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Mein Vater, mein Leben, meine Liebe

  • Starter*in Starter*in Sissy
  • Datum Start Datum Start
S

Sissy

Gast
Hallo!

ich bin eigentlich aus Österreich, weiß nicht ob es okay ist in einem dt. Forum zu posten?!?!

Also ich weiß eigentlich gar nicht wo ich anfangen soll. Alles ist extrem kompliziert. Damit es nicht zu lange wird schreib ich viel in Stichpunkten (müsste hier eigentlich meine halbe Lebensgeschichte posten damit es jeder versteht). Ich hoffe es passt. Hab noch einen riesigen Kater von gestern und schreib vielleicht ein bissl wirr... 🙂)

Zu mir: Ich bin 23, studiere Medizin im 6. Semester in Wien und wohne in einem kleinen Kaff in der Nähe von Wien bei meinen Eltern - leider. Ich bin "eigentlich" ein sehr lebensfroher und vielseitig interessierter Mensch, doch nach den Ereignissen der letzten ca. 5 Jahre werde ich immer depressiver bzw. spiele immer öfter mit Selbstmordgedanken (würd es aber nie tun, weil ich wahnsinnige Angst vorm Tod hab). Vor Kurzem hab ich angefangen mir mit einer Rasierklinge in mein Bein zu schneiden. Der Grund dafür ist mein besch*** Liebesleben, meine total kaputte Familie und meine Situation als "finanziell abhängige Studentin". Ich bin eindeutig Borderline, depressiv - ich hab mich selber diagnostiziert.

Das Hauptproblem ist eigentlich mein Vater (64, ehemaliger Spitzenmanager/frühpensioniert). Ich hasse ihn, empfinde nichts mehr für ihn und werde nicht zu seiner Beerdigung gehen - definitiv. Zu ihm:
- Sehr dominant, extrem herschsüchtig, patriarchialisch: Was er sagt, muss gemacht werden. Seine Meinung gilt als richtig. Er hat seine festen Ansichten, mit ihm zu diskutieren ist unmöglich. Er bestimmt was gemacht wird.
- Total ausländerfeindlich, konservativ, typischer Rechtswähler, FPÖ-Wähler; als Jörg Haider gestorben ist hat er geweint wie ein Schlosshund!!!, seine Liebelingsbeschäftigung ist lästern und schimpfen -am liebsten über Ausländer. Wenn wir auf der Autobahn fahren schimpft er:"Sch*** Tschuschen (Schimpfwort für Osteuropäer) fahren wie die Irren und dann brechen's in unsere Häuser ein..."
- Fröhlichkeit gibt es bei uns zu Hause nicht, es wird kaum geredet, mit ihm kann ich über gar nichts reden, meine Bezugsperson war immer meine Mama. *love*
- Das Gegenteil von Liebevoll, kalt, er behandelt meine Mama wie den letzten Dreck. Eigentlich ist die Ehe seit 10 Jahren keine richtige Ehe mehr. Meine Mutter kann sich aber nicht scheiden lassen, weil sie immer Hausfrau war und nur 80€ Rente bekommen würde. Alle Kontakte von Freundinnen blockt er ab:"Deine Freundinnen kommen eh nur zum ratschen (quatschen)." usw..
- Zu meiner Mutter (der liebste und lustigste Mensch der Welt!): Ängstlich, total neurotisch, total unselbstständig, verfügt über kein eigenes Geld. Eigentlich sollte sie ihn längst verlassen, aber sie kann es nicht da finanziell abhängig und unselbstständig. Bitte gebt mir keine Ratschläge! Es ist so, ich kann es nicht ändern.
- Er isoliert und regelrecht. Ich hab keine Verwandte. Mit denen hat er seitdem ich 5 war den Kontakt abgebrochen. Damals war ich ein Kind und hab es nicht kapiert. Wo mein Cousin, meine Oma und mein Onkel+Tante sind weiß ich nicht. Das klassische Familienleben mit Verwandten kenne ich nicht. Nur die depressive Stimmung daheim. Seitdem ich wieder daheim wohnen muss komm ich nirgendwo hin. Hier fährt kaum ein Bus oder Bahn. Meine wenigen Freunde, mein Leben ist in Wien. Ohne Auto kann ich's vergessen. Ich hab einen Führerschein, aber seitdem ich mit 19 mal "Papa's Heiligtum" gegen eine Wand gefahren hab, gibt er mir kein Auto zum fahren. Ihm war übrigens damals sein Mercedes wichtiger als meine Unterschenkelfraktur!!!!
- Er verwaltet das ganze Geld. Die Konten, die Ersparnisse, das Haushaltsgeld meiner Mutter, mein Geld...ich kenn mich mit nichts aus! Er hat zwei(!) große Mercedes, die ich aber trotz
- Ein einigermaßen Selbstständiges Leben habe ich nie gelernt. Immer wenn etwas ohne meine Schuld schief ging gab er mir die Schuld. Genau so ist's bei meiner Mutter. Er kontrolliert alles und respektiert 0 meine Privatsphäre!
Kennt ihr den Typen aus "American Beauty" dessen Sohn Drohen verkauft? Ja das trifft sehr gut auf meinen Vater zu. Nur ist er weniger "militärisch"

