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Muttergefühle für Arbeitskollegin und nun Kontaktabbruch

alice06112005

Neues Mitglied
Ein liebes Hallo an alle zusammen,

bin zum ersten mal in so einem Forum unterwegs. Weiß nicht genau, ob das thema in diesem thread richtig ist. Konnte es nicht richtig einschätzen.

Mir liegt seit ein paar Tagen etwas schwer auf der Seele und ich wollt gern mal die Meinung von Leuten hören die nicht in dieses Problem involviert sind.

Wie fange ich am Besten an? Kann schon mal sagen, dass es ein sehr langer Text werden wird.
Also, zu meiner Vorgeschichte wäre kurz zu sagen, dass meine Mutter meine Familie damals wegen einem anderen Mann verlassen hat als ich gerade 13 war. Habe zwar immer noch sehr viel Kontakt zu ihr und auch ein gutes Verhältnis, aber halt fast nur telefonisch. Bin vielleicht zweimal im Jahr bei ihr zu Besuch (ca. 900 km Entfernung).
Aber meine Mutter ist hier nicht das Problem. Ich bin vor vier Jahren eine Ausbildung wegen nach Berlin gezogen. Teil der Ausbildung war dann nach dem ersten Lehrjahr ein Praktikum in der freien Wirtschaft, was ich schließlich in einer drei-Mann-GmbH gemacht habe und hier fängt die eigentlich Geschichte auch an.
Ich lernte hier eine supertolle Kollegin (51 Jahre) kennen. Ich bin anfangs eigentlich sehr ruhig und nicht wirklich aufgeschlossen, aber ich bin mit ihr tatsächlich sehr schnell warm geworden. Wir verstanden uns auf Anhieb super, hatten ständig was zu lachen und sie fing dann auch bald an privat mit mir sms zu schreiben. Ich hab mich in ihrer nähe so wohl gefühlt. Sie hat mir dieses gefühl von Geborgenheit und Wärme gegeben, dass ich nicht kannte, da ich bei Zeiten ohne Mutter auskommen musste. Ich entwickelte tatsächlich nach gewisser Zeit Muttergefühle für diese Frau. Als meine Ausbildung dann dem Ende zuging hatte ich natürlich Angst den Kontakt zu ihr zu verlieren und sagte ihr das auch, dass ich gerne Kontakt mit ihr halten würde, auch nach der Ausbildung. Da fing sie das erste mal an zu blocken. Ich glaubt sie nicht und ich solle mir Freunde in meinem Alter suchen… Ich sagte ihr dann auch, dass ich ja auch keine Freunde suche, sondern eine Mutter. Darauf kam nur ein kurzes, sie kann mir meine Mutter nicht ersetzen. Ich gab mir also richtig Mühe die letzten Monate ihr zu zeigen, dass mir das ernst ist. Dazu ist auch zu erwähnen, dass sie mir Weihnachten, Geburtstag und Ostern immer Geschenke und ganz liebe süße Karten geschrieben hat. In ihren SMS schrieb sie mich auch meistens mit Mausebein oder Hasenzahn an und als Abschied kam meistens ein Knuddel oder Drück von ihr. Ich bin der Meinung sowas schreibt man einfachen „Kollegen“ nicht. Oder habe ich da was fehlinterpretiert.
Sie fing dann bald darauf mit Diät an (macht sie und ihr mann jedes Jahr) und war so euphorisch, dass sie mich auch gleich „heiß“ machen wollte und anfing für mich einen Diätplan zu schreiben und mich direkt mitreißen wollte. Und ich hab nur gedacht, wenn ich das jetzt durchziehe, dann zeige ich ihr, dass mir das alles ernst ist. Und ich hab es durch sie auch tatsächlich geschafft, von 80 kg auf 54 kg zu kommen. Und dafür bin ich ihr heut auch sehr dankbar. Also das Verhältnis zwischen uns wurde sehr intensiv. Sie schrieb mir sehr oft, auch am WE ganz süße SMS, wo ich mich immer tierisch drüber gefreut habe. Bald darauf kamen auch E-Mails dazu. Sie hat auch zwei Kinder (Tochter und Sohn) und die Tochter schien des Öfteren auch mal eifersüchtig zu sein wie sie es erzählt hat. Hab die Kinder nie kennen gelernt. Und ich hätte sie so gerne mal zu Hause besucht, aber immer wenn ich das Thema zu Hause angeschnitten habe, fing sie an zu blocken. Ich durfte sie nie besuchen und weiß bis heute keinen genauen Grund. Ich merkte nur, wenn ich sie zu sehr bedränge, dann wird sie böse.
