Es fing eigentlich alles damit an, als meine Mutter aufgrund ihres übermäßigen Zigarettenkonsums ganz schlimm an der Lunge erkrankte. Ich weiß nicht, ob jemand von euch die Krankheut COPD kennt. Am Anfang hat man davon gar nichts gemerkt, aber im Laufe der Zeit wurde das immer schlimmer und schlimmer. Mittlerweile ist es schon so schlimm, dass sie gar nichts mehr machen kann. Sie liegt gerade auch im Krankenhaus. Einmal wäre sie sogar fast gestorben, hat dann aber sofort wieder weitergeraucht. Jetzt raucht sie seit einer Weile nach dem 4. Versuch nicht mehr. Wir glauben aber nicht, dass sie es auf Dauer schaffen wird.
Es ist eigentlich schon ganz lange so, dass fast nichts mehr geht und ich praktisch alle Arbeiten im Haus neben meiner Ausbildung übernehmen musste, weil meiner Mutter alles zu anstrengend war. Sie hat dann immer so geredet, als würde ich ja eh nicht arbeiten. Ich darf auch nicht mal richtig zur Tür reinkommen und mich hinsetzen nach der Arbeit, sofort werde ich mit Anweisungen bombardiert. Wenn ich Urlaub hatte wurde das gleich ausgenutzt, da ich dann ja helfen konnte. Ich kann mich schon gar nicht mehr dran erinnern, wann ich das letzte mal Urlaub hatte und ich wirklich die Zeit zum Erholen nutzen konnte. Lang ausschlafen war nicht drin und wehe ich wollte mal etwas unternehmen, gab es sofort richtig Stress. War der Urlaub vorbei, hab ich mich so gefühlt als hätte ich gar keinen gehabt.
Jetzt bin ich Anfang dieser Woche mit meiner Ausbildung fertig geworden und hab grad auch Urlaub. Der erste richtige und vielleicht sogar der letzte in diesem Jahr. Da meine Mutter grad im Krankenhaus liegt, ist es für mich selbstverständlich meinem Vater zur Seite zu stehen. Da er sonst nie etwas im Haushalt machen musste, überfordert ihn das jetzt. Was mich allerdings etwas nervt, es muss alles immer am frühen Vormittag gemacht werden. Möchte ich einmal ausschlafen, bekomm ich ein schlechtes Gewissen eingeredet, indem mein Vater sagt, dass er alles alleine macht. Er übertreibt immer total und sagt ironisch, man kann die Arbeit auch erst um 21 Uhr abends machen. Dabei ist immer schon alles spätestens um halb 10 erledigt, wo man sieht, dass man noch genug Zeit gehabt hätte und ich sitz dann den ganzen Tag rum und weiß nicht, was ich machen soll.
Wenn ich dann wenigstens anders behandelt werden würde, wär das was anderes. Mein Freund sagt immer, obwohl er super mit meinen Eltern klar kommt und sie auch mag, dass sie mich total respektlos behandeln. Dass ich für sie nur ihre Hilfskraft bin. Wenn, dann bekomm ich meistens Vorwürfe zu hören. Ein Danke so gut wie nie. Ich hör auch nie, dass sie stolz auf mich sind, oder froh, mich zu haben. Es ist alles ganz selbstverständlich. Ich bin aber trotzdem froh, sie zu haben. So ist das nicht.
Meine Schwester wohnt auch schon lange nicht mehr bei uns. Wenn sie mal zu Besuch kommt, muss sie keinen Finger rühren, mit der Begründung, dass sie ja Urlaub hat. Es kommt dann vor, dass ich im Geschäft war, heim komm und dann sofort was im Haushalt machen muss, obwohl sie den ganzen Tag daheim war. Aber sie hat ja Urlaub. Ich bin jetzt fast 25 und immer noch zuhause. Dabei wollte ich schon längst ausziehen, aber meine Eltern wollen mich hier halten, weil sie denken, dass sie keine Hilfe mehr haben, wenn ich auch mal weg bin. Sie sagen auch immer, ich soll nicht zu weit weg ziehen, damit ich immer sofort kommen kann, wenn irgendwas ist. Ich liebe meine Eltern aber mir wird das alles manchmal einfach zu viel. Schon der Gedanke, dass meine Mutter so todkrank ist und vielleicht auch nicht mehr lange lebt, ist schlimm genug.