Zu mir: Um es kurz zu machen, hatte ich eigentlich keine wirklich Jugend während meiner Schulzeit mit Feiern, Ausgehen, Jungs usw.. Da ich immer Ärztin oder Psychologin werden wollte, da ich Menschen helfen will, hab ich mich meinem Vater untergeordnet. Die rebellische Phase seit meiner Pubertät (so ab 13) hat mein Vater unterdrück indem er mir immer wieder drohte:"Wenn du nicht deine Schule machst...dann!" "Mach deine Schule anstatt Party oder irgendeinen anderen Blödsinn!" usw. Ich war eigentlich während meiner Schulzeit sehr beliebt und sehr erfolgreich (Klassensprecherin, Landesmeisteirn im Bodenturnen etc.) aber mir hat der "Spaß" gefehlt. Ich konnte nie oder selten zu Parties usw.. Meine Freundinnen hatten alle schon früh einen Freund (so mit 16,17) ich "durfte" das nicht und sollte mich auf meine Schule konzentrieren (er drohte mir immer mit Internat - das hat gezogen!). Meine Klassenkameraden und Freunde sagten immer:"Die XXXX ist eigentlich total lieb, die mögen wir voll, aber irgendwie ist die komisch. Irgendwas stimmt mit der nicht...:" 🙁((( ja ich habe viel meiner Jugend verschwendet und es kam ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Ich hatte wegem dem Druck daheim oft Panikattacken, hab mich immer mehr zurück gezogen. Mein Leben beschränkte sich auf: Lernen, Essen, Sport wie eine Irre, Fernsehserien (Arztserien!) anschauen, Playstation spielen....Schlagzeug spielen (das war ein super Ventil für meine Wut!)

Als ich 17 war hatte meine allerbeste Freundin einen schweren Unfall. Seitdem ist sie Querschnittsgelähmt. Das hat mir eigentlich den Ansporn gegeben die beste Neurologin zu werden und sie eines Tages zu heilen. Das hab ich ihr versprochen.

Naja und als ich mit der Schule mit 18 fertig war, habe ich mich durchgesetzt und ein freiwilliges soziales Jahr in Frankreich gemacht (ich liebe Frankreich 😉). Durch den Auslandsaufenthalt hat sich mein ganzes Leben verändert:
- Bei meiner Gastfamile lernte ich das erste Mal wie toll es in einer "intakten" Familie ist. Da habe ich erst gemerkt wie kaputt und krank mein Familienleben ist. Und wie unsicher und unselbsständig ich gemact wurde.
- Da hab ich mich dann auch zum 1. Mal verliebt mit 19 (mein erster Kuss, mein erstes Mal Petting 😉). Es war keine richtige Beziehung, sondern so eine Art spätpubertäre Teenagerliebe. Er war 18 und hat mich mit dem Motorrad überall hingefahren. Ich "lebte" das erste Mal und fühlte mich zum ersten Mal in meinem Leben glücklich.
- Ich wurde dummerweise beim Petting schwanger und mein Vater ist ausgerastet. Der Junge in den ich mich verliebte bekam Panik und wollte Ich musste nach Hause kommen und sollte studieren. Ich habe dann abgetrieben.

