Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Mütter die ihre Kinder "fremdsteuern"?

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
G

Gast

Gast
Hallo, mich beschäftigt gerade ein Phänomen das in meiner Familie (im weitesten Sinne) gleich mehrfach vorkommt. Und zwar Mütter, die eine extreme psychische Kontrolle über erwachsene Kinder haben. Genauer gesagt sind es Söhne. Es gibt in meinem Umfeld gleich 4 davon, was mir erst neulich richtig aufgefallen ist und mich sehr erschreckt hat. Ich gehöre nicht dazu 😉

Und zwar sind es ein naher und ein entfernter Cousin von mir, der Ex meiner Cousine und mein Halbbruder.

Sie sind alle ü30, nicht wirklich ins Leben gekommen, haben keine oder nur eingeschränkte/nicht wirklich gesunde Beziehungen zu Frauen. Alle keine oder nur lustlos Ausbildung gemacht und danach keinen Berufseinstieg. Einer ist psychisch krank, einer Alkoholiker und depressiv, einer einfach "merkwürdig" und extrem passiv. Es ist als ob sie kaum eigene Persönlichkeit leben.

Bei allen diesen Männern sind die Mütter schwierig, aber sie funktionieren im Leben. Und sie spielen eine extrem zentrale Rolle im Leben der Söhne. Versorgen sie, machen die Pflege rund um Alkoholismus oder Krankheit. Und sie bestimmen unheimlich viel, werten Verhalten, suchen Ausbildungen aus, haben Argusaugen auf die (wenn vorhanden) Beziehungen der Jungs/Männer. Und: diese akzeptieren das! Haben die "zugewiesenen" Ausbildungen gemacht, die Beziehung versickern lassen unter der ewigen Kontrolle. Ertragen unterschiedliche Formen von Psychodruck/-spielchen. Lassen sich aber auch "gern" versorgen, stellen sich dem Leben nicht. Sie setzen nichts eigenes entgegen. Hassliebe?

Ich habe mich sehr erschrocken als mir klar wurde dass das so oft in meinem Familien-Dunstkreis vorkommt, weil ich es schon als extrem gestört empfinde. Die sind teilweise wie fremdgesteuerte Wesen mit diesen mächtigen(?) Müttern im Hintergrund.

Hat sich jemand schon mal mit diesem Phänomen beschäftigt, vor allem finde ich die extreme Kontrolle über einen anderen Menschen schon sehr unheimlich. Da geht es ja nicht nur um ein bisschen Meinungen zur neuen Flamme oder den Wunsch, der Sohn soll Ingenieur werden, was vermutlich alle Eltern ein bisschen haben. Sondern fast sowas wie mind control.

Die Väter sind in diesen Fällen alle abwesend bzw. haben die Vaterrolle nicht übernommen. Ich kann auch 2 Generationen zurück gehen und sehe dort ein sehr dominantes Ehepaar am Familienstamm, dessen Verhaltensmuster all dies begünstigt haben könnten. Aber das führt zu weit.

Was ist das?
 
Ich kenne auch solche eine Mutter - nee, nicht ich (meine Kiddies waren alle schon mit 20 aus dem Haus und sind in Family, Lohn und Brot)😉

Aber der Sohn einer Bekannten wohnt mit 45 immer noch bei Muttern, die für ihn kocht, seine Wäsche wäscht, alles an Probs mit ihm beredet - und gleichzeit sich wundert, dass ihr "Kind" noch immer keine Frau hat....🙄
 
Das sind sehr viele Komponente, die da mit rein spielen....

Ganz klassisch sind Kinder als Partnerersatz (ohne sexuelle Handlungen): der Partner fehlt und die Mutter hält sich die Kinder als Ersatz. Sie werden bekocht, beputzt, bewaschen (gibts das? 😀 ) und auf vermeintlicher Augenhöhe gehalten.
Da die Mütter keinen Erfolg mit ihrem Partner haben, wird der Ersatz natürlich entsprechend zu Recht gestutzt, damit er nicht wegrennt oder Widerworte gibt.
Auch wenn diese Art der Beziehung häufig keinen sexuellen Missbrauch beinhaltet, können Ersatzhandlungen stattfinden, zB Schlafen im Bett der Mutter oder Zwangsschmusen.