Wenn die Behandlung, die sie heute bekommt, nicht anschlägt, wird sie den Rest ihres Lebens ein Pflegefall sein. Sie hat aber auch nichts dagegen unternommen. Jetzt soll ich praktisch dann meinen eigenen Haushalt führen, wenn sie mich denn mal gehen lassen und dann noch zusätzlich den von meinen Eltern und meine Mutter pflegen. Wir wohnen noch in einem großen Haus. Umziehen kommt für sie irgendwie nicht in Frage. Es gab auch mal so Situationen, wo mein Vater meinte, er bringt mir bei, wie man mit der Motorsäge umgeht, damit ich in Zukunft immer das Holz vom Wald holen kann, wenn er mal nicht mehr kann.
Es tut mir leid, dass ich hier so rumjammere, aber mir wächst das alles langsam über den Kopf, dass ich nicht einmal die Gelegenheit bekomme, ein eigenes Leben aufzubauen. Dazu kommt auch noch, meine Angst, keine Arbeitsstelle zu bekommen. Ich kann grad noch von Glück reden, bis Ende September bei meinem Ausbildungsbetrieb bleiben zu können. Ich hab das Gefühl, dass ich für den Fehler, den meine Mutter gemacht hat, bestraft werde. Ich bin doch gar nicht dafür ausgebildet, einen schwerkranken Menschen ohne Hilfe zu pflegen. Was kann ich denn machen, damit die Situation besser wird? Ich will meine Eltern nicht im Stich lassen, ich will mich aber auch nicht kaputtrichten lassen. Ist so was eigentlich normal? Bin ich mit meinen erst 24 Jahren für meine Eltern verantwortlich, obwohl ich noch nicht mal selber in ein eigenes Leben starten konnte?
Ich sag auf jeden Fall mal Danke an alle, die diesen langen Text gelesen haben. Ich hoffe, ich werde nicht falsch verstanden, denn ich liebe meine Eltern aber ich bin auch etwas mit der Situation überfordert.
Es ist eigentlich schon ganz lange so, dass fast nichts mehr geht und ich praktisch alle Arbeiten im Haus neben meiner Ausbildung übernehmen musste, weil meiner Mutter alles zu anstrengend war. Sie hat dann immer so geredet, als würde ich ja eh nicht arbeiten. Ich darf auch nicht mal richtig zur Tür reinkommen und mich hinsetzen nach der Arbeit, sofort werde ich mit Anweisungen bombardiert. Wenn ich Urlaub hatte wurde das gleich ausgenutzt, da ich dann ja helfen konnte. Ich kann mich schon gar nicht mehr dran erinnern, wann ich das letzte mal Urlaub hatte und ich wirklich die Zeit zum Erholen nutzen konnte. Lang ausschlafen war nicht drin und wehe ich wollte mal etwas unternehmen, gab es sofort richtig Stress. War der Urlaub vorbei, hab ich mich so gefühlt als hätte ich gar keinen gehabt.
Jetzt bin ich Anfang dieser Woche mit meiner Ausbildung fertig geworden und hab grad auch Urlaub. Der erste richtige und vielleicht sogar der letzte in diesem Jahr. Da meine Mutter grad im Krankenhaus liegt, ist es für mich selbstverständlich meinem Vater zur Seite zu stehen. Da er sonst nie etwas im Haushalt machen musste, überfordert ihn das jetzt. Was mich allerdings etwas nervt, es muss alles immer am frühen Vormittag gemacht werden. Möchte ich einmal ausschlafen, bekomm ich ein schlechtes Gewissen eingeredet, indem mein Vater sagt, dass er alles alleine macht. Er übertreibt immer total und sagt ironisch, man kann die Arbeit auch erst um 21 Uhr abends machen. Dabei ist immer schon alles spätestens um halb 10 erledigt, wo man sieht, dass man noch genug Zeit gehabt hätte und ich sitz dann den ganzen Tag rum und weiß nicht, was ich machen soll.