Lange Rede, kurzer Sinn, wir hatten im September das erste mal bösen Streit deswegen. Ich hatte ihr im August ne E-Mail geschrieben und da schien sie ein paar Bröckchen falsch aufgefasst zu haben und dachte, ich hätte mich in sie verliebt. Habe ihr daraufhin eine meterlange Mail zurückgeschrieben, was wirklich los ist, wie ne Mutter für mich und sie soll doch nicht böse auf mich sein. Und das ich mir sogar wünschen würde, dass sie wirklich meine mutter wäre. Abends kam ne SMS, dass sie mir nicht böse ist, dass es ja keinen grund dafür gäbe und sie will mir die nächsten tage mal zurückschreiben. Habe aber nie eine Antwort auf meine Mail bekommen. Und sie direkt drauf ansprechen, da hat mir immer der mut gefehlt. Kurz darauf Ende August verschwand meine Katze für vier Wochen. Was ich ja damals nicht wusste, ob sie überhaupt jemals wieder kommt und da hatte ich K. (die Arbeitskollegin) eine SMS geschickt, ob ich nach Feierabend (war mittlerweile ausgelernt und in einer anderen firma beschäftigt) noch kurz ins büro kommen kann, ich brauche unbedingt jemand zum reden. Sie hatte aber keine Zeit, viel zu tun usw… Und da war ich ziemlich enttäuscht und habe ihr das vorgeworfen, dass ihr ihr zeitiger feierabend wichtiger wäre als ich. Da war ne weile funkstille wie das bei ihr so üblich ist und dann telefonierten wir doch mal miteinander. Da fing sie schon an, wir wären keine Freunde und das werden wir nie, wir sind nur „ehemalige Arbeitskollegen“. Sie putzte mich regelrecht runter am Telefon. Damals dachte ich schon, ich hätte es jetzt verkackt. Aber unser Verhältnis besserte sich wieder und wurde noch intensiver als früher. Wieder die gleichen lieben Simsen (Mausebein, Hasenzahn, Knuddel, Drück usw…) aller zwei bis drei tage, ganz liebe e-mails und so einmal die woche telefonierten wir. Sie macht sich auch immer sorgen um mich wenn es mir mal schlecht ging und schrieb mir auch viel, ich soll auf mich aufpassen usw… Kann man da irgendetwas falsch verstehen. Und trotzdem kam ich immer noch nicht wirklich an sie ran. Da machte sie zu. Wir trafen uns auch kurz vor weihnachten, ich hatte auch nen geschenk für sie, obwohl sie das immer nie wollte. Wir gingen zusammen durch Einkaufscenter und abends waren wir noch essen. Das war so intensiv, toll, lustig, locker und auch für mich wieder sehr behaglich. Ich kriegt abends ne sms wie schön sie den tag fand und das sie sich über das geschenk freut wie nen kleines kind und das sie gerne mit mir zusammen ist und es gibt nicht viel die sie so zum lachen bringen können. Ich freute mich immer tierisch über solche simsen. Wir telefonierten kurz vor weihnachten auch und da sagte sie mir wir wären sehr gute freunde. Das habe ich mir gemerkt, weil es sich mir ins hirn gebrannt hat, da ich mich auch darüber sehr freute.
Es ging sehr lange alles gut, alles super. Sie war zu meinem Geburtstag (Februar 2013) auch zum ersten mal mit in meiner Wohnung, weil ich ihr die halt auch gern mal zeigen wollte. Sie bekam darauf mitleid (keine besonders schöne azubiwohnung), dass sie kurz darauf den vorschlag machte, sie könne ja mal mit ihrem Mann vorbeikommen und meine wohnung verschönern. Ich hab mir so den A**** abgefreut, dass sie das für mich macht. Sie waren dann beide, hab ihren mann da zum ersten mal persönlich gesehen, bei mir und haben mir gardinen angebracht, bilder angehangen, sie hat mir so nen paar kleinigkeiten mitgebracht, damit ich mich zu hause wohler fühle usw… sogar nen staubsauger hat sie mir geschenkt. Ich hätte am liebsten geheult vor freude. Das war das letzte mal das ich sie gesehen habe.

