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Gast
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Ich würde gerne einige Meinungen zu der Beziehung lesen, die ich gerade führe.
Meine Freundin (17) und ich (24) sind nun 1,5 Jahre zusammen. Kennengelernt haben wir uns in einem Chat vor 2,5 Jahren. Zu dem Zeitpunkt war sie etwas über 15 Jahre alt. Ich empfand sie sehr lange als einen eher unangenehmen Charakter. Durch ihre launische und aggressive Art geriet sie sehr schnell mit nahezu allen Usern in einen Clinch, wurde immer wieder gebannt und gesperrt, was sie aber permanent durch die Nutzung einer Proxy umgehen konnte. Die Stammuser wussten immer, wer sie war, und die Admins kapitulierten auch mehr oder weniger, solange sie sich zumindest etwas zurückhielt.
Ich fing irgendwann an, aus Neugier mit ihr zu schreiben. Zu dem Zeitpunkt wusste ich weder, dass sie ein Mädchen war, noch von ihrem Alter. Das kam erst nach einer Weile raus, obwohl ich selbst das anfänglich nicht glaubte. Bis sie es mir dann telefonisch bewies. Mit der Zeit verstanden wir uns besser und sie erzählte mir von ihren Depressionen, SVV mit Ritzen, Essstörung und Verdacht auf Borderline, was wegen ihres Alters aber nicht genau bestätigt werden könne. Als unsere Bekanntschaft enger wurde, tauschten wir auch Bilder aus und telefonierten etwas öfter. Ganz Alltägliches, oder Stories um sie aufzuheitern. Manchmal sprach sie auch von der Schule, oder ständig wechselnden Freunden, mit denen es auch zu sexuellen Handlungen gekommen ist. Ich muss zugeben, ich hatte die Kurze bereits mehr ins Herz geschlossen, als ich es eigentlich wollte. Mir tat es weh, wie sie schnell sie sich auf sowas einließ und darunter litt. Ich gab ihr den Rat, mit sich selber achtsamer umzugehen und genau zu prüfen, ob sie jemand liebt oder nicht.
Für einen bestimmten Zeitraum ging das auch gut. Bis sie einen Suizidversuch mit Tabletten unternahm. Ein paar Tage kamen gar keine Nachrichten von ihr. Dann per Sms, dass sie in einer Klinik ist, ihr Leben sei vollkommen scheiße und sie will nicht mehr. Niemand würde sie wirklich lieben und das würde sich auch nie ändern. In diesem Monat den sie dort war, hatten wir telefonisch quasi eine Standleitung. Sogar beim Schlafen wollte sie mich in der Leitung haben und auch beim Arbeiten habe ich ihr extrem viel gesimst. Wenn ich sie anrief klingelte es maximal 2x, bevor sie ranging. Dadurch entstand eine wirklich enge Bindung zwischen uns.
Während ihres Aufenthalts und nach ihrer Entlassung veränderte sich ihr Verhalten. Sie war nun sehr daran interessiert, ob ich gerade eine Freundin habe, ich sollte doch Sachen wie schmus oder umarm schreiben und unser Gespräch verschob sich auch manchmal ins Sexuelle. Ich hatte aber noch Skrupel aufgrund ihres Alters und vor allem wegen ihrer Situation. Ich machte ihr deutlich, dass sie mir sehr wichtig ist, ich unsere „Telefonbeziehung“ gerade sehr genieße und immer da bin für sie, aber sie sich doch bitte im Interesse ihrer Gesundheit und ihres Lebens auf das konzentrieren soll, was die Ärzte dort vermitteln. Alles andere würden wir danach bereden.
Unsere Vertrautheit hielt auch nach ihrem Klinikaufenthalt an. Ich konnte sie mir mittlerweile nicht mehr wegdenken. Wir hatten immer was zu bereden, oder ich half bei Hausaufgaben, tröstete sie bei Stimmungsschwankungen, und wo es nichts mit Worten zu trösten gab, war ich einfach da. Stundenlanges Schweigen empfand ich nie als störend und es tat uns gelegentlich auch gut.
Um ihren 16. Geburtstag herum wollten wir uns treffen um zu sehen, ob es auch von Angesicht zu Angesicht so ist zwischen uns, wie online und am Telefon.
Bei der Planung des Treffens erfuhr ich dann, dass ihre Mutter (der Vater hat mit ihnen nichts mehr zu tun) von all dem nichts wusste, sie einen Besuch bei einer Freundin als Grund für die Reise genannt hatte, die Mutter ihr nicht abnahm eine Freundin in einem anderen Bundesland zu haben und nun der gesamte Haussegen schief hängt. Ich habe sie gebeten, ihr die ganze Wahrheit mitzuteilen.
