Andreas900
Sehr aktives Mitglied
Hi zusammen! 🙂
Ich bin mal wieder mit meiner Mutter aneinander geraten, wir streiten und eigentlich regelmäßig.
Meine Mutter ist der Meinung, das schlimmste Los der Welt gezogen zu haben und von Gott und dem Schicksal bestraft zu sein. Schuld haben immer andere. Meine Mutter schwankt dabei zwischen Depression und Aggression. Es tut mir einfach mal gut, es von der Seele zu schreiben. 🙂
Ich bin inzwischen der Auffassung, dass das Kernproblem meiner Mutter ist, dass sie nie für etwas in ihrem Leben die Verantwortung übernommen hat und das bis heute nicht will.
Sie ist in einem guten Elternhaus aufgewachsen und war bis knapp 30 zuhause bei ihren Eltern. So bin auch im Haus meiner Großeltern aufgewachsen und hatte nie ein elterliches Verhältnis zu meiner Mutter. Meine Mum hat mich bei Oma und Opa geparkt und hat ihr Leben gelebt. Sie hat dabei alle mögliche Unterstützung von meinen Großeltern erhalten, sowohl finanziell als auch praktisch. Ihre erste Wohnung hat Opa gekauft und Oma tapeziert. Meiner Mutter wurde der A*sch hinterher getragen und sie hatte immer die Sicherheit von ihren Eltern aufgefangen zu werden.
Mit knapp 40 bekam sie wohl die Midlife Krise, bereute es mich nicht aufgezogen zu haben und gab meiner Oma die Schuld. Meine Mutter wurde arbeitslos und fand auch keine Arbeit, bei der sie länger als vielleicht 1 Jahr blieb. So wechselten sich Arbeit und Arbeitslosengeld ab. Schuld für die Arbeitslosigkeit hatten immer andere. Sie sei gebmobbt und schikaniert worden und hielte die Arbeit nervlich nicht aus - keine Arbeit. Selbst Kekse einpacken am Fließband war für sie eine Überforderung. Aber warum auch Arbeiten? Meine Mutter hat im Vorgriff auf ihr Erbe einen 6 stelligen Betrag bekommen, sich damit ein Haus gekauft und konnte so mit Arbeitslosengeld super leben.
Inzwischen sind meine Großeltern (also ihre Eltern) verstorben und Mum bekommt keine regelmäßigen Finanzspritzen mehr. Längst ist sie bei Hartz 4 angekommen und kommt dort nicht mehr raus. Sie klagt über Schmerzen und hat ein künstliches Hüftgelenk. Früher habe ich mich richtig bemüht ihr zu helfen. Arbeitsstellen für sie gesucht, ihr den Umgang mit einem PC beibringen wollen, sogar bei der Antragsstellung Hartz 4 habe ich ihr geholfen und vieles mehr. Ich sehe aber, wie wenig meine Mutter selbstständig tut und wie wenig sie zu tun bereit ist. Selbst ihr Haus sieht noch wie ein Rohbau aus, weil sie selber die Wände nicht tapeziert bekommen hat. Das hatte ihr meine damals 80 jährige Oma versprochen ... Die Arbeitssuche begrenzte sich auch auf den Umkreis von 5 Kilometer, weil Mum nicht so weit fahren wollte (Nein das ist kein Scherz, sie wollte mit ihrem Auto nicht mal in den Nachbarort zum Arbeiten fahren). Jetzt hat mich meine Mutter um Geld gebeten, sehr raffiniert formuliert: ich solle ihr doch was geben, schließlich möchte ich ja auch dass sie das Haus erhält damit ich es mal erben kann. Dabei hat meine Mutter gar nicht so wenig Geld. Hartz 4 und ihr Erspartes (von meiner Oma) reichen jedenfalls noch gut für sie und ihre drei Haustiere. Ich überlege wo ich etwas sparen kann und sie kauft sich Haustiere?