Ostern dieses Jahres war ich dann bei meiner mutter und hatte meine Katze wie immer in einer Katzenpension. Mein Kumpel der mich hinfahren wollte, sprang kurzfristig ab und die Frau in der Pension, hatte so schnell keine Zeit. Und da meinte mein Stiefvater, frag doch mal K., ne richtig gute freundin macht das bestimmt. Hatte zwar kein gutes gefühl, hab aber gedacht ok, mehr als nein sagen kann sie nicht. Hab ihr dann ne sms geschrieben und habe extra dazu geschrieben, wenn sie nicht kann oder will, dann isses auch in ordnung. Und auf die frage ob sie mich fahren würde, war sie richtig böse. Ich hab die reaktion überhaupt nicht verstanden. „Tja, Pech gehabt, du willst fahrkosten sparen, aber anderen sollen ihren freien tag und spritkosten opfern ect…“ Es passte so gar nicht zu ihr. Mir sind direkt tränen gekullert nachdem ich das gelesen habe. Sie hätte doch einfach schreiben brauchen „Sorry sind unterwegs. Geht nicht.“ Aber die art und weise wie sie mir geschrieben hat. Hab am nächsten tag mit ihr telefoniert und sie meinte gleich ich soll doch nicht immer so empfindlich sein. Dabei weiß sie genau, dass ich, was sie betrifft immer empfindlich bin. Ich kam nicht viel zu wort, das was ich noch alles sagen wollte, dazu kam ich gar nicht, denn sie wechselte bald das thema. Und ich traute mich dann auch nicht nochmal alles aufzurollen. Und ich doofe kuh, konnte es nicht dabei belassen, sondern musste ihr in meiner emotionalen gefühlslage noch ne mail hinterherschicken. U. a. habe ich ihr da von dem verdacht erzählt, den meine mutter mal geäußert hat, warum ich vielleicht nicht zu ihr nach hause darf. Nämlich meinte meine mutter, vielleicht hat K. ja angst, dass ich mich (oder auch umgekehrt) an ihren Mann ranmachen könnte. Das sie irgendwelche Verlustängste hat. Sie hat mir ja mal anvertraut, dass sie selber mal psychische Probleme hatte und auch einmal Selbstmordgedanken hatte. Das sie dachte ihren kindern ginge es besser, wenn sie nicht mehr wäre. Aus welchen Gründen weiß ich aber nicht. Weiß auch nicht ob ihre Familie davon weiß. Hab mich hinterher selber geärgert, dass ich so doof war und ihr das erzählt habe. Ich sollte emotional keine mails verschicken. Ich merkte kurz darauf, dass es wohl ziemlich doof war. Ihre SMS waren kälter, sie vertröstete mich jedes mal wegen telefonaten, sie hätte keine zeit, viel stress, viel zu tun auf arbeit ect., kein hasenzahn, kein mausebein, kein knuddel und drück mehr. Sie verabschiedete sich nur noch mit LG.
Ich machte das vier wochen mit und irgendwann hielt ich das auch nicht mehr aus und schrieb ihr, dass ich das gefühl habe, dass ich es total verschissen habe bei ihr und das es mir leid tut. Darauf kam wie zu erwarten ewig keine antwort und ich schrieb ihr nach vier tagen nochmals ne simse. Ich entschuldigte mich, wie bescheuert ich sei, dass ich das beste was mir in den letzten jahren passiert ist so mit füßen getreten habe und sie möge doch bitte wieder mit mir reden, ich gehe sonst kaputt vor kummer.

