Overfloater
Neues Mitglied
Hallo zusammen,
ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen wegen eines Gesprächs mit meiner Mutter. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis einfach mal was über meine getrennten Eltern (die ich beide sehr liebe) zu schreiben. Ich ärgere mich in letzter Zeit immer mehr über beide. Ich habe großes Verständnis für die beiden und möchte Sie auch in meinem Leben haben, aber inzwischen kommen immer mehr auch Wut und Frustration als Gefühle bei mir auf.
Ich versuche mal bei beiden die Sachen aufzuschreiben die mich stören:
Mein Vater: Er ist irgendwie emotional abwesend für mich. Er meldet sich nur selten und die meisten der Anrufe gehen von mir aus. Er hat mich in bald 9 Jahren noch nie hier in meinem neuen Wohnort besucht (wohne zwei Stunden Autofahrt entfernt). Und war erst einmal in 9 Jahren auf einem Konzert von mir. Nie schlägt er auch mal vor was zusammen zu machen. Als ich mal eine Woche im Krankenhaus lag, hat er mich auch nicht besucht (immerhin kam da mal ein Anruf). Er fragt nie nach meiner Freundin (die ein sehr toller Mensch ist) und weiß noch nicht mal wie sie richtig heißt (ich bin mit ihr jetzt schon über 5 Jahre zusammen...). Er Fragt nur selten und oberflächlich nach meinen kreativen Projekten und gibt wenig Rückmeldung wenn ich etwas davon erzähle. Mittlerweile bin ich vollkommen gehämmt darüber zu reden, da kaum Resonanz zurückkommt. Anstattdessen reden wir über Gott und die Welt aber gar nicht über uns und er gibt auch wenig Einblicke in seine innere Welt (höchstens ein bisschen wenn ich frage, aber ich bin da vorsichtig weil ich ihn auch nicht überfordern oder übergriffig sein möchte). Ich fühle mich manchmal alleine gelassen, da ich mich wirklich stark entwickelt habe und er es einfach nicht sieht. Mittlerweile ist da echt auch eine Entfremdung zu erkennen, die mich sehr traurig macht.
Meine Mutter: Sie empfinde ich dagegen fast schon konträr. Sie ist mir oft zu nah und kann meine persönlichen Grenzen nicht gut einhalten. Wir haben regelmäßigen Kontakt der mir oft zu tief geht. Ich fühle mich oft als Therapeut anstatt als Sohn und muss mir viel von ihrer inneren Gefühlswelt anhören. Sie hört auch mir bei meinen Problemen zu, aber oft hab ich nach den Gesprächen das Gefühl, das ich gar nicht so viele Sachen teilen wollte... sehr seltsam.
Meine Mutter redet unfassbar viel. Sie hat den deutlich höheren Redeanteil in unseren Gesprächen, und wenn ich nicht aktiv da reingrätsche, reden wir oft stundenlang über Dinge sie Sie betreffen (sie redet viel über meine zerrissene Familie und ihre Rolle in dieser Familie). Wir kreisen ständig um dieses Familienthema und es geht mir wirklich auf den Keks, da immer über die anderen Leute geredet wird und über Sie, aber interessanterweise fühle ich mich da immer als Nebenfigur.
Auch ist sie mir emotional zu nah. Sie übernimmt Sachen von mir wie den Musikgeschmack oder Weltansichten. Beispiel: Ich hatte vor ein paar Jahren Tickets für Pearl Jam gekauft um mit meiner Freundin da hinzugehen. Ich erzählte ihr das und prompt kaufte sie sich auch welche , da sie ja schon immer ein riesen Pearl Jam Fan sei (was wirklich nicht stimmt, die Band hat sie nie gehört oder auch nur mit einem Wort irgendwann erwähnt). Auch wenn ich mal irgendwas von anderen Bands erzähle oder teile, liest sie sich da oft ein und hört ganz viel Musik dann davon. Irgendwie ja cool, aber irgendwie ist das seltsam für mich, da ich schon der Meinung bin das man nicht alles teilen muss oder mögen muss. Jedem so seine eigene Welt.
Nach unseren Gesprächen (die oft zu tief gehen), fühle ich mich ausgelaugt und manchmal so als hätte man in meinem Hirn herumgerührt. Sie fordert schon irgendwie Dinge von mir die ich tun sollte (auch in Bezug auf die Beziehung zu meinem Vater) und sagt mir was ich machen soll. Aber ich würde gerne selbstständig auf diese Dinge kommen und nicht von jemandem gesagt kriegen was ich da jetzt tun sollte und was nicht. Ich habe auch nie nach einem Rat gefragt, der wird mir so aufgezwungen. Ich empfinde unsere Gespräche oft als einseitig und als "Vortrag". Oft kann sie eigene Meinung und Fakten nicht auseinander halten und formuliert ihre subjektive Meinung so als wäre das das einzig wahre. Das macht mich Wahnsinnig, da sie dann auch nicht wirklich eine Diskussion zulässt und wenn ich mal gegen etwas spreche sie oft emotional und dünnhäutig wird.
