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Vintagebirdie
Gast
Hallo Leute...
Das hier ist eine etwas längere Geschichte...
Ich bin dieses Jahr 22 geworden und lebe noch bei meinen Eltern. Nach meinem Abi 2011 habe ich zu studieren begonnen und das hat mir auch viel Spaß gemacht und ich hatte meine Erfolgserlebnisse. Doch Anfang September 2012 bin ich in eine sehr schlimme Depression abgerutscht inklusive Selbstmordversuch. Nun nehme ich seit über 2 Jahren Antidepressiva. Das war der blanke Horror. Ich musste einige ausprobieren, die eben extrem krasse Nebenwirkungen mit sich zogen, angefangen von Libidoverlust bis hin zur massiven Gewichtszunahme. Außerdem haben die mich mit der Zeit betäubt und jegliche Kreativität unterbunden (was eigentlich das Schlimmste daran ist, denn das war eigentlich das Ding an mir, dass ich am aller meisten geliebt habe). Dann ging alles bergab, ich war einfach nur antriebslos und habe auch in meinem Studium nichts mehr weitergebracht.
Meine Eltern haben sich das angesehen und gemeint, ich habe ja jetzt genug Zeit gehabt um mich "auszukurieren" und haben mich dazu gebracht mir einen Nebenjob zu suchen. Das ist ja ganz ok, denn ich wollte ihnen nicht mehr auf der Tasche liegen. So habe ich mich bei einer Drogeriemarktkette beworben und die haben mich auch sofort für 30 Stunden eingestellt (das war Juni 2013). Der Job ist anstrengend. Vor allem in meiner Filiale sind sehr strenge Chefs. Soweit so gut.
Wie ich es mir erwartet habe, habe ich anfangs die Dreckarbeit machen müssen, die die älteren Kollegen nicht machen wollten. Obwohl es eine gehende und stehende und körperlich sehr fordernde Tätigkeit ist, ist es mir verboten mich während der Arbeit kurz hinzusetzen obwohl mir alles weh tut.
Und wie es im Verkauf wohl üblich ist, behandeln einen die Kunden wie der letzte Dreck.
Ich habe insgesamt schon 3 angeschissene Windeln und eine benutzte Damenbinde in den Regalen gefunden, weil die Kunden dort versteckt haben.
Dann, als das Studium im Oktober wieder begann, habe ich mich auf 20 Stunden herunterstufen lassen.
Und da habe ich gemerkt, dass ich nur noch die Spätdienste hatte. Seit über einem Jahr, besteht mein Arbeitsplan fast nur noch aus Spätdiensten, die bis 20 Uhr gehen.
Und ich muss immer viel mehr arbeiten, als meine vorgeschriebene Zeit. Diesen Sommer habe ich bestimmt fast doppelt so viel gearbeitet weil Leute auf Urlaub waren. Aber natürlich auch für das gleiche Gehalt, denn laut der Firmenpolitik werden Überstunden nicht ausbezahlt sondern man bekommt sie als Zeitausgleich.
Nun kommt ja bald die Weihnachtszeit und meine Abteilungsleiterin meinte sie wird zu diesem Zwecke noch Manager ernennen. Eine Kollegin meinte, es würde ich sein, weil ich mich mit der Ware und dem Computersystem sehr gut auskenne, und das wäre so ein kleines Erfolgserlebnis gewesen.
Gestern kam sie und meinte von wegen, eine weitere neuere Kollegin und ich sollen am 27. Dezember (der Tag wo wirklich ALLE Leute umtauschen kommen, und der Tag der am allerstressigsten im ganzen Jahr ist) arbeiten. Die feine Madame und ihre Busenfreundinnen haben da natürlich frei. Und dann sagte sie, dass sie mir da für einen Tag die Managerfunktion geben würde.
Nun kommt noch dazu, dass das Kaufhaus in dem sich die Filiale befindet eine neue Geschäftsleitung hat, die es einführen will, dass wir nun täglich bis 21 Uhr geöffnet haben.
Und da ich immer die Spätdienste kriege wird es vor allem mich betreffen.
Mir sind schon die 20 Uhr Dienste zu viel, denn dann bin ich um frühestens 9 Uhr zuhause und muss dann sofort schlafen gehen. Wie soll das gehen wenn ich dann erst um 10 zuhause bin und dann am nächsten Tag einen anstrengenden Unitag habe?