Wir telefonierten tatsächlich am nächsten tag (15.5.), worauf sie mir mitteilte, sie fände es besser wir brechen den Kontakt ab. Ihr mann hat gleich gesagt, er distanziert sich von dem ganzen, er könne mir nicht mehr in die augen schauen und sie kann das jetzt auch nicht vergessen. Ich würde mich da viel zu sehr rein steigern und ich solle mal drüber nachdenken, dass es nicht normal ist, wie fertig ich deswegen bin (hab fast geheult am telefon). Vermutlich denkt sie immer noch ich sei verliebt in sie. Und dann wieder das thema, wir sind nur ehemalige arbeitskollegen und sie hätte nie was anderes behauptet. Habe ihr daraufhin gesagt, dass sie weihnachten gesagt hat, wir wären gute freunde. Da war sie bitterböse und warf mir an den kopf „Das hasse ich so an dir, dass du jedes wort auf die goldwaage legst“ Sie könne sich nicht daran erinnern das gesagt zu haben. Ich würde sie auch jedes mal unter druck setzen und sie weiß nicht wie sie damit umgehen soll usw… wir drehen uns im kreis und anders kapiere ich es ja nicht und ich bin anstrengend und nerve. Und sollte ich ihr nochmals entschuldigungs-sms schicken, dann reagiert sie da nicht mehr drauf. Habe ihr dann versprochen, dass ich ihr nicht mehr schreiben werde. Und wegen geschenken! Wir werden uns in zukunft nichts mehr schenken, weder weihnachten, noch ostern, noch zu geburtstagen, noch sonstwann. Wir sind ja keine familie, sondern nur ehemalige kollegen (weiß gar nicht wie oft das wort fiel in diesem telefonat). Dabei hat sie damals angefangen mit der schenkerei und mir hat das spaß gemacht ihr ne freude zu machen. Und ich bereue das auch nicht. Zu meinem Geburtstag habe ich auch einen Gutschein bekommen zu einem gemeinsam Tag im Tierpark Berlin im Frühling. Den haben wir ja nun noch nicht eingelöst und sie nimmt geschenke zwar ungern zurück, aber sie wüsste auch nicht was sie sich da jetzt noch mit mir unterhalten soll und ob sie mir stattdessen geld überweisen soll. Was denkt sie denn? Habe gleich gesagt, dass mich ihr Geld nicht interessiert und sollte ich tatsächlich geld bekommen, dann wird das direkt zurücküberwiesen. Ich war nie scharf auf irgendwelche kohle oder geschenke. Es ging mir immer nur um dieses geborgenheitsgefühl. Habe ihr auch gesagt, dass sie genau weiß was ich ihr gegenüber empfinde, dass sie wie ne mutter für mich geworden ist, weil ich selber bei zeiten keine hatte. Da kam nur ganz schnippisch „Das is doch nicht meine schuld“. Dann versuchte sie mir immer so tipps zu geben. Z. b. Sie hofft, dass ich nicht wieder dick werde oder vielleicht noch mehr abnehme, aber direkt hintendran kam dann „aber ist mir auch egal, interessiert mich nicht“ oder wenn ich mal ne beziehung haben sollte, dann soll ich mir das von meiner mutter nicht kaputt machen lassen und zum schluss wieder „ist mir aber auch egal“. Als ob es ihr eben doch nicht egal ist. Und ich soll mir nen Partner suchen mit dem ich durch leben gehen kann und keine ehemalige arbeitskollegin. Sie hätte angeblich auch ,ehr kontakt mit mir gehabt die letzte zeit als mit ihren eigenen kindern. Das kaufe ich ihr aber nicht ab. Wir haben uns seit dem ausbildungsende im September geschlagene dreimal gesehen, ansonsten immer nur sms und telefonate. Ich musste das ja nun respektieren das sie für mich wenig zeit hat und das habe ich eigentlich immer auch. Ihr wäre es jetzt auch erst im nachhinein aufgefallen, dass unser kontakt die letzten wochen wieder sehr intensiv war. Das hätte sie selber nicht gemerkt, jetzt erst nachdem der kontakt so kalt geworden war im april und sie hätte gemerkt das es ihr besser ginge ohne mich. Weiß nicht ob das nur ne schutzbehauptung ist. Hatte nicht das gefühl, dass sie sich mit mir unwohl gefühlt hat. Dann hätte sie nicht solch liebe simsen und telefonate mit mir geführt. Beim verabschieden wünschte sie mir noch alles gute und ich werde schon darüber hinwegkommen. Sie ist wieder total auf abwehrhaltung gegangen. Nur Kollegen, mehr war nie. Habe ich das denn falsch interpretiert, diese ganze fürsorge?? Ihr Handeln und sprechen hat anderes ausgesagt, als dieser wutausbruch am telefon. Oder hat sie vielleicht wirklich nen Problem was sie sich nicht eingestehen will? Liegt es an ihren Kindern oder an ihren Mann? Ich verstehe ja, dass sie wegen der mail sauer ist, aber jetzt alles wegzuschmeißen was zwischen uns war. Habe mir ja selber gedanken gemacht, wie ich gefühlsmäßig ihr gegenüberstehe. Und das ihr das mit uns so gar nix bedeutet hat, dass kaufe ich ihr nicht ab. Dafür hat sie sich ganz schön bemüht, nur eben was ihre familie betrifft immer ziemlich deutlich geblockt ohne erklärung abzugeben. Hab nur immer zu hören bekommen, ich solle das respektieren.

