Dir noch nichts, was ja auch normal ist nach ein/zwei Wochen. Sein Vertrauen musst Du ebenfalls erst gewinnen - am besten (neben vernünftigen Ergebnissen und Umsetzungsstärke bei einem vernünftigen Konzept) durch positives Feedback aus Deiner Mannschaft. Wenn er von der Mannschaft hört, dass die gern mit Dir arbeiten, wird er sich entspannen und Du kommst aus seinem kritischen Fokus.

Schau Dir die Leute aus Deiner Mannschaft einzeln an, ihre Akten, ihre Lebensläufe, ihre Aufgaben. Bitte sie zu Einzelgesprächen, frag sie nach ihren Aufgaben und dann hör vor allem zu wo sie eigentlich der Schuh drückt, worauf sie stolz sind, welchen Bezug sie zu ihrer Arbeit haben und wie sie sich ihre Zukunft, also die nächsten 2-5 Jahre vorstellen. Mach Dir dann Gedanken und erarbeite für jeden Mitarbeiter einen Plan, wie es für ihn weitergeht. Finde vielleicht eine kleine Kompetenzerweiterung, eine interessante Schulung (evtl. fürs ganze Team) und mach ein Konzept für die Abteilung.

Natürlich nach Deiner Erfahrung und Deinem Fachwissen, aber lass auch das Einfliessen, was Du von den Leuten gehört hast - sie sind eine wichtige Informationsquelle für Dich. Dann Präsentation des kaufmännischen und evtl. strategischen Konzeptes vorm Chef, danach etwas abgespeckt vor der Mannschaft. Und mit jedem Mitarbeiter ein eigener kleiner "Entwicklungsplan" bzw. wenn die Abteilung sehr groß ist (mehr als ca. 50 Mitarbeiter) einen Gesamtplan für die Abteilung.

Jetzt hast Du noch die Möglichkeit, Dir dafür einige Tage Zeit zu nehmen, bevor das Tagesgeschäft Dich im Griff hat 🙂

Deine Truppe war offenbar lange auf sich selbst angewiesen, hat sich mangels Führung so durchgewurschtelt und ist entsprechend selbstbewusst. Aber sobald jemand auftaucht, der sich kompetent zeigt (und damit meine ich nicht anbiedernd, sondern fair, zielstrebig, menschlich und korrekt) und sie respektiert werden sie sich mit Genuß endlich entspannen und wieder "nur" um ihre Arbeit kümmern.

So sieht der Optimalfall aus, ausgehend von dem was Du bisher hier mitgeteilt hast. Ich sag Dir da bestimmt nichts Neues, immerhin hast Du Erfahrung, aber manchmal - insbesondere wenn man sich sorgt und down ist - dann vergisst man, dass man das Handwerkszeug dafür nur aus der Schublade nehmen muss. Ich drücke Dir die Daumen und bin gespannt wie es für Dich weitergeht.

Liebe Grüße,

Ikewa
 

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