Dieses Gespräch ist dann wohl alles andere als gut verlaufen, sie rief mich verheult an, dass ihre Mutter ihr Internet und Handy sperren und mich anzeigen wollte, sie sich jetzt aber zunächst in ihrem Zimmer verbarrikadiert und meine Nummer auswendig kann und sich den Kontakt nicht verbieten lässt. Sie würde das Essen verweigern und auch sonst nicht mehr mit ihr reden, bis sie ihren Willen bekommt. Beschwichtigen ließ sie sich erst etwas, als ich ihr versprach, dass dann eben ich zu ihr fahren würde. Sie mag den Ort in dem sie lebt überhaupt nicht, aber anders ging es nicht, vor allem weil ich die Situation nicht noch verschärfen, aber andererseits auch mein Wort halten, für sie da sein und sie kennenlernen wollte. Nach langem Zureden konnte ich sie wenigstens dazu bewegen, Milch zu trinken, essen wollte sie trotzdem nichts. Da sie bereits eine Essstörung hatte, machte ich mir nun wieder mehr Sorgen um sie als vorher.
Unmittelbar vor ihrem Geburtstag kam eine überraschende Wendung zustande. Meine Freundin teilte mir mit, dass ihre Mutter gerne mit mir reden würde, und ob es ok wäre, wenn sie meine Nummer erfährt. Natürlich wollte sie mich im Falle einer Zusage auch direkt anrufen. Ich habe mich da auch nicht quergestellt, weil ich dies in der Lage für das Beste hielt. Ich hatte auch nichts zu verbergen, meinte es ehrlich mit ihrer Tochter und wollte ein gutes Verhältnis zu ihrer Familie.
Was dann kam war nicht überraschend und sogar verständlich.
Ich habe (erneut) „erfahren“, dass ihre Tochter die bereits oben erwähnten Probleme hat. Des weiteren wäre ich ein pädophiles Schwein und hätte ihre Tochter nun wieder in eine Essstörung gedrängt. Ihre Tochter würde nicht meinen „widerlichen Neigungen“ (O-ton) zur Verfügung stehen. So ging es noch eine Weile weiter, bis sie am Telefon weinen musste. Ich selber konnte ihr nur sagen, dass mir ihr Kind sehr viel bedeutet und ich keine unanständigen Absichten hätte. Dann wurde ich schon weggedrückt.
Zwischen meiner Freundin und ihrer Mutter tobte der Nervenkrieg noch ein paar Tage weiter, zum Glück aß sie wenigstens wieder ab und zu etwas, wenn auch heimlich. Letzten Endes versprach ihr ihre Mutter, dass wir uns kurz nach ihrem Geburtstag am Wochenende sehen könnten, wenn wir denn schon so lange in Kontakt stünden. Sofern sie wieder normal isst. Aber sie wollte wissen, wo ich wohne. Offen gesagt dachte ich erst, sie wollte die Bullen zu mir schicken. Trotzdem sagte ich meinem Schatz, sie kann ihr erzählen wo ich wohne. Ich hielt es für unwahrscheinlich, dass sie ihr gemachtes Geburtstagsversprechen dermaßen torpediert.
Meine Freundin wollte dann per Bahn zu mir fahren, wenn alles wie geplant verlaufen würde.
Als es dann endlich am großen Tag soweit war, wollte ich sie vom Bahnhof abholen, bekam dann aber eine Sms, dass ihre Mutter sie direkt mit dem Auto hergebracht hat und beide nun bei mir vor der Tür stehen würden. Das war eine angenehme Überraschung. Hoffte ich jedenfalls.
Ihre Mutter war... kritisch distanziert. Sie gab mir die Hand. Meiner Maus war das ganze sichtbar peinlich, ich spürte, dass sie mich gerne anders begrüßt hätte, aber wir drückten uns leicht.
Die Mama wollte dann noch einen kurzen Blick in meine Wohnung werfen (dachte sie da hängen Ketten und die Filmkameras stehen schon bereit, oder konspirative Bude..?) ging dann aber doch recht schnell nach Verabschiedung ihrer Tochter. Irgendwie ist ihr Verhalten aber auch vorbildlich, ich denke, würde es an ihrer Stelle auch so handhaben und sie meint es nur gut.