Wenn ich dann wenigstens anders behandelt werden würde, wär das was anderes. Mein Freund sagt immer, obwohl er super mit meinen Eltern klar kommt und sie auch mag, dass sie mich total respektlos behandeln. Dass ich für sie nur ihre Hilfskraft bin. Wenn, dann bekomm ich meistens Vorwürfe zu hören. Ein Danke so gut wie nie. Ich hör auch nie, dass sie stolz auf mich sind, oder froh, mich zu haben. Es ist alles ganz selbstverständlich. Ich bin aber trotzdem froh, sie zu haben. So ist das nicht.
Meine Schwester wohnt auch schon lange nicht mehr bei uns. Wenn sie mal zu Besuch kommt, muss sie keinen Finger rühren, mit der Begründung, dass sie ja Urlaub hat. Es kommt dann vor, dass ich im Geschäft war, heim komm und dann sofort was im Haushalt machen muss, obwohl sie den ganzen Tag daheim war. Aber sie hat ja Urlaub. Ich bin jetzt fast 25 und immer noch zuhause. Dabei wollte ich schon längst ausziehen, aber meine Eltern wollen mich hier halten, weil sie denken, dass sie keine Hilfe mehr haben, wenn ich auch mal weg bin. Sie sagen auch immer, ich soll nicht zu weit weg ziehen, damit ich immer sofort kommen kann, wenn irgendwas ist. Ich liebe meine Eltern aber mir wird das alles manchmal einfach zu viel. Schon der Gedanke, dass meine Mutter so todkrank ist und vielleicht auch nicht mehr lange lebt, ist schlimm genug.
Wenn die Behandlung, die sie heute bekommt, nicht anschlägt, wird sie den Rest ihres Lebens ein Pflegefall sein. Sie hat aber auch nichts dagegen unternommen. Jetzt soll ich praktisch dann meinen eigenen Haushalt führen, wenn sie mich denn mal gehen lassen und dann noch zusätzlich den von meinen Eltern und meine Mutter pflegen. Wir wohnen noch in einem großen Haus. Umziehen kommt für sie irgendwie nicht in Frage. Es gab auch mal so Situationen, wo mein Vater meinte, er bringt mir bei, wie man mit der Motorsäge umgeht, damit ich in Zukunft immer das Holz vom Wald holen kann, wenn er mal nicht mehr kann.
Es tut mir leid, dass ich hier so rumjammere, aber mir wächst das alles langsam über den Kopf, dass ich nicht einmal die Gelegenheit bekomme, ein eigenes Leben aufzubauen. Dazu kommt auch noch, meine Angst, keine Arbeitsstelle zu bekommen. Ich kann grad noch von Glück reden, bis Ende September bei meinem Ausbildungsbetrieb bleiben zu können. Ich hab das Gefühl, dass ich für den Fehler, den meine Mutter gemacht hat, bestraft werde. Ich bin doch gar nicht dafür ausgebildet, einen schwerkranken Menschen ohne Hilfe zu pflegen. Was kann ich denn machen, damit die Situation besser wird? Ich will meine Eltern nicht im Stich lassen, ich will mich aber auch nicht kaputtrichten lassen. Ist so was eigentlich normal? Bin ich mit meinen erst 24 Jahren für meine Eltern verantwortlich, obwohl ich noch nicht mal selber in ein eigenes Leben starten konnte?
Ich sag auf jeden Fall mal Danke an alle, die diesen langen Text gelesen haben. Ich hoffe, ich werde nicht falsch verstanden, denn ich liebe meine Eltern aber ich bin auch etwas mit der Situation überfordert.