Es gab schon gewissen Lehrveranstaltungen die ich wegen der Arbeit nicht besuchen konnte und Zeit und Kraft zum Lernen habe ich auch kaum, weil es einfach körperlich so anstrengend ist.
Hinzu kommt dass die Kunden jedes Jahr immer unfreundlicher werden und ich das seelisch nicht mehr aushalte. Ich habe immer noch meine Depression und muss mich jedes Mal dazu überreden nicht vors nächste Auto zu springen und dem ganzen ein Ende zu bereiten. Und wenn man dann von den Leuten, die 30€ ausgeben und denken sie sind die Obercheckerkönige, wie der letzte Dreck behandelt wird, tut das dem Seelenheil nicht unbedingt gut.
Nun möchte ich aber jetzt Studium wechseln, nämlich Web- und Grafikdesign, weil mich das mehr interessiert als mein jetziges Studium. Das ist allerdings ein Vollzeitstudium auf einer Privatuni. Ich habe das lange mit meinen Eltern besprochen und sie würden mich auch finanziell unterstützen und mir sogar ganz die Studiengebühren bezahlen, wenn ich nicht mehr arbeiten könne.
Jetzt habe ich ihnen mitgeteilt, dass ich nach Weihnachten kündigen werde, denn im März beginnt eben dieses Studium, damit ich mich voll darauf konzentrieren kann. Und sie haben es nicht verstanden, obwohl ich ihnen das alles erklärt habe, nämlich dass ich mich in meinem Beruf unterfordert und ausgebeutet fühle.
Aber sie fingen zum Schreien an und meinten, ich habe ja keine Alternativen und solle mich zusammenreißen und das alles nicht persönlich nehmen. Aber das kann ich nicht.
Dieser Job zerstört mich innerlich.
Ich kann meine Freizeit kaum genießen weil ich immer daran denken muss, dass übermorgen oder so Arbeit ist. Ich kriege Bauchkrämpfe wenn ich aufwache und weiß, ich muss heute zur Arbeit gehen.
Wenn ich dieses Vollzeitstudium beginne, würde ich ja auch am Samstag arbeiten, eben woanders und ich bin eigentlich schon länger auf der Suche nach etwas neuen. Da würde ich eben nur die Hälfte verdienen, aber hätte dafür mehr Zeit und Energie für mein Studium.
Aber das verstehen sie leider nicht.
Ich bin völlig hilflos, denn ich halte den Job einfach nicht mehr aus.
Ich meine, gut, ich bin erwachsen und kann machen was ich will, aber meine Eltern schimpften mich, ich würde vor meinen Problemen nur davon rennen und nichts durchziehen. Aber ich will diese Ausbildung wirklich machen und einen Job haben der mich geistig und kreativ fördert und der mir das Gefühl gibt, dass ich etwas kann und gut mache.
Mein jetztiger Job ist einfach nur die Hölle, ich fühle mich verarscht und im Stich gelassen.
Und auch wenn ich Uni Ferien habe meint meine Chefin: "Da hast du ja frei, da kannst du also eigentlich eh arbeiten!"
Obwohl ich eigentlich auch lernen sollte, aber egal.
Ich habe Angst, dass mich dieser Job kaputt macht.
Aber meine Eltern verstehen das nicht und vergleichen das immer mit ihren Jobs (Mutter: Lehrerin, Vater: Programmier) und sie meinten, dass es immer so sein würde, dass es immer dumme und gemeine Leute über einem gibt. Das halte ich nur teilweise für richtig, denn ich glaube nicht, dass sie im Büro den Dreck anderer Leute wegputzen müssen und sich beleidigen lassen müssen. Denn ich bin im Gegensatz zu ihnen den Kunden gegenüber machtlos. DIE sind ja meine Chefs.
Ich halte das einfach nicht mehr aus, ich will unbedingt kündigen, unbedingt, bevor mich diese Arbeit noch den Verstand verlieren lässt. Finanziell würde es ja auch gehen, knapp aber doch.
Was soll ich tun?
Wie kann ich ihnen beweisen, dass es nicht mehr geht und dass ich mich jetzt wirklich auf das Studium konzentrieren will und muss, dass ich in meinem Leben wenigstens etwas auf die Reihe kriege und eine solide Ausbildung habe?