Hier fing ich dann voller Motivation an zu studieren und dachte erst Mal an meine Karriere. Für Studentenparties usw. hatte ich keine Zeit bzw. konnte ich nicht gehen, da ich kein Auto hatte und in dem Kaff hier fest saß...
Und dann kam das total unverhoffte: Ich lernte über eine gute Freundin meinen ersten richtigen Freund (ich war damals 20, er 22) kennen. Wir hatten eine 3-jährige Beziehung, die einfach nur ein Traum war:
- Er und seine Familie waren die liebsten Menschen der Welt. Er wohnte in Wien, studierte dort ebenfalls (Politik). Ich habe noch nie einen Menschen so geliebt wie ih und war total auf ihn fixiert: Klammernd, anhänglich, wollte ihn nicht verlieren etc.
- Mit ihm verbrachte ich die schönsten 3 Jahre meines Lebens! (Reisen, Ausgehen, betrunken sein 😉, auf Konzerte, zussammen Spaß haben und voll der super Sex!)
- Nun ja und er war Punk, hörte meine Lieblingsbands (Coldplay, U2) und "blöderweise" politisch total links genau so wie seine Eltern. Naja wie mein Vater darauf reagierte könnt ihr euch denken: Permanenter Streit zwischen den beiden, integrantisches Verhalten meines Vaters gegen meinen Freund, Verbot meinen Freund zu sehen etc.. Mein Vater schrieb mir sogar vor in wen ich mich zu verlieben hatte! "Such dir wenn g'scheites und nicht so einen linken Idioten!"
- Wir sind Anfang 2009 dann in unsere erste Wohnung gegen Willen meines Vaters in Wien gezogen. Ja wegen meiner Vater war das Verhältnis zu der Zeit schon angespannt. Ich sagte meinem Vater immer wieder, dass ich ihn liebe und er doch auf ihn und seine Eltern zugehen soll, aber ihn interessierte das nicht. Ja ich konnte mir vorstellen ihn zu heiraten, konnte mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Er war die große Liebe meines Lebens, das weiß ich.
- Es war alles kompliziert, aber letztendlich führte das tyrannische Verhalten meines Vaters und die andauernden Streitereien um Geld usw.. zu immer größeren Spannungen in der Beziehung.
- Ich hatte letztes Jahr viel im Studium um die Ohren und arbeitete auch um unabhängig zu sein (Mein Vater finanzierte das teure Studium und einen Teil meines Lebensunterhaltes). Doch das hatte seinen Preis. Ich vernachlässigte meinen Freund ohne es zu merken, da ich total im Streß und unter Druck war. Ich wollte endlich mit dem sch*** Studium fertig werden und als Ärztin unabhängig sein. Ich war oft kurz davor das Studium abzubrechen, aber mein Freund motivierte mich immer wieder.
- Er hatte vorher schon eine 2-jährige Beziehung, da ich in Beziehungssachen so gut wie keine Erfahrung hatte, machte ich die klassichen Fehler: Klammern, Vernachlässigen von Freunden, weniger Sport als früher, komplettes Fixieren auf meinen Freund - ich wusste es nicht besser. Naja und dann im Sommer 2009 der Schock meines Lebens: Er machte Schluss! Ich konnte es nicht fassen! Nicht er! Alle anderen Männer machen sowas, mit sowas hätte ich bei ihm nie gerechnet! Er hat sich in eine Mitstudentin verliebt. Alles ging sehr schnell: ich sollte aus unserer Wohnung ausziehen weil er mit ihr zusammen ziehen wollte. Alles war so unwirklich, wie ein Alptraum. Er meinte nur, dass er keine Gefühle mehr für mich hätte und ich zu viel gearbeitet hätte und ich nie mit ihm redete. Ich war einfach zu bechäftigt und hatte nur das Ziel "Unabhängigkeit" vor Augen und meiner besten Freundin helfen. Für mich ist damals eine Welt Zusammen gebrochen. Ich wolllte ihn heiraten und Kinder etc.! Er wollte lieber "rumprobieren" 🙁((( Wir waren doch 1 Monat vor der Trennung noch auf romantischem Urlaub in Paris!
- Das Resultat: Ich hatte einen totalen Absturz mit Aufenthalt in Psychatrie. Der Liebeskummer hat mich aufgfressen, ich hatte ihn zum Zeitpunkt der Trennung noch über alles geliebt. Aus Eifersucht habe ich ihn "gestalkt", ich wollte ihn um jeden Preis zurück. Ich konnte nicht ohne ihn leben und ging total auf meinen Vater los.
- Ich musste zwangsläufig wieder nach Hause ziehen. Mein Vater war der einzigste der total glücklich über die Trennung war. Ihr müsst euch vorstellen: Ich saß da und heulte mir alles was ich an Flüssigkeit hatte aus der Seele und er stellte sich neben mich und plärrte:"Hör auf! Hör auf! Vergiß den Idioten!" Ich rannte in mein Zimmer, er rannte mir nach und kontrollierte was ich machte.
- Da sie sehr attraktiv war (ich bin eher der "Mäuschen-Typ" mit Brille und sie ist ein richiger Modeltyp), fühlte ich mich nicht mehr schön (zu kurze Beine, zu häßliche Nase etc.). Ich kann immer noch nicht mein eigenes Spiegelbild ertragen. Ich wurde magersüchtig und trieb Sport wie eine Irre. Ich wollte nie wieder einen Mann. Ja ich wollte eigentlch lesbisch werden -aus Enttäuschung auf Männer (der Freund war der 1. der mich nicht verarscht hat!) und meinen Vater.
- Ich war meinem Ex-Freund total egal. Wenn ich mir Bilder von uns ansah, dann konnte ich es nicht glauben. Wir waren ein perfektes Paar. Auch meine Mutter meinte, dass die "äußeren Umstände" (mein Vater, der Unistreß) alles kaputt gemacht haben...ja und blöderweise meine fehlende Erfahrung in Beziehungen. Mein Ex-Freund sagte noch:"Du musst noch viel über Beziehungen lernen Mädel! Das nächste Mal machst es besser!"

