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Motivationstief im Studium

Anonym

Registrierter Nutzer, anonym
Ich bin ein Master Student eines MINT Fachs irgendwo in Deutschland an einer kleinen Fachhochschule.

Momentan bin ich in einem Tief, aus dem ich sehr schwer wieder heraus komme.

Los ging es damit, dass mein Chef im Nebenjob bei einer Produktion sehr wenig entgegen kommend war was meine Zeit in den Seminaren angeht.
Da kam ich zu ersten Mal richtig in Probleme, weil er meine Arbeitszeit nicht verlegen wollte.

Dann begann das Studium.

Im Gegensatz zum Bachelor ist der Master extrem verschult. Wir sitzen zu 25 Leuten in den Seminaren. Jeder kennt Jeden, es gibt Hausaufgaben und man fühlt sich eher wie in der gymnasialen Oberstufe als an einer Hochschule.

Leider werde ich einerseits mit den Leuten nicht richtig warm, andererseits merke ich momentan, dass ich absolut keine Lust habe. Ich kenne das normal gar nicht von mir.

Was mich nervt sind auch die ständigen Hausaufgaben wie in einer Grundschule. Es macht einfach nicht mehr Spaß und durch den stetigen Zwang sich mit Lehrinhalten zu beschäftigen geht für mich das verloren, was ein Studium ausmacht: Nämlich das Interesse an der Materie.

Ich ertappe mich dabei, wie ich Seminare schwänze, nur noch mit Missmut in Richtung Studium denke und das Gefühl habe es wird mir alles zu viel. Dieses Semester stehen 8 Module in der Modulbeschreibung. 8!
Ich bin studienmüde geworden und pflastere mir jeden Millimeter Freizeit mit allem zu aber nicht mit dem, was ich fürs Studium machen soll.

Was ist los mit mir?
Letztes Semester habe ich mich noch auf den Master gefreut. Mittlerweile ist es einfach nur noch eine Qual.

Das Studium länger ziehen ist auch keine Möglichkeit, weil mir das Geld ausgeht und ich fristgerecht fertig werden muss.
 
Guten Abend.
Wenn man bis zum Ende liest scheinen schon Antworten greifbar.
Was bedeutet nicht warm?
Das Auswendig lernen und bei Bedarf Lernstoff abrufen können verhagelt vielen das Studium.
Das durchzuhalten ist sicherlich schwer.
Prügelt man sich durch oder gibt es vielleicht doch ein lohnenderes Ziel?
Haben Sie schon Alternative Ideen und wenn ja welche sind das?
Falls man fragen darf.
 
Man zwingt die Studierenden zum abrufbaren Lernen, weil sie sonst das ganze Semester gar nichts machen würden. Ziel dabei ist nicht nur, dass sie ihre Klausuren schaffen, sondern vor allem auch, dass sie kapieren, was man als Dozent im Seminar denn so sagt....
denn wenn man während des Semesters nicht ab und an Leistungsnachweise fordert, sieht man irgendwann in leere Gesichter, weil keiner FREIWILLIG seinen Job als Student erledigt und den immer mehr dem Dozenten aufbürdet. Und wie soll man so das Wissen voranbringen, wenn man auch nichts aufbauen kann? Man kann nicht jedes Mal von vorne anfangen und wenn sie es nicht freiwillig machen, muss man sie halt zwingen.
Und klar muss man im Studium bis Master was auswendig lernen, mit was soll man sonst argumentieren, was anwenden können?
Später erschließen sich die Zusammenhänge, aber bis das passiert, ist der Bachelor meist schon vorbei.
 

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