Mir bleibt ja jetzt nichts anderes übrig als das zu akzeptieren, aber es schmerzt ganz schön. Sie fehlt mir. So nen draht hatte ich noch nie zu nem anderen menschen. Und sie ist für mich wirklich wie ne mutter geworden. Und meiner meinung nach spielt der altersunterschied von 27 jahren auch keine rolle. Aber für sie anscheinend schon. Sie meinte auch, es wird nie wieder zwischen uns so sein wie es war.
Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ihr Mann (arbeitet beim Radio) ziemlich gut verdient, er kommt viel rum, sie haben nen eigenes haus, bmw…usw. könnten das verlustängste sein? Das er sie wohlmöglich wirklich verlassen könnte und sie alles aufgeben muss? Ich will dem mann um gottes willen nichts unterstellen, dafür kenne ich ihn nicht gut genug, aber vielleicht sind das ja ängste die sie hat? Oder vielleicht stand ihre ehe ja auch schon mal auf dem spiel wegen einer anderen. Ich weiß es nicht…
Ich weiß, wirklich helfen kann mir keiner, aber vielleicht kennt sich jemand etwas mit psychologie aus. Ich glaube, dass da mehr dahinter steckt bei ihr. Vielleicht will ich es mir auch nur schön reden, weil ich es vermasselt habe.
Ich könnte noch stunden weiterschrieben und mir fällt sicher auch noch mehr ein, aber ich denke das reicht für den anfang.
 
Das klingt sehr nach mir, bloß habe ich das Problem gehabt mit einer Studentin (Pädagogik), die ich auf einer Freizeit kennen gelernt hatte.
Das Problem ist, dass du dich von ihr hast abhängig machen lassen. Und das ist falsch. Diese Person ist nicht deine Mutter, diese Person hat auch nicht die Verpflichtung, wie eine Mutter für dich zu sein. Du hast sie bedrängt - sie ist geflüchtet, eine ganz normale Reaktion.
Als ich das damals hatte und meine Freundin sich von mir abgewandt hatte, dachte ich, sie lässt mich eiskalt fallen. Ich war am Boden zerstört und unendlich verzweifelt.
Ich rate dir, ihr zu schreiben, dass du versuchst, mit dir selbst klarzukommen, dich zu finden - um dich dann, wenn du von dieser Abhängigkeit sicher weg bist - nochmal zu melden, in der Hoffnung, sie würde das dann akzeptieren. Du kannst leider nicht von ihr erwarten, dass sie das so hinnimmt, das muss sie nicht. Wenn es für sie zu viel wurde bzw. es zuviel ist, dann hat sie das gute Recht, auf sich selbst zu achten. Aber wenn du ihr klar machst, dass du dein bestes gibst, um an dir zu arbeiten und auf einer anderen Ebene neu anzufangen, kannst du das ganze wieder hinbiegen.
Versteif dich nicht so auf sie, lass ihr den Freiraum.
Vertrau mir, nach einer Zeit gehen diese Muttergefühle weg. Und dann ist die Basis einer Freundschaft auch viel angenehmer, für beide Seiten, weil man nicht befürchten muss, eine Last für den anderen zu sein. Daraus entwickeln sich Verlustängste: Du hast Angst, sie zu verlieren, sie hat Schuldgefühle, dich alleine zu lassen.
Also: Warten, verarbeiten, an dir selbst arbeiten, vorsichtig versuchen, auf anderer Basis anzunähern.
Sei geduldig, das braucht Zeit.