Dann gibts noch die Kinder als Ersatz zum eigenen Leben.
Mutti hat nichts erreicht und die Kinder sind der einzige Lebensinhalt.
Wenn die Kinder erwachsen werden, fehlt der Lebensinhalt. Also muss die Unabhängigkeit verhindert werden.

Als Letztes gibts da noch die Strafe fürs eigene Versagen. Ich bin unglücklich mit meinem Leben, also dürfen meine Kinder auch nichts erreichen und mich ja nicht überflügeln.
Zum Frühstück gibt es Müsli und Muttis Unglück - an dem die Kinder natürlich Mitschuld sind, logisch.

Das sind nur drei interessante Aspekte, die in solch unglückliche Beziehungen mit hinein spielen.
Diese Mütter sind auch nicht per se schlechte Menschen....meistens schicken entsprechende Umstände auf den gefährlichen Irrweg.
 
Danke 🙂

Mir fällt noch die Schuld der Dankbarkeit ein.
Die Mutter hat das Kind geboren, die Schwangerschaft durchstanden, sich ggf. die Figur ruiniert, vermeintliche Träume aufgegeben und das Kind hat Dankbar für die Berechtigung der eigenen Existenz zu haben.
Dafür werden dem Kind permanent Schuldgefühle eingeimpft, dies reagiert meist mit übertriebener Anpassung. Aber es ist nie gut genug, es kann nie die Erlaubnis für seine Existenz erlangen. Das Scheitern der Kinder wird meist persönlich genommen, die pure Undankbarkeit, eigenes Versagen wird nicht in Erwägung gezogen, der gesamte Zustand wird eher ignoriert.

Oh je.....über das Thema kann man sich die Finger blutig tippen 😀
 
Das sind sehr viele Komponente, die da mit rein spielen....

Ganz klassisch sind Kinder als Partnerersatz (ohne sexuelle Handlungen): der Partner fehlt und die Mutter hält sich die Kinder als Ersatz. Sie werden bekocht, beputzt, bewaschen (gibts das? 😀 ) und auf vermeintlicher Augenhöhe gehalten.
Da die Mütter keinen Erfolg mit ihrem Partner haben, wird der Ersatz natürlich entsprechend zu Recht gestutzt, damit er nicht wegrennt oder Widerworte gibt.
Auch wenn diese Art der Beziehung häufig keinen sexuellen Missbrauch beinhaltet, können Ersatzhandlungen stattfinden, zB Schlafen im Bett der Mutter oder Zwangsschmusen.

Dann gibts noch die Kinder als Ersatz zum eigenen Leben.
Mutti hat nichts erreicht und die Kinder sind der einzige Lebensinhalt.
Wenn die Kinder erwachsen werden, fehlt der Lebensinhalt. Also muss die Unabhängigkeit verhindert werden.

Als Letztes gibts da noch die Strafe fürs eigene Versagen. Ich bin unglücklich mit meinem Leben, also dürfen meine Kinder auch nichts erreichen und mich ja nicht überflügeln.
Zum Frühstück gibt es Müsli und Muttis Unglück - an dem die Kinder natürlich Mitschuld sind, logisch.

Das sind nur drei interessante Aspekte, die in solch unglückliche Beziehungen mit hinein spielen.
Diese Mütter sind auch nicht per se schlechte Menschen....meistens schicken entsprechende Umstände auf den gefährlichen Irrweg.


Kann ich voll unterschreiben. Ich kenne so einen Fall in meiner Verwandtschaft: Die Mutter hat nie eine Ausbildung gemacht, da sie mit 16 schwanger wurde und ihr Mann sie immer versorgt und gut verdient hat (es nervt mich selbst, von "versorgen" zu schreiben, aber was anderes war es wirklich nie, denn obwohl er sie immer dazu angehalten hat und unterstützen wollte, hat sie nie anstalten gemacht, eine Ausbildung zu machen oder einen Abschluss nachzuholen.) Leider wurde der Mann dann krank und ist gestorben, da war der jüngste Sohn in der Pubertät. Aber schon immer war das eine ganz ungute und seltsame Symbiose zwischen den beiden, auch als der Mann noch gelebt hat.

