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Mir gefällt die "moderne" Welt nicht - geht es noch jemandem so?

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Adreju

Aktives Mitglied
Ich wollte mal fragen ob es eventuell noch andere gibt, die der Entwicklung was Digitalisierung und sonstige Veränderungen anbelangt nicht so offen gegenüber stehen.

Manchmal empfinde ich fast schon eine gewisse Reizüberflutung.

Warum muss man seinen Kühlschrank, seine Heizung oder das ganze Haus über Smartphone bedienen können?
Warum müssen Autos selbst fahren können?

Warum muss überhaupt alles vernetzt sein?

Abgesehen vom medizinischen Bereich halte ich einfach vieles für überflüssig, frage mich sogar manchmal wie der Mensch früher ohne Smartphone ausgekommen ist. Ging doch auch.

Irgendwie geht die komponente Mensch immer mehr in den Hintergrund, es geht nur noch Technik. Wie lange dauert es noch bis ein Chip unter der Haut permament dem Hausarzt die befindlichkeit durchsendet?
In 10 Jahren sollen die Autos weitgehend autonom fahren. Fliegen wir dann in 20 Jahren durch die Gegend?
Läuft in 50 Jahren mehr künstliche Intelligenz herum als der einfache Mensch?

Ich persönlich merke, dass ich mich gegen diese Entwicklungen irgendwie sperre, weil ich es einfach für ein zufriedenes Leben nicht bräuchte.
Aber es muss irgendwie jeden Tag höher, schneller und weiter gehen.

Mich nervt das. Manchmal beschäftige ich mich dann mit Dingen von früher und komme immer wieder zur Erkenntnis dass es irgendwie relaxter und menschlicher war, bzw. ohne gewisse Technik durch die man permament erreichbar ist, auch stressfreier. Geht es noch jemandem so?
 
Warum muss man seinen Kühlschrank, seine Heizung oder das ganze Haus über Smartphone bedienen können?

Zumindest in einiger Hinsicht geht es mir so ähnlich wie Dir. Eine komplett vernetzte Welt finde ich weniger hilfreich als störend oder zum Teil sogar riskant, weil es natürlich auch ganz neue Möglichkeiten für Überwachung und Kontrolle gibt. Ich bin ja noch in einer Zeit groß geworden, wo an Internet und ähnliche Erfindungen gar nicht zu denken war, und wo man oft stundenlang einfach unabhängig sein konnte, ohne per Handy/Smartphone jederzeit erreichbar zu sein.

Auch das "Internet der Dinge" und die Vernetzung von Alltagsgegenständen, wie Haushaltsgeräte, Heizung oder Jalousien etc. finde ich persönlich überflüssig. Bislang würde ich nicht in Erwägung ziehen, mir solche Funktionalitäten ins Haus zu schaffen, aber wer weiß, ob es in wenigen Jahren überhaupt noch Produkte ohne Vernetzung zu kaufen geben wird.

Solange ich noch die Wahl habe, welche Funktionen und Geräte ich nutze und welche nicht, finde ich es nicht so schlimm. Problematischer finde ich es, wenn ich keine Wahl mehr habe, weil die Geräte nur noch mit Vernetzung hergestellt werden.
 
Das ist einer der Knackpunkte. Was, wenn man gar nicht mehr anders kann?

Niemals würde ich mir freiwillig sowas wie Alexa ins Haus holen.
Dabei bin ich noch relativ jung, und denke so, während in meinem Umfeld jeder diesen Hypes hinterherläuft.

Ich warte jetzt noch darauf, dass auch das Bargeld ganz abgeschafft wird.

Für sehr bedenklich halte ich, dass mittlerweile schon Kleinkinder an Smartphones und Tablets gewöhnt werden.
 
Ich bin da auch jemand der lieber ohne Smartphone, Alexa und Co lebt.

Es nervt mich in dem Sinne aber nicht. Ich mache es halt nicht mit, teilweise schon aus finanziellen Gründen nicht, wobei ich wohl die erste wäre die sich ein selbst fahrendes Auto kaufen würde, wenn sie könnte.
 
Was mich eher nervt , ist das man beruflich ohne Vernetzung nicht mehr auskommt. Zu Hause braucht man diese Dinge ja nicht anwenden. Manches ist mir inzwischen auch viel zu kompliziert . Manch einer beschäftigt sich als Hobby mit diesen Dingen . Aber es kommt auch immer auf meinen momentanen Stressfaktor an, ob ich das digitale gut finde oder nicht. Ansich ist die Entwicklung schon gut so, aber für sich selbst muss man es ja nicht alles haben und nutzen.
Wenn ich überlege, das man in den 60 er Jahren oft nur ein Röhrenradio hatte , vielleicht noch einen Fernseher und Waschmaschine , dann kann man heute Dankbar über diese Entwicklung sein.
 
Mir geht es vor allem darum, dass alles mehr und mehr ent"menschlicht" wird.