Liebe Grüße 🙂
 
Hey! Also ich habe mir jetzt den ganzen, langen Text durchgelesen... und so leid es mir tut Dir das jetzt sagen zu müssen: Von Anfang an habe auch ich beim lesen immer wieder gedacht, dass Du Dich viel zu sehr in diese Geschichte hinein steigerst. Du hast die Frau völlig überfordert mit dem was Du von Ihr wolltest. Ich verstehe Dich, da ich genauso früh keine Mutter mehr hatte und mir ebenso schmerzhaft immer wieder bei anderen auffällt wie schön es sein muss eine Mutter zu haben und wie sehr mir diese Geborgenheit fehlt. Dennoch ist Deine ehemalige Kollegin jedoch offensichtlich nicht gewillt Deine Ersatzmutter zu sein und Du hast aus Deinen eigenen Wünschen heraus vieles was sie sagte und tat völlig fehlinterpretiert. Ja, sie mochte Dich und hat Dir das durch herzliche Gesten gezeigt. Aber MEHR muss auch jeder nette Kosename in einer SMS überhaupt nicht bedeuten - gerade für viele Frauen ist es ganz normal sich untereinander so "verniedlicht" anzuschreiben, ohne dass tiefere Gefühle dahinter stecken würden. Und dass Deine Kollegin Dir z.B. in Deiner Wohnung geholfen hat war wahrscheinlich tatsächlich bloß Mitleid mit Deiner Wohnsituation und darauf folgende, normale Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Ich bin mir sehr sicher, dass sie sich Dir gegenüber so hart von dem Begriff "Freunde" distanziert hat lag vor allem daran, dass sie eben klar eine Grenze ziehen wollte, weil sie sah, dass Du viel mehr von ihr möchtest als sie Dir bieten kann.

Dass Du bei ihr solche Dinge wie Verlustängste in ihrer Ehe hinein interpretierst etc. zeigt für mich einmal mehr wie stark Du Dich da in etwas verrannt und hinein gesteigert hast... ehrlich gesagt habe ich da beim Lesen gedacht, dass ich an ihrer Stelle Angst bekäme - bei all den Gedanken und Worten die Du ihr auch immer wieder in ettlichen SMS und Emails zu Deinen Empfindungen geschrieben hast, kann ihr ja die Bedeutungsschwere und Dramatik die das Ganze für Dich hat gar nicht entgangen sein. Das ist einfach viel zu viel für sie und überlastet Euer eigentliches Verhältnis komplett. Du verwechselst diese Frau mit Deiner richtigen Mutter - bei DER wäre es angebracht solch lange Emails zu schreiben, Gespräche zu führen und vielleicht auch jene Vernachlässigungsvorwürfe zu machen. Da wäre das Verhältnis nah und bedeutungsschwer genug. Nicht jedoch bei einer ehemaligen Kollegin mit der Du vielleicht auch etwas befreundet bist. Du hast auf sie das projiziert was eigentlich Deiner eigentlichen Mutter gegenüber angebracht sein könnte.

Ich meine es wirklich nicht böse, bitte glaub mir das. Ich möchte nur, dass Du die Augen aufmachst und siehst, dass Du der Frau zu nahe getreten und zu viel von ihr erhofft/gefordert hast... sie möchte Dir keine Ersatzmutter sein und Du hast sie so sehr damit bedrängt, dass sie nun offenbar keinen anderen Ausweg sieht als sich komplett von Dir zu distanzieren. Deshalb hat sie so knallhart eine Grenze gezogen und Dir ein klares Stopp gezeigt. Bitte tu Dir selbst den Gefallen und lass die Frau in Ruhe, interpretiere und analysiere nicht weiter - die Lage ist völlig eindeutig. Sie möchte nicht mehr als maximal höflichen, freundlichen Kontakt auf einer distanzierteren Ebene zu Dir - und Punkt. Weiter gibt es da nichts zu erklären!
 
Freu dich über die Zeit, die ihr miteinander hattet und über deine Gewichtsabnahme. Und hör auf, der armen Frau irgendwelche "Verlustängste" zu unterstellen. Sie will nicht. Sie äußert sich sehr klar. Sie hatte Mitleid mit dir und dann ist es ein Selbstläufer geworden.
Auf die nette Art kommt man da nicht raus, du hast genau diese klaren Worte gebraucht.

Und lass sie jetzt auch wirklich in Frieden. Klar, dass auch der Mann mit dem Kopf schüttelt. Wie kommst du dazu, ihm Absichten zu unterstellen? Oder ihr Befürchtungen, du könntest "ihn wegschnappen"?

Künftig wird sie sich dreimal überlegen, wie sie sich Kolleginnen gegenüber verhält.

Wenn du den Kontaktabbruch nicht respektierst, läufst du Gefahr, zur Stalkerin zu werden.
 
Vielen Dank erstmal für eure Antworten.

