Ich muss immer so grinsen, wenn jemand irgendwie schreibt: kann man sich mit 30 noch mal umorientieren oder so ähnlich.
Wenn ich mir meinen eigenen Lebenslauf ansehe.
Ich habe quasi von 21-28 studiert, inkl. dreier Auslandsaufenthalte, im Studium habe ich ausschließlich auf Selbstständigenbasis gearbeitet (Nachhilfe, Lektorat, Korrektur von fremdsprachigen und deutschen Texten). Nach dem Studium habe ich weiterhin Nachhilfe gegeben und in der Behindertenbetreuung gearbeitet. Im Anschluss daran das Referendariat des Lehramtes zwar vollständig von der Zeit her absolviert - bin aber ohne Prüfung raus, habe die quasi verklagt, weil sie mich haben durchfallen lassen.
Dann habe ich ein Studium für Lerntherapie begonnen und dieses im August abgeschlossen. Von September 2015 bis Juli 2016 war ich dann hauptsächlich im Bereich Nachhilfe, Lerntherapie und Lektorat tätig. Ab April habe ich als Assistentin des Vorstandes von einem Sprachkursträger/Kitaträger gearbeitet und bin dann drei Monate später Leitung in einer der sozialen Einrichtungen meines Chefs geworden. Dazu arbeite ich als Pädagogin in einer Schule. Es ist schon ein bisschen jenseits dessen, was ich ursprünglich mal studiert habe, nämlich Fremdsprachen auf Lehramt. Zum anderen habe ich ein Fernstudium für Buchhaltung/Bilanz begonnen und mache außerdem einen Lehrgang, damit ich Profikenntnisse in Excel habe, was für meine aktuellen Tätigkeiten definitiv von Vorteil ist.
Also nur um dir mal aufzuzeigen: dass es nicht zu spät ist. Ich bin ja jetzt auch schon knapp 32, und habe rein grundsätzlich erst mit knappen 31 wirklich zu arbeiten angefangen. Das mit den Honorartätigkeiten und dem Referendariat bringt mir nämlich letzten Endes so gut wie gar nichts. Ich habe ja damit fast keinen Rentenanspruch.
Ich muss jetzt bzgl. Rente echt sehen, wie ich das mache. Da ich nur 650 netto Rente haben werde - solange das Gehalt so bleibt - habe ich mir erst mal einen Banksparplan eingerichtet und ich spekuliere mit Aktien herum. 😉 Alles, was ich zusätzlich an Geld bekomme, sei es durch Zinsen, Aktienrenditen oder eben Verkäufe oder bezahlte Überstunden, wandert bei mir in den Banksparplan mit rein.
Mein Ziel ist es, dass ich bei dem Banksparplan etwas zwischen 100.000-150.000 habe später - das Geld packe ich mir dann zu meinen 650 Euro einfach oben drauf.
Mir ist das einfach zu unsicher, Riester- oder andere Rentenfondssachen abzuschließen. Man zahlt Unmengen ein - gerade in den Jahren vor Rentenbeginn - und hat im Endeffekt so gut wie kaum eine Garantie, dass wirklich was dabei herumkommt.
Warum ich das mit der Rente ausführe?
Weil das sicherlich bei dir auch mit reinspielt.
Ich würde definitiv jedem anraten, das Beste für sich irgendwo rauszuholen. Eben weil die Zukunft so unsicher ist. Das sollte dann auch schon weit jenseits von Hartz IV Niveau sein.
Und ich halte es durchaus für möglich, dass man oberhalb dessen leben kann. Selbst wenn man im Einzelhandel Filialleitung wird oder was weiß ich....