Meine Mutter spricht heute davon psychisch krank zu sein. Jede Kleinigkeit macht sie aggressiv. Wenn das Jobcenter ihr eine Rechnung nicht innerhalb von 2 Wochen bezahlt, geht sie die Wände hoch und wünscht den Sachbearbeitern die Pest an den Hals. Ihr absolutes Lieblingsthema sind auch Ausländer, die ja alles kriegen würden während sie ihr Leben lang gearbeitet hat und um alles "betteln" muss. Es vergeht kein Gespräch ohne Hasstiraden gegen Muslime. Andere Minderheiten wie Schwule haben´s bei ihr auch nicht leicht. Selbst meine verstorbene Oma kriegt ihr Fett weg, weil meine Mutter meint, sie habe nicht genug gekriegt und meine Oma habe zu ihr auf dem Sterbebett gesagt "keine Sorge, du kriegst auch noch was". Meine Mutter sieht ihre psychischen Probleme ebenfalls bei meiner so "dominanten" Oma, die ihr alle Verantwortung abgenommen habe. Ich sag es mal so: Wenn man nie von zuhause weg kommt und nie eigene Entscheidungen trifft, nie Verantwortung trägt, dann wird man auch nie mehr sein als ein unselbstständiges Kind.
Ich finde keinen Zugang mehr zu meiner Mutter. Jede Idee ihr Leben zu verbessern oder Hinweis darauf, dass ich ihre Art gemein finde blockt sie damit ab krank zu sein oder kein Geld zu haben - im Zweifel kommen Tränen. Ich finde nur noch begrenzt Gesprächsthemen mit ihr. Vielleicht gehört es dazu, dass ältere Menschen auch mal über das Leben und ihre Gesundheit klagen, aber muss ich mir jetzt die nächsten 20 Jahre anhören wie gemein meine Oma war, wie scheiße Ausländer sind, wie eklig Schwule sind und wem meine Mutter sonst noch den Tod wünscht? Wie begegnet man einem Menschen, der aller Vernunft emotional ausweicht?
Ich hoffe, dass ihr mit euren Eltern bessere Erfahrungen macht.
LG
Andreas
Ich bin mal wieder mit meiner Mutter aneinander geraten, wir streiten und eigentlich regelmäßig.
Meine Mutter ist der Meinung, das schlimmste Los der Welt gezogen zu haben und von Gott und dem Schicksal bestraft zu sein. Schuld haben immer andere. Meine Mutter schwankt dabei zwischen Depression und Aggression. Es tut mir einfach mal gut, es von der Seele zu schreiben. 🙂
Ich bin inzwischen der Auffassung, dass das Kernproblem meiner Mutter ist, dass sie nie für etwas in ihrem Leben die Verantwortung übernommen hat und das bis heute nicht will.
Sie ist in einem guten Elternhaus aufgewachsen und war bis knapp 30 zuhause bei ihren Eltern. So bin auch im Haus meiner Großeltern aufgewachsen und hatte nie ein elterliches Verhältnis zu meiner Mutter. Meine Mum hat mich bei Oma und Opa geparkt und hat ihr Leben gelebt. Sie hat dabei alle mögliche Unterstützung von meinen Großeltern erhalten, sowohl finanziell als auch praktisch. Ihre erste Wohnung hat Opa gekauft und Oma tapeziert. Meiner Mutter wurde der A*sch hinterher getragen und sie hatte immer die Sicherheit von ihren Eltern aufgefangen zu werden.
Mit knapp 40 bekam sie wohl die Midlife Krise, bereute es mich nicht aufgezogen zu haben und gab meiner Oma die Schuld. Meine Mutter wurde arbeitslos und fand auch keine Arbeit, bei der sie länger als vielleicht 1 Jahr blieb. So wechselten sich Arbeit und Arbeitslosengeld ab. Schuld für die Arbeitslosigkeit hatten immer andere. Sie sei gebmobbt und schikaniert worden und hielte die Arbeit nervlich nicht aus - keine Arbeit. Selbst Kekse einpacken am Fließband war für sie eine Überforderung. Aber warum auch Arbeiten? Meine Mutter hat im Vorgriff auf ihr Erbe einen 6 stelligen Betrag bekommen, sich damit ein Haus gekauft und konnte so mit Arbeitslosengeld super leben.
