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Mein Vater ruiniert unser Leben

staccato

Neues Mitglied
Hallo erstmal- ich bin 19, männlich und brauche dringend einen Rat oder zwei

ich bin neuauf dieser Site und wäre auch nie auf die Idee gekommen, solch ein "Problem-Forum" aufzusuchen, hätte ein Kumpel es nicht mal erwähnt, dass er dort seinen Rat einholt-

Generell habe ich ein Problem mit meinem Vater, eigentlich schon seit langem, aber es hat sich Zeitweilig immer wieder gebessert und deshalb schien mir die Notwendigkeit, darüber zu sprechen, nicht allzu hoch-

Ich werde meine Lage einfach ersteinmal schildern:
Mein Vater ist ein etwas aussergewöhnlicher Mensch- und gennerell auch ganz liebenswürdig, weil er gerade so anders ist- Andere Menschen, die ihn nicht so gut kennen, finden ihn meist lustig, charmant und authentisch-
Aber leider hat er auch eine ganz andere Seite und mir ist es erst in letzter Zeit richtig bewusst geworden, wie sehr die Lebensqualität von mir und vorallem von meiner Mutter darunter leidet.

Seit frühster Kindheit musste ich schon damit zurechtkommen, dass er allerlei Paranoias hat und alle in seinem Umkreis dazu verplichtet, in seiner Gegenwart extra vorsichtig und zurückhaltend zu sein-

um es aufzuzählen: Er hat schreckliche Angst vor Glas, oder eher davor, dass es zerbricht- (alles was aus Glas besteht, ist in unserem Haushalt Tabu- Glühbirnen MUSS er selbst austauschen und zwar mit Handschuhen und nacher duscht er sich und wäscht all seine Anziehsahcen)

In unseren Haushalt dürfen keine Sprühflaschen jeglicher Art ( da ich künstlerisch veranlagt bin, ergibt dies genau wie das Glas-Tabu, hohe Frustration,da ich keine Sprühfarbe kaufen darf-) also kein Deo,Haarspray,Reinigungsmittel zum Sprühen..ect.
Er hat nähmlich Angst, dass die Luft verpestet wird und er es einatmet und seine Lungen geschädigt werden-

Es ist ein grooosses Tabu, sich auf seinen Platz zu setzten, sonst muss er den Nämlich Staubsaugen und wischen-

Niemand darf in dem Haus die Türen knallen, oder sonstwie laute Geräusche verursachen, sonst erschreckt er sich- und da er (angeblich- langsam glaube ich nicht mehr daran) Muskelrheuma hat, wird er nach einem Schreck noch Tagelange Schmerzen haben, woran er einen natürlich immer mit grossem Elan erinnert- ich entsinne mich noch daran, das ich als Kind immer einen Schlag mit der Flachen Hand auf den Arm bekommen habe, als ich ihn erschrekt habe-

Aufgrund des keinen-Krach -machen-Tabus muss jeder, der nachause gekommen ist, sich bei meinem Vater melden oder in seinem eigenen Zimmer bleiben, weil er sich halt erschreckt, wenn jemand urplötzlich dasteht.

Mein Vater betritt kein Gras, weil er Ansgt vor Zecken hat- das heisst, das zuhause auch keine Wild-gepflückten Blumen erlaubt sind, immer jemand anderes die Mülltonnen vor dem Haus wieder in die Gerage stellen muss weil die Tonnen an einer Hecke aufgereiht sind-
Jeder, der im Schwimmbad war, im Wald, auf einem Feld oder ähnliches, muss zuhause die Kleidung wechseln, weil da auch Zecken dran sein könnten (die Kleidung wird dann sofort gewaschen, was einen immerwährend schrumpfenden Anziehsachenberg bedeutet)

wir dürfen uns im Haus nicht die Haare schneiden (schlecht)
wir dürfen uns im Haus nicht die Haare Färben (ganz schlecht)
wir müssen alles, was wir einkaufen, entweder selbst kurz abwaschen, oder meinem Vater hinstellen, damit er es später abwaschen kann (denn die Ware geht beim einkaufen über einen GLAS-scanner)

ich könnte noch so eingens aufzählen, aber ich will hier keine ganze Akte zusammenstellen.

