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Meine Mutter macht ständig Schulden bei mir und verhält sich seltsam

G

Gast

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Hallo an alle,

ich habe momentan ein großes Problem, welches mich ziemlich bedrückt und ich würde mich sehr über Eure Meinungen und Ratschläge freuen.

Meine Mutter hat sich schon seitdem ich zurückdenken kann immer wieder bei mir Geld geliehen, welches ich aber auch immer schnell wieder zurück bekommen habe. Vor einigen Jahren konnte ich ihr allerdings nicht weiterhelfen, da es finanziell auch bei mir selbst schlecht aussah.

Gerade zu diesem Zeitpunkt bekam meine Freundin allerdings einen großen Betrag aus einem Sparvertrag (den ihre Eltern schon bei der Geburt für sie angelegt hatten) ausgezahlt. Meine Mutter wusste dies und bat deshalb meine Freundin ihr zu helfen. Da das Verhältnis zu meiner Mutter gut war und ich meiner Freundin versicherte, sie würde das Geld ganz bestimmt schnell und in Raten zurück bekommen, war dies auch kein Problem. Das war im Jahr 2006 und meine Freundin lieh meiner Mutter 5000,- €.

Ein wenig später, meine Mutter hatte meiner Freundin schon einen kleinen Teil zurückgezahlt, benötigte meine Mutter wieder Geld und meine Freundin half ihr aus. Irgendwann blieben die Rückzahlungen dann aus, ohne darüber zu sprechen.
Ich sprach dieses Thema ganz beabsichtigt nicht an, da meine Mutter sehr emotional (auf eine ziemlich negative Weise) auf unbequemes reagiert.

Da es in der Zwischenzeit finanziell bei mir nun wieder gut aussieht, war dies auch nicht so wichtig für uns. Obwohl mir die ganze Problematik sehr unangenehm war. Schließlich ging es um Geld welches die Eltern meiner Freundin gespart haben, damit es ihr gut geht und sie in Notsituationen zumindest eine Reserve hat. Irgendwann kam das Thema dennoch zur Sprache.

Meine Mutter sagte irgendwann zu uns, sie könnte uns das Geld erst 2018 wieder zurück geben, da Sie dann Ihren Rentensparvertrag ausgezahlt bekommt. Wir haben dies akzeptiert und nicht negativ reagiert. Mir war das Ganze zwar immer noch sehr unangenehm, aber zum Glück sieht meine Freundin finanzielle Dinge nicht so eng, so lange es uns gut geht und wir das Geld nicht benötigen, obwohl noch immer, ich glaube, 5100,- € nicht zurückgezahlt wurden.

Da meine Eltern auf großem Fuß leben, (sie wohnen alleine in einem Zweifamilienhaus und haben nur die kleine Frührente von meinem Vater), haben uns Ihre Geldprobleme auch nicht gewundert.

Vor einem halben Jahr, bat mich meine Mutter dann wieder um Geld. Ich glaube, es waren 800,- €. Ich weiß schon gar nicht mehr, wofür sie diese 800 Euro eigentlich brauchte.
Jedenfalls habe ich versucht die Situation zu nutzen und habe gefragt, ob sie nicht vielleicht eine der zwei Wohnungen vermieten wollen, dann haben sie keine finanziellen Sorgen mehr.

Das Gespräch wurde dann sehr unangenehm, da - wie gesagt - meine Mutter unbequeme Themen gerne ausblendet und dann immer sehr emotional wird. Das ganze Thema ist so unbequem, da meine Eltern (neben den Geldsorgen) auch noch ganz andere Probleme haben. Sie horten messiehaft alles an unnötigen Zeug. (außer Hausmüll -solche Messies sind sie nicht)

Meine Geschwister und ich haben ihr auch schon oft angeboten zu helfen, damit das Haus wieder richtig schick wird. Aber das endet immer gleich, wie auch an den Abend an dem sie wieder um Geld bat - sie fing an zu weinen.

Das ist immer ganz schlimm und ich weiß dann nie wie ich reagieren soll, da die ganze Sache so unlogisch für mich ist. Ihre ganzen Probleme könnte ich in ihrer Situation so schnell lösen (außer die psychischen Problem die wahrscheinlich die Ursache sind), aber sie will niemals Ratschläge annehmen.

Jedenfalls wollte ich dann der Situation aus dem Weg gehen und habe ihr am nächsten Tag das Geld überwiesen. Dieses Geld kam dann zwei Tage später plötzlich wieder auf meinem Konto an. Als ich meine Mutter anrief sagte sie, sie hätte sich das Geld bei meiner Tante geliehen. "Trotzdem Danke!"