Nun war ich mit ihr endlich allein und noch bevor ich es meinerseits konnte, begrüßte sie mich so, wie ich es bei ihr vorhatte. Wir drückten uns gegenseitig fast den Rücken krumm. Es war so herzlich und liebevoll, wie ich es mir erhofft hatte. Sie und ich konnten unmittelbar genau wie am Telefon reden. Ich muss zugeben, dass gegen Abend beim Schmusen vorm Fernseher auch etwas zwischen uns gelaufen ist, obwohl wir ausgemacht haben, auf keinen Fall sowas beim ersten Treffen. Da waren wir beide abergläubisch, dass es Unglück bringen würde. Aber die Chemie stimmte einfach und wir waren uns bereits einig, dass das mit uns eine Beziehung werden sollte, kein Ons, Freundschaft + oder derartige Späße. Sie hatte das satt und ich wollte es Zeit meines Lebens nie.
Am Anfang wirkte sie etwas irritiert, da ich für sie gekocht habe, als sie Hunger hatte (so gut es eben ging...hat ihr irgendwie trotzdem geschmeckt..vielleicht auch nur weil Herzblut drin war^^). Beim Fernsehen streichelte und massierte ich ihr den Rücken, brachte ihr Frühstück ans Bett, erkundigte mich nach ihrem Schlaf und was sie heute gerne machen würde. Da musste sie kurz weinen und meinte, so hätte sie nie wer behandelt, sondern nach dem Sex wäre sie meist abgehakt gewesen. Die anderen Tage verbrachten wir mit Spaziergängen, Reden, Kuscheln, einem langen Ausflug. Kino lehnten wir beide ab, da wir uns lieber miteinander, statt beim ersten Treffen mit einem Film beschäftigen wollten. Die Zeit ging viel zu schnell rum. Ihre Ma holte sie am Sonntag wieder ab. Von da an sahen wir uns bis heute jedes zweite Wochenende, wobei ich ihr auch immer eine Fahrt zahle. Die andere will sie selber zahlen, beziehungsweise, ihre Mutter zahlt. In den Ferien ist sie ebenfalls bei mir, oder wir verreisen.
Ich hatte schon einige Beziehungen, sie ist meine jüngste Freundin. Bisher gehen wir beide davon aus, auch der letzte Partner des anderen zu sein. Trotz ihrer Probleme habe ich noch nie einen so lebenshungrigen Menschen getroffen. Mit meinen Vorherigen war es immer...ok. Ein paar Gemeinsamkeiten, aber richtig eng wurde es nie. Ich habe nie so etwas Intensives wie mit ihr erlebt, wir fühlen uns einfach wohl miteinander, sind sehr empfänglich für die Stimmungen des anderen. Ich finde ihre Augen wunderschön und mag ihren Geruch, sie schläft bei mir wesentlich besser als alleine. Unsere Interessen decken sich, wir machen beide gerne Sport, bummeln in der Stadt, sind in der Natur unterwegs. Es passt einfach. Ich war vorher nicht immer glücklich im Leben, hatte aber nie auch nur ansatzweise ihre Probleme. Dennoch geht es mir wesentlich besser, seit sie Teil meines Lebens ist. Nach der Schule wollen wir zusammenziehen.
Sicher haben wir auch Differenzen, ab und an sogar sehr heftige, aber wir sprachen oft darüber, dass uns ohne unser miteinander soviel fehlen würde.
Vor kurzem sagte sie mir, dass ihre Mutter mich sehr gerne zu sich einladen würde. Dass sie es nun auch als ernst zwischen uns ansieht und sich mittlerweile beruhigt hat. Sie hat die Kurze (ich nenne sie so natürlich nie vor anderen, ist ein Spaß zwischen uns oder im Internet) immer befragt, wie es denn war und ob sie glücklich ist. Meine Freundin meinte auch, ihre Mutter wäre der Ansicht, ihre Stimme würde ganz anders werden, wenn sie von uns erzählt. Ich bin nun etwas aufgeregt, das wird vermutlich unser erstes „normales“ Treffen. Hoffentlich verstehe ich mich dann mit meiner Wunschschwiegermutter in spe.
Was ich wissen möchte: Ist unser Altersunterschied in euren Augen so ein Problem? Oder ihre Vorgeschichte? Was würdet ihr in der Situation ihrer Mutter denken? Ist das „Ausnutzung“ meinerseits gewesen, weil sie noch so jung war? Habe ich sie mir „zurechterzogen“, vielleicht ohne es selber zu wissen (der interessanteste Vorwurf von jemandem)?
