Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Menschenhass

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
G

Gast

Gast
Hi!

Ich heiße Julia und bin 26. In letzter Zeit stelle ich an mir einen Hass fest, der mich erschreckt und sich nur auf Menschen bezieht.
Menschen sind mir in fast jeder Lebenslage einfach zuviel. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an, wenn zwei Leute sich unter meinem Fenster unterhalten oder ich spielende Kinder höre, daß ich Aggressionen kriege und das Fenster mit Gewalt zuknalle, um den anderen zu zeigen: Wie konntet ihr es wagen, mich zu stören mit euren belanglosen Geräuschen und eurem Reden?
Und weil ich meine Aggressionen irgendwie ablassen muss, bevor ich Kopfschmerzen kriege und mit den Zähnen knirsche etc.

Genauso geht es mir auch auf der Arbeit. Ich frage mich ständig, wieso man nun so die Tür knallen muss, lautstark telefonieren (man kann doch auch leiser reden), durch die Abteilung rufen, und generell stresst mich die Anwesenheit anderer Menschen, daß ich abends meist Kopfschmerzen habe und schlechte Laune.

In meiner Wohnung geht es dann leider weiter, die Nachbarn reden im Treppenhaus, sie reden neben mir, über mir, unter mir, sie saugen, sie bohren und sie existieren.

Am liebsten würde ich irgendwo auf einer einsamen Insel wohnen und nie mehr einen Menschen sehen müssen.

Komischerweise bezieht sich meine Genervtheit nicht auf Autolärm (es sei denn, jemand lässt den Motor aufheulen oder hat ein getuntes Auto, mit dem er ewig vor der Tür wartet), Flugzeuglärm, Rasenmäher (es sei denn, es ist ständig direkt vor meinem Fenster, aber das kann ich eher hinnehmen) und Geräusche von elektrischen Geräten, die Surren, Brummen oder Rauschen.

Bei Freunden ist es so, dass ich sie gerne treffe, aber auch da nach 1-2 Stunden völlig genervt bin, mir wünsche, sie würden einfach gehen, oder überlege, ob es okay ist, wenn ich jetzt einfach gehe, weil ich meine Ruhe haben will.

Manchmal wünsche ich mir, schwerhörig zu sein oder ganz taub. Damit stelle ich mir das Leben so viel leichter vor. Erstmal muss man sich nicht mehr das ständige Geseier geben, das von Leuten grundsätzlich ausgeht, und und dann auch keine anderen, plötzlichen und lästigen Geräusche mehr.

Wenn ich im Bad stehe, knallt es über mir manchmal unerwartet. Es ist irgendwas vom Nachbarn, so ein dumpfes Geräusch, und ich erschrecke jedes Mal und stehe dann im Bad und koche schier über, hab Herzrasen und sehe rot und dann möchte ich jemanden schlagen oder am besten Schlimmeres. Sogar, wenn mir selber irgendwas runterfällt und es scheppert, erschrecke ich so, daß ich Wut kriege. Es ist, als würde der Lärm in meinem Körper direkt umgeleitet in das Bedürfnis, zuzuschlagen. Natürlich habe ich noch niemanden geschlagen, aber Gewaltfantasien übelster Sorte.

Alpträume kommen auch dazu, ich träume, auszurasten und es "den anderen" heimzuzahlen. Neulich sagte einer, für ihn wäre es eine Horrorvorstellung, plötzlich alleine auf der Welt zu sein. Für mich wäre es das Paradies. Oder so wenig Leute, daß man sich jederzeit aus dem Weg gehen kann. Tiere mag ich, die stören mich nie, aber Menschen gehen mir zunehmend auf den Geist.

Es fällt mir total schwer, mich abzuschotten. Ich lebe in der Stadt und es gibt keinen Ort, an dem ich mich "in Ruhe" fühle, wo keine Menschen sind, keine menschlichen Geräusche. Sogar durch Oropax gehen die Geräusche des Alltags durch.

Die einzige Zeit, in der ich mich entspannen kann, ist zwischen 3.00 und 5.00 Uhr morgens, wenn das ganze Haus zu schlafen scheint. Leider traue ich mich dadurch nicht mehr, eher ins Bett zu gehen. Dann verpasse ich ja die beste Zeit des Tages. Ihr könnt euch vorstellen, wie man sich da auf der Arbeit fühlt. Zwar habe ich sehr flexible Zeiten, aber eigentlich ist da so nicht länger durchführbar.