So ist das immer, zuerst ist sie traurig und verzweifelt, dann ist sie sauer, obwohl ich doch nur helfen wollte.

Es tut mir leid, so einen Roman geschrieben zu haben, da das eigentlich wichtige erst jetzt folgt. Aber ich denke, ihr versteht die ganze Problematik nicht ohne die Vorgeschichte.

Das eigentlich schlimme ist nämlich vor ein paar Tagen geschehen.

Meine Mutter rief mich an und bat mich um Geld, sie bräuchte eine neue Prothese, ob ich ihr etwas Geld leihen könnte.
Ich fragte sie dann, wieviel sie denn braucht, da ich gar nicht weiß was so etwas überhaupt kostet. Sie wusste das auch nicht. Woraufhin ich ihr sagte, dass ich ihr ja gerne helfe, aber ich doch nicht sagen kann dass ich ihr etwas leihe, wenn sie doch nicht weiß wieviel sie braucht - hinterher habe ich gar nicht genug Geld gespart.

Ich bat sie dann darum, erstmal zu erfragen wieviel das Ganze denn kostet und mir (bevor sie die Anfertigung der Zähne in Auftrag gibt) Bescheid zu sagen.

Ein paar Tage später rief sie dann an. Ich habe genau gemerkt, es geht um das Geld. Meine Mutter ist dann nämlich immer ganz eigenartig und spricht in einem ganz anderen Tonfall mit mir. (Ich wollte dich mal was fragen - wie ein Kind das die Eltern um irgendwas bittet)

500,- € würde die Obere Prothese kosten und die untere so ungefähr das Doppelte, zusammen also 1500,- €.

Ich habe sie dann gefragt, wie viel sie denn davon braucht, da ich davon ausging, einen Teil davon zahlt sie selbst. Sie wollte/konnte aber nicht und brauchte die komplette Summe.
Das empfand ich als ziemlich dreist und fühlte mich ein bisschen ausgenutzt. Ich dachte, zumindest 50,- € zahlt sie selbst, meine Erwartungen waren also sehr gering, ich habe es eher als Geste des guten Willens erhofft. Eigentlich hätte mir dies auch vollkommen gereicht. Deshalb und wegen der vorangegangenen Situationen fragte ich sie dann, wann wir denn das Geld zurück bekommen würden. "So schnell wie möglich", sagte sie.

Das ganze Gespräch verlief sehr seltsam. Ich hatte das Gefühl, sehr freundlich und vorsichtig mit ihr umgehen zu müssen und das tat ich auch. Es kam mir so vor, als wäre sie meine Tochter und ich ihr Vater.

Irgendwann konnte ich mich durchringen behutsam zu sagen: Mama, ich meine das wirklich nicht böse und ich bin nicht sauer, aber wir müssen mal darüber sprechen. Bitte sei doch so ehrlich und sag, dass wir das Geld erst 2018 von Dir zurück bekommen, das ist doch nicht schlimm, aber du musst doch ehrlich zu mir sein.

"Für mich ist das aber schlimm!", sagte sie dann und fing an zu weinen.
Ich sagte ihr, dass es aber nicht schlimm ist, wir aber darüber sprechen müssen.
Das ging eine ganze Weile so weiter. Ich musste mich wirklich stark zusammenreißen nicht wie mit einem Erwachsenen zu sprechen und versuchte sehr gelassen und (wahrscheinlich) übermäßig nett mit ihr zu sprechen.

Irgendwann wurde es dann immer schlimmer und sie wurde lauter: "ihr wisst doch gar nicht wie schwer ich es habe!", usw.
Es ging dann ähnlich weiter und irgendwann, als das Ganze seinen Höhepunkt erreicht hatte, legte sie einfach auf.

Ich machte mir unglaubliche Sorgen und wusste nicht was ich jetzt tun sollte. Ich hatte auch totale Angst und konnte nicht einschätzen, ob sie jetzt irgendwas dummes macht. Schließlich hatte ich so eine Situation noch nie erlebt.

In Panik und ganz verzweifelt rief ich schnell meine Schwester an und schilderte ihr was passiert war. Sie wusste natürlich auch nicht weiter und wir haben überlegt, ob wir den Notruf anrufen sollen.

Kurz darauf, wie ich später erfahren haben, rief meine Mutter bei meiner Schwester an. So doll am weinen, dass meine Schwester kaum ein Wort verstand. "Ihr habt doch gerade telefoniert, das weiß ich doch!", konnte sie gerade noch verstehen. Danach legte Sie auch bei meiner Schwester auf.

Kurze Zeit später, rief sie dann wieder meine Schwester an. Auch ihr fiel es schwer ruhig zu bleiben und sie konnte den ganzen Ärger nicht verstehen. Aber sie blieb sachlich und sagte meiner Mutter, sie soll mich jetzt sofort anrufen, weil ich mich so sorgen würde.

Das tat sie dann auch. Ich habe ihr dann gesagt, wenn sie wütend auf mich ist und auflegt, dann kann ich das akzeptieren. Sie soll aber niemals wieder in einer solchen Situation auflegen, ich würde beim nächsten Mal sofort den Notruf wählen.

Ich glaube und hoffe, sie hat das verstanden. Sie beruhigte sich dann auch ein wenig später. Gerade als es ein wenig besser geworden war, kam dann: "ich dachte immer, wenn jemand Hilfe braucht dann hilft man demjenigen"

Das machte mich dann ziemlich sauer und dies konnte ich wahrscheinlich auch nicht verbergen. Ich sagte ihr, dass ich mit keinem Wort erwähnt habe ihr nicht zu helfen, ich nur ehrlich und vernünftig mit ihr sprechen wollte.

Ziemlich schnell beruhigte ich mich dann aber, da ich es nicht schon wieder eskalieren lassen wollte und fragte nochmal ganz vernünftig: "wollen wir denn jetzt nochmal kurz über deine Zähne sprechen? Das ist doch wichtig."
Sie wollte nicht, meinte sie ganz enttäuscht und wünschte mir dann eine gute Nacht und verabschiedete sich.

Seitdem geht sie nicht mehr ans Telefon wenn ich sie anrufe. Mit meiner Schwester spricht sie aber noch.

In den letzten Tagen mache ich mir so viele Gedanken und Sorgen. Ich bin das Gespräch immer wieder durchgegangen und habe mich gefragt, ob ich irgendwas falsch gemacht habe. Meine Freundin (die gehört hat was ich am Telefon gesagt habe) meint, ich habe da nichts falsch gemacht und hätte ganz normal mit meiner Mutter gesprochen. Trotzdem weiß ich einfach nicht was das alles soll und wie ich mich jetzt verhalten soll.

Erstmal möchte ich Euch ganz herzlich danken, dafür dass ihr jetzt so viel gelesen habt, obwohl Euch das Problem gar nicht betrifft und vollkommen unwichtig für Euch ist und Ihr Euch trotzdem Zeit dafür genommen habt! Vielen Dank! 🙂

Ich weiß, der ganze Text ist wahrscheinlich sehr kompliziert zu lesen und zu verstehen. Genau so ist auch meine Mutter. ;-) Aber ich mag sie trotzdem gerne und wenn es mal keine Probleme gibt, ist sie ein ganz anderer Mensch. Deshalb ist es mir auch so wichtig, dass wieder alles in Ordnung ist.

Außerdem mache ich mir jetzt auch Sorgen, dass Sie entweder die kranken Zähne nicht entfernen-, oder aber sich gar keine Prothese anfertigen lässt und nun ohne Zähne "rumrennt" Das Geld was sie braucht kann ich ihr nämlich nicht überweisen, da ich ihre Kontonummer nicht habe und sie ja nicht mehr ans Telefon geht. Die Situation macht mir gerade sehr zu schaffen und ich würde mich deshalb riesig freuen, wenn Ihr mir Eure Meinung mitteilt, da ich gar nicht weiß was ich nun tun soll.
 
Ich glaube und hoffe, sie hat das verstanden. Sie beruhigte sich dann auch ein wenig später. Gerade als es ein wenig besser geworden war, kam dann: "ich dachte immer, wenn jemand Hilfe braucht dann hilft man demjenigen"

Hallo Gast,
verhaltenspsychologisch lernt deine Mutter ja anscheinend oft, dass wenn sie weint und emotional wird, sie unangenehme Themen vermeiden kann und man auf sie zugeht. Das sind Verhaltensmuster, die sich anscheinend schon über lange Zeit eingeschliffen und etabliert haben. An sich ist nichts verkehrt daran, anderen Menschen in Not zu helfen, darum erstmal super, dass ihr als Familie versucht zusammenzuhalten so gut ihr könnt! =)

Was den Spruch deiner Mutter angeht "Ich dachte immer, wenn jemand Hilfe braucht dann hilft man demjenigen" - den muss man mal richtig in den Kontext rücken. Hilfe kann auch bedeuten, jemandem dabei zu helfen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, sowohl emotional als auch finanziell. Deine Eltern könnten ja Wohnraum vermieten und würden damit sowohl sich selbst als auch alle Beteiligten (du, deine Geschwister, Freunde, die Tante..) langfristig sehr entlasten. Ich kann mir denken, dass es auch für euch Kinder beruhigender wäre, wenn es euren Eltern finanziell so geht, dass ihr euch keine Sorgen machen müsst. Für deine Mutter wird es auch nicht angenehm sein, nach Geld zu fragen. Es ist genauso wie mit dem Messiverhalten eine Frage des Stolzes, sich helfen zu lassen.

Lass dir nicht einreden, dass du ihr wirklich helfen würdest, wenn du ihr ungefragt Geld zupumpst. Es scheint ziemlich offensichtlich, dass deine Eltern (oder nur deine Mutter oder nur dein Vater?) Probleme haben, die nicht dadurch gelöst werden, dass man Durststrecken auf solche Weise überbrückt. Es handelt sich hierbei ja auch nicht um kleine Summen. Bei den vierstelligen Beträgen hätte man es unter anderen Umständen schon mit dem ein oder anderen Inkassobüro zutun gehabt. Für deine Mutter klappt es immer nur kurzfristig, die Augen zu verschließen und zu weinen (weil sie dann ja doch irgendwo das Geld kriegt). Ist das aber ne gute Lösung oder ne gute Hilfe? Anscheinend gibt es Möglichkeiten, die für deine Mutter nicht so einfach wären (wie an dem Messiverhalten arbeiten und sich von dem Tand zu trennen), die aber vor allem emotional (und in aller Konsequenz auch finanziell) für Sie und euch gesünder wäre.
Aus Sicht deiner Mutter wird die Schmerzschwelle da wohl sehr hoch sein, dran zu arbeiten und sich Geld zu leihen scheint einfacher zu fallen. Habt ihr als Familie mal ne "Intervention" / Krisensitzung mit den Eltern gemacht und auf den Tisch gebracht, dass ihr euch Sorgen macht und dass es keine Lösung darstellt, Probleme zu ignorieren und totzuschweigen und es das ganze nur schlimmer macht?

Davon ab sehe ich von deiner Seite aus da keinen "Fehler". Klar. Deine Mutter mag dir eingeimpft haben, dass helfen ohne nachzufragen, ohne nachzubohren und sie mit Samthandschuhen anzufassen, das Maß der Dinge ist, aber das ist es nicht. Dass mag sich in eurer Familie so etabliert haben, aber du siehst doch selbst, wohin das führt. Mach dir keine Vorwürfe. Wenn man sich wirklich um jemanden kümmert, dann bedeutet es auch, dass man aus Mitgefühl manchmal so unangenehme Dinge ansprechen muss, weil es langfristig das Beste ist.

In diesem Sinne alles Gute,
Sila


PS: Mach dir um die Zähne keine Sorge. Deine Mutter hat bis jetzt immer irgendwoher das Geld bekommen, oder? Das wird in diesem Fall nicht anders sein, denn gerade wenns um Gesundheit geht, springt jeder über seinen Stolz. Wenns garnicht anders geht, wird sie sich schon bei dir oder deiner Schwester melden.
 
Halllo Sila,

erstmal möchte ich Dir für Deine Antwort danken! Du hast mir damit schonmal ganz schön Mut gemacht! 🙂

Das Problem bei meinen Eltern ist, und meine Schwester sieht das auch so, man kann einfach nicht mit ihnen reden. Eine Krisensitzung wäre das Beste, das finde ich selbst auch und meine Schwester ebenfalls. Aber wir empfinden das Verhalten meiner Eltern als sehr "unreif".

Du weißt doch wie das bei kleinen Kindern ist, entweder fangen sie an böse zu werden wenn sie sich mit etwas beschäftigen müssen was ihnen gerade nicht passt, oder aber sie fangen an zu weinen. So ist es bei meinen Eltern. Mein Vater wird böse, meine Mutter weint, aus (scheinbar) wirklich unerklärlichen Gründen.

Man redet da praktisch gegen eine Wand und es kommt nichts dabei rum. Es sind teilweise sehr seltsame Verhältnisse bei meiner Familie (bzw. bei meiner Mutter und meinem Vater) und mir ist das sehr unangenehm. Das kann man sich als Außenstehender auch, denke ich, wirklich nur schwer vorstellen.

Mein Vater hat z.B. immer noch das Auto seines Vaters, also meines Opas. Mein Opa ist vor 15 Jahren gestorben. Mein Vater darf nicht mehr Autofahren, da er seit einem Schlaganfall immer unter Medikamenteneinfluss steht. Trotzdem steht das Auto in der Garage, staubt ein, wurde jahrelang noch angemeldet und dafür Steuern gezahlt und zum Tüv gebracht - trotz Geldsorgen.

Meine Mutter hat noch immer, zusätzlich zu ihrem eigenen, den Telefonanschluß meiner Oma (eine Wohnung tiefer) - vor 10 Jahren gestorben, und zahlt dafür die Grundgebühr.

Oder letztes Jahr. Da ist ein Nachbar gestorben und die Hinterbliebenen wollten den Haushalt auflösen. Da rief mich meine Mutter an und fragte, ob wir ihr mit den Möbeln helfen. (ein Schrank, ein Sofa, eine Küche) Unter der (scherzhaft von mir ausgesprochen aber ernst gemeinten) Bedingung, die alten Möbel zu entsorgen, stimmte ich zu.
Meine Mutter wollte und hat ALLES mitgenommen und es wurde gar nichts entsorgt.

Es gibt unzählige vollkommen unsinnige Beispiele. Der größte Punkt ist, dass sie in zwei Wohnungen (2 x 120 m2) wohnen. (beide so ziemlich volll, inklusive Keller und Dachboden. Ich denke, es ist nicht übertrieben zu sagen: mehr passt nicht ins Haus) Ich wäre glücklich über eine einzige 120 m2 Wohnung, trotzdem muss man sich ständig anhören wie arm sie doch sind und wie schlecht es ihnen geht.

Jegliche Hilfe wird aber als negativ angesehen. Z.B. wenn man fragt, ob man den Telefonanschluß für sie kündigen soll. Dieses kleine unwichtige Thema reicht schon aus um das Gefühl zu bekommen: misch dich bloß nicht ein! Wir trauen uns inzwischen auch kaum noch irgendetwas kritisches zu äußern.

Wir haben auch schon lange auf eine Art Lerneffekt gehofft und haben uns oft abgesprochen wie man sich am besten verhält, aber nichts hat funktioniert.

Meine Schwester ist inzwischen schon so weit zu sagen, Mama ist krank, nimm das nicht ernst. Aber ich kann das nicht ignorieren. Mir kommen die kleinsten Entscheidungen meiner Eltern so falsch vor, als ob sie nicht mit ihrem Leben zurecht kommen und sich immer mehr Probleme einhandeln.
Nur um Mißverständnisse zu vermeiden: meine Mutter ist 59 Jahre alt und nicht senil, da könnte man das Verhalten ja zumindest verstehen.

Die Verhältnisse waren bei uns immer seltsam und Freunde aus der Schule habe ich z.B. früher auch nicht mit nachhause gebracht. Seitdem aber alle Kinder aussgezogen sind, hat es sich extrem verschlimmert. Meine Eltern kommen mir vor als würden sie gar nicht mehr alleine zurecht kommen.

Was mich momentan so sehr belastet ist auch, dass ich eigentlich nur möchte das alles wieder gut ist. Insbesondere, in der momentanen Situation, natürlich diese aktuelle Sache, aber auch alles andere. Ich möchte einfach so sehr, dass es allen wieder gut geht, so wie Du es geschrieben hast. Das alle entlastet werden und man einfach ganz normal wieder eine Familie sein kann. Das sie momentan nicht mal mehr mit mir spricht, finde ich am schlimmsten. So etwas habe ich noch nie erlebt und ich weiß jetzt gar nicht wie es überhaupt weiter gehen soll. Es kommt mir wie eine Bestrafung vor und als ob der Kontakt jetzt ganz abreißt.

Das mag gar nicht so schlimm für Außenstehende klingen, so wie meine Eltern sich verhalten, aber ich habe ja jetzt auch nur das negative berichtet. Es ist nicht so, als ob es nicht auch viele positive Dinge gibt, diese werden in der letzten Zeit nur leider immer weniger.
 
Du hast deine Mutter völlig verzogen.
Nun ist sie eine unselbständige, gierige Frau geworden.
Was sagt eigentlich dein Vater zu seiner bettelnden Frau?

Deine Freundin scheint ein sehr gutmütiger Mensch zu sein....
Ich würde mein Geld schnellstmöglich ZURÜCKFORDERN.
Vielleicht seid ihr 2018 ja gar nicht mehr zusammen.

Ich würdee der keinen Cent mehr leihen und sie daran erinnern, dass sie in einem Zweiparteienhaus hockt.

Tu dir das Theater doch nicht an!

Klar heult sie am Telefon. Ist ja auch zum Heulen, wenn man bei den eigenen Kindern schnorrt.
 
Ich bin auch von meinen Eltern, besonders meiner Mutter, in die Elternrolle gedrängt worden. Und ich muss mal deutlich widersprechen, Kinder erziehen ihre Eltern nicht zum schnorren, sondern Eltern haben Muster die Kinder von früh an in eine unangemessene Rolle drängen. Also mach Dir keine Vorwürfe.

Du solltest aber einsehen dass es Zeit ist, etwas zu ändern. Ich kenne das ganz genau, auch die Panik wenn man "nichts tun kann". Es ist die Panik von Eltern, deren Kind in grosser Gefahr ist, und ein komplett unangemessenes Gefühl seinen erwachsenen Eltern gegenüber. Genau an dem Punkt wird es aber interessant. Wenn Du experimentellerweise mal versuchst, genau diese Unruhe auszuhalten wirst Du sehen dass sie auf einmal andere Lösungen findet. So wie mit dem Geld der Tante, das auf einmal da war weil Du nicht sofort handeln konntest.

Da sind immer zwei Ebenen: 1. das konkrete Problem und 2. ihre Art, mit Panik und Hektik das Gefühl zu verbreiten dass JETZT SOFORT die Lösung her muss und Du bist die einzige Rettung. Das ist eine Technik, die sie bestimmt nicht bewusst, aber eben ständig anwendet, es ist einfach ihre infantile Art, Dinge zu handhaben. Sie wird es nicht anders gelernt und leider nie hinterfragt haben. Dieses Hinterfragen ist längst überfällig. Und natürlich wird das schmerzhaft, sie wird ihre alte Masche mit Klauen und Zähnen verteidigen. Richte Dich auf eine Zeit ein, wo sie besonders heftig mit miesen Gefühlen Druck ausüben wird.

Übergeordnet scheint da einfach eine massive Vermeidung statt zu finden. Die finanzielle Lage Deiner Eltern hat sich seit Renteneintritt verschlechtert, und sie haben darauf einfach nicht reagiert. Auch hier: pass auf die Denkfalle auf. Es ist kein schreckliches Schicksal was Deine Eltern da getroffen hat, sondern ein relativ normaler Schritt. Sie haben nur nicht das nötige getan um ihn tragfähig zu machen. Wer in Rente geht hat meistens Vorsorge getroffen oder er verkleinert sich im Vorfeld. Guck mal genau hin, sehr viele Menschen sorgen doch dafür dass das Haus vorher abbezahlt ist, schaffen im Alter den Zweitwagen ab oder tauschen das Haus gegen eine kleine Eigentumswohnung, viele haben auch einen kleinen Nebenverdienst. Alle diese Schritte hätten Deinen Eltern auch offen gestanden, auch jetzt noch.

Hast Du Vertrauen zu jemandem der Zugang zu ihnen hat? Sprich Dich mal in der Familie aus, finde heraus wer noch alles betroffen ist, ich glaube nicht dass Du da alleine mit zu tun hast. Irgendwann sollte Deinen Eltern mal gesagt werden was jetzt dran ist, nämlich: Kosten / Haushaltsplan verschlanken. Hausteil vermieten oder in eine kleinere unaufwändige Immobilie ziehen (eventuellen Differenzbetrag nicht verprassen/im Haushaltsgeld versickern lassen!), und die Lage mal auf eventuelle Hilfsansprüche abklopfen. Allein der Behindertenausweis hat meiner Oma damals viele Ausgaben erspart. Vielleicht gibt es auch irgendwo einen kleinen Job, paar Stunden die Woche, allein schon damit man sich nicht ständig auf der Pelle hockt. Trinken die beiden eventuell auch?

Das ist das einzige was ich da noch investieren würde: Hilfe bei der Einsicht dass man das jetzt mal vom Kopf auf die Beine stellen muss.
 
Hallo Patch,

auch Dir erstmal Danke für Deine Antwort. In der Zwischenzeit habe ich auch wieder geantwortet, da ich nicht registriert bin, muss dieser Beitrag aber erst freigeschaltet werden, so dass Du ihn bisher nicht lesen konntest.

Mein Vater hält sich aus der ganzen Problematik raus. Von ihm habe ich noch niemals etwas von Geldsorgen gehört.

Ich habe meine Mutter nicht verzogen. Ich weiß, das mag bei meinen Beitrag so wirken, aber ich glaube mittlerweile eher, sie war niemals anders. Als mein Vater noch gearbeitet hat (als ich noch klein war) war meine Mutter nicht anders wenn es zu Problemen kam, dies kam nur nicht so häufig vor.

Im Moment kommt es mir zwar so vor als ob das Verhalten meiner Mutter immer schlimmer wird, aber das ist, schätze ich, nur so weil sich momentan (bzw. seit ein paar Jahren) die Probleme häufen, wie gesagt.

Mit meiner Freundin bin ich bereits fast 11 Jahre zusammen. Sie weiß ganz genau, falls wir uns jemals trennen würden, würde sie das Geld von mir bekommen. Und zwar wirklich so schnell wie nur eben möglich. Das ist eigentlich nicht das Problem.

Ich weiß ja auch das ich mir das Ganze eigentlich nicht antun sollte und wahrscheinlich wäre Dein Rat auch eigentlich das Vernünftigste. Aber was soll ich sagen, sie ist halt meine Mutter und ich glaube, die Probleme liegen viel tiefer. Es gibt viele Dinge die ich nun noch nicht erzählt habe, da sie hier den Rahmen des eigentlichen akuten Problems sprengen würden. (z.B. ständig irgendwelche Erkrankungen die eigentlich nicht existent sind, immer dann wenn wieder ein neues Problem auftaucht, starke Probleme in der Jugend bei mir und meinen Geschwistern wegen der Zustände zuhause, etc.) Ich glaube, eigentlich bräuchte sie eine Therapie. Aber versuch mal einen so unvernünftigen Menschen dazu zu bewegen - das ist so gut wie unmöglich. :-(
 
Hallo Gast,

ich denke auch, dass deine Mutter eigentlich dringend eine Therapie bräuchte. Ein Teil von ihr ist ein kleines Kind, und ihr "innerer Leiter" macht die Augen fest zu und will auf keinen Fall, dass das kleine Kind dazu lernt und erwachsen wird, d. h. er selbst will auch nicht erwachsen werden.
Das, was sie mit dir und deiner Schwester macht, ist emotionale Erpressung, das ist eine Art von psychischer Gewalt. Entweder ihr pariert, oder es gibt Tränen und Vorwürfe oder sogar die - nicht ausgesprochene? - Drohung, dass sie sich was antut. D. h. nur schwach und lieb ist sie nicht, sie ist definitiv auch sehr aggressiv gegen euch!

Ich denke, dass deine Mutter dieses Verhalten (in der gleichen oder in einer ähnlichen Form) schon lange praktiziert, wohl schon in deiner Kindheit, und dass du nicht die Ursache dieses Verhaltens bist. Als du noch Kind und Jugendlicher warst, konntest du nichts dagegen tun. Aber als Erwachsener bist du auf dieses Verhalten "eingestiegen" - du hast es mitgetragen, du hast dich ihr unterworfen, insofern denke ich, dass Patch teilweise Recht hat, dass du das kranke Verhalten deiner Mutter unterstützt hast.

Sowohl das Messie-Verhalten deiner Mutter als auch die Problematik, alte Dinge (Auto, Telefonanschluss der Oma etc.) nicht loslassen zu können, scheinen mir eine einzige Wurzel zu haben: Ich vermute mal, dass zumindest deine Mutter in ihrer Kindheit wenig oder keine Liebe bekommen und sie auch heute wenig Erfreuliches (z. B. eigene Lebensfreude) in ihrem Leben hat. Das Festhalten scheint so eine Art Gegengewicht zu sein - ich habe zu wenig Liebe und Lebensfreude in meinem Leben, deswegen lasse ich mir zumindest die "lieben alten Dinge" nicht nehmen. Ich bin mir natürlich nicht sicher, aber das wäre eine Erklärungsmöglichkeit.

Ich kenne jemanden, der ähnliches Verhalten an den Tag legt - Messie-Problematik und kindliches Verhalten mit emotionaler Erpressung anderer Leute. Das Ganze ist so lange weiter gegangen, bis von außen ein absolut massiver Druck auf ihn ausgeübt worden ist, von außerhalb der Familie, und zwar im eigenen Interesse, d. h. dieser Druck war keine Einmischung in seine Angelegenheiten, sondern Wahrung der eigenen Rechte. Der Kranke hat andere Leute in ihren Rechten geschädigt. Er wurde dann gezwungen, eine Therapie zu machen, und erst durch diesen massiven Druck von außen kam überhaupt erst eine Krankheitseinsicht und die Bereitschaft, etwas zu ändern.

Ich kann dir nur raten, ihren finanziellen Forderungen nicht mehr nachzugeben. Du bist nicht ihr Vater, es ist nicht deine Aufgabe, über ihr Leben zu wachen. Es ist eine Überforderung für dich. Aber ich kann natürlich sehr gut verstehen, dass du Angst um sie hast und dass dich diese Situation (sie spricht nicht mehr mit dir) verunsichert. Ich finde es ein Zeichen von Stärke, dass du versuchen willst, aus der Vater-Rolle auszusteigen.
Du könntest mal in eine psychologische Beratungsstelle gehen und dort fragen, was es für Möglichkeiten gibt, mit der Situation besser fertig zu werden, falls sie sich zuspitzt. Was meinst du?

Alles Gute und viel Kraft! 🙂
Kaela
 
Zuletzt bearbeitet:
Da du ihr ohnehin weiterhin Geld geben wirst, kannst du Bedingungen daran knüpfen:

Keine Kohle ohne Therapie.
 
Erstmal nochmal Danke an Euch alle für Eure Antworten!

Gast: Du hast da vollkommen Recht und den Nagel auf den Kopf getroffen. Insbesondere mit der massiven Vermeidung.
Leider gibt es wirklich niemanden der Zugang zu Ihnen hat und dessen Worte zu Ihnen durchdringen könnten. Jeder der versucht Ratschläge zu geben und zu helfen, ist gleich automatisch "der Böse" und wird gemieden.

Mein Vater kann seit dem Schlaganfall nicht mehr arbeiten, nicht mal mehr in einem keinen Nebenjob.
Mit meiner Mutter haben wir das schon alles durch. Da fingen die Probleme schon beim austragen von Zeitungen an. Es drehte sich um nichts anderes mehr. Immer wieder wenn man mit ihr gesprochen hat, hörte man ständig nur von den Zeitungen. Irgendwann hatte sie dann wieder eine neue Krankheit und konnte nicht mehr weitermachen, bzw. meinte das zumindest. Dann kamen noch diverse andere Gelegenheiten, da lief dann alles genau so ab. Das Haus nehmen sie, vollgestopft wie es ist, entweder mit ins Grab, oder aber wird wohl erst verkauft wenn sie dazu gezwungen werden.

Logische Lösungsansätze helfen bei ihnen auch einfach nicht weiter. Das ist ja genau das Problem. Wie gesagt, außer die psychischen Probleme die wahrscheinlich zu der ganzen Sachen führen, könnte ich alle ihre Probleme in kürzester Zeit lösen, wäre ich an ihrer Stelle.

Ja, mein Vater trinkt dazu auch noch, obwohl er wirklich sehr starke Medikamente nehmen muss. Er trinkt sich zwar nicht in den Vollrausch, so ein Alkoholiker ist er nicht. Aber er kann, glaube ich, ohne Alkohol nicht den Tag verbringen. Deshalb für mich, ganz klar Alkoholiker. Meine Mutter trinkt nicht.


Kaela:

Auch Du hast so ziemlich den Nagel auf den Kopf getroffen. ;-) In der Kindheit meiner Mutter lief wohl tatsächlich zu einiges schief und Lebensfreude hat sie nur wenn mal keine anderen Probleme vorhanden sind.

Wenn sich etwas neues ergibt, momentan weiß ich ja gar nicht was überhaupt los ist, werde ich Deinen Ratschlag annehmen und versuchen die Hilfe einer psychologischen Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen.


Patch:

So leicht ist es nicht. Ich denke, Sila hat da vollkommen Recht. Erstens hat meine Mutter bisher immer das Geld von irgendjemanden bekommen, heißt also, sie wird sich dann wohl an jemand anderen wenden, und zweitens, sie würde wahrscheinlich eher komplett auf das Geld verzichten anstatt eine Therapie zu machen. Läuft sie halt ohne ihre Zähne rum, könnte ich mir gut vorstellen. Probieren kann ich es beim nächsten mal, aber das wird dann wahrscheinlich wieder ein Fiasko und nichts bringen. Du kannst Dir echt nicht vorstellen wie unvernünftig sie sich verhält, immer wenn es um ernste Themen geht.

Außerdem, im Moment weiß ich nicht ob ich ihr tatsächlich nochmal Geld geben würde. Ich bin einfach enttäuscht und sehe das mittlerweile so: sie stellt da 1500,- € über unsere Beziehung zueinander. Momentan tut sie nichts damit wir wieder miteinander zurecht kommen. Sie ruft mich ja nicht mehr an und geht ja nichtmal ans Telefon wenn ich sie anrufe.

Was auch immer die nächsten Tage bringen, eines steht für mich mittlerweile trotzdem fest: Sie braucht unbedingt eine Therapie und am Besten noch eine Schulung, oder was auch immer, die ihr den Umgang mit Geld begreiflich macht. Nur, wie jemanden dazu bekommen der so sturr und unvernünftig ist, wenn nicht so?


Es ist wirklich interessant Eure Meinungen dazu zu hören. Die Sichtweise einer neutralen Person konnte ich bisher absolut nicht einschätzen. Bin mittlerweile sehr froh hier gestern geschrieben zu haben.
 

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