Das hier ist eine etwas längere Geschichte...
Ich bin dieses Jahr 22 geworden und lebe noch bei meinen Eltern. Nach meinem Abi 2011 habe ich zu studieren begonnen und das hat mir auch viel Spaß gemacht und ich hatte meine Erfolgserlebnisse. Doch Anfang September 2012 bin ich in eine sehr schlimme Depression abgerutscht inklusive Selbstmordversuch. Nun nehme ich seit über 2 Jahren Antidepressiva. Das war der blanke Horror. Ich musste einige ausprobieren, die eben extrem krasse Nebenwirkungen mit sich zogen, angefangen von Libidoverlust bis hin zur massiven Gewichtszunahme. Außerdem haben die mich mit der Zeit betäubt und jegliche Kreativität unterbunden (was eigentlich das Schlimmste daran ist, denn das war eigentlich das Ding an mir, dass ich am aller meisten geliebt habe). Dann ging alles bergab, ich war einfach nur antriebslos und habe auch in meinem Studium nichts mehr weitergebracht.
Meine Eltern haben sich das angesehen und gemeint, ich habe ja jetzt genug Zeit gehabt um mich "auszukurieren" und haben mich dazu gebracht mir einen Nebenjob zu suchen. Das ist ja ganz ok, denn ich wollte ihnen nicht mehr auf der Tasche liegen. So habe ich mich bei einer Drogeriemarktkette beworben und die haben mich auch sofort für 30 Stunden eingestellt (das war Juni 2013). Der Job ist anstrengend. Vor allem in meiner Filiale sind sehr strenge Chefs. Soweit so gut.
Wie ich es mir erwartet habe, habe ich anfangs die Dreckarbeit machen müssen, die die älteren Kollegen nicht machen wollten. Obwohl es eine gehende und stehende und körperlich sehr fordernde Tätigkeit ist, ist es mir verboten mich während der Arbeit kurz hinzusetzen obwohl mir alles weh tut.
Und wie es im Verkauf wohl üblich ist, behandeln einen die Kunden wie der letzte Dreck.
Ich habe insgesamt schon 3 angeschissene Windeln und eine benutzte Damenbinde in den Regalen gefunden, weil die Kunden dort versteckt haben.
Dann, als das Studium im Oktober wieder begann, habe ich mich auf 20 Stunden herunterstufen lassen.
Und da habe ich gemerkt, dass ich nur noch die Spätdienste hatte. Seit über einem Jahr, besteht mein Arbeitsplan fast nur noch aus Spätdiensten, die bis 20 Uhr gehen.
Und ich muss immer viel mehr arbeiten, als meine vorgeschriebene Zeit. Diesen Sommer habe ich bestimmt fast doppelt so viel gearbeitet weil Leute auf Urlaub waren. Aber natürlich auch für das gleiche Gehalt, denn laut der Firmenpolitik werden Überstunden nicht ausbezahlt sondern man bekommt sie als Zeitausgleich.
Nun kommt ja bald die Weihnachtszeit und meine Abteilungsleiterin meinte sie wird zu diesem Zwecke noch Manager ernennen. Eine Kollegin meinte, es würde ich sein, weil ich mich mit der Ware und dem Computersystem sehr gut auskenne, und das wäre so ein kleines Erfolgserlebnis gewesen.
Gestern kam sie und meinte von wegen, eine weitere neuere Kollegin und ich sollen am 27. Dezember (der Tag wo wirklich ALLE Leute umtauschen kommen, und der Tag der am allerstressigsten im ganzen Jahr ist) arbeiten. Die feine Madame und ihre Busenfreundinnen haben da natürlich frei. Und dann sagte sie, dass sie mir da für einen Tag die Managerfunktion geben würde.
Nun kommt noch dazu, dass das Kaufhaus in dem sich die Filiale befindet eine neue Geschäftsleitung hat, die es einführen will, dass wir nun täglich bis 21 Uhr geöffnet haben.
Und da ich immer die Spätdienste kriege wird es vor allem mich betreffen.
Mir sind schon die 20 Uhr Dienste zu viel, denn dann bin ich um frühestens 9 Uhr zuhause und muss dann sofort schlafen gehen. Wie soll das gehen wenn ich dann erst um 10 zuhause bin und dann am nächsten Tag einen anstrengenden Unitag habe?