Ja, das es ein Selbstläufer geworden ist, dass kann man wohl so sagen. Ich hab das bestimmt nicht geplant, aber irgendwann konnte und wollte ich nicht mehr ohne diese Frau. Ich konnte dann von selber auch nicht mehr zurück. Ich war total fasziniert von ihr, weil sie mir das gegeben hat, was ich nicht kannte. Ich hab mich in ihrer Umgebung einfach sauwohl gefühlt. Da war plötzlich jemand der mir zugehört hat, der für mich da war, der einen auch mal in den Arm genommen hat. Sie hat auch immer viel von mir erzählt bei sich zu hause, so wie es mir dann auf arbeit erzählt hat. Irgendwie hab ich mich dadurch wohl in etwas verrannt. Ich bin ihr auch nicht böse. Und ich hoffe, dass sie es mir auch nicht ist und das sie mich vielleicht etwas verstehen kann. ich kann es ihr nicht verübeln, dass sie jetzt nen schlussstrich gezogen hat. Sie hat ihre Familie und ich hab hier leider niemanden und deswegen begann ich so zu klammern. Das ich sie damit so unter druck gesetzt habe, wird mir jetzt erst deutlich klar. Ich hab gedacht wenn ich ehrlich bin und ihr sage, dass sie mir fehlt, dann freut sie sich vielleicht drüber. Ich bin immer davon ausgegangen wie ich denken würde.

Ja, natürlich werde ich den Kontaktabbruch respektieren. Ich habe ihr versprochen ich werde ihr nicht mehr schreiben, und das werde ich auch. Auch wenn mir die gemeinsame Zeit unheimlich fehlt.
Sie meinte ja selber, sie weiß auch nicht wie sie damit umgehen soll, sie hatte so eine Situation auch noch nie. Sie möchte mir halt auch nicht weh tun.
Mit meinen jetzigen Arbeitskollegen ist das ja auch nicht so intensiv und mit denen verstehe ich mich auch super auf Arbeit, aber da hab ich dieses Geborgenheitsgefühl nicht so. Irgendwie ist das halt anders.

Das mit ihrem mann ist irgendwie ganz blöd gekommen. meiner mutter ihr mann hatte diese idee, vielleicht könnte das der grund sein... und ich hab mir dann halt auch so meine Gedanken drüber gemacht, obwohl ich es nie einschätzen konnte, da ich ihn ja nicht kenne. Sie hat eben immer erzählt wie toll ihre ehe ist und das will ich auch nicht in frage stellen. Meine Mutter hat sich halt viel über sie aufgeregt, sie soll sich nicht so anstellen und sie versteht es nicht, dass sie mich nicht mal einlädt wenn man sich doch so gut versteht. Und ich hab mich dann wohl auch viel beeinflussen lassen.
Ich wollte ihr auf jeden Fall nie etwas böses, war wohl aber in der Hinsicht ziemlich egoistisch, aber auch blind. Hab das selber immer als angenehm empfunden das verhältnis, aber das sie es so schwer hatte, wusste ich nicht. Sie schrieb mir ja immer ganz lieb zurück und auch am telefon war alles spitze. Sie hat mir ja auch mal sachen anvertraut und ich hab mich gefreut, dass sie es gemacht hat.

Ich kann nur hoffen, dass sie mir nicht allzu böse ist deswegen. Es war nicht meine Absicht...
 
hey 🙂

ich kann dich gut verstehen, ich hatte mal ein ähnliches problem. ich hatte auch extreme gefühle (aber eben keine liebe im eigentlichen sinn) für eine ältere frau. sie war meine lehrerin. als ich mal probleme in der schule hatte, drängte sie sich mir regelrecht auf, um mir zu helfen. seitdem war es um mich geschehen und ich konnte sie nicht mehr vergessen. allerdings habe ich ihr nie von meinen gefühlen erzählt, keinen kontakt gesucht oder ähnliches. bedankt für ihre hilfe habe ich mich natürlich schon, aber mehr eben nicht. teilweise habe ich sogar versucht, von ihr wegzukommen, indem ich zum beispiel nicht die kurse gewählt habe, die sie angeboten hat. Das hatte einen grund: diese beziehungen, die wir zu diesen älteren frauen haben, sind sehr ambivalent und enden doch so oft in einer sehr einseitigen abhängigkeit. auf der einen seite bekommen wir bestätigung, lob und zuneigung. aber auf der anderen seite machen wir uns doch zu gefangenen von der phantasie, die wir auf diese personen projizieren. ich habe so viel gelitten wegen ihr, weil ich wusste, sie könnte mich nie lieben wie eine tochter. das brauchte sie mir nicht sagen, das wusste ich, und trotzdem hat es so weh getan. jetzt, ganze 5 jahre nach meinem schulabschluss, denke ich immer noch jeden tag an sie. ich habe in so vielen foren nach erfahrungsberichten gesucht und vielen leuten geht es wie uns: es wird besser werden, aber verschwinden werden die gefühle eben nie.