Mich interessieren alle Ansichten dazu und jede ist ok.
Meine Freundin (17) und ich (24) sind nun 1,5 Jahre zusammen. Kennengelernt haben wir uns in einem Chat vor 2,5 Jahren. Zu dem Zeitpunkt war sie etwas über 15 Jahre alt. Ich empfand sie sehr lange als einen eher unangenehmen Charakter. Durch ihre launische und aggressive Art geriet sie sehr schnell mit nahezu allen Usern in einen Clinch, wurde immer wieder gebannt und gesperrt, was sie aber permanent durch die Nutzung einer Proxy umgehen konnte. Die Stammuser wussten immer, wer sie war, und die Admins kapitulierten auch mehr oder weniger, solange sie sich zumindest etwas zurückhielt.
Ich fing irgendwann an, aus Neugier mit ihr zu schreiben. Zu dem Zeitpunkt wusste ich weder, dass sie ein Mädchen war, noch von ihrem Alter. Das kam erst nach einer Weile raus, obwohl ich selbst das anfänglich nicht glaubte. Bis sie es mir dann telefonisch bewies. Mit der Zeit verstanden wir uns besser und sie erzählte mir von ihren Depressionen, SVV mit Ritzen, Essstörung und Verdacht auf Borderline, was wegen ihres Alters aber nicht genau bestätigt werden könne. Als unsere Bekanntschaft enger wurde, tauschten wir auch Bilder aus und telefonierten etwas öfter. Ganz Alltägliches, oder Stories um sie aufzuheitern. Manchmal sprach sie auch von der Schule, oder ständig wechselnden Freunden, mit denen es auch zu sexuellen Handlungen gekommen ist. Ich muss zugeben, ich hatte die Kurze bereits mehr ins Herz geschlossen, als ich es eigentlich wollte. Mir tat es weh, wie sie schnell sie sich auf sowas einließ und darunter litt. Ich gab ihr den Rat, mit sich selber achtsamer umzugehen und genau zu prüfen, ob sie jemand liebt oder nicht.
Für einen bestimmten Zeitraum ging das auch gut. Bis sie einen Suizidversuch mit Tabletten unternahm. Ein paar Tage kamen gar keine Nachrichten von ihr. Dann per Sms, dass sie in einer Klinik ist, ihr Leben sei vollkommen scheiße und sie will nicht mehr. Niemand würde sie wirklich lieben und das würde sich auch nie ändern. In diesem Monat den sie dort war, hatten wir telefonisch quasi eine Standleitung. Sogar beim Schlafen wollte sie mich in der Leitung haben und auch beim Arbeiten habe ich ihr extrem viel gesimst. Wenn ich sie anrief klingelte es maximal 2x, bevor sie ranging. Dadurch entstand eine wirklich enge Bindung zwischen uns.
Während ihres Aufenthalts und nach ihrer Entlassung veränderte sich ihr Verhalten. Sie war nun sehr daran interessiert, ob ich gerade eine Freundin habe, ich sollte doch Sachen wie schmus oder umarm schreiben und unser Gespräch verschob sich auch manchmal ins Sexuelle. Ich hatte aber noch Skrupel aufgrund ihres Alters und vor allem wegen ihrer Situation. Ich machte ihr deutlich, dass sie mir sehr wichtig ist, ich unsere „Telefonbeziehung“ gerade sehr genieße und immer da bin für sie, aber sie sich doch bitte im Interesse ihrer Gesundheit und ihres Lebens auf das konzentrieren soll, was die Ärzte dort vermitteln. Alles andere würden wir danach bereden.
Unsere Vertrautheit hielt auch nach ihrem Klinikaufenthalt an. Ich konnte sie mir mittlerweile nicht mehr wegdenken. Wir hatten immer was zu bereden, oder ich half bei Hausaufgaben, tröstete sie bei Stimmungsschwankungen, und wo es nichts mit Worten zu trösten gab, war ich einfach da. Stundenlanges Schweigen empfand ich nie als störend und es tat uns gelegentlich auch gut.
Um ihren 16. Geburtstag herum wollten wir uns treffen um zu sehen, ob es auch von Angesicht zu Angesicht so ist zwischen uns, wie online und am Telefon.
Bei der Planung des Treffens erfuhr ich dann, dass ihre Mutter (der Vater hat mit ihnen nichts mehr zu tun) von all dem nichts wusste, sie einen Besuch bei einer Freundin als Grund für die Reise genannt hatte, die Mutter ihr nicht abnahm eine Freundin in einem anderen Bundesland zu haben und nun der gesamte Haussegen schief hängt. Ich habe sie gebeten, ihr die ganze Wahrheit mitzuteilen.
Dieses Gespräch ist dann wohl alles andere als gut verlaufen, sie rief mich verheult an, dass ihre Mutter ihr Internet und Handy sperren und mich anzeigen wollte, sie sich jetzt aber zunächst in ihrem Zimmer verbarrikadiert und meine Nummer auswendig kann und sich den Kontakt nicht verbieten lässt. Sie würde das Essen verweigern und auch sonst nicht mehr mit ihr reden, bis sie ihren Willen bekommt. Beschwichtigen ließ sie sich erst etwas, als ich ihr versprach, dass dann eben ich zu ihr fahren würde. Sie mag den Ort in dem sie lebt überhaupt nicht, aber anders ging es nicht, vor allem weil ich die Situation nicht noch verschärfen, aber andererseits auch mein Wort halten, für sie da sein und sie kennenlernen wollte. Nach langem Zureden konnte ich sie wenigstens dazu bewegen, Milch zu trinken, essen wollte sie trotzdem nichts. Da sie bereits eine Essstörung hatte, machte ich mir nun wieder mehr Sorgen um sie als vorher.
Unmittelbar vor ihrem Geburtstag kam eine überraschende Wendung zustande. Meine Freundin teilte mir mit, dass ihre Mutter gerne mit mir reden würde, und ob es ok wäre, wenn sie meine Nummer erfährt. Natürlich wollte sie mich im Falle einer Zusage auch direkt anrufen. Ich habe mich da auch nicht quergestellt, weil ich dies in der Lage für das Beste hielt. Ich hatte auch nichts zu verbergen, meinte es ehrlich mit ihrer Tochter und wollte ein gutes Verhältnis zu ihrer Familie.
Was dann kam war nicht überraschend und sogar verständlich.
Ich habe (erneut) „erfahren“, dass ihre Tochter die bereits oben erwähnten Probleme hat. Des weiteren wäre ich ein pädophiles Schwein und hätte ihre Tochter nun wieder in eine Essstörung gedrängt. Ihre Tochter würde nicht meinen „widerlichen Neigungen“ (O-ton) zur Verfügung stehen. So ging es noch eine Weile weiter, bis sie am Telefon weinen musste. Ich selber konnte ihr nur sagen, dass mir ihr Kind sehr viel bedeutet und ich keine unanständigen Absichten hätte. Dann wurde ich schon weggedrückt.
Zwischen meiner Freundin und ihrer Mutter tobte der Nervenkrieg noch ein paar Tage weiter, zum Glück aß sie wenigstens wieder ab und zu etwas, wenn auch heimlich. Letzten Endes versprach ihr ihre Mutter, dass wir uns kurz nach ihrem Geburtstag am Wochenende sehen könnten, wenn wir denn schon so lange in Kontakt stünden. Sofern sie wieder normal isst. Aber sie wollte wissen, wo ich wohne. Offen gesagt dachte ich erst, sie wollte die Bullen zu mir schicken. Trotzdem sagte ich meinem Schatz, sie kann ihr erzählen wo ich wohne. Ich hielt es für unwahrscheinlich, dass sie ihr gemachtes Geburtstagsversprechen dermaßen torpediert.
Meine Freundin wollte dann per Bahn zu mir fahren, wenn alles wie geplant verlaufen würde.
Als es dann endlich am großen Tag soweit war, wollte ich sie vom Bahnhof abholen, bekam dann aber eine Sms, dass ihre Mutter sie direkt mit dem Auto hergebracht hat und beide nun bei mir vor der Tür stehen würden. Das war eine angenehme Überraschung. Hoffte ich jedenfalls.
Ihre Mutter war... kritisch distanziert. Sie gab mir die Hand. Meiner Maus war das ganze sichtbar peinlich, ich spürte, dass sie mich gerne anders begrüßt hätte, aber wir drückten uns leicht.
Die Mama wollte dann noch einen kurzen Blick in meine Wohnung werfen (dachte sie da hängen Ketten und die Filmkameras stehen schon bereit, oder konspirative Bude..?) ging dann aber doch recht schnell nach Verabschiedung ihrer Tochter. Irgendwie ist ihr Verhalten aber auch vorbildlich, ich denke, würde es an ihrer Stelle auch so handhaben und sie meint es nur gut.
