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Meine Eltern wollen, dass ich für immer mit Ihnen zusammenwohne

Concept

Mitglied
Hallo,

ich bin schon fast Ende 20 und wohne noch im Haus meiner Eltern.
Habe momentan zwar eine eigene Etage für mich, jedoch teile ich das Bad, Küche mit meinen Eltern.

Mein Bruder wohnt in der untersten Wohnung und zieht bald aus, da er sich eine Wohnung gekauft hat.

Meine Eltern wollen unbedingt, dass ich in die Wohnung ziehe, jedoch möchte ich in eine andere ziehen, da die Wohnung bei uns im Haus Schimmelbefallen war und ich das eklig finde.

Meine Mutter hat letztens geheult und gesagt, dass sie dann immer Angst haben wird, wenn mein Vater Nachtschicht hat und sie dann mit Fremden Leuten alleine zuhause ist. Und das der ganze Hausfrieden dann den Bach unter gehen würde.

Ich bin sehr zwiegespalten.

Was würdet ihr mir empfehlen?
 
Hallo!

Die Situation mit deinen Eltern ist natürlich kompliziert und ich kann die Besorgnis deiner Mutter durchaus nachvollziehen. Nichtsdestoweniger erscheint es mir so, dass diese Besorgnis eher aus der Gewohnheit erwächst, ihre engste Familie um sich zu haben.
Dass diese Situation sich nun sehr schnell ändern kann, ist sicher sehr belastend.

Nachdem das gesagt ist, will ich aber betonen, dass du nicht in der Pflicht bist, eine Entscheidung wie diese nur auf Grundlage der Empfindung deiner Mutter zu machen. Rücksicht auf sie zu nehmen ist zwar an sich eine gute Sache, wird dich aber imho mit einem unguten Gefühl zurücklassen, weil du dich durch den Ekel vor dem Schimmel wahrscheinlich in deiner neuen Wohnung nicht besonders wohl fühlen wirst.

Meine Rat wäre daher, den Übergang möglichst schonend für deine Mutter zu machen, ohne aber von deiner Position abzurücken, dir eine neue Wohnung zu suchen. Fremd sind neue Untermieter ja auch nur eine gewisse Zeit, die vielleicht schwer werden wird, aber sicher vorbeigeht.


Viel Glück!
Nagelring
 
Das Ding ist, dass sowas erfahrungsgemäß nur noch schlimmer wird.
Ängste und Gewohnheiten verfestigen sich immer weiter, wenn man älter wird. Völlig normaler Prozess, das kann und sollte man auch nicht verurteilen. Das heisst aber eben auch, dass das Drama NOCH größer wird, wenn du in 10 Jahren ausziehen willst.
Und du kannst ja nun nicht damit rechnen, für immer bei deinen Eltern zu wohnen. Ich mein, eine Beziehung oder eigene Familie sind ja keine unvernünftige oder abwegige Vorstellung. Und man sollte nicht damit rechnen, dass eine Frau gerne zu ihren Schwiegereltern zieht (sofern dafür überhaupt Platz wäre), für viele das echt abschreckend. Zurecht.
Und solche Situationen führen dann oft zu ganz schlimmen Zerwürfnissen in der Familie, weil viele Jungsmütter völlig irrational reagieren, wenn ihre Schätze wegen einer Freundin dann doch irgendwann mal ausziehen. Im Sinne von "die Kuh hat mir meinen Sohn weggenommen". Ob das bei deiner Mutter der Falll wäre, kannst nur du einschätzen, ich will das nicht unterstellen, aber ich sehe die Gefahr.

Rücksicht auf die Gefühle deiner Mutter sind toll. Aber Flüggewerden ist etwas völlig normales, etwas gutes, und du hast es immerhin jetzt schon um rund 10 Jahre verschoben. Damit muss man einfach rechnen, wenn man Kinder hat, das sollte man sogar für sie wollen.
Und das, was deine Mutter da von sich gibt, klingt leider schon ein bisschen nach emotionaler Erpressung. "Wenn du mich verlässt, geht der Hausfrieden den Bach runter." Das würde ich mir ehrlich gesagt nicht bieten lassen wollen.
 
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Viele Eltern hätten es sicher gerne, wenn die Kinder immer mit ihnen in einem Haus / in unmittelbarer Nähe wohnen bleiben. Loslassen ist jedoch wichtig, den erwachsenen Kindern ihr eigenes Leben leben lassen und ihre Entscheidungen akzeptieren...
Bei uns lebten auch 3 Generationen im einem 2-Familienhaus, meine Großeltern, Eltern bzw. dann nur noch Mutter mit neuem Partner, der später viel da übernachtete und wir - meine Schwester und ich. Ich bin mit 19 ausgezogen, meine Schwester mit 26 und meine Mutter ist dann mit Anfang 50 in das Haus ihres Lebensgefährten eingezogen.
Meine Oma wollte auch immer, dass alle da wohnen bleiben. Sie hat auch viel mit Ängsten argumentiert, Tränen fließen lassen. Aber es nützt ja nix, man kann nicht bestimmen wie das Leben der Liebsten auszusehen hat. Die werden sehr wahrscheinlich auch mal verpartnert sein und ggf. eigene Familien gründen, das sollte man ja auch bedenken
 
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