Für ein Haus auf dem Land fehlt mir noch lange das Geld. Unzufrieden mit mir bin ich auch, weil ich nur noch in Vermeidungshaltung lebe. Das ist ein Teufelskreis geworden. Ich würde gerne etwas tun, z.B. kochen oder schreiben oder lesen, und dann höre ich wieder alle Nachbarn und draußen die Menschen und bin unfähig, mich auf meine Tätigkeit zu konzentrieren. Ich warte mit allem, bis es leise ist und ich nicht mehr abgelenkt werde. Bis dahin verharre ich vor dem Computer und lausche auf jedes Geräusch, hab Herzklopfen und bin angespannt und überlege, wie ich endlich meine Ruhe haben kann.

Menschliche Gesellschaft ist mir einfach zuviel. Ich weiß nicht, wie lange das noch so weitergehen soll, zumal die Arbeit auch zur Qual wird und es langsam auffällt, daß ich mich nicht konzentrieren kann. Ich muss dazu sagen, daß ich vorher zur Untermiete auf dem Land gewohnt habe und dann für den Arbeitsplatz in die Stadt gezogen bin. Pendeln wäre unmöglich, zu teuer.

Was soll ich machen? Ich bin ein nervliches Wrack. Geht es jemandem ähnlich?

Wenn ich konsequent wäre, müsste ich auf eine einsame Insel oder in den Wald ziehen, was vollkommen utopisch ist. Und natürlich wurmt es mich, so anfällig zu sein.

Danke schon mal für hoffentlich baldige Antworten,
Julia
 

Hallo Gast,

schau mal hier: Menschenhass. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo Julia,

das Fenster zugeknallt hat wohl jeder schon mal. Manche Mitmenschen legen es auch wirklich darauf an, lärmen bewusst. Und genau da muss man eine Grenze ziehn. Das geht allerdings nicht mit Gewalt. Für solche Fälle gibts Gesetze Regeln usw. bei zu laut sein nachts, daruft man die Polizei und erstattet wenn es zu häufug ist paarmal Anzeige oder man macht Druck zusätzlich übern Vermieter.
Zu deinen Aggresionen, daran musst du arbeiten. Vieleicht eine Therapie (nennt sich das Verhaltenstherapie, bin mir da nicht ganz sicher?). Eine Ausgleichssportart wäre auch sinnvoll, da kann man auch sehr gut Wut abbaun und tut gleichzeitig was gutes für sich selbst.

mfg Galant
 
Hallo,

hast du mal dein Gehör überprüfen lassen, ob es vielleicht besonders empfindlich ist?


Im Büro könntest du mit Ohrenstöpseln arbeiten bzw. mit Filterhörschutz. Google mal danach. Die filtern dann nur bestimmte Töne aus. Bei einer Freundin in der Firma machen das alle und sie sagt, die Konzentration steigt um vieles. Wäre vielleicht auch was für dich.
 
Hallo

ich kann dichberuhigen, das ist kein Menschenhass.
Wenn man zB etwas Schlimmes oder viel Stress über eine lange Zeit durchgemacht hat und das nicht verarbeitet wurde, entwickelt man eine hohe Schmerz-und Licht- Geräuschempfindlichkeit. Man reagiert mit Angst, weil das Gehirn in ihm schon bekannte Verhaltensmuster wieder reinfällt.

Man verwechselt es mit Menschenhass, weil die ja die Handlungen ausüben.
Allerdings isolierst du dich auch von Freunde zunehmend, gehst weniger aus. Das sind depressive Anzeichen.
Ich würde es von Psychiater abklären lassen. Und wenn es etwas Schwerwiegendes von früher da ist, muss es in einer Therapie aufarbeitet werden.

Aber es wäre gut, wenn du trotzdem deine Gewohnheiten beibehälst, weil sonst isolierst du dich noch mehr und das verstärkt die Symptome. Nur wenn es dir zu viel wird, musst du Grenzen ziehen und gehen.
Vielleicht hast du auch zuviel mit hektischen, vorlautenMenschen zu tun. Also ich mag zwar auch Abwechslung, aber geborgen fühle ich mich nur bei denen, die sich wenig aufregen, nicht impulsiv sind, sondern verständnisvoll und die mir auch mal zuhören, wenn es mir schlecht geht. Jeder Mensch muss seinen Bedürfnissen gerecht leben.
 
Hallo Julia

ich wollte dich noch auf Enspannungsübungen aufmerksam machen. Die kann man ganz einfach kostenlos in Vorsorgekurse der Krankenkasse lernen. Ganz speziell denke ich da an progressive Muskelentspannung, weil das die Muskeln lockert, den Atem ruhiger werden lässt, was ja unbewusst anspannt in solchen Momenten. Zudem wenn man in einem gedämpften Zustand ist, macht man die Erfahrung, dass man Geräusche wahrnimmt als Störfelder, aber dadurch dass man seine Konzentration auf die Muskeln legt, verlieren die Geräusche an Intensivität.
Diese 10 Min Übungen kann man immer zueiner festen Zeit oder bei Anspannung machen. Mit der Zeit ging es mir so, dass ich trotz Geräusche ganz tief entspannt war und darum geht es, du kannst Lärm nicht unterbinden, aber lernen damit umzugehen, es zu dämpfen.
 
hallo Julia ,
Schilddrüse und Blutdruck , Blutwerte kontrollieren lassen , eventuell zum Rheumatologen gehen . Vielleicht auch Überweisung zum Endokrinologen , wegen Abklären einer endokrinen Stoffwechselerkrankung !
Wichtig , erst das Körperliche abklären . Die Feinsofflichen Austauschvorgänge der Drüsen , Organe etc. untersuchen lassen !
Seelisch geht immer . Ist doch nen echtes Wunder , daß nicht viel mehr Menschen an ihren Umweltstressoren " irre werden " , oder ?
In mir schlägt die Stimmung manchmal wie eine Welle hoch .
Darf mir dann Keiner quer kommen .
Es gibt Menschen , welche hypersensibel sind , wissenschaftlich bewiesen . Hat was mit dem Stoffwechsel in den Basalganglien zu tuen . Wirkt sich fatal auf Herz , Kreislaufsystem aus , wenn Depressionen ,( Nikrotin )sucht , Übergewicht , etc. noch dazukommt .
Für so was gibts nen genetischen Marker , sprich erblich !
Nur , daß Männer und Frauen mit dieser Prädisposition unterschiedlich umgehen .
Mein Vater hat immer Alles zertrümmert , wenns Ihn mal überkam ,
Mutter lag tagelang wie Tot im Bett und hat sich nicht gemuckst .
Mir gehts eigentlich mit dieser Veranlagung ganz gut .
Gehe allerdings so gut wie jedem erdenklichen Stress aus dem Weg . Sehr zum Ärger meiner lieben Mitmenschen .
Also wenn Du es Dir leisten kannst . Stress , als Triggerfaktor am Besten ganz meiden ! Sei dir selbst genug , vorerst !
 
Hallo,

du scheinst ein sehr sensibler Mensch zu sein und solltest an einer Art Selbstschutzprogramm arbeiten.
Also für viel Ausgleich sorgen, Ruhezeiten, viel raus in die Natur...

Menschenhass bedeutet auch Hass auf sich selbst im Grunde...und ist auch bei Hypersensibilität eine zu starke Reaktion..hat auf jeden Fall noch andere Ursachen vermute ich. Es könnten noch andere Stressoren, wie z.B innerer Stress durch unverarbeitete traumatische Erfahrungen mit reinspielen.
Oder es ist ggf nicht direkt Hass sondern eher Gereiztheit, Überreiztheit.

Glasmeers Beitrag fand ich gut und ich denke auch dass deine Gereiztheit Zeichen für eine für dich ungünstige Lebensweise ist und du einiges ändern solltest.

Ich würde ebenfalls zu Umzug und Neustrukturierung des Alltags raten.

Tyra
 
Hallo,

danke für eure zahlreichen Antworten.

Wow, in den Wald gezogen. Das würde ich auch gerne. Momentan aber undenkbar, rein finanziell. Definitiv aber ein Ziel für später.

Ich höre nicht überdurchschnittlich gut, ich gehe davon aus, dass ich ein Mensch bin, der zartbesaitet ist und sich schwer abschotten kann. Stimmungen und Gefühle von anderen Menschen dringen sofort auf mich ein und es fällt mir schwer, bei mir zu bleiben. Z.B. empfinde ich Bahnfahren als echte Qual, wenn man in einem dieser Wagen sitzt, wo sich alle gegenüber sitzen und gegenseitig anstarren. Wenn sich jemand aufregt, kriege auch ich Herzklopfen und werde aggressiv. Wenn ich spüre, dass jemand an mich eine Forderung stellt, dies aber nicht direkt sagt, kriege ich Beklemmungen und ärgere mich heimlich. Z.B. sagte einer zu mir, von dem ich das Gefühl habe, er wolle mich angraben, ist aber gar nicht mein Typ, beiläufig: "Tja, in letzter Zeit kam ich leider gar nicht ins Kino", er seufzte, "dabei wollte ich noch so viel sehen".
Man kann mir jetzt erzählen, was man will, ich WEISS, dass er wollte, dass ich sage, dass wir ins Kino zusammen gehen. Immer, wenn ich nicht auf dieses Gefühl gehört habe, lag ich falsch.