Inzwischen sind meine Großeltern (also ihre Eltern) verstorben und Mum bekommt keine regelmäßigen Finanzspritzen mehr. Längst ist sie bei Hartz 4 angekommen und kommt dort nicht mehr raus. Sie klagt über Schmerzen und hat ein künstliches Hüftgelenk. Früher habe ich mich richtig bemüht ihr zu helfen. Arbeitsstellen für sie gesucht, ihr den Umgang mit einem PC beibringen wollen, sogar bei der Antragsstellung Hartz 4 habe ich ihr geholfen und vieles mehr. Ich sehe aber, wie wenig meine Mutter selbstständig tut und wie wenig sie zu tun bereit ist. Selbst ihr Haus sieht noch wie ein Rohbau aus, weil sie selber die Wände nicht tapeziert bekommen hat. Das hatte ihr meine damals 80 jährige Oma versprochen ... Die Arbeitssuche begrenzte sich auch auf den Umkreis von 5 Kilometer, weil Mum nicht so weit fahren wollte (Nein das ist kein Scherz, sie wollte mit ihrem Auto nicht mal in den Nachbarort zum Arbeiten fahren). Jetzt hat mich meine Mutter um Geld gebeten, sehr raffiniert formuliert: ich solle ihr doch was geben, schließlich möchte ich ja auch dass sie das Haus erhält damit ich es mal erben kann. Dabei hat meine Mutter gar nicht so wenig Geld. Hartz 4 und ihr Erspartes (von meiner Oma) reichen jedenfalls noch gut für sie und ihre drei Haustiere. Ich überlege wo ich etwas sparen kann und sie kauft sich Haustiere?
Meine Mutter spricht heute davon psychisch krank zu sein. Jede Kleinigkeit macht sie aggressiv. Wenn das Jobcenter ihr eine Rechnung nicht innerhalb von 2 Wochen bezahlt, geht sie die Wände hoch und wünscht den Sachbearbeitern die Pest an den Hals. Ihr absolutes Lieblingsthema sind auch Ausländer, die ja alles kriegen würden während sie ihr Leben lang gearbeitet hat und um alles "betteln" muss. Es vergeht kein Gespräch ohne Hasstiraden gegen Muslime. Andere Minderheiten wie Schwule haben´s bei ihr auch nicht leicht. Selbst meine verstorbene Oma kriegt ihr Fett weg, weil meine Mutter meint, sie habe nicht genug gekriegt und meine Oma habe zu ihr auf dem Sterbebett gesagt "keine Sorge, du kriegst auch noch was". Meine Mutter sieht ihre psychischen Probleme ebenfalls bei meiner so "dominanten" Oma, die ihr alle Verantwortung abgenommen habe. Ich sag es mal so: Wenn man nie von zuhause weg kommt und nie eigene Entscheidungen trifft, nie Verantwortung trägt, dann wird man auch nie mehr sein als ein unselbstständiges Kind.
Ich finde keinen Zugang mehr zu meiner Mutter. Jede Idee ihr Leben zu verbessern oder Hinweis darauf, dass ich ihre Art gemein finde blockt sie damit ab krank zu sein oder kein Geld zu haben - im Zweifel kommen Tränen. Ich finde nur noch begrenzt Gesprächsthemen mit ihr. Vielleicht gehört es dazu, dass ältere Menschen auch mal über das Leben und ihre Gesundheit klagen, aber muss ich mir jetzt die nächsten 20 Jahre anhören wie gemein meine Oma war, wie scheiße Ausländer sind, wie eklig Schwule sind und wem meine Mutter sonst noch den Tod wünscht? Wie begegnet man einem Menschen, der aller Vernunft emotional ausweicht?
Ich hoffe, dass ihr mit euren Eltern bessere Erfahrungen macht.
LG
Andreas