Die Mutter sitzt jetzt in einem riesen Haus (zum Glück abbezahlt) und da die Witwenrente sehr hoch ist, muss sie immer noch nicht arbeiten. Sie hat jetzt ihr ganzes Dasein auf ihre erwachsenen Kinder gemünzt, ganz besonders den jüngsten Sohn. Der ist heute Mitte 20, total unselbständig und wohnt noch bei ihr. Sie hat ihm eine eigene Wohnung in dem riesen Haus ausgebaut, mit Bad und eigener Küche. Die Küche ist eigentlich total sinnlos, weil sie immer für ihn kocht, seine Wäsche wäscht, seine Wohnung putzt und ihn total verwöhnt. Da sie das schon seit vielen Jahren so macht und er auch nie eine strengere Erziehung genossen oder Grenzen erfahren hat, ist er auch ziemlich asozial, leider. Es gab ständig Probleme in der Schule wegen seinem Sozialverhalten, in der Verwandtschaft sowieso, weil er selbst da kein Sozialverhalten an den Tag legen kann und obwohl er mit Mitte 20 locker ausziehen könnte, tut er es nicht. Er hat auch keine Freunde, nie eine feste Freundin gehabt oder Beziehung und Schuld sind immer die anderen, der arme Kleine ist immer das Opfer und unschuldig - war auch schon so, als er in der Schule ständig andere verprügelt und beschimpft oder ihnen Sachen kaputt gemacht und geklaut hat.

Es ist sehr schlimm, weil ich denke, dass er auch noch mit 40 oder 50 bei seiner Mutter sitzen wird. Und sie ihm da mit ihrem Verhalten keinen Gefallen getan hat, obwohl sie es auch nie schlecht gemeint hat. Sie hat sich halt nie eigene Hobbys oder Interessen gesucht, keine neuen Kontakte, nichts, die hat dann nur noch rein für ihre Kinder existiert und tut es noch heute. Und das finde ich sehr traurig. Denn ihre Kinder sind alle mittlerweile erwachsen und bis auf den einen Sohn alle weggezogen und führen überwiegend ihre eigenen Leben.
 
Wobei - nun muss ich auch mal eine Lanze brechen für die Mütter... - es nicht immer um Dankbarkeit geht, sondern einfach darum, einfach als Mutter anerkannt zu werden, genauso, wie man seine Kinder als solche anerkennt....

Wir reden hier ja nicht mehr über kleine Kinder, sondern über erwachsene Menschen, denen man auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung und Reflektion zutrauen kann, darf und sollte.

Die Tendenz ist ja immer und nahezu ausschließlich pro Kinder - aber was ist mit den Eltern?

Irgendwann werden diese Kinder ja auch mal erwachsen und eben eigenverantwortlich! Und in diese Verantwortung sollte man sie dann auch nehmen dürfen.
 
Wobei - nun muss ich auch mal eine Lanze brechen für die Mütter... - es nicht immer um Dankbarkeit geht, sondern einfach darum, einfach als Mutter anerkannt zu werden, genauso, wie man seine Kinder als solche anerkennt....

Wir reden hier ja nicht mehr über kleine Kinder, sondern über erwachsene Menschen, denen man auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung und Reflektion zutrauen kann, darf und sollte.

Die Tendenz ist ja immer und nahezu ausschließlich pro Kinder - aber was ist mit den Eltern?

Irgendwann werden diese Kinder ja auch mal erwachsen und eben eigenverantwortlich! Und in diese Verantwortung sollte man sie dann auch nehmen dürfen.


Beidseitige Dankbarkeit und Wertschätzung gehört zu einer erwachsenen Beziehung dazu, da hast du völlig Recht. Mit Kindern gelingt das selten, wie alle wissen, die schonmal mit Kindern zu tun hatten - das sind einfach undankbare Biester, dass ist auch völlig normal und muss erst noch erlernt werden.