Ein anderer Mann sagte damals: "Also wenn jemand mitkommen würde, würde ich auch da- und dahingehen". Und das sagte er zu mir. Später gebrauchte er als Vorwurf, ich hätte mir doch denken können, was er meint, und sei nicht drauf eingegangen.

Ich habe mir aber geschworen, NIE MEHR auf sowas einzugehen, weil ich es hasse, wenn Leute nicht direkt sagen, was sie wollen. Und nicht sagen: Hey, hast du Lust, mit mir ins Kino zu gehen?
Sondern ihren Wunsch so blöd beiläufig daherkommen lassen. Das war bei uns in der Familie früher Gang und Gäbe. Mutter sagte x, meinte aber y, und ich musste es heraushören, es erspüren, was sie wirklich wollte.

Eine Freundschaft ist ziemlich arg zerbrochen an so einer Geschichte. Jemand, der immer Dinge sagte, sie aber ganz anders bei mir ankamen. Er regte sich beim Reden sichtlich auf, wurde aggressiv, laut, überheblich. Er schrieb auch meiner Meinung nach so. Irgendwie las sich das raus, dass er sich grad ärgert. Aber ich konnte ihn nie zu fassen kriegen, weil er immer sagte: Ja, aber ich habe doch das und das gesagt, sachlich, und ich war nicht wütend.

Es kam aber wütend bei mir an. Oder überheblich. Oder so und so. Ich weiß, dass ich meinem Gefühl trauen kann, weil ich sehr viel Erfahrung damit habe, quasi von Kindesbeinen an, Leuten ihre Gefühle von den Augen abzulesen. Und ich merke, wenn jemand schleichend pissig wird oder ungehalten, und wenn er mir dann ins Gesicht sagt, das wäre aber nicht so, dann kann ich damit nicht leben. Das ist so, als sollte ich mich selber verleugnen, mich belügen, um des anderen Willen. Die Geschichte ging mir so auf die Nerven, dass ich sie rigoros beendet habe.

Und auch so bedeutet mit Leuten zusammenzusein für mich immer einen Ansturm von Gefühlen und Ausbrüchen, mit denen ich oft nur schwer umgehen kann. Anstrengend. Rausgehen ist anstrengend, Leute sind anstrengend. Tiere nicht. Die Katze miaut, wenn sie Hunger hat, sie sträubt sich oder haut nach mir, wenn sie grade nicht will und ich muss nicht tausend Dinge hineininterpretieren, weil es klar und offen ist, was sie will.

Einen Gesundheitscheck hatte ich letztes Jahr, Blutwerte etc., alles okay.

Tauchen..darüber habe ich nie nachgedacht. Aber ein Wald oder Park reicht schon für mich. GANZ still muss es nicht sein.

Bin in eine Gegend mit angenehmeren Menschen gezogen und wohne nun an einer Hauptverkehrsstraße. Oh je, könnte man denken, vom Regen in die Traufe. Aber es erweist sich als nahezu perfekt. Die gleichförmigen Verkehrsgeräusche, das Rauschen, lässt mich abschalten und nimmt Geräuschen aus dem Haus, die aber eh selten sind, die Spitze. Ich kann mich gut konzentrieren. Ich kann pennen. Es ist sogar von Vorteil, gegen 23.00 Uhr ins Bett zu gehen, weil die Straße da am angenehmsten ist.

Und ihr habt Recht, ich muss mein Privatleben auf die Reihe kriegen, um ausgeglichener zu sein. Dafür Sport und so, wirkt Wunder. Die Arbeit ist ein großer Punkt, muss da noch viel "Inventur" betreiben und rausfinden, was ich wirklich will.

Und generell einfach mehr machen, mehr Abwechslung.

Vielen Dank noch mal für eure tollen und hilfreichen Antworten!

Julia
 
Hi, Gast,

ich könnte mir vorstellen, dass deine Reaktionen Teil einer Posttraumatischen Belastungsreaktion sind - gerade dieses schnelle in Wut geraten bei Belastungen lässt mich daran denken.