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein anderer mich küsst oder berührt oder in mich eindringt. Ich hab die Pille wieder abgesetzt, weil ich nie wieder einen Mann wollte. Mich hat die Vorstellung mit einem anderen als mit ihm zu schlafen geekelt. Ich war so an ihn gewöhnt....ich kannte es ja nicht anders. Kannte nur seinen Körper.

Das alles ist jetzt ein 3/4 Jahr her und ich bekomm ihn immer noch nicht aus dem Kopf. Er ist mir als Mensch einfach so wichtig. Aber es ist als ob er tot ist. Ab und zu rufe ich Idiotin ihn an und frag ihn wie es geht. Das ist totale Selbsterniedrigung, weil er mit der Neuen in unserer Traumwohnung wohnt und über alles glücklich mit ihr ist. Zu mir, sagt er, hat er nur noch freundschaftliche Gefühle. Er könne es sich mit mir nie wieder vorstellen! 🙁((

Mein Studium litt sehr unter der Trennung. Mir war auf ein Mal alles egal. Ich wurde egoistisch, rebellisch und stritt nur noch mit meinem Vater. Die ersten 2 Monate nach der Trennung ging ich viel aus und küsste sogar ein Mal ein Mädchen (was sich total toll anfühlte...).

Ich vermisse ihn immer noch jeden Tag. Mein Leben ist nicht mehr so wie früher. Ich "funktioniere" eher als dass ich "lebe". Ich weiß inzwischen, dass ich Co-Abhängig zu meinem Freund war auf Grund meiner Vergangenheit.

Naja und vor 1 Monat hat mir dann ein guter Kollege seine Liebe zu mir gestanden (er ist 2 Jahre älter als ich). Er hatte schon länger Gefühle für mich, traute sich aber nie. An einem ausgelassenen Abend an dem ich Gott sei Dank bei einer Freundin in Wien schlafen durfte haben wir uns dann geküsst.