Sie macht sich ständig Sorgen um mich. Deswegen fühle ich mich eingeengt. Ich bin Musiker und schreibe eigene Songs. Aber in der Vergangenheit habe ich immer wenn ich Songs oder Texte geschrieben habe gedacht: "Aah bloß nicht zu depri, nicht das meine Mutter da was überinterpretiert und sich wieder Sorgen macht". Das macht sie nämlich ständig. Sie interpretiert irgendwas und stellt es dann als Wahrheit da. Dabei ist es ja nur ihre subjektive Sicht die sie mir dann aufdrückt. Beispiel: Ich habe endlich meine Songs geschrieben und gemischt. Ich werde die bald veröffentlichen (ich bin sehr stolz das ich es bis dahin geschafft habe). Ich habe zu Werbezwecken schon einen Instagram Account angelegt, mit nem Profilbild wo ich ernst drauf schaue und halt ein bisschen fertig. 🙂 Meine Mutter sagt dazu: "Oh auf deinem Bild, da hast du ja ganz schöne Augenringe. Schläfst du genug? Geht es dir gut?". Als ich ihr eben sagte das mich das nervt und ich es irgendwie übergriffig finde erwiderte sie nur: "Das ist nicht mein Problem wenn dein Selbstwert so weit unten ist das du davon schon getriggert bist." Meine Wut kochte, aber ich konnte mich einigermaßen im Zaum halten. Ich habe gebeten dieses interpretieren doch zu unterlassen da mich das einengt und da kam nur ein für mich drohenedes "gut, dann werde ich demnächst halt gar nichts mehr sagen. Dann reden wir nur noch über Gott und die Welt".
Und erst jetzt beim schreiben merke ich wie fucking manipulativ der letzte Satz ja ist. Schließlich weiß sie auch welche Angst sie damit in mir triggert (wir haben darüber geredet). Nämlich das sie dann genau so kalt und abwesend wird wie mein Vater. Krass. Naja, jedenfalls habe ich jetzt schon Sorge wie das so ist, wenn ich meine Songs veröffentliche (ich habe ihr übrigens auch nur 2 von meinem Album gezeigt, da mich dieses interpretieren und dieses manipulieren so triggern) und Social Media Content machen muss. Wie sie dann meine Kunstfigur überinterpretiert und das auf mich oder sich oder sonst wen bezieht. Mein Vater wird das eh nie mitkriegen. ^^
Naja, sorry jedenfalls für den ellenlangen Post. Das runterschreiben hat schon gut getan. Jetzt werde ich erst mal versuchen noch was zu schlafen und ich wünsche euch alles Gute!!
Liebe Grüße,
O
ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen wegen eines Gesprächs mit meiner Mutter. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis einfach mal was über meine getrennten Eltern (die ich beide sehr liebe) zu schreiben. Ich ärgere mich in letzter Zeit immer mehr über beide. Ich habe großes Verständnis für die beiden und möchte Sie auch in meinem Leben haben, aber inzwischen kommen immer mehr auch Wut und Frustration als Gefühle bei mir auf.
Ich versuche mal bei beiden die Sachen aufzuschreiben die mich stören:
Mein Vater: Er ist irgendwie emotional abwesend für mich. Er meldet sich nur selten und die meisten der Anrufe gehen von mir aus. Er hat mich in bald 9 Jahren noch nie hier in meinem neuen Wohnort besucht (wohne zwei Stunden Autofahrt entfernt). Und war erst einmal in 9 Jahren auf einem Konzert von mir. Nie schlägt er auch mal vor was zusammen zu machen. Als ich mal eine Woche im Krankenhaus lag, hat er mich auch nicht besucht (immerhin kam da mal ein Anruf). Er fragt nie nach meiner Freundin (die ein sehr toller Mensch ist) und weiß noch nicht mal wie sie richtig heißt (ich bin mit ihr jetzt schon über 5 Jahre zusammen...). Er Fragt nur selten und oberflächlich nach meinen kreativen Projekten und gibt wenig Rückmeldung wenn ich etwas davon erzähle. Mittlerweile bin ich vollkommen gehämmt darüber zu reden, da kaum Resonanz zurückkommt. Anstattdessen reden wir über Gott und die Welt aber gar nicht über uns und er gibt auch wenig Einblicke in seine innere Welt (höchstens ein bisschen wenn ich frage, aber ich bin da vorsichtig weil ich ihn auch nicht überfordern oder übergriffig sein möchte). Ich fühle mich manchmal alleine gelassen, da ich mich wirklich stark entwickelt habe und er es einfach nicht sieht. Mittlerweile ist da echt auch eine Entfremdung zu erkennen, die mich sehr traurig macht.
Meine Mutter: Sie empfinde ich dagegen fast schon konträr. Sie ist mir oft zu nah und kann meine persönlichen Grenzen nicht gut einhalten. Wir haben regelmäßigen Kontakt der mir oft zu tief geht. Ich fühle mich oft als Therapeut anstatt als Sohn und muss mir viel von ihrer inneren Gefühlswelt anhören. Sie hört auch mir bei meinen Problemen zu, aber oft hab ich nach den Gesprächen das Gefühl, das ich gar nicht so viele Sachen teilen wollte... sehr seltsam.
