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Mit 26 Jahren noch keine Idee vom Leben..

jeanGL

Neues Mitglied
Hallo zusammen! Vorweg, dies ist mein erstes Mal im Forum, also verzeiht mir, wenn Ich diesbezüglich etwas unerfahren wirke. Zu mir..

Ich bin grade 26 Jahre alt geworden und befinde mich gefühlt in meiner ersten "Midlife-Crises". Um den Grund dafür zu nennen, könnte ich Meilenweit ausholen, doch versuche ich meine Lage so kurz wie möglich zu beschreiben.

Angefangen hat es wohl vor ca. 8 Jahren, als ich mit meiner ersten und bis heute auch einzigen Freundin zusammen kam. Zu der Zeit lief beruflich (11. Klasse), sowie privat wirklich alles gut. Mein Lebensmittelpunkt war der Fußball. Ich spielte zu der Zeit, in der damals höchst möglichen Jugendliga, und alles schien wie von alleine zu laufen (Schule, Freundin, Fußball). Dann verletzte ich mich in einem Spiel schwer (Kreuzband und Knorpel). Für jeden Fußballer quasi die schlimmste Verletzung die man sich vorstellen kann. Damit brach mir ein Standbein in meinen Leben weg. An Sport war die nächsten 2 Jahre, alleine der Verletzung geschuldet, nicht zu denken. Eine unglaubliche Umstellung, wenn man davor sein ganzes Leben Fußball gespielt hat.

Meine Beziehung entwickelte sich, wie ich heute weiß, schon zu der Zeit in eine falsche Richtung. Meine Ex-Freundin, war zeitlich sehr eingeschränkt, sodass wir grob gefasst die vollen 7 Jahre eine Art "Fernbeziehung" führten. Leider war ich damals noch jung, naiv und verliebt, was mir die Sicht der Dinge vernebelte. Ich richtete, ohne es zu bemerken, mein ganzes Leben nach Ihr aus. Ich verschob Interessen und Lebensziele, nur um die Beziehung zu retten.

Ich ging also nach der 12. Klasse mit einem mittelmäßigen Fachhochschulabschluss (2,7) ab, um ein Studium an der FH zu beginnen. Meine Ex zog damals nach Hamburg, weswegen ich mich dann dort an der HAW einschrieb (Wirtschaftsinformatik). Da ich mir schon damals keinerlei Gedanken über meine Zukunft gemacht habe, ging ich also vor, wie die Jahre zuvor auch. Ich ging davon aus, dass alles irgendwie von alleine funktioniert. Das Gegenteil war der Fall.. Die Beziehung entwickelte sich immer mehr Richtung Ende und das Studium, welches ich eigentlich nur antrat, um meiner Freundin nach zu ziehen, stellte sich als absoluter Fehler heraus. Ich quälte mich bis zum 5. Semester wo ich schließlich durch eine Prüfung fiel und exmatrikuliert wurde. Im ersten Moment war dies eher eine Erleichterung als Enttäuschung, da es immer mehr zur Last für mich wurde. Doch nun stand ich vor der Frage wie es weiter gehen sollte..
Ich entschied mich also wieder zurück zu ziehen und ein BWL Studium zu beginnen.

Da ich mich ja kurz fassen wollte, komme ich nun zum eigentlichen Problem..

Nach 7 Jahren habe ich die Beziehung beendet und nach 5. Semestern bin ich leider auch bei BWL durchgefallen. Falls ihr euch jetzt fragt, wie es sein kann, dass jemand zwei mal durchfällt. Ich war jeweils auf einem guten Notendurchschnitt nur habe es blöderweise jeweils in Mathe nicht geschafft.

Nun bin ich also 26 Jahre alt geworden, bin seit fast 2 Jahren Single (ohne einmal wieder Sex gehabt zu haben), seit einem halben Jahr als arbeitslos gemeldet (wegen Krankenversicherung und Miete, hab noch nen Teilzeitjob) und habe so gar keine Idee was ich nun mit meinen Leben anfangen soll.

Die letzten 3 Jahre war ich unter anderem auch in einer Art Psychotherapie, da sich bei mir Muster einer Depression entwickelten. Ich laufe nun nicht tieftraurig durchs Leben, nur haben sich auf Grund vieler falscher Entscheidungen, eine Menge schlechter Gedanken in meinen Kopf breit gemacht, die angefangen haben, mich zweifeln zu lassen. Vor 10 Jahren war ich das komplette Gegenteil von dem, was aus mir geworden ist. Ich schäme mich für meine Situation, weswegen ich mich teilweise auch anfange in meinen Umfeld einzuigeln und es bis heute nicht geschafft habe, mich auf eine neue Frau einzulassen.

Das größte Problem dabei ist mein Alter. Jeder um mich herum geht einer festen Arbeit nach oder verfolgt ein festes Ziel. Einige mit denen ich zusammen studiert habe, sind mit Ihrem Master durch. Und ich bleibe irgendwo auf der Strecke. Im Rahmen der Therapie machte ich einen IQ Test, der am Ende bei 132 lag. Ihr glaubt jetzt vielleicht, dass ich damit angeben möchte. Aber eher tritt bei mir das Gegenteil in Kraft. Ich schäme mich dafür, bislang nichts aus meinen Leben bzw. Möglichkeiten gemacht zu haben.

