Hallo zusammen,
ich heiße Finn, bin 16 Jahre alt und wahnsinnig froh endlich eine Seite gefunden zu haben, auf der ich mit netten Menschen über das sprechen kann, was mir in den zurückliegenden 16-17 Monaten widerfahren ist. Mir wäre schon sehr damit geholfen, wenn ich mich einfach nur einer/zwei sehr verständnisvollen Person(en) anvertrauen könnte.
Angefangen hatte damals alles mit einer missverständlich vorgetragenen Hausaufgabe, die mich in meiner Klasse und der gesamten Schule von einem Moment auf den anderen zum absoluten Gespött und gleichzeitig auch zum krassen Außenseiter gemacht hat. Daraufhin wollte niemand mehr etwas mit mir zu tun haben. Und so bestand mein Leben von da an für etwa 1 Monat nur noch aus dem Ertragen von Demütigungen auf der einen Seite und völliger Einsamkeit auf der anderen. Zu meinem persönlichen Pech komme ich zudem leider auch noch aus einem zerrütteten Elternhaus, das mir bei derartigen Problemen keine große Stütze sein konnte; eher im Gegenteil.
Irgendwann kam dann eine meiner Klassenkameradinnen auf mich zu und fing an mir gut zuzureden. Für mich war sie damals in meiner misslichen Lage so etwas wie ein Engel, der mich aus dem Dreck zog, mir mit ihrer Zuneigung nach und nach ein Stück Lebensmut zurückgab und mir allein durch ihre Gegenwart die Einsamkeit nahm. Ich empfand für sie infolgedessen tiefste Dankbarkeit und baute großes Vertrauen in sie auf. Zwischen uns entwickelte sich schon bald soetwas wie eine richtige Freundschaft.
Irgendwann erzählte sie mir dann, dass sie vor etwa 1,5 Jahren einen sehr geliebten Menschen aus ihrer Familie verloren hatte, dessen Verlust sie jedoch nie überwinden konnte. Ich selbst war nach dieser traurigen Geschichte ernsthaft betroffen und bot ihr meine Hilfe an. Daraufhin griff sie das Thema meiner fehlgedeuteten Hausaufgabe auf und fragte mich, ob ich denn ihr zuliebe mal in die Rolle ihres schmerzlich vermissten Menschen schlüpfen könne. Sie sagte, ich würde ihr mit dieser Geste eine riesig große Freude machen. Obwohl mir nicht ganz wohl dabei war, willigte ich schließlich ein.
Das Problem bei der Sache war, dass es nicht bei dem einem Mal geblieben ist. Auch wenn es für Euch als Außenstehende jetzt vielleicht schlecht nachvollziehbar ist: Ihr Einfluss auf mich war zu dieser Zeit bereits so groß, dass es für mich sehr unangenehm gewesen wäre, einem trauernden Mädchen einen solchen Gefallen auszuschlagen.
Womit ich in meiner damaligen Naivität nicht rechnete war, dass ich mit der Zeit immer größeren Gefallen an meiner neuen Rolle fand und förmlich darin aufblühte. Es war für mich die perfekte Ablenkung von meinen privaten Sorgen in der Schule. Da mir zudem nicht entgangen war, wie glücklich ich meine neue Freundin damit machte, wurde das Rollenspiel (neben unserer Schule) schnell zu unserem Alltag.
Inzwischen sind seit damals viele viele Monate vergangen, in denen viel passiert ist und sich auch enorm viel verändert hat.
Aus mir selbst hat dieser Rollenwechsel vor < 1 Jahr inzwischen bedauerlicherweise einen völlig anderer Menschen gemacht. Denn ich habe mich in dieser Zeit anscheinend so sehr in meine Rolle hineingesteigert und darin verrannt, dass ich nun das krasse Gefühl habe, selbst zu dieser Person geworden zu sein.
Ich muss mir deshalb leider eingestehen, aktuell ein mächtig großes Identitätsproblem zu haben und hoffe nun inständig, dass es mir gelingt, dieses durch einen guten Therapeuten wieder wegtherapieren lassen zu können.
Ich will einfach nur wieder ich selbst sein (und damit meine ich nicht das heutige „ich selbst“ sondern das „ich selbst“, welches ich seit meiner Geburt an bis vor etwa 17 Monaten war).
Bitte lacht mich jetzt nicht aus, nachdem was ich Euch geschrieben hab. Ich habe in den letzten rund 1,5 Jahren weiß Gott genug einstecken müssen und kann inzwischen langsam nicht mehr.
Ich würde mich daher riesig über die ein oder andere lieb gemeinte Antwort freuen.
Vielleicht ergibt sich daraus ja auch eine nette Unterhaltung.
Viele Grüße
Finn
ich heiße Finn, bin 16 Jahre alt und wahnsinnig froh endlich eine Seite gefunden zu haben, auf der ich mit netten Menschen über das sprechen kann, was mir in den zurückliegenden 16-17 Monaten widerfahren ist. Mir wäre schon sehr damit geholfen, wenn ich mich einfach nur einer/zwei sehr verständnisvollen Person(en) anvertrauen könnte.
Angefangen hatte damals alles mit einer missverständlich vorgetragenen Hausaufgabe, die mich in meiner Klasse und der gesamten Schule von einem Moment auf den anderen zum absoluten Gespött und gleichzeitig auch zum krassen Außenseiter gemacht hat. Daraufhin wollte niemand mehr etwas mit mir zu tun haben. Und so bestand mein Leben von da an für etwa 1 Monat nur noch aus dem Ertragen von Demütigungen auf der einen Seite und völliger Einsamkeit auf der anderen. Zu meinem persönlichen Pech komme ich zudem leider auch noch aus einem zerrütteten Elternhaus, das mir bei derartigen Problemen keine große Stütze sein konnte; eher im Gegenteil.
Irgendwann kam dann eine meiner Klassenkameradinnen auf mich zu und fing an mir gut zuzureden. Für mich war sie damals in meiner misslichen Lage so etwas wie ein Engel, der mich aus dem Dreck zog, mir mit ihrer Zuneigung nach und nach ein Stück Lebensmut zurückgab und mir allein durch ihre Gegenwart die Einsamkeit nahm. Ich empfand für sie infolgedessen tiefste Dankbarkeit und baute großes Vertrauen in sie auf. Zwischen uns entwickelte sich schon bald soetwas wie eine richtige Freundschaft.
Irgendwann erzählte sie mir dann, dass sie vor etwa 1,5 Jahren einen sehr geliebten Menschen aus ihrer Familie verloren hatte, dessen Verlust sie jedoch nie überwinden konnte. Ich selbst war nach dieser traurigen Geschichte ernsthaft betroffen und bot ihr meine Hilfe an. Daraufhin griff sie das Thema meiner fehlgedeuteten Hausaufgabe auf und fragte mich, ob ich denn ihr zuliebe mal in die Rolle ihres schmerzlich vermissten Menschen schlüpfen könne. Sie sagte, ich würde ihr mit dieser Geste eine riesig große Freude machen. Obwohl mir nicht ganz wohl dabei war, willigte ich schließlich ein.
Das Problem bei der Sache war, dass es nicht bei dem einem Mal geblieben ist. Auch wenn es für Euch als Außenstehende jetzt vielleicht schlecht nachvollziehbar ist: Ihr Einfluss auf mich war zu dieser Zeit bereits so groß, dass es für mich sehr unangenehm gewesen wäre, einem trauernden Mädchen einen solchen Gefallen auszuschlagen.
Womit ich in meiner damaligen Naivität nicht rechnete war, dass ich mit der Zeit immer größeren Gefallen an meiner neuen Rolle fand und förmlich darin aufblühte. Es war für mich die perfekte Ablenkung von meinen privaten Sorgen in der Schule. Da mir zudem nicht entgangen war, wie glücklich ich meine neue Freundin damit machte, wurde das Rollenspiel (neben unserer Schule) schnell zu unserem Alltag.
Inzwischen sind seit damals viele viele Monate vergangen, in denen viel passiert ist und sich auch enorm viel verändert hat.
Aus mir selbst hat dieser Rollenwechsel vor < 1 Jahr inzwischen bedauerlicherweise einen völlig anderer Menschen gemacht. Denn ich habe mich in dieser Zeit anscheinend so sehr in meine Rolle hineingesteigert und darin verrannt, dass ich nun das krasse Gefühl habe, selbst zu dieser Person geworden zu sein.
Ich muss mir deshalb leider eingestehen, aktuell ein mächtig großes Identitätsproblem zu haben und hoffe nun inständig, dass es mir gelingt, dieses durch einen guten Therapeuten wieder wegtherapieren lassen zu können.
Ich will einfach nur wieder ich selbst sein (und damit meine ich nicht das heutige „ich selbst“ sondern das „ich selbst“, welches ich seit meiner Geburt an bis vor etwa 17 Monaten war).
Bitte lacht mich jetzt nicht aus, nachdem was ich Euch geschrieben hab. Ich habe in den letzten rund 1,5 Jahren weiß Gott genug einstecken müssen und kann inzwischen langsam nicht mehr.
Ich würde mich daher riesig über die ein oder andere lieb gemeinte Antwort freuen.
Vielleicht ergibt sich daraus ja auch eine nette Unterhaltung.
Viele Grüße
Finn