Es gab schon gewissen Lehrveranstaltungen die ich wegen der Arbeit nicht besuchen konnte und Zeit und Kraft zum Lernen habe ich auch kaum, weil es einfach körperlich so anstrengend ist.
Hinzu kommt dass die Kunden jedes Jahr immer unfreundlicher werden und ich das seelisch nicht mehr aushalte. Ich habe immer noch meine Depression und muss mich jedes Mal dazu überreden nicht vors nächste Auto zu springen und dem ganzen ein Ende zu bereiten. Und wenn man dann von den Leuten, die 30€ ausgeben und denken sie sind die Obercheckerkönige, wie der letzte Dreck behandelt wird, tut das dem Seelenheil nicht unbedingt gut.
Nun möchte ich aber jetzt Studium wechseln, nämlich Web- und Grafikdesign, weil mich das mehr interessiert als mein jetziges Studium. Das ist allerdings ein Vollzeitstudium auf einer Privatuni. Ich habe das lange mit meinen Eltern besprochen und sie würden mich auch finanziell unterstützen und mir sogar ganz die Studiengebühren bezahlen, wenn ich nicht mehr arbeiten könne.
Jetzt habe ich ihnen mitgeteilt, dass ich nach Weihnachten kündigen werde, denn im März beginnt eben dieses Studium, damit ich mich voll darauf konzentrieren kann. Und sie haben es nicht verstanden, obwohl ich ihnen das alles erklärt habe, nämlich dass ich mich in meinem Beruf unterfordert und ausgebeutet fühle.
Aber sie fingen zum Schreien an und meinten, ich habe ja keine Alternativen und solle mich zusammenreißen und das alles nicht persönlich nehmen. Aber das kann ich nicht.
Dieser Job zerstört mich innerlich.
Ich kann meine Freizeit kaum genießen weil ich immer daran denken muss, dass übermorgen oder so Arbeit ist. Ich kriege Bauchkrämpfe wenn ich aufwache und weiß, ich muss heute zur Arbeit gehen.
Wenn ich dieses Vollzeitstudium beginne, würde ich ja auch am Samstag arbeiten, eben woanders und ich bin eigentlich schon länger auf der Suche nach etwas neuen. Da würde ich eben nur die Hälfte verdienen, aber hätte dafür mehr Zeit und Energie für mein Studium.
Aber das verstehen sie leider nicht.
Ich bin völlig hilflos, denn ich halte den Job einfach nicht mehr aus.
Ich meine, gut, ich bin erwachsen und kann machen was ich will, aber meine Eltern schimpften mich, ich würde vor meinen Problemen nur davon rennen und nichts durchziehen. Aber ich will diese Ausbildung wirklich machen und einen Job haben der mich geistig und kreativ fördert und der mir das Gefühl gibt, dass ich etwas kann und gut mache.
Mein jetztiger Job ist einfach nur die Hölle, ich fühle mich verarscht und im Stich gelassen.
Und auch wenn ich Uni Ferien habe meint meine Chefin: "Da hast du ja frei, da kannst du also eigentlich eh arbeiten!"
Obwohl ich eigentlich auch lernen sollte, aber egal.
Ich habe Angst, dass mich dieser Job kaputt macht.
Aber meine Eltern verstehen das nicht und vergleichen das immer mit ihren Jobs (Mutter: Lehrerin, Vater: Programmier) und sie meinten, dass es immer so sein würde, dass es immer dumme und gemeine Leute über einem gibt. Das halte ich nur teilweise für richtig, denn ich glaube nicht, dass sie im Büro den Dreck anderer Leute wegputzen müssen und sich beleidigen lassen müssen. Denn ich bin im Gegensatz zu ihnen den Kunden gegenüber machtlos. DIE sind ja meine Chefs.
Ich halte das einfach nicht mehr aus, ich will unbedingt kündigen, unbedingt, bevor mich diese Arbeit noch den Verstand verlieren lässt. Finanziell würde es ja auch gehen, knapp aber doch.
Was soll ich tun?
Wie kann ich ihnen beweisen, dass es nicht mehr geht und dass ich mich jetzt wirklich auf das Studium konzentrieren will und muss, dass ich in meinem Leben wenigstens etwas auf die Reihe kriege und eine solide Ausbildung habe?