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Mobbing durch Chef und Kollegin? Bin ich zu sensibel?

G

Gast

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Hallo,

evtl. könnt Ihr mir ja einen Tipp geben:

Meine Arbeitssituation belastet mich sehr. Es entwickelte sich schleichend und jetzt spitzt es sich immer mehr zu. Meine direkte Kollegin ist sehr verschlossen und der Austausch mit ihr gestaltet sich schwierig. Ich bemerkte aber, dass sie anscheinend hinter meinem Rücken über mich redete. Ich sprach sie darauf an, ob es etwas zu klären gibt zwischen uns. Sie wich mir aber aus. Es begann, dass auch andere Kollegen mich mieden und ich wurde immer unsichere und leide seidem unter der Situation.

Leider sah man mir das auch an (Schlafmangel, Krankheitsgefühl, Augenringe) und mein Chef sprach mich an. Durch den Druck der letzten Zeit brach ich leider in Tränen aus. Fatal, weil seitdem mein Chef mich als übersensibel und nicht belastbar ansieht, obwohl ich versucht habe ihm die Situation zu erklären. Meine Kollegin hat aber anscheinend auch mit ihm gesprochen und seitdem übergeht er mich regelrecht und hält mir Fehler vor. U.a. dass durch die schlechte Zusammenarbeit mit meiner Kollegin - aufgrund meiner sensiblen Art, "wir sind schließlich auf Arbeit und Kollegen sind nicht umbedingt Freunde, ich müßte meine Emotionen in den Griff bekommen, andere könnten damit nicht umgehen, etc! - Arbeiten nicht richtig fristgemäß bearbeitet würden, etc..... Sie läßt mich jedoch hängen, verschweigt Sachen und schiebt vieles auf mich! Er will davon nichts hören. Er ist ihr anscheinend auch sehr wohlwollend zugetan. Mich grüßt er teilweise nicht, oder übergeht mich in Gesprächen, dann versucht er es wieder zu überspielen.

Nun hat er mir erneut Fehler vorgehalten. Er pickte sich auch nur meine Arbeiten heraus. In ein paar Fällen konnte ich sogar beweisen, dass diese meine Kollegin nicht bearbeitet hat. Ich hatte sie zuvor mehrfach darauf angesprochen - keine Reaktion.

Ich komme mir so verdammt unbeholfen vor und weiss nicht, wie ich mich richtig wehren soll. Als meine Kollegin krankgeschrieben war, konnte ich Arbeiten von ihr in Vertretung nicht durchführen, weill ich zuvor nicht involviert wurde, diese war auch vom vom Chef so zuvor gewollt. Nun drängte jedoch die Abgabefrist und mein Chef wollte trotzdem, dass ich die Arbeiten durchführe. Nur.... ich konnte es nicht richtig, versuchte aber mich reinzuarbeiten. Er wurde sauer. Evtl. hat er dann noch mitbekommen, wie ich mich indirekt bei einer anderen Kollegin darüber beschwert habe.... ich bin so blöd. Dieses war natürlich äußerst ungeschickt von mir. Somit fühlt er sich übergangen, beleidigt...?

Irgendwie ist die Situation so verfahren, dass ich nicht mehr weiss was ich machen soll. Eine Mobbingberatungsstelle konnte mir da auch nicht wirklich helfen. Denn das Gespräch mit meinem Chef ist schwierig und was soll es bringen den Betriebsrat einzubeziehen.... unserer mach eh nichts. Könnte es dadurch nicht noch schlimmer werden? Ein Mediator hinzuziehen kann ich auch vergessen. Ich bilde mir ja sowieso alles nur ein.... alles meine Psyche laut Chef. Langsam glaube ich fast auch schon daran....

Eine Freundin meinte, wo gemobbt wird gibt es immer einen Täter und ein Opfer - welches es zuläßt! Ich sollte meine Empfindungen (Empfindlichkeiten?) ändern. Wie komme ich bloß aus dieser Opferrolle raus? Ich schaffe es nicht, es einfach zu übergehen. Spätestens zuhause heule ich dann los... bloß nicht mehr auf Arbeit.

Habt ihr einen Tipp wie ich mich am Besten verhalte, Selbstbewußter in solch einer Situation werde? Es ist auch schwierig sich dann irgendwo zu bewerben. Ich bin auch seit 10 Jahren in der Firma, bleibt da wirklich nur meine Kündigung oder warten bis sie mich kündigen? Bin auch so wütend. Ab wann hätte ich überhaupt noch etwas machen können - leider jetzt auch nicht mehr zu ändern.

Danke schon mal.
 
Gibt es in dieser Firma eine Soziale Anlaufstelle?
Was ich machen würde, ich würde um ein klärendes Gespräch mit allen Beteiligten bemühen. Das heißt, ich würde erstens diese Arbeiten mitbringen, die du nicht gemacht hast, sondern dein Kollegin, die dann falsch waren, als Beweis und dann würde ich mir eine Mitarbeiterin suchen, die noch so neutral ist, das sie vielleicht dir helfen kann.

Nein, du bist nicht sensibel, das Problem ist, das es einfach passiert ist und du jetzt in einer Lage bist, die du so einfach ohne weiteres beheben kannst.
Es gibt zwei Möglichkeiten, die eine habe ich dir schon genannt. Die zweite wäre, in dem du dir selber eine seelische und körperliche Auszeit nimmst. Geh zum Arzt, schildere das ihm und versuche dir Hilfe zu holen. Er soll dich krankschreiben, damit du dich erholen kannst. Gleichzeitig wird der Chef merken, das nicht du die Person warst, die die Fehler gemacht hat, sondern deine Kollegin. Auch dein Kollegin wird merken, das sie (im günstigsten Fall) falsch lag.
Sobald du merkst, du bist wieder Fit, dann würde ich das Gespräch machen, damit von Anfang an das Problem nicht noch mal auftaucht.
 
Hallo Gast,
ich sehe keine wirkliche Hilfe für Dich, die betriebliche Situation kurzfristig zu ändern. So wie ich Deinen Bericht verstehe, haben sich Kollegen und Dein direkter Vorgesetzter auf Dich negativ eingeschossen. Das geht seit längerer Zeit schon so. Da sehe ich nur folgende Möglichkeiten: Standhalten oder Flüchten.
Das Flüchten geht ggf. einfach durch neue Jobsuche. Das Standhalten erfordert eine Strategie, wenn es erfolgreich sein soll. Auch mußt Du Dir beim Standhalten und beim Durchziehen Deiner Strategie ein dickes Fell zulegen.
Falsch: Weinerliche Reaktionen, diese ermutigen nur die Gegenseite. Auch den Anderen etwas vorjammern bzw. sich beklagen ist völlig falsch.
Richtige Strategie: stell Dir alle bisherigen Situationen vor, in denen Dir jemand was „am Zeug flicken“ wollte. Und zu jeder Situation schreibst Du Dir Aussagen aber besonders Fragen auf, mit denen Du Deinen Gegenangriff startest. Diese Aussagen bzw. Fragen mußt Du auswendig lernen und zuhause oder bei Deiner Freundin so einüben, dass auch der kämpferische Ton dazu passt.
Beispiel 1: Eine üble Kollegin stöbert in Deiner Nähe in Papieren herum. Du fragst: Suchst Du nach Deinen Fehlern oder nach meinen? Also wenn Du nach Deinen Fehlern suchst, kann ich Dir helfen.
Beispiel 2: Dein Chef will mit Dir über Deine Arbeit reden. Sobald er das ersichtlich werden lässt, dass er mit Dir über Deine Arbeit reden will, fragst Du: Wollen Sie mich jetzt genauso ungerecht behandeln wie das letzte Mal?
Jetzt wird er erwidern, z.B. „Es geht mir hier um einen Vorgang, bei dem Sie dies und das falsch gemacht haben.“ Das ist ja klar, dass er sich nicht zu seinem Fehlverhalten stellt. Also muß jetzt die zweite Salve kommen, z.B.: „Weil sie sich bei den Kollegen, die mich mobben, beliebt machen wollen, verstehe ich ja. Bevor Sie nicht sichtbar etwas gegen das Mobbing unternehmen, sind sie voreingenommen und unsachlich, parteiisch.“ Und jetzt muß Deine Aussage wieder mit einer Frage abgeschlossen werden: „Verstehen Sie was ich damit meine?“ Und verlasse ihn mit der Aufgabe für ihn, sich und die Atmosphäre zu ändern. Vergiss nie, mit Fragen steuerst Du die Gespräche!
Durch Deine Fragen machst Du deutlich, dass mit Dir nicht gut Kirschen essen lässt, wenn man Dich ungerecht bzw. falsch behandelt. Solltest Du gefragt werden, warum Du „so“ bist, kannst Du genau das auch als Antwort geben. Auch folgendes wäre ggf. eine gute Antwort: „Die Kollegin (Du) will das so, dass ich so mit ihr/Dir umgehe.“ Und auf unverständliche Rückfrage „wieso?“ kommt die Antwort von Dir: „…weil sie/Du …. so und so mit mir umgehen.“
Alles verstanden?
Viel Erfolg!
Nordrheiner

 
brach ich leider in Tränen aus

Das war der entscheidende Fehler.
Hättest du selbstbewusst und gelassen bzw. sachlich reagiert, hätte sich deine Kollegin blamiert, da der Schuß nach hinten gehen würde.
So aber hast du dich ohne Not als sensibel und nicht robust genug präsentiert.
Das kann man nur einmal machen, danach ist man bei einem Chef unten durch.
So ist es leider in diesem Hamsterrad-System. Menschliche Gefühle darf man nicht zeigen.
 
ich zeige immer menschliche Gefühle und werde auch nicht gemobbt.

das liegt nicht an den menschlichen Gefühlen, sondern am Betriebsklima und das Betriebsklima hat damit was zu tun, daß der Fisch am Kopf anfängt zu stinken und sich leider "runter" stinkt.

Ich habe auch schon mal vorm Chef geheult und lasse ich mir auch nicht verbieten. Ich sagen aber auch klipp und klar, wo der Schuh, meiner Meinung nach am Drücken ist. Ich sage, daß SO ein Arbeiten nicht möglich ist und ich eine Lösung dafür auch haben möchte. Ich sage ihm, daß ich die Gespräche gesucht habe und das mir keine Antwort gegeben wurde. Was würden Sie an meiner Stelle tun? Ja, es ist zum Verzweifeln, darüber bin ich nicht nur traurig sondern auch wütend.

Ohne Gefühle, kein Profil...

Spielchen spiele ich auch nciht mit dem Chef, indem ich mir Sätze zurecht bastel. Warum denn?

Ich würde so gar so weit gehen, da hin gehen, ihn sagen, daß ich aus diesen und jenen Gründen geheult habe. Ich würde gerne wissen wollen, warum dies als Schwäche angesehen wird.

Ich sehe keine Schwäche, eher ein Zeichen, daß etwas nicht stimmt.

Ja, mein Chef hat es nicht einfach aber glaubt mir, so manch schlechte Manier unter Kollegen hat sich auf Arbeitsstellen genau so aufgelöst. Ich habe zwar gelitten wie Tier über Jahre aber letztenendes hat es allen geholfen:

Gefühle gehören auf die Arbeit! Ich stehe dazu!

w.
 
Für mich geht der Spruch :" Zum Mobben gehören immer zwei , einer der mobbt und einer, der sich das gefallen lässt"schon ein wenig an der Realität vorbei, weil er den existierenden Machtverhältnissen i.d.R nicht gerecht wird. Da Du offenbar nicht wegen Leistungsdefiziten gemobbt wirst, sondern Dir die Fehler der Kollegin untergeschoben werden und Dein Chef "sein" Team in seinen Handlungen gegen Dich unterstützt, würde ich mir an deiner Stelle schon überlegen, ob Du wirklich Deine Energien investieren willst, um von Leuten , die sich dermaßen schlecht verhalten, dann eventuell(!) anerkannt zu werden. Auch im Kampf um berufliche Anerkennung gibt es m.M.n Pyrrhussiege*
*Zitat wiki:"Im ursprünglichen Sinne geht der Sieger aus dem Konflikt ähnlich geschwächt hervor wie ein Besiegter und kann auf dem Sieg nicht aufbauen.[SUP][1][/SUP] Der Ausdruck geht auf König Pyrrhos I. von Epirus (319/318–272 v. Chr.) zurück. Dieser soll nach seinem Sieg über die Römer in der Schlacht bei Asculum (Süditalien) 279 v. Chr. einem Vertrauten gesagt haben: „Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!“[SUP][2]"



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*Zitat wiki:"Im ursprünglichen Sinne geht der Sieger aus dem Konflikt ähnlich geschwächt hervor wie ein Besiegter und kann auf dem Sieg nicht aufbauen.[SUP][1][/SUP] Der Ausdruck geht auf König Pyrrhos I. von Epirus (319/318–272 v. Chr.) zurück. Dieser soll nach seinem Sieg über die Römer in der Schlacht bei Asculum (Süditalien) 279 v. Chr. einem Vertrauten gesagt haben: „Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!“[SUP][2]"



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Ich liebe solche alten, verstaubten Zitate, wirklich 🙂. Irgendwie geben die mir Mut und lassen so ein kleines Lächeln auf meine Lippen. Zig andere Menschen, höheren Ranges haben sich schon mit "meinen" Problemen auseinandersetzen müssen. Also schaffe ich das auch.