Eventuell könntest du eine EMDR-Therapie in Erwägung ziehen, falls es belastende Situationen in deinem Leben gegeben hat. EMDR wirkt übrigens auch als Verstärker positiver Emotionen, kann also wirklich nützlich sein.

Infos über EMDR und Therapeuten, die darin ausgebildet sind, sind über eine Suchmaschine deines Vertrauens zu finden, es gibt ne Homepage, da sind alle Theras gelistet.

Ich verstehe das übrigens gut mit dem Lärm und dem Stress...

LG
Meli
 
Hallo,

ich hab sogar auch mal darüber nachgedacht, dieses EMDR...

Es ist schon so, dass mir manche Menschen sehr unangenehm sind, weil es Szenen in meinem Leben gab, die mir nachhängen. War auch mit Geräuschen verbunden.
Außerdem reagiere ich heute noch mit unterschwelliger Wut auf jugendliche Männer, eine bestimmte Sorte (auch, wenn man das so nicht sagen kann vielleicht, ich schreibe es der Einfachheit halber), die laut reden, aggressiv wirken und den Coolen markieren. Wenn ich solche schon sehe, könnte ich ausrasten, und dann sitzen sie auch noch meist in meiner Nähe und reden laut und soooo cool miteinander, dass mir regelrecht schlecht wird. Obwohl ich aus dem Alter raus sein sollte.

Mit jugendlichen Mädels habe ich das nicht so, wenn die laut und aufdringlich auftreten, bin ich genervt, aber Jungs bringen mich richtig auf die Palme, da hol ich in Gedanken schon mal die Knarre raus. Weil die auch so unerfahren sind und oft so dumm daherlabern und keine Rücksicht nehmen oder Respekt zeigen, ich denke da immer: Glaubt ihr denn wirklich, dass alle Leute euch hören wollen? Und alle Leute wahrnehmen wollen, dass es euch auch gibt? Eure blöden Songs, die ihr auf dem Handy in der vollbesetzten Bahn spielt, eure Sprüche, euer Geschrei, das die ganze Straße runterhallt. Wieso müsst ihr euch so verhalten, als ob sich alles um euch dreht? Haltet doch einfach die Klappe und geht allen anderen nicht auf den Nerv.

Aber vielleicht haben Teenager das so an sich. Kinder sind ja auch aufmerksamkeitsheischend und laut, da stört mich das gar nicht, oder wenn sich zwei Erwachsene normal unterhalten und ich kriege das mit, ist mir völlig egal.

Vorhin saß in der Bahn so ein Pärchen hinter mir, ich stand an der Tür mit zwei anderen. Das Pärchen sah aus wie aus dem Bilderbuch, er Playboykappe, T-Shirt bis in die Kniekehlen, weite Hosen, sie ganz in Rosa, und die ganze Zeit laberte er was von "keen Bock" und sie keifte mit ihm und dem gemeinsamen, ca. 3jährigen Kind rum, und Blabla vom A-Amt und von diesem und jenem.
Aber alles so laut und schrill und irgendwann maulte er ganz entrüstet, dass sein Kumpel am Wochenende ARBEITEN wär, so, als ob ers nicht glauben könne.

Da wäre ich dann auch am liebsten ausgestiegen. Die Leute neben mir, beide ca. zwischen 40 und 50, waren die ganze Zeit am Augenrollen und Seufzen. Konnte ich verstehen.

Ich will darauf gar nicht anspringen, aber wenn ich sowas erlebe, möchte ich aufspringen, die Knarre auf diese Leute richten, schreien, dass sie jetzt die Klappe halten sollen und dass sie ihr Kind nicht so anschreien soll und am besten aussteigen und erst dann wieder einsteigen, wenn in der Lage, sich in normaler Lautstärke zu unterhalten. Manchmal frage ich mich, wie das wäre. Abends, in der Bahn. Die Bierflaschen rollen im Gang herum, eine Gruppe Halbstarker spielt sich auf, und ich hole wortlos die Pistole raus und fordere sie dazu auf, die Bahn zu verlassen.

Würde ich natürlich nie machen, aber die Gesichter würde ich gerne mal sehen. Sehr gerne. Danach alle an eine Erziehungsschule, wo sie täglich mindestens ein Buch lesen müssen, um ihren Grundwortschatz zu erweitern.

War das jetzt fies? Tut mir leid. Ist ja mein Problem, ich weiß.

Viele Grüße
Julia
 

Anzeige (6)

Thema gelesen (Total: 2) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben