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Meine Mutter ist tot

Lylu

Neues Mitglied
Hallo,

ich weiß gar nicht genau, was ich hier suche. Ich muss nur irgendwie diesen Druck loswerden. Ich bin momentan einfach am Ende.

Meine Mutter starb vor knapp drei Monaten. Es war sehr plötzlich. Sie kam ins Krankenhaus wegen Diarrhöe und starb an Sepsis und abgestorbenem Darm. Die Ärzte haben falsch gehandelt und ich fühle mich schuldig. Totaler Schwachsinn, ich weiß, aber ändern tut es an meinen Gefühlen nichts.

Sie war 72, kein Alter bei dem es unerwartet kommen sollte. Aber ich bin erst DREIUNDZWANZIG, zu jung um meine Mama zu verlieren. Ich bin Halbwaise, nicht mehr komplett, kaputt. Sie war meine Familie, mein Sicherheitsnetz, meine beste Freundin, mein Gewissen, mein Mut, einfach ALLES und jetzt ist sie fort.

Meine Schwester hat sich von mir abgewandt. Wir sind nicht blutsverwandt, ich bin das Pflegekind. Die Adoption war fast durch, aber es sollte wohl nicht sein.

Das was mich wirklich fertig macht sind meine Träume. Ich träume jede Nacht von meiner Mutter. Direkt oder indirekt. Sie ist wieder da und ich schreie sie an, dass sie tot ist. Sie zeigt auf den Finger auf mich und beschuldigt mich, sie umgebracht zu haben. Ich muss alle anderen überzeugen, dass sie tot ist. Mir glaubt keiner.

Jede verdammte Nacht. Es bringt mich langsam um den Verstand.

Ja, ich kann mit anderen reden, tue es aber nicht wirklich. Ich ziehe mich zurück. Fühle mich isoliert, allein. Bekloppt.

Lylu
 
Hallo Lylu,

ich kann Deinen Schmerz gut verstehen, Du scheinst eine sehr enge Bindung zu Deiner Mutter gehabt zu haben. Mein herzliches Beileid an dieser Stelle.

Leider kann ich Dir nicht helfen und Dir die Alpträume nehmen. Trauer ist ein langer Prozess und je näher man dem Menschen gestanden hat, desto schwieriger ist es, damit zurecht zu kommen. Ich selbst habe leider auch schon Menschen verloren, die ich sehr geliebt habe, jeder muss das erleben und es ist grausam.

Wichtig ist, dass man sich eben nicht abkapselt und darüber redet, auch wenn es schwer fällt. Wenn Du nicht mit Freunden oder Bekannten reden möchtest, vielleicht wäre ein Gespräch mit einem Therapeuten für Dich eine Lösung. Vor allem in Hinblick auf diesen Traum, das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Überleg es Dir, Du musst davor keine Angst haben oder Dich schämen. Du bist noch jung und hast gerade Deinen größten Halt im Leben verloren. Lass Dir helfen es zu verarbeiten, dann wirst Du Dich mit der Zeit besser fühlen.

Liebe Grüße
Dari
 
Hallo Lylo
Ich kann mir wirklich sehr gut vorstellen was du zur zeit alles durch machen musst,mein herzliches beileid.Weißt du ich habe damals auch meine mutter verloren als ich 9 jahre alt war,un diese träume von denen du erzählst die kenne ich nur zu gut,nach dem verlust meiner mutter hatte ich auch nacht für nacht alpträume auch in jener nacht als sie verstarb ich habe mir auch jahre lang die schuld gegeben obwohl ich wusste es stimmt nicht .das du mit niemanden darüber so wirklich reden magst ist voll kommen in ordnung du musst erstmal für dich einen weg finden das ganze zu akzeptieren un wenn du bereit bist dann kannst du darüber sprechen,mir fällt es manchmal auch immer noch schwer darüber zu sprechen.und du solltest dir wirklich überlegen therapeutische hilfe zu suchen, also ich hatte 6 jahre lang eine therapie deswegen un auch wenns anfangs nicht danach aussah es hat mir doch ein wenig geholfen vorallem bei den alpträumen, ich habe gelernt das man seine träume beeinflussen kann,was nicht immer leicht ist. Naja ich hoffe wirklich das die menschen in deinen umfeld es akzeptieren können das du vielleicht erstmal alleine damit klar kommen möchtest. Und ich wünsche dir wirklich das du deine träume in den griff bekommst und das du das gut verarbeiten kannst. Vielleicht meldest du dich ja einfach mal bei mir wenn du jemanden zum reden brauchst natürlich nur wenn du möchtest
Lieben gruß
 
Hallo Dari und xXverzweiflungXx,

vielen Dank für eure lieben Antworten.

Ich habe mich schon bei ein paar Therapeuten gemeldet und werde auch eine Therapie anfangen. Mein Arzt hält es für sinnvoll und ich versuche alles, was mir helfen kann.

@Dari: Ich habe mittlerweile auch begriffen, dass es nur durch die Trauer durch geht und nicht daran vorbei. Ich habe die letzten Wochen geglaubt, dass es mir besser ging. Die Alpträume waren weniger und ich habe nicht an sie denken müssen. Ich war in einer Art Schwebezustand. Es hatte sich nichts verändert seit ihrem Tod. Ich war zu Hause und habe immer dasselbe getan. Schlimmer wurde es, als ich das erste Mal an meine Zukunft gedacht und einen Schritt nach vorne gewagt habe. Seitdem geht es mir wieder so schlecht.

Ich habe gestern Abend noch meine beste Freundin zu mir gebeten. Wir haben uns einen wirklich schönen Abend gemacht. Ich könnte einfach mal über alles reden. Es ging nicht viel um meine Mutter, sondern eher darum, dass sich so viele Leute abgewandt haben und ich einfach nur wütend bin. Das hat mir auch schon sehr geholfen :-D

Heute geht es mir etwas besser und darüber freue ich mich. Jeder Tag ist momentan ein neuer Anfang. Auf gute folgt schlechte und auf schlechte auch wieder gute 🙂

Ich hoffe, dass ihr beide auch einen guten Sonntag hattet.

Liebe Grüße
Lylu
 
Hallo Lylu,

es freut mich, dass Du bereits erste Schritte unternommen hast und bereit bist, Dir bei Deiner Trauerbewältigung helfen zu lassen. Das ist sehr mutig und ich bin sicher, dass es Dir gut tun wird.

Schritt für Schritt und jeden Tag auf ein Neues, genau so solltest Du es angehen. Natürlich wird es immer mal Tage geben an denen Dich die Trauer einholt, aber das ist ja auch normal. Deine Mutter wird immer Bestandteil Deines Lebens sein, nur wird der Gedanke an Sie Dir irgendwann nicht mehr so weh tun, sondern Du wirst an die schönen Zeiten zurück denken und froh sein, dass Du eine so tolle Mutter hattest. Aber das brauchst wie gesagt Zeit und die ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Stärke für die Zukunft. Lass Dich nicht unterkriegen und nimm Dir die Zeit, die Du brauchst.

Liebe Grüße
Dari
 
Meine Mutti ist vor 5 Wochen gestorben. Sie Ist einfach nicht mehr aufgestanden. Freitagabend hab ich noch mit ihr tel. am Samstag morgen war sie tot.
Sie fehlt mir so, ich verdränge tagsüber mit viel arbeiten, aber abends /nachts kann ich nicht schlafen.Bin fertig und weiß nicht was ich machen soll. Kann keine Fotos von ihr anschauen, sie fehlt mir so.
 
Hi,

ich war sehr lange nicht mehr hier. Ich habe mich mit dem Tod meiner Mama noch immer nicht auseinander gesetzt und mir auch noch keine Hilfe geholt. Mir ist bewusst, dass es sehr wichtig wäre, aber den endgültigen Schritt zu machen schaffe ich nicht.

Ich habe im Februar angefangen mein Fachabi zu machen. Es läuft ganz gut, könnte allerdings besser sein. Wenn ich allein zu Hause bin kann ich nicht lernen. Ich schlafe die meiste Zeit. Meine Art alles zu verdrängen. Tagsüber kann ich bestens schlafen, nur nachts nicht. Nachts kommen immer wieder diese Träume. Mir entgleiten die Dinge immer mehr. Meine beste Freundin und ich haben uns entfremdet und andere Freundschaften sind kaputt gegangen. Ich weiß das ich depressiv bin, das war ich früher schon, hatte es aber ziemlich gut im Griff, bis zum Tod meiner Mutter. Mit ihrem Fehlen, fehlt mir irgendwie alles. Sie war der Mensch dem ich ALLES erzählen konnte. Egal was es war und das habe ich jetzt nicht mehr. Meine Finanzen sind eine Katastrophe ich weiß mittlerweile gar nicht mehr wer alles böse Briefe schickt.

Ich bade ganz schön im Selbstmitleid oder?

Ich hatte es noch nie leicht und habe ziemlich viel Scheiße erlebt, aber ich habe mich nie so hängen lassen wie in den letzten acht Monaten. Ich muss daraus und mir Hilfe holen. Ich hab schon so viel erreicht. Das kann doch jetzt nicht einfach alles hinfällig sein. Ich bin ein lebensfroher Mensch und ein absoluter Optimist. Wo ist das denn hin?

Ja, sie ist tot, ich doch aber nicht. Ich lebe und habe noch alles vor mir. Sie hat alles erleben dürfen. Ihre Kinder, ihren Enkel, ihre Karriere, ihre Liebe, ihre Freunde. Ich will das auch. Dafür muss ich allerdings was tun!! Ich muss anfangen nach vorne zu schauen und zu handeln.

Bitte, bitte, lasst mich meine Kraft wieder finden. Ich weiß das sie irgendwo in mir ist, nur wo?

Puh, das musste ich mal loswerden!

Ich hoffe irgendjemand liest es 😱

Liebe Grüße
Lylu
 

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