Wie schon gesagt, beinträchtigt dies die lebensqualität in unserem Hause gewaltig.
Ich war schon als Kind von Minderwärtigkeitskomplxen und Schüchternheit geplagt, was zu dem resultat führte, dass ich oft Angst hatte zur schule zu gehen und oft fehlte-
ich hatte selten freunde bei mir, weil es mir Peinlich war und zurückblickend muss ich sagen, dass ich andauernd hohe Angst verspürte und sehr,sehr schreckhaft war-

Leider ist es mir erst sein ein paar Monaten bewusst geworden, dass dies alles wahrscheinlich die Folgen der Aufbringung durch meinen Vater sind-
Ich will nicht nur schlechtes erzählen, denn durch meinen Vater bin ich nun begabt auf dem Gebiet des Zeichnens und kann Gittarre spielen- aber...trotz allem fühle ich einen tiefes Gräul gegen ihn.

Und um zum eigentlichen Punkt meines Problems zu kommen: Es wird in letzter Zeit immer schlimmer- ich muss dazu sagen, dass mein Vater arbeitslos ist und einen sehr eigenartigen Schlafrytmus hat- (er wacht um ca. 16.00 auf- bis dahin muss man extra-leise sein)
Wannimmer meine Mutter von der Arbeit kommt, gibt es streit- wegen jedem kleinen etwas muss mein Vater auf ihr rumhacken- er wirft ihr alle möglichen Beleidigungen an den Kopf, wird laut, redet ihr ein sie sei nutzlos, dumm, (von Dämonen besessen..)

Ich kriege auch meinen Anteil ab, aber glücklicherweise bin ich meistens ausser Haus, wenn er wach ist-

Aber das schlimme ist, dass ich Ansgt habe, auszuziehen- ich habe Angst, dass er meine Mutter letztendlich geistig in den totalen Ruin treibt, oder ihr sogar etwas antut (er kann manchmal sehr agressiv werden, auch wenn er sich dan meist wieder fasst)
Ich glaube, dass meine Mutter sich einfach nicht wehren wird und auch nicht die Polizei ruft, wenn es wirklich handgreiflich werden sollte-

Meine Mutter hat heute fast angefangen zu weinen und gesagt, dass sie "einfach nur hier weg will" - das hat mir das herz gebrochen, weil sie eigentlich eine sehr starke frau ist, die immer alles aushält und sich nie Schwäche anmerken lässt.

Und bei all meinem Unwillen kann ich meinen Vater trotzdem nicht hassen- er hat etwas an seiner Art das ihn wie den Unschuldigen wirken lässt, er redet so gekonnt und einleuchtend, dass man ihm vieles abnimmt.-


Ich fühle mich einfach schrecklich unwohl zuhause aber will auch nicht ausziehen-
Ich weiss nicht mehr was ich machen soll...kann jemand helfen?
 
Hallo staccato,
boah, da bleibt einem erstmal die Spucke weg. Also erstens musst du deinen Vater für seine psychische/n Krankheit/en nicht hassen. Zweitens wirst du deiner Mutter nicht helfen können. Drittens gilt immer noch das Recht auf freie Entfaltung und den Schutz des eigenen Lebens und das ist jetzt Deine Aufgabe. Du musst dich selbst schützen!
So blöd, das jetzt für dich klingen mag, aber suche dir evtl. Hilfe bei einem/r Therapeuten/in. Für dich ganz allein um damit fertig zu werden und nicht auch in das gleiche Muster zu fallen.

Du bist 19, kannst du dir evtl. eine eigene Wohnung oder besser noch eine WG suchen bei der du "Zuflucht" finden kannst um dein eigenes Leben frei zu gestalten? Das fände ich gut und wichtig für dich.

Klar machst du dir Sorgen um deine Mutter, doch wenn sie den Schritt nicht mit dir gehen möchte, dann muss sie ihn für sich allein finden. Du kannst ihr nur zur Seite stehen, mit ihr sprechen und ihr zuhören.

Es ist sehr respektabel, dass ihr bisher deinem Vater zur Seite gestanden seid, aber wenn es jetzt immer schlimmer wird solltet ihr handeln. So wie es sich liest, wird er es wohl nicht einsehen, dass er dringend Hilfe braucht um seine Phobien zu bewältigen. Ohne seine Einsicht könnt ihr ihm auch nicht helfen. Ihr solltet eure ganz eigenen Konsequenzen ziehen und durchführen, auch wenn es weh tut, aber ihr habt auch ein Leben und deines steht doch jetzt erst am Beginn.