Im I.-net schon mal unter Mobbing oder Mobbing besiegen oder ähnlichem gegooglet?

Aber irgendwie hat Pyrrhos hat schon irgendwie Recht: Bloß nicht kämpfen oder dagegen an kämpfen...viell. wird es dann auch irgendwann langweilig.

w.
 
Vielen Dank an alle.

Meine Emotionalität steht mir im Wege, ein Pokerface wäre bestimmt hilfreicher.

Schlimm ist vorallem, dass sie mir als Schwäche ausgelegt wird und ich -vorallem vom Chef- respektlos gegenüber getreten wird. Ich habe manchmal das Gefühl, dass er durch seine eigene Unsicherheit überspielt.

Es ist auch nicht so, dass ich mich nicht wehren würde. Doch die Frage ist, wie auch schon in der letzten Antwort von Euch beschrieben, macht es dieses noch schlimmer? Wie mache ich das richtig - vorallem Sachlich? Ich überlege zuviel vorher und dann geht´s unter. Das Weinen war eher ein Zeichen von Hilflosigkeit. Haben Kollegen die mal richtig Dampf ablassen da mehr Respekt ?

Mein Chef hat auch diese Meinung, weil meine direkte Kollegin sie geschürrt hat. Sie wirkt immer so kontrolliert, ruhig und sachlich - also scheinbar souverän. Doch hinter der Fassade steckt auch eine Falschheit, nur hinter dem Rücken reden - auch über den Chef!- es ist keine direkte Aussprache möglich. Sie flüchtet regelrecht. Sagt, ich würde immer alles zerreden....nerve. Nun ist es nicht so, dass ich auf Arbeit ständig alles diskutieren will, aber es müssen doch mal Absprachen getroffen werden?

Jetzt ist sie aufeinmal übermäßig freundlich - macht mir auch Sorge. Was hat sie vor? Sie redet schlecht über den Chef und tut so als ob sie sich mit mir verbünden möchte.... Ich traue dem Frieden nicht so recht.
 
Na, das könnte auch ein Test sein, um zu erreichen, dass du selbst etwas Schlechtes über den Chef sagst, womit sie dann gleich zu ihm läuft. Ich würde mich aus solchen Dingen stets heraushalten und so ein Verhalten auch nicht kommentieren.

Ich halte es da mit den Ärzten: "Sei höflich und sag nichts, denn das ärgert sie am meisten." Mobbing macht nur Spaß, wenn jemand zuschaut.

Also, übermäßige Emotionalität am Arbeitsplatz würde mich auch stören, aber ein normales Maß an Mitgefühl und Empathie sollte man haben.

Vielleicht führst du ein Tagebuch über die Vorkommnisse, damit du im Streitfalle etwas vorlegen kannst.

Ansonsten kannst du wirklich nur immer und immer wieder konkrete Lösungen einfordern, aber bitte sachlich.
 
Jetzt ist sie aufeinmal übermäßig freundlich - macht mir auch Sorge. Was hat sie vor? Sie redet schlecht über den Chef und tut so als ob sie sich mit mir verbünden möchte.... Ich traue dem Frieden nicht so recht.

Hallo Gast,

da du hochsensibel und intuitiv bist, ist das eine großartige Fähigkeit die du hast. Lasst dir von den anderen Leuten nichts einreden. Du hast ein Fähigkeit, die die meisten nicht haben. Du kannst die Stimmung der Menschen gut einschätzen und du hast allgemein eine sehr gute Menschenkenntnis.

Deine Intuition will dich warnen, wenn du meinst das du den Frieden nicht so recht traust. Hat deine Intuition in 99.99% immer recht. Höre auf dein Gefühl und Intuition.

Bei meinem Gefühl und Intuition schlägt es ebenfalls Alarm. Ich traue der Kollegin ehrlich gesagt nicht über den Weg. Sie will anscheinend dein Vertrauen gewinnen und dich aus der Reserve locken, nur um gleich den Chef zu verpetzen. Oder sie will mehr Infos von dir, um dich besser fertig zu machen. Jedenfalls lass dich nicht verarschen auf gut deutscht. Deine Kollegin(Feind) ist ganz klar ein intrigant. Es geht klar um Machtspiele in deiner Firma.
 

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