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Mein Vater kommt mit seinen Leben nicht mehr klar und zieht alle mit runter

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Gast

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Guten Abend an euch,

im Moment weiß ich grad echt nicht mehr weiter und hoffe, dass mir hier jemand einen Rat geben kann. Tut mir leid, falls der Text zu lang und vielleicht etwas durcheinander werden sollte. Ich weiß nämlich gar nicht recht, wo ich anfangen soll.

Vor einem Jahr ist meine Mutter nach langer und schwerer Krankheit gestorben, nachdem sie die letzten Jahre im Pflegeheim verbracht hat.

Mein Vater blieb alleine in seinem Haus zurück und mittlerweile lässt er sich nur noch gehen. Er lässt sich aber auch nicht helfen. Zumindest nicht, wenn es um seine psychische Verfassung geht. Als Mama noch gelebt hat, sagte er immer, dass es besser für sie ist, wenn sie erlöst wird, weil es für ihn auch nicht immer einfach war (er sagte sogar auch öfter zu mir, dass er sie nicht mehr liebt) und jetzt kommt er mit ihrem Tot nicht mal ansatzweise klar, was aber ja normal ist, wenn man so lange verheiratet war. Nur will er sich nicht helfen lassen.

Wir, also meine Schwester und ich (ich bin die jüngere), wohnen beide schon nicht mehr zuhause und haben unsere eigene Familie, bzw. ich werde nächstes Jahr heiraten. Meine Schwester ist es bereits und hat auch schon ein Kind. Da ich im Gegensatz zu ihr viel näher bei meinem Vater wohne, habe ich mit ihm abgemacht, alle 2 Wochen am Wochenende zu kommen und ihm im Haus und Garten zu helfen. Alles neben meiner eigenen Arbeit, mit täglichen Überstunden ohne Ausgleich oder Entlohnung (ich arbeite jeden Tag mehr als 8 Stunden bei einem Vertrag von 38 Stunden. Meistens sind es 9 Stunden oder mehr), unserem Haus und unserem Garten. Ihm wäre es aber am liebsten, ich würde wirklich jedes Wochenende kommen, um etwas bei ihm zu erledigen. Was aber ja nicht möglich ist, da ich ja noch genug eigene Verpflichtungen habe, was ich ihm auch immer wieder klar machen muss. Schließlich kann ich nicht das eigene Haus und den Garten verwahrlosen lassen.

Er selber ist leider zu fast nichts mehr in der Lage, da er starkes Übergewicht und überall Arthrose hat, wo man es sich nur vorstellen kann. Er räumt auf, das ist das Einzige, was er noch macht. Beim ganzen Rest sagt er immer, das packt er nicht. Er versucht auch mit allen Mitteln, zu vermeiden, sich zu bewegen (sein Hund wurde schon seit Jahren nicht mehr ausgeführt, das machen nur noch mein Freund und ich, wenn dieser mal mitkommt, was nicht oft der Fall ist, da mein Vater ein so anstrengender Mensch ist, dass mein Freund nicht oft das Bedürfnis hat, ihn zu sehen. Mein Vater mag meinen Freund jedoch). Meistens sitzt er den ganzen Tag vor dem TV oder dem PC.

Nun ist es jetzt nicht so, dass ich nicht gerne zu ihm gehe (zumindest meistens, er ist ja schließlich mein Papa), nur leider merke ich, dass mir das psychisch überhaupt nicht gut tut. Es geht eigentlich nur noch darum, wie schlecht es ihm geht, dass sein Leben keinen Sinn mehr macht, er sich am besten einfach umbringen sollte usw. Das Schlimmste ist, er hat zu wirklich allem eine Negativeinstellung. Egal was, er sieht in wirklich allem nur Schlechtes und das wird immer schlimmer und schlimmer. Früher war er auch schon so, aber so arg wie jetzt war es noch nie. Und er gibt mir das Gefühl, selber nicht glücklich sein zu dürfen. Wenn er es nicht ist, dürfen es andere auch nicht. Er denkt immer, nur ihm geht es schlecht, dass man selber auch Probleme und Sorgen hat, interessiert ihn nicht. Ich zum Beispiel hab extreme Schlafstörungen, wegen beruflicher Sorgen und aus Sorge um ihn.

Ein großes Thema ist, dass er nicht damit klar kommt, wie gut ich mit meinen Schwiegereltern auskomme. In Ihnen habe ich endlich die Unterstützung gefunden, die ich bei meinen Eltern nie hatte. So schlimm wie es klingt. Mit meinen Eltern habe ich mich nie getraut, über Probleme zu reden, weil ich immer auf Unverständnis gestoßen bin (es gab z.B. eine Zeit, in der ich in der Schule gemobbt wurde, da ich ein sehr ruhiger und zurückhaltender Mensch bin. Anstatt Rückhalt zu bekommen, hieß es, selber daran Schuld zu sein). Nun berede ich alle Sorgen mit meiner Schwiegermutter. Ich lasse es aber nie bei ihm raus hängen, dass ich die Eltern meines Freundes mag.