Wenn du weiter aus Rücksichtnahme auf deine Mutter und deinen Vater bleibst und dir keine Hilfe holst, wird dein Weg auch weiterhin ein sehr harter, einsamer und "gefährlicher" Weg sein. Hole dir Hilfe und brich aus dem Kreislauf aus, das wäre ganz wichtig für dich (sorry ich wiederhole mich, aber es ist echt enorm wichtig für dich).

Dies alles hat nichts mit Hass oder Undankbarkeit zu tun, doch auch du hast ein Recht auf Leben und so ist es "keines".

Es war super mutig von dir, deine Not/Situation hier zu beschreiben und dies ist der erste wichtige Schritt. RESPEKT!

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg, Glück und ein schönes Leben in dem du deine Eltern (mit dem nötigen Abstand) weiter lieben kannst und du dein Leben, deine künstlerische Ader ausbauen kannst. Alles Liebe und Gute für dich LG tigerauge
 
Ich schließe mich Tigerauge soweit an, denke aber nicht, dass Trennungen und Kontaktabbrüche immer so gleich das erste Mittel sein sollten.

Allerdings bist Du mit 19 sowieso so weit, dass Du auch ausziehen könntest.

Hast du mal probiert, was passiert, wenn Du ihm sagst, er kann sich all seine Regeln und Verhaltensanweisungen für andere hochkant in den Allerwertesten schieben? Phobien sind Phobien, aber an sich sehr gut therapierbar und hier klingt es für mich wie jemand, der damit auch Macht ausübt. Und sich auch gut in dieser Rolle gefällt?

Du musst ihn jetzt nicht hassen, niemand erwartet das. Er ist Dein Vater. Trotzdem kannst du ihm helfen, den Patientenkittel auszuziehen und die Paschapantoffeln gleich mit.
 
Oh Mann... das hört sich ja echt ganz schön krass an.. Aber sei mal ehrlich, da muss echt was unternommen werden, denn so kann es ja nicht weitergehen... Und so wie du das schreibst hört es sich an als wärst du nicht nur für dich verantwortlich sondern auch noch für deine Mutter.. Also ich würde es so daheim nicht mehr aushalten.. Man kann deinen Wunsch auszuziehen herauslesen, aber du bleibst wegen deiner Mutter. Weißt du ich finde es gut, dass du deine Mutter nich alleine lassen willst, aber so geht es einfach nicht mehr weiter... Sie hat doch selbst gesagt dass sie es nicht mehr aushält und weg will... wieso zieht ihr nicht beide zusammen aus und sucht euch eine neue Wohnung und du bleibst solange bei ihr, bis sie ihr Leben wieder selbst führen kann? Weil wenn ihr noch länger bei ihm bleibt macht euch das kaputt...

Ich hoffe ich konnte ein bisschen weiterhelfen

glg
 
Hallo Staccato!

Jeder Mensch hat Macken! Doch wenn Macken soweit gehen, dass Familienmitglieder darunter leiden, und deren Lebensqualität adios sagt, und sich noch seiner zwanghaften Persönlichkeit anpassen müssen - Ist er hilfebedürftig in Form einer Therapie! Er ruiniert in Wirklichkeit sich Selbst mit seiner Haltung! Ihr könnt Euch weiter unter sein krankes Verhalten unterordnen und anpassen oder euch überordnen und unpassend machen. Der erste Schritt wäre vllt. keine übermäßige Rücksicht mehr auf seine Macken nehmen mit bestem Wissen&Gewissen, und euch nicht mehr unsichtbar machen sondern sichtbar! Ihm damit vermitteln---->Du bist krank! Dein Verhalten ihm gegenüber kannst ändern, und er wird darauf auch nicht freundlich reagieren! Das gehört alles dazu. Doch wenn schon solange seine Macken ausgehalten hast, wäre eine Überlegung wert ausziehen in einen eigenen Haushalt mit eigenem Hausrecht! Deine Mutter hat sich für deinen Vater entschieden, und sie kann sich auch Selbst wieder gegen ihn entscheiden und dir nachgehen.

lg.
 

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