Mit der Schuld der Dankbarkeit meine ich eher, dass die Mutter all die Opfer und die bloße Existenz aufrechnet und das Kind deswegen als Spielzeug fungiert.
Ein tolles Beispiel dafür war meine Mutter 😀
Wegen euch Kindern habe ich keinen Mann, keinen Beruf, kein Geld und eine dreckige Wohnung, weil ihr nicht sauber macht.
Deswegen hatten wir als Kinder gefälligst nichts zu klagen, wenn kein Geld für Essen da war oder wir eingesperrt und geschlagen wurden, weil wir so anstrengend waren.
Wir sollten doch dankbar sein, dass sie als göttliche Mutter uns geboren hat und Leben lässt 😉

Das ist ein eher krasses Beispiel. Klassiker ist "Ich konnte nicht Ärztin werden, weil ich dich bekommen habe!" und das Kind und der spätere Erwachsene sich in der Pflicht sieht, Arzt zu werden.

Es gibt nie nur eine Wahrheit - es gibt aber auch nie nur eine Art der Dankbarkeit 😀
 
Das ist ein eher krasses Beispiel. Klassiker ist "Ich konnte nicht Ärztin werden, weil ich dich bekommen habe!" und das Kind und der spätere Erwachsene sich in der Pflicht sieht, Arzt zu werden.

Es gibt nie nur eine Wahrheit - es gibt aber auch nie nur eine Art der Dankbarkeit 😀

Meine Therapeutin hat da auch mal was sehr kluges öfters gesagt: dass gerade Eltern, die sehr einsam sind oder eigene nicht aufgearbeitete Traumata und Probleme haben, oft eine größere Verbundenheit zu ihren Kindern brauchen, als wenn es nicht so wäre. Auch oder gerade dann, wenn die Kinder bereits erwachsen sind. Wenn das Kind dann Wege einschlägt oder Entscheidungen trifft, die man als Eltern nicht gut findet oder die nicht dem eigenen Weltbild oder Moralempfinden entsprechen, dann entfernt das voneinander. Das stört die Verbundenheit. Dem entsprechend versuchen viele Eltern dann bewusst und unbewusst alles zu tun und zu fordern, damit diese Verbundenheit aufrecht bleibt. Da kann man dann schon öfters dem Kind sehr reinreden oder es fremd bestimmen wollen. Oder eine Abhängigkeit schaffen, damit es bei einem bleibt.
 
Beidseitige Dankbarkeit und Wertschätzung gehört zu einer erwachsenen Beziehung dazu, da hast du völlig Recht. Mit Kindern gelingt das selten, wie alle wissen, die schonmal mit Kindern zu tun hatten - das sind einfach undankbare Biester, dass ist auch völlig normal und muss erst noch erlernt werden.

Mit der Schuld der Dankbarkeit meine ich eher, dass die Mutter all die Opfer und die bloße Existenz aufrechnet und das Kind deswegen als Spielzeug fungiert.
Ein tolles Beispiel dafür war meine Mutter 😀
Wegen euch Kindern habe ich keinen Mann, keinen Beruf, kein Geld und eine dreckige Wohnung, weil ihr nicht sauber macht.
Deswegen hatten wir als Kinder gefälligst nichts zu klagen, wenn kein Geld für Essen da war oder wir eingesperrt und geschlagen wurden, weil wir so anstrengend waren.
Wir sollten doch dankbar sein, dass sie als göttliche Mutter uns geboren hat und Leben lässt 😉

Das ist ein eher krasses Beispiel. Klassiker ist "Ich konnte nicht Ärztin werden, weil ich dich bekommen habe!" und das Kind und der spätere Erwachsene sich in der Pflicht sieht, Arzt zu werden.

Es gibt nie nur eine Wahrheit - es gibt aber auch nie nur eine Art der Dankbarkeit 😀




Besser hätte mans kaum sagen können - danke, findefuchs!
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben