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meine mutter ruiniert mein selbstbewusstsein seit jahren

  • Starter*in Starter*in Anja24Gast
  • Datum Start Datum Start
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Anja24Gast

Gast
meine mutter nimmt mir mein selbstbewusstsein seit ich denken kann. sie hat mir schon als kind nie irgendwas zugetraut, hat mich aber dennoch mit dem typischen "ich habs dir ja gleich gesagt!" vollgequatscht, wenn ich es dennoch versucht habe und gescheitert bin. das ganze zieht sich wie ein roter faden durch mein leben. ich bin aus zwei ausbildungen geflogen, weil ich dauernd nur unsicher und nervös gewesen bin. habe mich angestrengt, aber am ende hieß es immer, ich wäre nicht geeignet, könne mich nicht integrieren und solche sachen.

jetzt bin ich mitte 20 und arbeite über eine zeitarbeitsfirma. wohne noch im haus meiner eltern in einer eigenen wohnung, weil ich anders nicht existieren könnte. meine mutter nutzt diese tatsache natürlich aus, um mir jeden tag zu vermitteln, wie wertlos und armselig ich in ihren augen bin. ich mache alles falsch, bin faul, unfähig, dumm etc.
ich kann ihr natürlich auch nicht einfach die tür vor der nase zuknallen, weil ich ja teilweise noch auf ihre kosten lebe. normal reden ist aber auch nicht möglich. sie hat keinen respekt vor mir, in keinster weise. für sie bin ich ein potenzieller sozialfall. und sie fängt wegen allem streit an. hängen meine gardinen nicht so, wie es in ihren augen korrekt ist, kommen sofort sprüche von wegen "nichtmal das kannst du!"

ich weiß allmählich echt nicht mehr, wo ich noch mein selbstbewusstsein hernehmen soll. ich bin ein häufchen elend, wenn ich einkaufen bin oder sonstwas, laufe ich immer so durch den supermarkt, dass mich ja keiner sieht oder blöd anschaut, weil ich dann sofort wieder unsicher werden würde. ich habe kaum freunde, weil mir mein lebenslauf so peinlich ist. alle meiner früheren bekannten haben was tolles studiert oder mittlerweile schon leitende positionen in irgendwelchen firmen. und ich stehe täglich 8 stunden am band.

am liebsten würde ich einfach aufhören zu existieren. bewerbungen schreibe ich natürlich, aber positive resonanz bleibt aus. der einzige halt, den ich habe, ist mein freund. allerdings komme ich nicht damit klar, dass sein freundeskreis ebenfalls aus lauter erfolgreichen akademikern besteht, die sich großteils am liebsten selbst reden hören und ein ego bis weit jenseits der messbarkeitsgrenze mit sich rumtragen. dagegen komme ich mir dermaßen unbedeutend und lächerlich vor. ich habe nichts erreicht. habe ein selbstbewusstsein wie eine pubertierende 13-jährige, die nicht weiß wohin mit sich. wie komme ich aus diesem teufelskreis nur raus?
 
Hallo,

ich wollte dir sagen, dass es mir genauso geht wie dir. Eigentlich sind unsere Lebensläufe fast identisch. Auch ich bin Mitte 20, weiblich und wurde aus 2 Ausbildungen ( betrieblich ) rausgeschmissen, weil ich zu unsicher war. Dabei wurde ich gemobbt, weil meine damaligen Arbeitskollegen meine Unsicherheit gespürt haben und das mussten die natürlich für ihren Spaß und auf meine Kosten ausnutzen. Zurzeit arbeite ich nur Teilzeit. Habe zwei andere schulische Ausbildungen, mit denen ich nichts mehr anfangen kann und in denen das Gehalt eine Frechheit ist. Muss also eine neue Ausbildung anfangen mit der ich erst so mit 27 oder 28 fertig wäre. Muss zwar auf das nächste Jahr warten, da die meisten Bewerbungsfristen vorbei sind und mir übergangsweise noch einen Job suchen. Dafür habe ich aber bei einer neuen Ausbildung eine berufliche Sicherheit. Der Grund meiner Unsicherheit ist genau wie bei dir, meine Mutter. Ich bin das Nesthäkchen und alles was ich getan habe war in ihren Augen falsch, dazu muss ich sagen, dass meine Mutter die Welt durch ganz andere Augen sieht. Wenn es nach ihr geht ist die Erde eine Scheibe. Doch trotzdem wollte ich sie glücklich machen, dass sie stolz auf mich ist. ´´Mein Kind macht Karriere, mein Kind ist ein Vorzeigepüppchen´´, aber dadurch stieg der Druck alles richtig zu machen. Ich machte dann aber eben wie bei dir alles aus Unsicherheit falsch. Das Resultat ist, dass ich in meinem Leben nicht viel erreicht habe und aus Angst konnte ich anderen Leuten nicht in die Augen schauen ´´Die könnten mich ja vielleicht hässlich finden´´ Das ist mein ständiger Gedanke gewesen. Doch ich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich mir das sage, dass es so nicht weiter geht. Ich bin keine Marionette, kein Vorzeigepüppchen, ich bin nicht dumm und auch ich habe meine Macken und positiven Eigenschaften, ich kann mein Selbstbewusstsein wieder finden. Darauf hin bin ich von einem Tag auf dem anderen von zu Hause ausgezogen, wohnte für 2 Monaten bei einem Freund. Habe meine Teilzeitstelle gefunden, was mir aber nicht reicht ( schlechte Bezahlung ) und arbeite jetzt mit Mitte 20 auf einen dritten Ausbildungsplatz hin. Der sehr interessant und durch die Firma zum vorzeigen ist aber das ist nicht der Grund warum ich da die Ausbildung anfangen möchte. Aufjedenfall wohne ich zur Zeit noch alleine und muss dadurch vieles selber Meistern. Vom Putzen bis zu Behördengängen. Früher habe ich mich nicht mal getraut, beim Zahnarzt an zu rufen und einen Termin zu machen aber mittlerweile rufe ich bei potentiellen Arbeitgebern an, vereinbare wichtige Termin zb. beim Wohngeldamt. Sowas kannte ich Früher gar nicht, hatte keine Ahnung davon aber ich schlage mich jetzt alleine durch. Im ersten Moment habe ich vor jeder neuen Herausforderung ein kleines bisschen Angst aber ich sage mir ´´Du musst das jetzt machen, ob du willst oder nicht. Nur so bekommst du dein Leben in den Griff. Nur so verlierst du deine Unsicherheit´´ Tja, und es funktioniert! Es gibt zurzeit nur positive Resultate und ich bin sehr stolz darauf. Ich bin zwar immer noch etwas unsicher aber das bessert sich immer mehr. Wenn mich Leute blöd anmachen, dann lächel ich nur und konter gewissenhaft zurück. Die paar wenigen ( ehrlichen )Freunde die ich habe, haben natürlich auch schon viel im Leben erreicht aber ich bin nicht die! Das ist ihr Leben und ich brauche mich nicht mit meinen Freunden Vergleichen. Was ich früher sehr stark gemacht habe aber wieso sollte ich mich darum schären, was XYZ für einen beruflichen Erfolg hat? Ich muss mich um mein Leben kümmern und vielleicht sollten diese Umwege sein. Ich denke alles hat einen Sinn so wie es läuft! Auch wenn es manchmal steinig ist und wird. Mittlerweile bin ich auch ganz froh, dass ich in meinen alten Ausbildungen nichts mehr finde. Dort herrscht nur Zickenkrieg, schlechte Bezahlung und meinen Spaß habe ich daran auch verloren. Naja, auch wenn ich noch nicht alle meine Ziele erreicht habe, ist meine Mutter mucksmäuschenstill, weil sie sieht, dass sie mich nicht mehr wie ihre Marionette behandeln kann. Wenn ich ehrlich bin, habe ich zurzeit auch keinen Kontakt zu meiner Mutter aber sie hört vieles über Meinen Bruder. Was ich gerade mache, wie es beruflich ausschaut usw. Trotzdem macht sie ihre Kla... nicht mehr auf und mischt sich nicht mehr ein. Ich bin verdammt stolz auf mich. Ich bin Abhängig, was sehr wichtig ist. Ich mache alles nur für mich selbst! Ich habe endlich den mir verdienten Respekt ( Was aber eigentlich nicht das wichtigste ist ) Meine Angst vewandelt sich langsam in Mut und Kraft! Ich werde meine Ziele erreichen! Ich habe mein ganzes Leben vor mir und freue mich darauf meine Wünsche in die Tat um zu setzen und mir etwas zu gönnen =) Außerdem habe ich jetzt auch einen Freund =), aber der steht vollkommen hinter mir und bestätigt mich in allem. Das ist ein wirklich sehr schönes Gefühl =) Allerdings nimmt er mir schwierige Aufgaben nicht ab. Die muss ich schon alleine machen, nur so werde ich noch selbstbewusster! Sagt er immer ^^. Was ich dir raten würde: Versuche abhängig zu werden, werde selbstständig, denk nicht an das was andere schon erreicht haben, lass dich nicht von deiner Mutter oder von sonst jemanden verunsichern, versuch aus der Zeitarbeitsfirma raus zu kommen. Ein Bekannter von mir hatte vor kurzem auch noch einen Vertrag mit einer Zeitarbeitsfirma. Die haben total sein Leben bestimmt aber er konnte mit Unterstüzung von Außen verhindern das der Vertrag verlängert wird. Jetzt macht er endlich seine erste Ausbildung mit 28.

LG
 
Wo liegen deine Stärken, liebe Anja? Auch wenn diese vielleicht noch nicht ganz zur Entfaltung gekommen sind, hast du bestimmt welche bei dir gemerkt - Dinge, die dir leichter gelingen als die anderen und dadurch auch dir mehr Freude bereiten.

Kannst du z.B. gut beobachten? Dich in die anderen Menschen einfühlen? Schriebst du gerne? Bist du sportlich? Musikalisch? Hast du eine schöne Stimme, geschickte Hände? Kannst du gut kochen?

An den Stärken, die du in dir gefunden hast, kannst du ansetzen (allem zu Trotz!): sie verstärken, ausbauen, mit ihnen dein Selbstbewusstsein nähren, als eine Verbindung zur Außenwelt und gleichgesinnten Menschen nutzen. Und vielleicht kann es dabei zu einem Ausweg aus deinem Teufelskreis werden.

Alles Gute für dich! 🙂
Lenja
 
und sie fängt wegen allem streit an.
Ist doch auch eine Form von Kommunikation. Du musst ja nicht drauf eingehen.
wo ich noch mein selbstbewusstsein [...] bis weit jenseits der messbarkeitsgrenze
Ok, das Zitat ist jetzt zusammengestückelt, aber ein nicht mehr "messbares" Selbstbewusstsein 😀 ist doch auch nicht alltäglich und somit auch wieder was besonderes. Mal auf diesee Weise betrachtet.
 
huhu..

weiß nicht wie es Schulisch bei dir aussieht also von den Noten her?!.. falls du da gute Zeugnisse vorweisen kannst.. würde ich mich weiter Bewerben..(falls nicht, würde ich erstmal noch schauen das ich meine Noten verbessern kann..Abendreals. etc.) auch weiter weg um da raus zu kommen.. klar ist es schwer sich zu lösen aber was ist besser ein Leben wie bisher oder einen Neu-Anfang.. und auf jeden Fall solltest du sobald wie es eben möglich ist von Zuhause raus in eine eigene Wohnung.. damit du deine Mutter nicht Tag für Tag um die Ohren hast..das hat mir sehr geholfen um ein besseres Verhältnis zu meiner Mutter aufzubauen.. Eltern müssen eben auch erst lernen damit umzugehen das ihre Kinder nun Erwachsen sind. Vielleicht wird es bei dir auch besser, wenn du ne Zeit lang nicht mehr in der Nähe von ihr wohnst.

gruß

Hiby
 

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