Naja und mit ihm ist es auch wieder kompliziert:
- Er ist zur 1/2 Kroate und sowas von lieb! Ach mei, so liebevoll und streichelt die ganze Zeit meine Hand und sagt mir wie hübsch ich bin. Aber mein Vater ist total der Ausländerhasser. Ich sehe schon wieder wie das enden könnte.
- Ich hab ihn lieb, vermisse aber meinen Ex-Freund. Aber so wie ich mich kenne vermisse ich ihn noch in 10 Jahren. Ich werde ihn niemals aus dem Kopf bekommen. Wenn ich so denke, werde ich ihn erst mit 30 vergessen haben, aber ich habe auch Bedürfnisse!!!
- Teilweise ekel ich mich irgendwie vor ihm, dann kann ich ihn nicht küssen, sondern nur umarmen. Alles ist so ungewohnt. Er riecht komplett anders als mein Freund. ich find das anziehend, aber manchmal geht es nicht...Mir fehlt das Kuscheln total - ich bin regelrecht ausgehungert vor Kuschelentzug gewesen...3 Jahre Kuscheln und dann nichts mehr...
- Ich fühl mich aber total wohl und geborden. Außer von meinem Ex-Freund habe ich in meinem Leben nie wirklich Liebe erfahren.
- Vor 3 Wochen hab ich das 1. Mal mit ihm geschlafen. Er ist der Wahnsinn im Bett und bringt mich 3-5 Mal hintereinander zum Orgamsus. Aber ich bin teilweise wieder depressiv und liege dann nur da...er hat aber für alles Verständnis...
- Jetzt zu meinem Problem: Er wohnt in Wien bei einer Gastfamilie und darf keinen Besuch empfangen. D.h. ich muss ihn zwangläufig zu mir mit nach Hause nehmen. Da er unter der Woche arbeitet führen wir eine WE-Beziehung. Wir können uns kein Hotel leisten, meine ganzen Ersparnisse sind wegen der Wohnung meines Ex
- Naja und ich glaube es wird wieder bald aus sein wegen meinen familiären, finanziellen Umständen scheitern.

Meinem Vater ist das egal. Er will mir am liebsten vorschreiben in wen ich mich zu verlieben habe! "Der Niedrmayer Andreas von den reichen Nachbarn, der wäre doch was für dich!" usw..

Heute kommt mein Freund wieder. Ich vermisse ihn total, aber das Scheitern ist auf Grund des Verhaltens meines Vaters schon wieder vorprogrammiert. Letzens meinte mein Vater:"Gell wenn er wieder kommt, dann verstecken wir die Wertsachen. Der klaut bestimmt wie ein Rabe...:"

Am liebsten will ich, dass alles so wie früher ist. Mit meinem Ex-Freund zusammen wohnen in Wien, selbstständig sein (einkaufen, ausgehen, Haushalt machen etc.).

Nun ja eigentlich sollte ich glücklich sein, weil ich jemand Neues an meiner Seite habe. Aber mein Ex schwirrt mir noch dauend im Kopf rum (allein wenn ich Lieder im Radio höre oder einen bestimmten Ort in Wien aufsuche) und mein Vater torpediert meine neue Beziehung wieder! Ich sitz hier zwischen meinesn Umzugskartons im kleinen Gästehaus meiner Eltern und hasse mein Leben eigentlich...

Dann seh ich mir wieder Fotos von meinen Freunden auf Facebook an, die ihr Leben leben während ich immer nur Druck ausgesetzt sind. Teilweise flüchte ich mich regelrecht vor der Realität. Ich wäre gern jemand anders. Die eine errfolgreiche Ärztin aus der TV-Serie. Manchmal will ich mich aufgeben, dann denk ich mir wieder: Na Sissy des schaffst scho!

Ich weiß ich müsste wieder sofort von zu Hause ausziehen. Aber nicht nach Wien. Ich hab panische Angst meinem Ex Freund samt Freundin zu begegnen. Dann würde ich zusammen brechen.

Ja das mit dem Neuen ist nicht wirklich Liebe. Ich glaube mit ihm "verarbeite" ich die Trennung irgendwie. Er macht sich total die Hoffnungen und ich werde ihm sicher irgendwann weh tun. So pudelwohl wie bei meinem Ex fühle ich mich bei ihm nicht. Ich frage mich gerade ob ich nochmal jemand besseres als meinen Ex finde. Und dann bekomm ich wieder so einen Haß auf meinen Vater, weil er mir meine Beziehung mit versaut hat. Ja er hat durch deinen Psychoterror mir und ihm gegenüber viel kaputt gemacht. Mein Ex hat das einfach nicht mehr ausgehalten (da mein Vater pensioniert war besuchte er uns oft unangemeldet, da er mich finanziell noch unterstützte, musste ich ihn immer rein lassen...). Ich vermisse auch meine Ex-Schwiegereltern, den kleinen Hund...alles ist so sch****!!!

Mein Bruder ist mit 18 ausgezogen und hat nie studiert. Er ist schon verheiratet und hat ein Kind. Mit ihm versteh ich mich nicht wirklich. Er meint immer nur ich soll unabgängig werden. Aber ich studierre so ein verdammt schweres Studium. Ich bin einer der Jahrgangsbesten, aber Arbeit alleine ist nicht alles. Natürlich tu ich das auch für meine beste Freundin (sie ist inzwischen ein depressives Wrack, mit 22 noch Jungfrau). Aber ich opfere mich teilweise nur anderen auf, kümmer mich viel um meine Mutter. Aber ich will endlich mal an erster Stelle stehen.
Ja ich hab ein Selbstbewusstein von einem Kieselstein. Mein Ex-Freund war viel attraktiver als mein jetziger Freund und küsste auch viel besser. Mit ihm konnte ich zusammen Musik machen. Ich wollte mit ihm eine Band gründen. Er Gitarre, ich Schlagzeug. Jetzt ist alles vorbei. Ein Mal auf der Bühne zu stehe (oder sitzen) und wenigstens ein bißchen anerkennung zu haben.

Tut mir leid, ist alles sehr lang geworden. Ihr seht schon an meinem Beitrag, dass ich sehr durcheinander und verzweifelt bin. DIe Trennung hat mich in eine schwere Lebenskrise gestürzt.

Ich weiß, ich kann viel:
- bin hochintelligent und talentiert und extrem ehrgeizig (wenn ich mal nicht depressiv bin)
- habe viel Humor und bin sehr gesellig
- ich habe so viele Interessen
usw..

Aber mir macht immer irgendetwas einen Strich durch die Rechnung. Und die Sache ist immer was, auf dass ich keinen Einfluss habe. Und es heißt immer:"Werde unanhängig und löse dich von deinen Eltern!" JAAAA! Das weiß ich verdammt! Das habe ich ja versucht und deswegen ist meine supertolle Beziehung draufgegangen...

Was ich tun kann?
- Studium abbrechen und einen sch*** Job wie mein Bruder annehmen (er ist hochbegabt und ist Versicherungsmakler!!!!!, aber er wollte nie studieren, warum könnt ihr euch denken!)
- Irgendwo hin abhauen - ins Ausland. Aber meine beste Freundin LASS ICH NICHT ALLEIN! Niemals! Ich liebe sie! (also wie eine Schwester 😉)
 
bitte anmelden!

Hey Du! 🙂

Es dürfen hier Österreicher schreiben *grins*--wenn sogar
kleinere Ländchen die Moderatoren stellen dürfen 😎

Der Anteil der Ausländerfeinde hält sich hier in überschaubaren Grenzen ---also:

Herzlich Willkommen!

Ich würde Dir gern antworten,
mir fallen SOFORT ganz viele praktikable Tips ein--nur...
erstens bin ich grade platt (krankheitsbedingt) und
zweitens:
Bitte,registrier Dich -nach paar Tagen und einigen Beiträgen kann man Dir Persönliche Nachrichten (PN) schicken,das wäre mir lieber!

Eure Probleme--Deine/die der Mama -dürften fast alle lösbar sein!


Gruß!

Micky
 
Hallo Sissy,

zufällig bin ich auf Deinen Text gestossen und habe ihn grob überflogen.
Der Beitrag ist ja schon etwas älter und hoffentlich schreib ich nicht zu spät.
Ich finde es ist wirklich schwer und sehr traurig was Du im Moment alles durchmachen musst ...