Nun ist es nicht so, dass ich mir keinerlei Gedanken mache. Ich wollte mein Leben lang Sport studieren. Mein Leben ist schon immer der Sport gewesen und ich will wieder dahin zurück. Durch die letzten 7 Jahre, haben sich so einige Dinge in meinen Leben, in negativer Hinsicht verschoben, was ich wieder zurecht rücken will. Doch habe ich mir den Weg dorthin durch falsche Entscheidungen in der Vergangenheit erschwert, wenn nicht sogar verbaut. (kein Abi)

In der Zwischenzeit habe ich ein paar Praktika absolviert allein um heute zu wissen, dass eine Ausbildung nicht wirklich für mich in Frage kommt. Was mich aber eher auf den Gedanken bringt, ob ich überhaupt noch das Recht habe wählerisch zu sein?!

Ihr merkt vielleicht, wie unausgewogen ich bezüglich meiner Gefühle und Entscheidungen bin und hoffe, bei euch auf ein offenes Ohr zu stoßen 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Mensch, du bist 26!! Du kannst und du darfst sogar noch alles machen was du möchtest. Die Sache ist eher die, dass du gewisse Dinge in naher Zukunft besser sein lassen solltest, wie z.B. das ausschließliche Konzentrieren auf Partnerschaften/Ex-Freundin und den damit einhergehenden Nachteilen für dich, wie eben das verkorkste Studium in Hamburg.

Um noch die Kurve zu kriegen, musst du jetzt(!) konkret ganz egoistische Entschlüsse fällen. Was willst du beruflich mal machen und wie kannst du das bewerkstelligen? Das sollte dein alleiniges Ziel sein, jedenfalls für die nächste Zeit. Wenn du mal irgendwann 46 bist, keine Ausbildung, Studium, etc. dann ist der Zug abgefahren, aber jetzt ist alles noch offen.

Braucht man für das Sportstudium Abi? Oder reicht Fachhochschulreife? Kann man das in Hessen studieren? Denn in Hessen haben ja einige Hochschulen die Beschränkungen aufgehoben und vormals verschlossene Studiengänge auch für Leute ohne Abi ermöglicht.
 
im ersten moment würde ich auch panische werden, 2 mal beim studieren zu "versagen" ist schon ein schlag ins gesicht.
aber nunja. nun ist es eben so geschehen. versuchs doch mal mit einem weniger mathelastigen studium. zb in richtung soziale arbeit.lass dich in der uni beraten. der zug ist nun wahrlich noch lange nicht abgefahren!du bist 26. du lebst vll noch 3 mal so lang 😀 go for it!
 
Hallo jeanGL,

wenn es deine Finanzen zulassen, würde ich auch ein neues Studium beginnen, das du dir vorstellen kannst. Ich sag mir immer: So lange ich spätestens in etwa mit 30 zu arbeiten anfangen kann, ist das okay - also, wenn ich vorher studiert habe, natürlich! Du bringst Erfahrungen mit, wie es generell in einem Studium abläuft. Dies könnte für einen neuen Versuch nur von Vorteil sein 🙂!

Das mit deiner Freundin tut mir leid, und ich kann auch deine Sehnsüchte gut nachvollziehen. Dennoch sehe ich es so, dass du erst einmal mit dir selbst ins Reine kommen solltest, was deinen beruflichen Werdegang angeht. Eventuell gehen deine Probleme - Single-Dasein auf der einen Seite und unfreiwillig beendetes Studium auf der anderen Seite - auch Hand in Hand miteinander.
Der IQ ist doch schnurz. Mich würde es nicht jucken, wenn man bei mir einen IQ von 80 feststellen würde. Was das überhaupt für Messwerte sind... Der Erfinder dieses IQ muss ja einen IQ von 500 gehabt haben, wenn nach diesem Prinzip menschliche Intelligenz so wunderbar reibungslos messbar sein soll 😀. Also empfehle ich dir, dich nicht von so einer Zahl unter Druck setzen zu lassen!

Was wären denn Studiengänge, die dich interessieren würden? Denk mal drüber nach. Ich habe auch manchmal Bedenken wegen meines Alters im Vergleich zu Kommilitonen, aber letztendlich ist es doch so, dass nachher sowieso keiner mehr nachfragt. So ähnlich wie das mit dem Durchschnitt bei Schulzeugnissen ist. Während der Schule sind die Noten immens wichtig, heute interessiert das doch sowieso keinen mehr (na ja, außer einigen verbissenen Leuten, sich heute noch daran messen. Denen geht's dann aber sicher auch nicht gerade gut).

