chocolat chaud
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Hallo!
Mein Vater bekam vor 6 Jahren die Diagnose, dass er Blasenkrebs hat. Es wurde immer wieder gut behandelt. Bis Ende 2009 hiess es, dass er alles überstanden hat. Am 28. April unterschrieb er seinen Todesurteil, dass der Blasenkrebs Metastasen gebildet hat. Auf einmal hat er Knochenkrebs, Lungenkrebs und ein Gehirntumor. Es vergingen keine 2 Monaten, dann starb er am 25. Juni.
Eine Woche vor seinem Tod bin ich mit meiner Schwester nach Saarlouis gefahren, wo er im Krankenhaus lag. Ich kam aus dem Norddeutschland, fuhr somit knapp 500 km, um ihn zu besuchen, meine Schwester kam aus dem Süden, auch 600 km etwa, um ihn zu sehen. Wir wohnten bei meiner Mutter.
Was mich bei dem Besuch gestört hat, war, dass sich meine Schwester im Vordergrund gestellt hat. Sie sagte zu meinem Vater: "Wir sind nicht lange da, Chocolat ist auch hier". Ich habe von der Ecke des Zimmers gewunken und angefangen zu weinen (mit 35). Daraufhin weinte mein Vater auch. Draussen machte meine Schwester mir Vorwürfe, dass ich geweint habe und mein Vater zum weinen brachte. Ich war sauer. Wir fuhren dann zu meine Mutter. Es war nicht so, dass es gerade mal 240 km Fahrt gedauert hat (hin und zurück). Bei meine Mutter habe ich mich mit meine Schwester und meine Mutter gestritten, weil ich mich falsch ausgedrückt habe. Ich wohne seit 23 Jahre in Deutschland, französisch kann ich nicht mehr so wie früher. Und dass ich mich mal anders ausdrücke als ich meine, ist nun mal leider so. Ich wollte wieder nach Norddeutschland fahren. Ich war so sauer auf meine Mutter. Meine Schwester und meine Mutter wohnen in Frankreich und sprechen daher wesentlich besser als ich die Sprache. Am Abend rief das Krankenhaus an, dass mein Vater die Nacht nicht allein verbringen möchte. Somit fuhren wir wieder hin - wieder 120 km hin. Ich habe mich diesmal richtig verabschiedet von ihm. Ich habe ihn umarmt und ihm gesagt, dass ich ihn liebe. Es war fast mehr eine Lüge. Er hat noch mit Mühe gesagt, dass er stolz ist auf mich.
Mein Vater hat mich als Kind sehr oft verprügelt und als ich 6 Jahre alt war, gerade zur Schule ging, meinte er, dass ich so dumm bin, dass nur Müllmann werde. Zu mehr werde ich im Leben nicht bringen. Meine Mutter verprügelte mich auch bis die Gegenstände abbrachen. Es ist schon heftig, dass ein Besenstiel an einem Körper eines 6jährigen bricht oder Teppichklopfer zerschmettert. Im Leben bin ich von meine Eltern mehr oder weniger bis zum 17. Lebensjahr verprügelt worden, mit 18 - 19 oder mehr habe ich endlich aufgehört ins Bett zu machen.
Ich hielt Prügel für eine normal Erziehung. Erst als ich in der Zeitung las, 1992 etwa, dass Prügeln verboten ist, war ich entsetzt. Für mich war das normal.
Mit 10 musste ich mir einen Erziehungsanstalt anschauen mit meine Eltern. Sie wollten mich loswerden, weil ich scheinbar schwer erziehbar war.
Es gibt noch viel mehr. Umgezogen bin ich sehr oft. Jedes Jahr zwischen 1987 bis 1993, dann alle 6 Jahren aber mehr wegen mir. 1997 Bundeswehr, 2004 von Frankfurt nach Norddeutschland, wo ich jetzt seit 2004 wohne. Ich habe somit wenig Freunde. Eigentlich nur ein guter Freund. Aber so supersupersupergut, dass ich jetzt in dem Moment alles liegen lassen würde und zu ihm fahren würde, wenn er im Not wäre.
