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Mitarbeitergespräch - Beförderung

Andreas900

Sehr aktives Mitglied
Hallo liebes Hilferuf Forum,

ich stehe kurz vor einem sehr wichtigen Moment in meinem beruflichem Leben - ein Mitarbeitergespräch mit meiner Vorgesetzten.

Situation:
  • Ich arbeite seit etwa 11 Jahren in dem Betrieb
  • der Betrieb schreibt derzeit rote Zahlen
  • Ich mache meine Arbeit gut
  • Ich arbeite nicht besonders auffällig
  • Ich einer der jüngsten in meinem Bereich
  • mein Verdienst ist ok...
  • ... aber schlechter als der meiner Kollegen
  • mir wurde mittelfristig eine Beförderung versprochen

Ich komme gut mit den Kollegen aus, allerdings merke ich schon, dass ich von manchen als "Küken" bahandelt werde. Ich bin zwar schon 31, die meisten Kollegen aber mindestens 40, viele um die 50.
Ich weiß, dass ich für meine Stelle und Tätigkeit unter Wert bezahlt werde. Seit 1 1/2 Jahren wird mit gesagt, dass ich deswegen auch befördert werden würde. Ursprünglich hieß es 2013 oder 2014, jetzt aufgrund der schlechten finanziellen Situation frühstens 2015, Tendenz 2016. Was mich dabei ärgert sind diese sehr wagen Aussagen.

Die einzige Kollegin in etwa meinem Alter wurde kürzlich befördert. Ich glaube, dass meine Cheffin ihre Arbeit mehr schätzt, weil meine Cheffin auch mal genau diese Arbeit gemacht hat und kennt, von meiner Arbeit aber nicht so viel Ahnung hat. Hinzu kommt, dass es Kollegen gibt, die einem anderen Tarifvertrag unterfallen und damit rechtlichen Anspruch auf eine Beförderung haben, ich habe das nicht.
Außerdem bin ich mir sicher, dass meine Cheffin der Meinung ist, dass ich das Geld nicht dringend bräuchte, weil ich keine Familie habe. Auf die Spitze getrieben wird das ganze, weil meine Cheffin sich für eine weitere Beförderung besagter Kollegin einsetzt, da diese jetzt eine Familie gegründet hat.

Ich suche nun Argumente, warum meine Arbeit wichtig ist und warum ich eine Beförderung verdient habe. Ich fühle mich gegenüber anderen ungleich/benachteiligt behandelt. Ich hätte durchaus die Möglichkeit mich anderweitig zu bewerben, möchte aber aus meinem Betrieb nicht gerne weg. Ich möchte taktisch vorsichtig in mein Mitarbeitergespräch gehen und nicht sagen: "Befördert mich in absehbarer Zeit oder ich geh", aber genau den Gedanken habe ich natürlich zumindest langfristig.

Was für mich spricht:
  • Ich kenne viele Tätigkeiten im Betrieb
  • Ich bin teamfähig und komme mit allen gut klar
  • Ich verfüge über sehr gute IT kenntnisse
  • Ich arbeite viel und bin flexibel (keine Familie halt)
  • Ich kann gut reden und präsentieren

Ich wurde schon mehrmals von meiner Cheffin ausgebremst wenn ich größere Projekte selbstständig in Angriff genommen habe. Obwohl ich die Arbeiten gut gemacht habe und die Cheffetage dies auch ausdrücklich gesagt hat, wurden mir die Arbeiten wieder abgenommen weil ich dafür "nicht zuständig" sei. Meine einzige bisherige Beförderung im Betrieb fusste nicht auf dem Vorschlag meiner Cheffin sondern der Cheffetage, die von oben herab gefragt hat, warum ich noch immer nicht befördert sei.

Das Problem im Mitarbeitergespräch wird aber schlicht sein, dass meine Cheffin mir sagt A) kein Geld für Beförderungen da und B) Wenn Geld da ist, "schauen wir mal".
Vergleiche mit anderen werden vermutlich scheitern, weil sie mich für zu jung und ohne Familie nicht "bedürftig" hält.

Wie würdet Ihr in dieses Gespräch gehen oder was würdet Ihr tun?

LG und Danke!
Andreas
 
Willst du "befördert" werden (das setzt eine entsprechende, freie Stelle voraus) oder willst du schlicht mehr Geld? Bei letzterem muss es natürlich was zu verteilen geben.
Aber wenn ihr rote Zahlen schreibt, ist da nichts zu verteilen, da würde ich mich langsam lieber nach was anderem umsehen.
Du bist 31 und seit 11 Jahren dort, kommst nicht voran, die Firma muss rote Zahlen schreiben, um euch die Gehälter zu zahlen. Und die Chefin schustert der Geschlechtsgenossin, ääh, Kollegin Geld zu, dass sie nicht hat.

Es ist ein guter Zeitpunkt, dich neu zu orientieren. Oft macht man die größten Gehaltssprünge durch Kündigung.
 
Willst du "befördert" werden (das setzt eine entsprechende, freie Stelle voraus) oder willst du schlicht mehr Geld?

Ich will befördert werden 😀
Die Stelle dafür, soweit das nicht so rüber gekommen ist, habe ich bereits.