Meine Mutter redet unfassbar viel. Sie hat den deutlich höheren Redeanteil in unseren Gesprächen, und wenn ich nicht aktiv da reingrätsche, reden wir oft stundenlang über Dinge sie Sie betreffen (sie redet viel über meine zerrissene Familie und ihre Rolle in dieser Familie). Wir kreisen ständig um dieses Familienthema und es geht mir wirklich auf den Keks, da immer über die anderen Leute geredet wird und über Sie, aber interessanterweise fühle ich mich da immer als Nebenfigur.
Auch ist sie mir emotional zu nah. Sie übernimmt Sachen von mir wie den Musikgeschmack oder Weltansichten. Beispiel: Ich hatte vor ein paar Jahren Tickets für Pearl Jam gekauft um mit meiner Freundin da hinzugehen. Ich erzählte ihr das und prompt kaufte sie sich auch welche , da sie ja schon immer ein riesen Pearl Jam Fan sei (was wirklich nicht stimmt, die Band hat sie nie gehört oder auch nur mit einem Wort irgendwann erwähnt). Auch wenn ich mal irgendwas von anderen Bands erzähle oder teile, liest sie sich da oft ein und hört ganz viel Musik dann davon. Irgendwie ja cool, aber irgendwie ist das seltsam für mich, da ich schon der Meinung bin das man nicht alles teilen muss oder mögen muss. Jedem so seine eigene Welt.
Nach unseren Gesprächen (die oft zu tief gehen), fühle ich mich ausgelaugt und manchmal so als hätte man in meinem Hirn herumgerührt. Sie fordert schon irgendwie Dinge von mir die ich tun sollte (auch in Bezug auf die Beziehung zu meinem Vater) und sagt mir was ich machen soll. Aber ich würde gerne selbstständig auf diese Dinge kommen und nicht von jemandem gesagt kriegen was ich da jetzt tun sollte und was nicht. Ich habe auch nie nach einem Rat gefragt, der wird mir so aufgezwungen. Ich empfinde unsere Gespräche oft als einseitig und als "Vortrag". Oft kann sie eigene Meinung und Fakten nicht auseinander halten und formuliert ihre subjektive Meinung so als wäre das das einzig wahre. Das macht mich Wahnsinnig, da sie dann auch nicht wirklich eine Diskussion zulässt und wenn ich mal gegen etwas spreche sie oft emotional und dünnhäutig wird.
Sie macht sich ständig Sorgen um mich. Deswegen fühle ich mich eingeengt. Ich bin Musiker und schreibe eigene Songs. Aber in der Vergangenheit habe ich immer wenn ich Songs oder Texte geschrieben habe gedacht: "Aah bloß nicht zu depri, nicht das meine Mutter da was überinterpretiert und sich wieder Sorgen macht". Das macht sie nämlich ständig. Sie interpretiert irgendwas und stellt es dann als Wahrheit da. Dabei ist es ja nur ihre subjektive Sicht die sie mir dann aufdrückt. Beispiel: Ich habe endlich meine Songs geschrieben und gemischt. Ich werde die bald veröffentlichen (ich bin sehr stolz das ich es bis dahin geschafft habe). Ich habe zu Werbezwecken schon einen Instagram Account angelegt, mit nem Profilbild wo ich ernst drauf schaue und halt ein bisschen fertig. 🙂 Meine Mutter sagt dazu: "Oh auf deinem Bild, da hast du ja ganz schöne Augenringe. Schläfst du genug? Geht es dir gut?". Als ich ihr eben sagte das mich das nervt und ich es irgendwie übergriffig finde erwiderte sie nur: "Das ist nicht mein Problem wenn dein Selbstwert so weit unten ist das du davon schon getriggert bist." Meine Wut kochte, aber ich konnte mich einigermaßen im Zaum halten. Ich habe gebeten dieses interpretieren doch zu unterlassen da mich das einengt und da kam nur ein für mich drohenedes "gut, dann werde ich demnächst halt gar nichts mehr sagen. Dann reden wir nur noch über Gott und die Welt".
Und erst jetzt beim schreiben merke ich wie fucking manipulativ der letzte Satz ja ist. Schließlich weiß sie auch welche Angst sie damit in mir triggert (wir haben darüber geredet). Nämlich das sie dann genau so kalt und abwesend wird wie mein Vater. Krass. Naja, jedenfalls habe ich jetzt schon Sorge wie das so ist, wenn ich meine Songs veröffentliche (ich habe ihr übrigens auch nur 2 von meinem Album gezeigt, da mich dieses interpretieren und dieses manipulieren so triggern) und Social Media Content machen muss. Wie sie dann meine Kunstfigur überinterpretiert und das auf mich oder sich oder sonst wen bezieht. Mein Vater wird das eh nie mitkriegen. ^^
Naja, sorry jedenfalls für den ellenlangen Post. Das runterschreiben hat schon gut getan. Jetzt werde ich erst mal versuchen noch was zu schlafen und ich wünsche euch alles Gute!!
Liebe Grüße,
O