Ich lese spontan drei Punkte in Deinen Sorgen: Die Weise wie Dein Vater Dein Leben dominiert, die Sorge um Deine Mutter und der Schmerz um Deine zerbrochene Beziehung.

Ich glaube das man -Deine Mutter betr.- schwer etwas raten kann. Ich kann mir vorstellen, das es für Dich als Tochter eine Dauerbelastung ist wie Dein Vater mit Deiner Mutter umgeht. Es liest sich auch so, als ob sie sich mit ihrer Situation schon lange abgefunden hat. Möglich ist das ihre Ohnmachtsposition Dein hilfloses Gefühl gegenüber Deinem Vater noch verstärkt hat, da Du in dieser Sache keine Hilfe von ihr erwarten konntest. Ich glaube das es schwer ist zwischen Deinen Eltern überhaupt noch was zu ändern, wenn Deine Mutter das nicht möchte. Alles was Du tun kannst ist für sie da zu sein, Du darfst aber nicht vergessen dich um Dein eigenes Leben auch zu kümmern ... davon mal abgesehen.

Das Studium würde ich auf keinen Fall abbrechen, da Du doch schon so viel geschafft hast. Dann wäre der ganze Fleiss ja umsonst gewesen. Ich denke es ist als erstes wichtig eine räumliche Distanz zwischen Dir und Deinen Vater zu schaffen, auch wenn das heisst das Studium woanders weiterzuführen. Du brauchst unbedingt eine Basis um Dein Leben neu zu beginnen, ohne die schmerzlichen Erinnerungen jeden Tag vor der Tür zu haben. Es ist nicht so gut für innere Wunden, dem Expartner ständig über den Weg zu laufen. Wenn Du aufgrund Deines Ex-Freundes nicht nach Wien ziehen möchtest vllt. kannst Du dann auf eine andere Universität in Ö wechseln? Vielleicht einfach in die nächste Großstadt ziehen, das hat den Vorteil das Du deine Freundin noch ab und an treffen kannst, aber gleichzeitig auch weit weg von zu Hause bist ... Manchmal muss man Nägel mit Köpfen machen. Wenn Du am liebsten ins Ausland möchtest, gleichzeitig aber für Deinen Hund da sein möchtest und gleichzeitg in Wien bei Deiner Freundin sein möchtest, stelle ich mir das schwierig vor ...

Als erwachsener Mensch hast Du die Freiheit allein über Dein Leben zu entscheiden, niemand kann Dich zwingen Deine Entscheidungskraft an jemand anderen abzugeben. Wenn Du es weiterhin zulässt das man über Deinen Kopf hinweg beherrscht, läufst Du Gefahr weiter unglücklich zu sein. Ob Dein Vater Abstand von Deinem Privatleben nimmt wenn Du mit dem Studium fertig bist, ist zudem fraglich. Das könnte im Extremfall bedeuten, ihn noch mit 30 Jahren über Deine Freunde entscheiden zu lassen. Es wäre doch viel besser, sich erst mit dem familiären Problem auseinander zu setzen, damit Du freie Bahn für eine Beziehung hast. Andernfalls ist es wohl immer wieder zum Scheitern verurteilt ...

Wenn Du es schaffen könntest, Dein Leben größtenteils zu finanzieren entkommst Du auch der Kontrolle. D.h. Du müsstest niemanden in Deine Wohnung lassen wenn Du es an manchen Tagen nicht möchtest, da Du dich ggü. niemand schuldig fühlen musst. Oder wie wäre es mit einer WG? Vielleicht würden Deine Freunde da mitziehen. Hast Du dich schon mal ggf. nach Studienkrediten oder Förderung erkundigt? Da würde ich auch mal nachfragen.

Was Deine Konten, Sparbücher etc. betrifft weiss ich nicht was für eine Art von Vollmacht da vereinbart wurde. Wenn es auf Deinen Namen läuft, ist es Dein Vermögen denke ich. Du solltest einfach mal zur Bank gehen und dort nachfragen, damit Du überhaupt weisst was Sache ist ...

Ich wünsche Dir viel Glück bei der Sache.
 

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