Die familiären Verhältnisse sind nicht super geworden. Wir sind uns nicht näher gekommen. Ganz im Gegenteil. Meine Schwester trennte sich kurz vor dem Tod meines Vaters von ihrem Freund, mit dem sie 8 Jahre lang zusammen war. Kaum die Trennung und die Nachricht über den Tod, fährt meine Schwester mit ihrem neuen Freund zu meine Mutter und stellt ihn vor. Ich fand es ein wenig pietätlos. Vor einer Woche erfahre ich, dass sie auswandern möchte, als noch weiter weg nach Mittelamerika.
Meine Mutter rufe ich alle 2 Wochen an. Das reicht mir.
Durch die Erziehung habe ich einen sehr miserablen Selbstwertgefühle. Respekt vor mir habe ich keinen. Null. Zwar habe ich einen guten Abschluss als Meister, das Fachabitur, eine supersupersupersupertolle Frau-ndin. Ich habe alles akzeptiert, dass mein Leben nicht schön war.
Der Psychotherapeut meinte, dass ich Wut im Bauch habe, aber er wundert sich sehr, dass ich kein Soziopath geworden bin. Dass ich doch etwas gutes geworden bin. Aber vieles ist kaputt. Ich mache eine Therapie ab März. Ich freue mich.
Zudem verliere ich ständig meinen Job, weil ich vor der Probezeit Angst habe und die Belastung halte ich nicht durch. Ich bin in alles, was ich tue sehr unsicher, obwohl ich gut bin.
6 Monaten später, fast 7, vermisse ich mein Vater sehr. Ich weiss, dass es ihm gut geht und er wartet auf uns. Ich vermisse ihn so sehr. Ich denke täglich an ihm, weine sehr oft, zünde oft eine Kerze an, bete für ihn, in Gedanken drücke ich ihn ganz fest.
Er wurde nur 64. Er hatte selber viele psychische Probleme, obwohl es sich immer stark zeigte. Für mich lebt er noch, tief im Herzen, weil ich ihm alles verziehen habe.
Ich wollte einfach mal einiges loswerden
A la prochaine!
Mein Vater bekam vor 6 Jahren die Diagnose, dass er Blasenkrebs hat. Es wurde immer wieder gut behandelt. Bis Ende 2009 hiess es, dass er alles überstanden hat. Am 28. April unterschrieb er seinen Todesurteil, dass der Blasenkrebs Metastasen gebildet hat. Auf einmal hat er Knochenkrebs, Lungenkrebs und ein Gehirntumor. Es vergingen keine 2 Monaten, dann starb er am 25. Juni.
Eine Woche vor seinem Tod bin ich mit meiner Schwester nach Saarlouis gefahren, wo er im Krankenhaus lag. Ich kam aus dem Norddeutschland, fuhr somit knapp 500 km, um ihn zu besuchen, meine Schwester kam aus dem Süden, auch 600 km etwa, um ihn zu sehen. Wir wohnten bei meiner Mutter.
Was mich bei dem Besuch gestört hat, war, dass sich meine Schwester im Vordergrund gestellt hat. Sie sagte zu meinem Vater: "Wir sind nicht lange da, Chocolat ist auch hier". Ich habe von der Ecke des Zimmers gewunken und angefangen zu weinen (mit 35). Daraufhin weinte mein Vater auch. Draussen machte meine Schwester mir Vorwürfe, dass ich geweint habe und mein Vater zum weinen brachte. Ich war sauer. Wir fuhren dann zu meine Mutter. Es war nicht so, dass es gerade mal 240 km Fahrt gedauert hat (hin und zurück). Bei meine Mutter habe ich mich mit meine Schwester und meine Mutter gestritten, weil ich mich falsch ausgedrückt habe. Ich wohne seit 23 Jahre in Deutschland, französisch kann ich nicht mehr so wie früher. Und dass ich mich mal anders ausdrücke als ich meine, ist nun mal leider so. Ich wollte wieder nach Norddeutschland fahren. Ich war so sauer auf meine Mutter. Meine Schwester und meine Mutter wohnen in Frankreich und sprechen daher wesentlich besser als ich die Sprache. Am Abend rief das Krankenhaus an, dass mein Vater die Nacht nicht allein verbringen möchte. Somit fuhren wir wieder hin - wieder 120 km hin. Ich habe mich diesmal richtig verabschiedet von ihm. Ich habe ihn umarmt und ihm gesagt, dass ich ihn liebe. Es war fast mehr eine Lüge. Er hat noch mit Mühe gesagt, dass er stolz ist auf mich.
Mein Vater hat mich als Kind sehr oft verprügelt und als ich 6 Jahre alt war, gerade zur Schule ging, meinte er, dass ich so dumm bin, dass nur Müllmann werde. Zu mehr werde ich im Leben nicht bringen. Meine Mutter verprügelte mich auch bis die Gegenstände abbrachen. Es ist schon heftig, dass ein Besenstiel an einem Körper eines 6jährigen bricht oder Teppichklopfer zerschmettert. Im Leben bin ich von meine Eltern mehr oder weniger bis zum 17. Lebensjahr verprügelt worden, mit 18 - 19 oder mehr habe ich endlich aufgehört ins Bett zu machen.
Ich hielt Prügel für eine normal Erziehung. Erst als ich in der Zeitung las, 1992 etwa, dass Prügeln verboten ist, war ich entsetzt. Für mich war das normal.
Mit 10 musste ich mir einen Erziehungsanstalt anschauen mit meine Eltern. Sie wollten mich loswerden, weil ich scheinbar schwer erziehbar war.
Es gibt noch viel mehr. Umgezogen bin ich sehr oft. Jedes Jahr zwischen 1987 bis 1993, dann alle 6 Jahren aber mehr wegen mir. 1997 Bundeswehr, 2004 von Frankfurt nach Norddeutschland, wo ich jetzt seit 2004 wohne. Ich habe somit wenig Freunde. Eigentlich nur ein guter Freund. Aber so supersupersupergut, dass ich jetzt in dem Moment alles liegen lassen würde und zu ihm fahren würde, wenn er im Not wäre.
Die familiären Verhältnisse sind nicht super geworden. Wir sind uns nicht näher gekommen. Ganz im Gegenteil. Meine Schwester trennte sich kurz vor dem Tod meines Vaters von ihrem Freund, mit dem sie 8 Jahre lang zusammen war. Kaum die Trennung und die Nachricht über den Tod, fährt meine Schwester mit ihrem neuen Freund zu meine Mutter und stellt ihn vor. Ich fand es ein wenig pietätlos. Vor einer Woche erfahre ich, dass sie auswandern möchte, als noch weiter weg nach Mittelamerika.
Meine Mutter rufe ich alle 2 Wochen an. Das reicht mir.
Durch die Erziehung habe ich einen sehr miserablen Selbstwertgefühle. Respekt vor mir habe ich keinen. Null. Zwar habe ich einen guten Abschluss als Meister, das Fachabitur, eine supersupersupersupertolle Frau-ndin. Ich habe alles akzeptiert, dass mein Leben nicht schön war.
Der Psychotherapeut meinte, dass ich Wut im Bauch habe, aber er wundert sich sehr, dass ich kein Soziopath geworden bin. Dass ich doch etwas gutes geworden bin. Aber vieles ist kaputt. Ich mache eine Therapie ab März. Ich freue mich.
Zudem verliere ich ständig meinen Job, weil ich vor der Probezeit Angst habe und die Belastung halte ich nicht durch. Ich bin in alles, was ich tue sehr unsicher, obwohl ich gut bin.
6 Monaten später, fast 7, vermisse ich mein Vater sehr. Ich weiss, dass es ihm gut geht und er wartet auf uns. Ich vermisse ihn so sehr. Ich denke täglich an ihm, weine sehr oft, zünde oft eine Kerze an, bete für ihn, in Gedanken drücke ich ihn ganz fest.
Er wurde nur 64. Er hatte selber viele psychische Probleme, obwohl es sich immer stark zeigte. Für mich lebt er noch, tief im Herzen, weil ich ihm alles verziehen habe.
Ich wollte einfach mal einiges loswerden
A la prochaine!