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Muss die ganze Zeit an den Tod denken

  • Starter*in Starter*in Stefan Danza
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S

Stefan Danza

Gast
Guten Abend liebe Leser

mich plagen seit einigen Monate richtige Ängste: ich muss die ganze Zeit an den Tod denken. An den zukünftigen Tod meiner Eltern, meiner Schwiegereltern, meiner Verlobten.
Ich selber bin Anfang 30, arbeite als Doktorand im Ing.-Wesen an einer Uni und mir wur de schon oft gesagt daß ich extrem rational im Kopf bin. Meinen Eltern/Schwiegereltern geht es derzeit eigentlich blendend. Diese sind zwischen 63-66 Jahre alte, PV krankenversichert und sogut wie krebsfrei in der Familiengeschichte. Also rein rational gesehen, sollte die Lebenserwartung noch min. bis 75/80 gehen. (Da merkt man wohl wieder den Wissenschaftler an mir). Wir verbringen auch relativ viel Zeit miteinander, kochen gemeinsam, gehen am Wochenende shoppen ....
Hatte bisher immer eine intakte Beziehung zu meinen Eltern, sie waren spitze in meiner Kindheit, haben alles ferngehalten von mir. Überhaupt meine Kindheit war bis auf das übliche Mobbing in der Schule sehr schön. Sie waren immer für mich da, durfte alles machen. Wenn ich mich hinstellte und sagte ich will irgendwas lernen/machen, meldeten sie mich an dafür und soweiter. Geld war auch nie das Problem. Lebten nie im Überfluss wie Scheiche, aber es war(ist) genügend Geld da für irdische Wünsche.
Aber ständig muss ich an den zukünftigen Tod meiner Eltern denken. Ich setz mich in der Früh an meine Arbeitsplatz und surf erstmal durch gewisse Trauer/KrebsForen, lese Blogs von zurückgegebliebenen Partnern und verziehe mich aufs Klo zum heulen. So kann es doch nicht weitergehen?
Ich denk mir auch oft wie sinnlos das Leben doch ist. Letzendlich bestehen wir alle bloß aus Kohlenstoff und machen uns alles so schwer. Ich denk mir auch oft, was passiert denn wenn ich jetzt da runterspring. Dann gibt es 5min mathematisches Chaos und dann läuft alles weiter. Aber ich werde nie den Schmerz erfahren müssen Leute zu verlieren.
Ist das der Anfang einer Depression? oder schon mittendrin?
 
Hallo Stefan Danza,

ich empfehle dir, das Problem mit einem Psychotherapeuten zu besprechen. Es kann sein, dass du unter einer generalisierten Angststörung leidest. Als psychologischer Laie kann ich das zwar nicht beurteilen, aber ich habe viel zu dem Thema gelesen. Du solltest es einfach abklären lassen. Je eher die Ursache erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar.

Von deiner Vita her hast du bei rein rationaler Betrachtungsweise nicht den geringsten Grund zu solchen Sorgen und Ängsten. Mein Leben ist viel weniger angenehm verlaufen als deines. Meine Mutter ist chronisch krank, seit ich acht bin (sie war damals 46). Dass ich immer Angst hatte, sie würde früh sterben, dürfte nachvollziehbar sein. Inzwischen ist sie trotz schwerer Krankheiten 86 geworden. Eine schöne Kindheit hatte ich (auch aus anderen Gründen) nicht, es war immer wenig Geld da, an einen Verlobten oder dergleichen war bei mir nie zu denken. Bis heute gibt es in meiner Herkunftsfamilie schwerwiegende Probleme, an denen ich mich aufgerieben habe. Ich stehe ganz allein da und muss auch damit fertig werden. Ich hatte ganze fünf Jahre in meinem Leben mal einen Partner (als ich ihn kennen lernte, war ich fast 37! 😱), der mich dann wegen einer anderen verlassen hat. Und ich werde bis zum Ende meines Lebens allein bleiben, das spüre ich. Wenn ich darüber depressiv werden sollte oder vielleicht sogar schon in einer leichten, chronischen Depression stecke und Zukunftsängste habe, dürfte das wohl vor dem Hintergrund meiner Lebensgeschichte verständlich sein. Aber nicht bei dir.

