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Gast
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Hi!
Ich heiße Julia und bin 26. In letzter Zeit stelle ich an mir einen Hass fest, der mich erschreckt und sich nur auf Menschen bezieht.
Menschen sind mir in fast jeder Lebenslage einfach zuviel. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an, wenn zwei Leute sich unter meinem Fenster unterhalten oder ich spielende Kinder höre, daß ich Aggressionen kriege und das Fenster mit Gewalt zuknalle, um den anderen zu zeigen: Wie konntet ihr es wagen, mich zu stören mit euren belanglosen Geräuschen und eurem Reden?
Und weil ich meine Aggressionen irgendwie ablassen muss, bevor ich Kopfschmerzen kriege und mit den Zähnen knirsche etc.
Genauso geht es mir auch auf der Arbeit. Ich frage mich ständig, wieso man nun so die Tür knallen muss, lautstark telefonieren (man kann doch auch leiser reden), durch die Abteilung rufen, und generell stresst mich die Anwesenheit anderer Menschen, daß ich abends meist Kopfschmerzen habe und schlechte Laune.
In meiner Wohnung geht es dann leider weiter, die Nachbarn reden im Treppenhaus, sie reden neben mir, über mir, unter mir, sie saugen, sie bohren und sie existieren.
Am liebsten würde ich irgendwo auf einer einsamen Insel wohnen und nie mehr einen Menschen sehen müssen.
Komischerweise bezieht sich meine Genervtheit nicht auf Autolärm (es sei denn, jemand lässt den Motor aufheulen oder hat ein getuntes Auto, mit dem er ewig vor der Tür wartet), Flugzeuglärm, Rasenmäher (es sei denn, es ist ständig direkt vor meinem Fenster, aber das kann ich eher hinnehmen) und Geräusche von elektrischen Geräten, die Surren, Brummen oder Rauschen.
Bei Freunden ist es so, dass ich sie gerne treffe, aber auch da nach 1-2 Stunden völlig genervt bin, mir wünsche, sie würden einfach gehen, oder überlege, ob es okay ist, wenn ich jetzt einfach gehe, weil ich meine Ruhe haben will.
Manchmal wünsche ich mir, schwerhörig zu sein oder ganz taub. Damit stelle ich mir das Leben so viel leichter vor. Erstmal muss man sich nicht mehr das ständige Geseier geben, das von Leuten grundsätzlich ausgeht, und und dann auch keine anderen, plötzlichen und lästigen Geräusche mehr.
Wenn ich im Bad stehe, knallt es über mir manchmal unerwartet. Es ist irgendwas vom Nachbarn, so ein dumpfes Geräusch, und ich erschrecke jedes Mal und stehe dann im Bad und koche schier über, hab Herzrasen und sehe rot und dann möchte ich jemanden schlagen oder am besten Schlimmeres. Sogar, wenn mir selber irgendwas runterfällt und es scheppert, erschrecke ich so, daß ich Wut kriege. Es ist, als würde der Lärm in meinem Körper direkt umgeleitet in das Bedürfnis, zuzuschlagen. Natürlich habe ich noch niemanden geschlagen, aber Gewaltfantasien übelster Sorte.
Alpträume kommen auch dazu, ich träume, auszurasten und es "den anderen" heimzuzahlen. Neulich sagte einer, für ihn wäre es eine Horrorvorstellung, plötzlich alleine auf der Welt zu sein. Für mich wäre es das Paradies. Oder so wenig Leute, daß man sich jederzeit aus dem Weg gehen kann. Tiere mag ich, die stören mich nie, aber Menschen gehen mir zunehmend auf den Geist.
Es fällt mir total schwer, mich abzuschotten. Ich lebe in der Stadt und es gibt keinen Ort, an dem ich mich "in Ruhe" fühle, wo keine Menschen sind, keine menschlichen Geräusche. Sogar durch Oropax gehen die Geräusche des Alltags durch.
Die einzige Zeit, in der ich mich entspannen kann, ist zwischen 3.00 und 5.00 Uhr morgens, wenn das ganze Haus zu schlafen scheint. Leider traue ich mich dadurch nicht mehr, eher ins Bett zu gehen. Dann verpasse ich ja die beste Zeit des Tages. Ihr könnt euch vorstellen, wie man sich da auf der Arbeit fühlt. Zwar habe ich sehr flexible Zeiten, aber eigentlich ist da so nicht länger durchführbar.
Für ein Haus auf dem Land fehlt mir noch lange das Geld. Unzufrieden mit mir bin ich auch, weil ich nur noch in Vermeidungshaltung lebe. Das ist ein Teufelskreis geworden. Ich würde gerne etwas tun, z.B. kochen oder schreiben oder lesen, und dann höre ich wieder alle Nachbarn und draußen die Menschen und bin unfähig, mich auf meine Tätigkeit zu konzentrieren. Ich warte mit allem, bis es leise ist und ich nicht mehr abgelenkt werde. Bis dahin verharre ich vor dem Computer und lausche auf jedes Geräusch, hab Herzklopfen und bin angespannt und überlege, wie ich endlich meine Ruhe haben kann.
Menschliche Gesellschaft ist mir einfach zuviel. Ich weiß nicht, wie lange das noch so weitergehen soll, zumal die Arbeit auch zur Qual wird und es langsam auffällt, daß ich mich nicht konzentrieren kann. Ich muss dazu sagen, daß ich vorher zur Untermiete auf dem Land gewohnt habe und dann für den Arbeitsplatz in die Stadt gezogen bin. Pendeln wäre unmöglich, zu teuer.
Was soll ich machen? Ich bin ein nervliches Wrack. Geht es jemandem ähnlich?
Wenn ich konsequent wäre, müsste ich auf eine einsame Insel oder in den Wald ziehen, was vollkommen utopisch ist. Und natürlich wurmt es mich, so anfällig zu sein.
Danke schon mal für hoffentlich baldige Antworten,
Julia
Ich heiße Julia und bin 26. In letzter Zeit stelle ich an mir einen Hass fest, der mich erschreckt und sich nur auf Menschen bezieht.
Menschen sind mir in fast jeder Lebenslage einfach zuviel. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an, wenn zwei Leute sich unter meinem Fenster unterhalten oder ich spielende Kinder höre, daß ich Aggressionen kriege und das Fenster mit Gewalt zuknalle, um den anderen zu zeigen: Wie konntet ihr es wagen, mich zu stören mit euren belanglosen Geräuschen und eurem Reden?
Und weil ich meine Aggressionen irgendwie ablassen muss, bevor ich Kopfschmerzen kriege und mit den Zähnen knirsche etc.
Genauso geht es mir auch auf der Arbeit. Ich frage mich ständig, wieso man nun so die Tür knallen muss, lautstark telefonieren (man kann doch auch leiser reden), durch die Abteilung rufen, und generell stresst mich die Anwesenheit anderer Menschen, daß ich abends meist Kopfschmerzen habe und schlechte Laune.
In meiner Wohnung geht es dann leider weiter, die Nachbarn reden im Treppenhaus, sie reden neben mir, über mir, unter mir, sie saugen, sie bohren und sie existieren.
Am liebsten würde ich irgendwo auf einer einsamen Insel wohnen und nie mehr einen Menschen sehen müssen.
Komischerweise bezieht sich meine Genervtheit nicht auf Autolärm (es sei denn, jemand lässt den Motor aufheulen oder hat ein getuntes Auto, mit dem er ewig vor der Tür wartet), Flugzeuglärm, Rasenmäher (es sei denn, es ist ständig direkt vor meinem Fenster, aber das kann ich eher hinnehmen) und Geräusche von elektrischen Geräten, die Surren, Brummen oder Rauschen.
Bei Freunden ist es so, dass ich sie gerne treffe, aber auch da nach 1-2 Stunden völlig genervt bin, mir wünsche, sie würden einfach gehen, oder überlege, ob es okay ist, wenn ich jetzt einfach gehe, weil ich meine Ruhe haben will.
Manchmal wünsche ich mir, schwerhörig zu sein oder ganz taub. Damit stelle ich mir das Leben so viel leichter vor. Erstmal muss man sich nicht mehr das ständige Geseier geben, das von Leuten grundsätzlich ausgeht, und und dann auch keine anderen, plötzlichen und lästigen Geräusche mehr.
Wenn ich im Bad stehe, knallt es über mir manchmal unerwartet. Es ist irgendwas vom Nachbarn, so ein dumpfes Geräusch, und ich erschrecke jedes Mal und stehe dann im Bad und koche schier über, hab Herzrasen und sehe rot und dann möchte ich jemanden schlagen oder am besten Schlimmeres. Sogar, wenn mir selber irgendwas runterfällt und es scheppert, erschrecke ich so, daß ich Wut kriege. Es ist, als würde der Lärm in meinem Körper direkt umgeleitet in das Bedürfnis, zuzuschlagen. Natürlich habe ich noch niemanden geschlagen, aber Gewaltfantasien übelster Sorte.
Alpträume kommen auch dazu, ich träume, auszurasten und es "den anderen" heimzuzahlen. Neulich sagte einer, für ihn wäre es eine Horrorvorstellung, plötzlich alleine auf der Welt zu sein. Für mich wäre es das Paradies. Oder so wenig Leute, daß man sich jederzeit aus dem Weg gehen kann. Tiere mag ich, die stören mich nie, aber Menschen gehen mir zunehmend auf den Geist.
Es fällt mir total schwer, mich abzuschotten. Ich lebe in der Stadt und es gibt keinen Ort, an dem ich mich "in Ruhe" fühle, wo keine Menschen sind, keine menschlichen Geräusche. Sogar durch Oropax gehen die Geräusche des Alltags durch.
Die einzige Zeit, in der ich mich entspannen kann, ist zwischen 3.00 und 5.00 Uhr morgens, wenn das ganze Haus zu schlafen scheint. Leider traue ich mich dadurch nicht mehr, eher ins Bett zu gehen. Dann verpasse ich ja die beste Zeit des Tages. Ihr könnt euch vorstellen, wie man sich da auf der Arbeit fühlt. Zwar habe ich sehr flexible Zeiten, aber eigentlich ist da so nicht länger durchführbar.
Für ein Haus auf dem Land fehlt mir noch lange das Geld. Unzufrieden mit mir bin ich auch, weil ich nur noch in Vermeidungshaltung lebe. Das ist ein Teufelskreis geworden. Ich würde gerne etwas tun, z.B. kochen oder schreiben oder lesen, und dann höre ich wieder alle Nachbarn und draußen die Menschen und bin unfähig, mich auf meine Tätigkeit zu konzentrieren. Ich warte mit allem, bis es leise ist und ich nicht mehr abgelenkt werde. Bis dahin verharre ich vor dem Computer und lausche auf jedes Geräusch, hab Herzklopfen und bin angespannt und überlege, wie ich endlich meine Ruhe haben kann.
Menschliche Gesellschaft ist mir einfach zuviel. Ich weiß nicht, wie lange das noch so weitergehen soll, zumal die Arbeit auch zur Qual wird und es langsam auffällt, daß ich mich nicht konzentrieren kann. Ich muss dazu sagen, daß ich vorher zur Untermiete auf dem Land gewohnt habe und dann für den Arbeitsplatz in die Stadt gezogen bin. Pendeln wäre unmöglich, zu teuer.
Was soll ich machen? Ich bin ein nervliches Wrack. Geht es jemandem ähnlich?
Wenn ich konsequent wäre, müsste ich auf eine einsame Insel oder in den Wald ziehen, was vollkommen utopisch ist. Und natürlich wurmt es mich, so anfällig zu sein.
Danke schon mal für hoffentlich baldige Antworten,
Julia