Bald werden in der Grundschule bereits Dinge durchgenommen, die der Vater schon nicht mehr versteht.
Man macht sich auf lange Sicht komplett abhängig von der Digitalisierung.

Dann werden auf kurz oder lang auch Arbeitsplätze verloren gehen.

Das Finanzamt macht irgendwann die Steuererklärung automatisch, man muss sie nur noch absegnen.

Aus der Sicht des Datenschutzes, vor allem aber auch unter dem menschlichen Aspekt hat mir die Welt früher besser gefallen.
Meiner Meinung nach kann es auch nicht ewig immer nur bergauf gehen und Wachstum geben.
Jeder muss überall erreichbar sein, ein Jugendlicher 2 Tage ohen Whatsapp verpasst schon einen Großteil und bekommt Entzugserscheinungen.

Ich finde man bürdet sich selbst diese Abhängigkeit auf und hat dadurch unbewusst mehr Stress.
 
Was mich eher nervt , ist das man beruflich ohne Vernetzung nicht mehr auskommt. Zu Hause braucht man diese Dinge ja nicht anwenden.

Ja, wie gesagt, solange man die Wahl hat, stimme ich dir zu. Ich würde mir vernetzte Geräte etc. nicht freiwillig zulegen, weil ich keine Lust habe, mich in eine unnötige Abhängigkeit zu begeben. Die Frage ist, was man tun kann, wenn die Hersteller dazu übergehen, nur noch vernetzte Geräte anzubieten, die sich nur noch per App oder Internet bedienen lassen?

Beruflich habe ich ja auch mit EDV zu tun, aber ich sehe die Entwicklung zwiespältig, denn man begibt sich auch als Betrieb in eine große Abhängigkeit von Technik und komplexen Systemen, die leider jederzeit ausfallen können. Zwar wird viel Geld und Aufwand in Backup und Restore-Techniken gesteckt, aber nicht immer lässt sich alles so einfach rekonstruieren und wieder in Gang bringen, wenn es einen größeren Systemausfall gegeben hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Anderes Beispiel:

ich mache ja ein kleines nebenberufliches Studium an einer Hochschule. Dafür muss ich mich jedes Semester neu rückmelden. Bis vor kurzem hat man dazu ein Formular ausgefüllt, eventuell ein Zeugnis beigefügt und das ganze per Post eingeschickt. Inzwischen muss man sich online rückmelden. Diese Online-Rückmeldung macht mir viel mehr Arbeit als zuvor. Seltsamerweise muss ich im Gegensatz zu früher nun bei jeder Rückmeldung erneut meine sämtlichen Zeugnisse, Lebenslauf etc. hochladen, weil diese nur für ein Semester gespeichert werden. Und dann kann man nur hoffen, dass während des Vorgangs nicht der Server oder die Internetverbindung zusammen bricht.
 
Sch...technik. Bin auch ein Beinahe-Verweigerer. Hab mir meinen ersten Plattenspieler gekauft, als die Dinger schon völlig out waren, und erst jetzt zu Weihnachten mein allererstes Smartphone (ein Billigding für Anfänger und technische Vollpfosten wie mich 😀 ), das liegt aber auch die meiste Zeit zuhause und setzt Staub an. Ich dachte, ich nutze es zum fotografieren und hin und wieder mal ein Spiel daddeln ... nur finde ich aktuell nix, was ein Foto wert wäre, und zum daddeln hab ich kaum Zeit. So wie die Leute, die überall wo man sie sieht, in den Öffentlichen und auf der Straße, an ihrem Nervtöter herumdrücken, werde ich garantiert nicht mehr.
Daheim steht auch nicht mehr Technik als absolut muß, da ich abends lieber was lese als extra den Fernseher auszugraben (im Sinne des Wortes, ist nur ein kleiner Flachbildschirm und meistens stehen Bücher davor), eine der wenigen Ausnahmen ist GOT, wenn die nächste Staffel kommt. (Nur noch eine, aber ich bin schon auf die angekündigten Nachfolge-Serien gespannt.)
Sowas wie die in der Werbung so fleißig angepriesene "Alexa" zu haben, kann ich mir gar nicht vorstellen, wozu, wenn die ganzen daran hängenden Geräte eh fehlen. Nö, mit der Großtechnik wird das nix mehr für mich. Falsche Generation. 🙄
 
nur finde ich aktuell nix, was ein Foto wert wäre,
Ich habe mir inzwischen angewöhnt, einfach immer mal wieder ein paar Fotos aus dem Alltag zu machen. Die Bilder dienen mir als eine Art fotografisches Tagebuch, weil ich mich dann später noch ganz gut erinnern kann, was ich an welchen Tagen ungefähr gemacht habe, oder wo ich gewesen bin. Gelegentlich blättere ich dann durch meine Bildergalerie, und es kommen wieder die Erinnerungen an die zugehörigen Ereignisse hoch. Das finde ich persönlich ganz schön. Die Bilder sind normalerweise nicht fürs Internet bestimmt, sondern nur für mich.
 
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