Nun war ich mit ihr endlich allein und noch bevor ich es meinerseits konnte, begrüßte sie mich so, wie ich es bei ihr vorhatte. Wir drückten uns gegenseitig fast den Rücken krumm. Es war so herzlich und liebevoll, wie ich es mir erhofft hatte. Sie und ich konnten unmittelbar genau wie am Telefon reden. Ich muss zugeben, dass gegen Abend beim Schmusen vorm Fernseher auch etwas zwischen uns gelaufen ist, obwohl wir ausgemacht haben, auf keinen Fall sowas beim ersten Treffen. Da waren wir beide abergläubisch, dass es Unglück bringen würde. Aber die Chemie stimmte einfach und wir waren uns bereits einig, dass das mit uns eine Beziehung werden sollte, kein Ons, Freundschaft + oder derartige Späße. Sie hatte das satt und ich wollte es Zeit meines Lebens nie.
Am Anfang wirkte sie etwas irritiert, da ich für sie gekocht habe, als sie Hunger hatte (so gut es eben ging...hat ihr irgendwie trotzdem geschmeckt..vielleicht auch nur weil Herzblut drin war^^). Beim Fernsehen streichelte und massierte ich ihr den Rücken, brachte ihr Frühstück ans Bett, erkundigte mich nach ihrem Schlaf und was sie heute gerne machen würde. Da musste sie kurz weinen und meinte, so hätte sie nie wer behandelt, sondern nach dem Sex wäre sie meist abgehakt gewesen. Die anderen Tage verbrachten wir mit Spaziergängen, Reden, Kuscheln, einem langen Ausflug. Kino lehnten wir beide ab, da wir uns lieber miteinander, statt beim ersten Treffen mit einem Film beschäftigen wollten. Die Zeit ging viel zu schnell rum. Ihre Ma holte sie am Sonntag wieder ab. Von da an sahen wir uns bis heute jedes zweite Wochenende, wobei ich ihr auch immer eine Fahrt zahle. Die andere will sie selber zahlen, beziehungsweise, ihre Mutter zahlt. In den Ferien ist sie ebenfalls bei mir, oder wir verreisen.
Ich hatte schon einige Beziehungen, sie ist meine jüngste Freundin. Bisher gehen wir beide davon aus, auch der letzte Partner des anderen zu sein. Trotz ihrer Probleme habe ich noch nie einen so lebenshungrigen Menschen getroffen. Mit meinen Vorherigen war es immer...ok. Ein paar Gemeinsamkeiten, aber richtig eng wurde es nie. Ich habe nie so etwas Intensives wie mit ihr erlebt, wir fühlen uns einfach wohl miteinander, sind sehr empfänglich für die Stimmungen des anderen. Ich finde ihre Augen wunderschön und mag ihren Geruch, sie schläft bei mir wesentlich besser als alleine. Unsere Interessen decken sich, wir machen beide gerne Sport, bummeln in der Stadt, sind in der Natur unterwegs. Es passt einfach. Ich war vorher nicht immer glücklich im Leben, hatte aber nie auch nur ansatzweise ihre Probleme. Dennoch geht es mir wesentlich besser, seit sie Teil meines Lebens ist. Nach der Schule wollen wir zusammenziehen.
Sicher haben wir auch Differenzen, ab und an sogar sehr heftige, aber wir sprachen oft darüber, dass uns ohne unser miteinander soviel fehlen würde.
Vor kurzem sagte sie mir, dass ihre Mutter mich sehr gerne zu sich einladen würde. Dass sie es nun auch als ernst zwischen uns ansieht und sich mittlerweile beruhigt hat. Sie hat die Kurze (ich nenne sie so natürlich nie vor anderen, ist ein Spaß zwischen uns oder im Internet) immer befragt, wie es denn war und ob sie glücklich ist. Meine Freundin meinte auch, ihre Mutter wäre der Ansicht, ihre Stimme würde ganz anders werden, wenn sie von uns erzählt. Ich bin nun etwas aufgeregt, das wird vermutlich unser erstes „normales“ Treffen. Hoffentlich verstehe ich mich dann mit meiner Wunschschwiegermutter in spe.
Was ich wissen möchte: Ist unser Altersunterschied in euren Augen so ein Problem? Oder ihre Vorgeschichte? Was würdet ihr in der Situation ihrer Mutter denken? Ist das „Ausnutzung“ meinerseits gewesen, weil sie noch so jung war? Habe ich sie mir „zurechterzogen“, vielleicht ohne es selber zu wissen (der interessanteste Vorwurf von jemandem)?
Mich interessieren alle Ansichten dazu und jede ist ok.