allerdings sehe ich die situation etwas anders, als die anderen, die deinen beitrag kommentiert haben. ich denke nicht, dass wir die alleinige schuld an diesen situationen tragen. Meine lehrerin sagte mir sachen wie "ohne Sie kann ich sowieso nicht", "wir brauchen Dich hier" und wie sehr sie mich bewundere. sie hat mich so sehr mit lob überschüttet und mich auch zeitlich so aufgehalten, dass ich teilweise zu spät zum nächsten unterricht kam, weil sie mich noch losgelassen hat. Bei meinem abitur hat sie geweint. ganz ehrlich: es ist doch nur normal, dass sich ein junger mensch etwas darauf einbildet. genau wie bei dir: einer einfachen kollegin, mit der man kaum was zu tun haben will, gibt man nun mal keine kosenamen. sie kam in deine wohnung, hat für dich renoviert- aber wehe, du kommst auf die idee, ihr wäret freunde. sie nennt dich freundin, aber wehe du glaubst es. sie ist mit dir essen gegangen, hat so viele stunden freiwillig mit dir verbracht- aber denk bloß nicht, sie würde dich mögen. das klingt nicht logisch. wir reden hier über gestandene frauen, die sich ihre verantwortung bewusst machen müssten. wenn man abstand will, muss man sich entsprechend verhalten und keine gemischten signale senden. es ist eben nicht allein deine schuld: es war eine kette der reaktionen. ihre handlungen haben ja schließlich auch deine gefühle und antworten provoziert. du solltest dich nicht schlecht fühlen oder schuldgefühle haben, weil sie sagt, du habest sie bedrängt, denn sie ist nicht ganz unbeteiligt.

ich finde es sehr gut, dass du es mit dem kontakt aufnehmen tatsächlich gelassen hast. du hast es nicht nötig und nicht verdient, dich zu einer stalkerin zu machen. wie gesagt, sie ist mit schuld an der sache. bring dich bitte nicht in eine situation, in der du allein negative konsequenzen trägst. das wäre ungerecht. wenn du sie zu sehr nervst, bringst du sie in eine position, in der sie dich abweist und vielleicht sogar beleidigt. sie würde dich nur verletzen. das hast du nicht verdient, denn du hast keine straftat begangen, sondern ihr nur gefühle gestanden, die eine ganz normal reaktion sind. zeig respekt vor dir selbst und renn ihr nicht nach. du hast ehrliche gefühle, daran ist nichts falsch.

zu deiner mutter, die dich auf die idee mit ihrem mann gebracht hat: auch das kenne ich. meine mutter hat mich mal davon überzeugt, ein mann würde auf mich stehen, der mich ganz und gar nicht toll fand. das problem ist folgendes: wir erzählen hier einem außenstehenden von einem sachverhalt, den sie nicht überblicken können. gib deiner mutter nicht die schuld daran, denn man kann nie eine situation völlig wertungsfrei beschreiben. wahrscheinlich hat sie deine situation nicht richtig einordnen können. manchmal muss man eben einfach sich selbst genug trauen, mit dem was man tut. eine objektive meinung kann einem leider niemand geben, der nicht selbst dabei war, denn jegliche schilderung deinerseits enthielt ja bereits eine gewisse interpretation. schon allein mit der entscheidung, was man erzählt und was nicht, lenkt man einen außenstehenden in eine bestimmte richtung. ich musste das damals leider sehr peinlich am eigenen leib lernen 😉

ich hoffe, dir hilft es zu hören, dass du nicht allein bist. 🙂 der text soll nicht überheblich rüberkommen oder so, ich wollte nur helfen und meine meinung sagen 🙂 alles gute wünsche ich dir 🙂
 
Vielleicht solltest du dich in der Sache einmal beraten lassen. Es klingt nach einer starken emotionalen Abhängigkeit von der Frau. Ich war selber früher dependent, dies ließ sich nur durch eine Therapie verbessern. Es stimmt, dass die emotionale Ausrichtung im Erwachsenenalter in erster Linie auf eine Partnerschaft ausgerichtet sein sollte. Manchmal ist das schwer, wenn man emotionale Defizite aus Kindheit und Jugend mit sich schleppt. Versuch trotzdem, dich längerfristig in diese Richtung zu entwickeln, mit oder ohne Hilfe. Alles Gute dafür!
 

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