Ich befinde mich gerade in einer ähnlichen Situation, nur dass ich NOCH die Chance habe, mein Studium zu schaffen (BA allerdings). Wenn ich es nicht schaffe, dann bin ich im gleichen Alter wie du am gleichen Punkt. Aber aufgeben... macht auf gar keinen Fall glücklich 😉! Egal, was passiert. Du schreibst selbst, es war fast eine Erleichterung für dich, dass du durch die Klausur gefallen bist. Dann war es auch nicht das Richtige. Schicksal 🙂?

Im Gegensatz zu dir hatte ich noch gar keine richtige Beziehung, und ja, es wäre mal schön, sehr schön. Erzwingen kann man DAS leider nicht, alles andere kann man besser lenken. Lenken wir das, was wir lenken können, nach bestem Gewissen und natürlich auch Gefühl!

Viel Glück, Mut und Kraft wünsche ich dir!
 
Erstmal vielen Dank für eure ehrlichen Antworten!

Zunächst sind es viel mehr die letzten Jahre, als meine Ex Freundin, was mich momentan so ein bisschen ins schleudern bringen. Über meine Ex bin ich schon lange weg.. Nur hab ich es noch nicht geschafft, zu meiner alten Persönlichkeit zurück zu finden, die ich hatte, bevor das alles anfing. Hört sich vielleicht ein wenig geschwollen an, aber ungefähr so fühlt es sich grade an. Einfach vom Kopf her irgendwie nicht frei..

Das Problem ist, dass ich mich eigentlich schon immer auf ein Sportstudium festgelegt habe, aber durch meine Verletzung damals und die Jahre danach sich diese Fokussierung doch ziemlich geändert hat. Dieser innere Antrieb ist in den letzten Jahren scheinbar irgendwo auf der Strecke geblieben, da ich verlernt habe darauf zu hören was ich will.

Nun wäre es sogar Möglich an der hiesigen Uni Sport zu studieren. Sogar mit alternativen Zusatzoptionen. Da komm ich allerdings leider nur mit einer entsprechenden Fachgebundenen Hochschulreife oder Abitur ran. Was ich mir ja selbst verbaut hab. Und gerate ich so ein bisschen in Panik, weil ich mir doch recht sicher bin, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist, zu tun, worauf ich auch Lust habe bzw. es keine gute Idee wäre nochmals was zu starten, ohne mich wirklich damit zu identifizieren.

Leider scheint es aber nich so einfach möglich zu sein, aus meiner Fachhochschulreife den benötigten Abschluss zu machen. Aktuell überwiegt wieder so ein bisschen die Angst, dass ich mit 27 immer noch an diesen Punkt bin. So wie schon die letzten beiden Jahre..
 
Hey jeanGl,

zuerst will ich sagen dass ich das voll und ganz nachvollziehen kann wies dir zurzeit geht, bin in abgewandelter Form auch in so einer Situation wie du gerade.
Es liest sich so heraus, dass ein großes Problem von dir ist dass es zurzeit keine Partnerin in deinem Leben gibt.
Diese Empfinden oder der Gedanke ist nicht unbedingt gut meiner Meinung nach, weil damit setzt du dein eigenes Leben bzw dich selber sehr sehr weit unten an, so von wegen "Ohne Partnerin ist mein Leben nichts" und das ist völliger Unsinn. Ich versteh den Gedanken sehr gut und hab auch selber solche mal gehabt und klar hat man auch Sehnsüchte, aber ein Partner ist ein Teil oder Begleiter deines Lebens aber nicht der einzige Lebensinhalt.
Das Leben kann auch alleine so schön sein man muss es nur erstmal sehen und wenn man mit seinem Leben/mit sich selber glücklich ist dann bedarf es auch keinen Partner, aber ist dann ein schöner weiterer Inhalt deines Lebens.

Und zu deinem Alter und dem studieren usw.
Mach es wenn du dir selber sagen kannst das ist es!
Guck nicht auf andere was die schon haben oder auch nicht, lass dich davon nicht runtermachen, dann ist man halt noch nicht soweit na und?
Ich bin 25 hab mit 16 Lehre gemacht und dann bis heute gearbeitet, zwischendurch war ich noch 2 1/2 Jahre bei der Bundeswehr, hab nen schönen Audi gefahren konnte mich soweit materiell nicht beschweren und was hat es mir gebracht?
Nichts! Hatte Mitte 2011 einen Zusammenbruch, hatte mit Depressionen zu kämpfen und Angstzuständen und hab heute noch damit mal mehr mal weniger zu kämpfen.
Weil ich mich immer mit anderen verglichen habe, mich immer unter Druck gesetzt habe, ich mich immer verstellt habe damit ich anderen gefalle bzw ich nicht ich selber war.
Nur weil man einem gesellschaftlichen Bild nachgeeifert hat was absolut nicht meins war.

Jetzt will ich mein Abi nachmachen und dann Soziale Arbeit studieren weil ich endlich dass gefunden habe was mir wirklich zusagt.
Ich höre auch nur "Jetzt noch studieren?Bist doch schon 25!" Und? Es ist dein Leben und deine Sache was du daraus machst und du hast noch mindestens 40 Jahre Arbeit vor dir wenn nicht länger.

In dem Sinne drück ich dir die Daumen und nicht so viel grübeln 😉
 

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