Ich möchte hinzufügen, dass ich zwischenmenschlich mit meiner Cheffin gut zurecht komme, nur habe ich das Gefühl, ich werde "klein" gehalten.
 
@ Andreas900

Die Argumentation "rote Zahlen", "dem Betrieb geht's nicht so gut" usw. ist ein Trick.
Das du auf sowas reinfällst, zeugt von deiner Unerfahrenheit hart zu verhandeln.
Du kannst dir sicher sein, dass die Chefin für sich selbst und diejenigen, die selbstbewust verhandeln können, regelmäßig eine Gehaltserhöhung rausholt.
Du solltest dich schnellstmöglich auf dem Arbeitsmarkt umschauen und Stellenangebote einholen.
Im Mitarbeitergespräch diplomatisch, aber klar und deutlich andeuten, dass dir Angebote von anderen Firmen vorliegen.
Ob du verheiratet bist oder nicht, soll deine Chefin nicht jucken.
Sag ihr, dass auf dich seitens deiner Familienangehörigen, Freundeskreises usw. Druck ausgeübt wird, alle in deinem Umfeld mehr verdienen und du unter Zwang stehst mit denen gleichzuziehen.
Appelliere auch an ihr Gewissen: "11 Jahre Betriebszugehörigkeit, werde ich hier etwa nicht geschätzt?"
Alles hat seinen Preis, auf dem Arbeitsmarkt sowieso!
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Andreas900

Die Argumentation "rote Zahlen", "dem Betrieb geht's nicht so gut" usw. ist ein Trick.
Das du auf sowas reinfällst, zeugt von deiner Unerfahrenheit hart zu verhandeln.
Du kannst dir sicher sein, dass die Chefin für sich selbst und diejenigen, die selbstbewust verhandeln können, regelmäßig eine Gehaltserhöhung rausholt.
Du solltest dich schnellstmöglich auf dem Arbeitsmarkt umschauen und Stellenangebote einholen.
Im Mitarbeitergespräch diplomatisch, aber klar und deutlich andeuten, dass dir Angebote von anderen Firmen vorliegen.
Ob du verheiratet bist oder nicht, soll deine Chefin nicht jucken.
Sag ihr, dass auf dich seitens deiner Familienangehörigen, Freundeskreises usw. Druck ausgeübt wird, alle in deinem Umfeld mehr verdienen und du unter Zwang stehst mit denen gleichzuziehen.
Appelliere auch an ihr Gewissen: "11 Jahre Betriebszugehörigkeit, werde ich hier etwa nicht geschätzt?"
Alles hat seinen Preis, auf dem Arbeitsmarkt sowieso!

Erstmal Danke für die Tips! 🙂

Bei uns werden betriebsweit im Moment Beförderungen ausgesetzt, eben weil es schlecht läuft. Insofern glaube ich meiner Cheffin schon, wenngleich "wo ein Wille, ist auch ein Weg".

Prinzipiell möchte ich ja bleiben und eine Beförderung müsste nicht gleich morgen geschehen. Ich habe vor meiner Cheffin zu sagen, dass sie mir eine Perspektive geben soll. Je nachdem wie schnell ich anderswo eine Stelle erhalte, würde ich ja auch nicht gleich morgen mehr Geld bekommen.
 
Hallo Andreas,

tja das mit mittelfristige Beförderung- das halte ich bei nach jetzt 11 Jahren in dem Schuppen für aussichtslos.
Bisher hast Du keinen Lauten gemacht, wirst Du aber schon tun müssen, sonst nimmt man dich einfach nicht für voll. Die Argumentation: ist grad kein Geld da- die kommt IMMER. Auch wenn gerade alles brummt. Davon bitte nicht beeindrucken lassen.

"Ich wurde schon mehrmals von meiner Cheffin ausgebremst wenn ich größere Projekte selbstständig in Angriff genommen habe. Obwohl ich die Arbeiten gut gemacht habe und die Cheffetage dies auch ausdrücklich gesagt hat, wurden mir die Arbeiten wieder abgenommen weil ich dafür "nicht zuständig" sei."

DAS ist ein Punkt, den Du unbedingt ansprechen solltest!
Offen sagen, dass Du Dich weiter entwickeln möchtest, mehr leisten möchtest, und Du aktuell keine Möglichkeiten dafür siehst, weil man die Perspektiven vage hält und immer weiter rausschiebt, und andere vorzieht. Das kannst Du ganz klar auch sagen, dass dich das frustriert, denn- Deine Geduld hast Du lang genug bewiesen, und die neigt sich jetzt berechtigterweise dem Ende zu.

Andere Frage: Kannst Du sagen, dass Du zu Verbesserungen im Betriebsablauf beigetragen hast, irgendwelche Dinge durch Deine Mitarbeit, besser, schneller, reibungsloser...etc verlaufen. Dann auf die Vorzüge und den Wert deiner Arbeit hinweisen.
Ganz allgemein kann ich Dir aber sagen, dass die größten Gehaltssprünge nur durch schnelle Aufgaben- oder auch Betriebswechsel zu machen sind.

Also vllt schonmal zart ein Zwischenzeugnis andeuten, wenn das Gespräch nicht in Deinem Sinne verläuft.

Deviance
 

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Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
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