Leute mit einem Leben wie deinem habe ich in meiner entfernteren Verwandtschaft zwar auch (ich bin ja deutlich älter als du und rede von Leuten deines Alters); sie sind für mich aber wie Wesen von einem anderen Stern. Das einzige, was bei mir trotz aller familiären und persönlichen Schwierigkeiten gut geklappt hat, ist der berufliche Werdegang. Ich habe auch einen anspruchsvollen akademischen Beruf und bin die erste in der Verwandtschaft, die zum Gymnasium gehen und studieren durfte. Und obwohl man mich weder finanziell noch sonstwie im Elternhaus großartig fördern konnte, sondern mir das Schicksal im Gegenteil bis auf den heutigen Tag immer wieder Steine in den Weg gelegt hat, gehörte ich zu den besten Abiturienten meiner Jahrgangsstufe (und zwar nicht mit Laberfächern oder Sport, sondern mit den Abiturfächern Deutsch, Englisch, Mathe und Philosophie) und habe auch ordentliche Abschlussnoten im Studium geschafft. Das ist das einzige, auf das ich mit einer gewissen Zufriedenheit werde zurückblicken können, wenn ich mal das Zeitliche segne. Und vielleicht noch darauf, dass ich mir wohl mehr als mancher vom Schicksal Verwöhntere vor dem Hintergrund meiner eigenen Vita ziemlich viele Gedanken um meine Mitmenschen gemacht habe, geduldig war, wo andere den Betreffenden oder die Betreffende längst abgeschrieben hätten, versucht habe, zu verstehen und eine Freude zu machen, auch wenn das nur in den wenigsten Fällen auf Resonanz stieß. Den Rest meiner Lebensbilanz kann man vergessen.

Wie du dich ungefähr fühlen musst, wenn du Angst vor dem Tod lieber Angehöriger hast, kann ich mir aber lebhaft vorstellen. Irgendwelche Ursachen müssen diese Ängste haben, und sei es auch nur die Angst vor dem Neid der Götter, weil in deinem Leben bisher alles fast zu glatt gelaufen ist und man alles Unangenehme zu sehr von dir ferngehalten hat. Lass es also bitte beim Hausarzt oder einem guten, dir empfohlenen Psychotherapeuten abklären. Dann wird es dir sicher bald besser gehen.

Und glaub mir: Selbst wenn eines Tages das eintritt, was du befürchtest: Man überlebt es. Sonst wäre ich schon lange nicht mehr da.
 
Zuletzt bearbeitet:
die auseinandersetzung mit dem Tod und Sinn des Lebens in deinem Alter ist nicht würklich ungewönnlich, solang es nicht ausartet. Ändere dem Fokus anstaat durch Plattformen zu surfen, stell dir Fragen wie:
- was war der Auslöser dafür, das Du darüber denken musst
- warum glaubst Du z.B. dass Leben sinnlos ist
- was sagen dir die zwei folgende setze

"mit dem Tod müssen wir täglich Leben".
"Ewige Kreis des Lebens"

vielleicht kannst Du dich mit deine Freundin und deinen Eltern sogar darüber unterhalten. Unterschätze deine Traurigkeit nicht, denn Faktoren wie überlastung, überforderung, übermüdung verstärken derartige denkgänge.

Frage Dich, was dir gut tut z.B. Gespräche oder Mentale Training ect.
 
Hey ich bin 17 Jahre und muss im oben genannten Thema auch sehr stark immer nachdenken es behindert mein lernen meinen diesjährigen Abschluss und auch das einschlafen aber bei mir geht's weniger darum ob andere sterben sondern mehr um mich ich denk immer was wurde passieren wenn ich mir in den Kopf schies ( theoretisch, also nicht ernst) und ich weis nicht wenn ich was schönes mit meinen Freunden mach dann kommt dieser Gedanke und ich bin nema so fröhlich ih will unbedingt diesen Gedanken vergessen vllt durch Psychose oder ähnliches ich will diesen Gedanken los haben oder endlich damit klar kommen es ist nicht so toll und ich hab ihn erst seit 4-5 Wochen aber ich denk so tiefgründig dass mich des sehr mitnimmt ich hatte igwie an ein Trauma gedacht Aber es geht meiner gesamten Familie gut seit 2001 kein Todesfall und leider so gern ich es wollte bin ich stark ungläubig was man mir leider Au net einreden kann 😛
Nur ist es in meinem Alter schlimm sollt ich dingend was aufsuchen oder geht dass wiederweg ich will meine Eltern nicht mit solchen Gedanken belasten weil ch nicht will das sie dadurch auch so schlimme Gedanken haben wie ich und wirklich ich heul deswegen auch sau krass manchmal
Schlaflose liebe Grüße
Christian D.
 
Mir ging es genauso! Durchhalten, Arzt aufsuchen. Meine Diagnose: Depression. Ja eine Depression kann sich sehr unterschiedlich zeigen. Nach einem Jahr Tabletten und Psychotherapie, kann ich mich nur noch wundern, wie schräg ich unterwegs war. Keine Sorge, das Schlimmste war nach 2 Wochen Tabletten überstanden. Auch wenn man annimmt das man jetzt für immer eine "Macke" hat, es ist nicht so. Es verschwindet wieder! Ich lebe seit dieser Erfahrung viel bewusster und passe besser auf mich auf. Über den Tod denke ich jetzt anders, es ist absolut nicht mehr so bedrohlich wie es war.
 

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