Von meinen Vater bekam ich immer nur zu hören, was ich nicht kann und was ich doch für eine Versagerin bin. Ich glaube aber, dass er mich trotzdem irgendwie lieb hat, auch wenn das jetzt komisch klingt. Er freut sich auch, wenn ich ihn besuchen komme. Heute weiß ich, dass das einfach seine Einstellung ist. Dass meine Mutter mich geliebt hat, weiß ich, sie kam jedoch nie gegen meinen Vater an. Erst im Pflegeheim hat sich das geändert. Da ist sie wieder aufgeblüht. Hätte sie sich nicht freiwillig einweisen lassen, wäre sie schon viel eher gestorben. Mein Vater gehört zu den Menschen, die prinzipiell immer Recht haben müssen. Nur seine Meinung zählt.

Mein Freund und ich wohnen beide in einem Haus in der Nähe meiner Schwiegereltern. Haben das Haus bekommen, was wir uns immer erträumt hatten. Mein Freund wollte nicht aus seinem Wohnort wegziehen. Wir sehen, bzw hören uns eigentlich fast täglich. Mein Vater hätte gewollt, dass wir in seine Nähe ziehen, damit immer jemand da ist, um ihm zu helfen, was aber aus beruflichen Gründen überhaupt nicht machtbar gewesen wäre. Mein Freund wäre echt total bescheuert, seine gute Stelle aufzugeben. Aber es wäre ja nichts dabei, jeden Tag ewig weit zu fahren, so die Meinung meines Vater.

Jetzt macht er meine Schwiegereltern in einer Tour schlecht und prophezeit mir auch schon, dass ich sie auch irgendwann nicht mehr mögen werde. Ich muss zugeben, meine Schwiegermutter ist ein sehr anstrengender Mensch, die über alles bestimmen möchte, aber dafür tut sie alles für ihre Kinder und ist auch für mich immer da, wenn ich Sorgen und Probleme hab. Ihr konnte ich bisher alles erzählen, ohne mir Vorwürfe anhören zu müssen. Sie hilft mir zum Beispiel auch ständig im Haus und Garten, auch wenn mir das nicht immer so Recht ist. Sie meint aber, so macht man das, wenn man eine Familie ist. Bin es gar nicht gewöhnt, dass man mir hilft, da ich immer nur helfen musste. Das war auch schon so als meine Mutter noch zuhause war. Seit sie meinen Vater ins Gewissen geredet hat, in die Reha zu gehen und sich helfen zu lassen, kann er meine Schwiegermutter nicht mehr ausstehen und redet nur noch noch schlecht über sie. Er sucht schon die ganze Zeit nach Gründen, sie wieder schlecht machen zu können. Nur, weil er ganz genau weiß, dass sie verdammt recht hat. Das geht sogar so weit, dass er am liebsten nicht zu unserer Hochzeit kommen würde, nur um meine Schwiegereltern nicht zu treffen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie weh mir das tut.

Ach ja, andere Menschen treffen ist auch so ein Thema. Das versucht er auch so gut es geht, zu vermeiden. Er verkriecht sich nur noch zuhause und geht nur noch raus, wenn er einkaufen muss und es sich absolut nicht mehr vermeiden lässt. Er hat pansiche Angst, auf meine Mutter angesprochen zu werden. Er hatte sogar schon gesagt, dass er nur auf unsere standesamtliche Hochzeit kommen wird. Beides packt er nicht, meinte er. Nun werden wir standesamtlich bei ihm in der Nachbarstadt heiraten, sodass er auch zur kirchlichen kommen kann. Ich weiß nämlich, dass das nur eine Ausrede von ihm ist. Er will nur nicht mit anderen Menschen zusammen treffen. Ich versteh es nicht, wie man überhaupt auf den Gedanken kommen kann, nicht auf die Hochzeit der Tochter zu wollen. Die Oma meines Freundes ist fast Mitte 80 und ihr geht es gesundheitlich auch nicht mehr so gut. Sie würde aber nie auf die Idee kommen, nicht zu kommen.

Ich verstehe ja, dass es ihm nicht gut geht und ich möchte ihm auch gerne helfen, nur weiß ich nicht wie, da er absolut stur und uneinsichtig ist. Es ist ja jetzt nicht so, dass ich meine Mama nicht auch selber schrecklich vermisse und mir jeden Tag wünsche, sie wäre noch da, aber das geht nun mal leider nicht mehr.

Eigentlich müsste er sich an einen Therapeuten wenden, da er das aber nie machen würde, gibt es etwas, was ich ihm zur Aufheiterung sagen könnte, was helfen könnte? Ich glaube nämlich mittlerweile, dass er an Depressionen leidet.

Ich bin selber auch schon nur noch unglücklich und kann nicht mehr schlafen, weil ich nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Bin echt für jeden Tipp dankbar. Vielleicht kennt jemand ähnliches und hat Lösungen gefunden.
 
dein vater ist verbittert und einsam. wenn er sich nicht helfen lassen will, dann sind dir leider die hände gebunden.

du könntest mal mit seinem hausarzt sprechen, damit er bei deinem vater einen hausbesuch macht. er kann ihm vorschläge machen, wie er aus seiner isolation herauskommt.
es gibt genügend möglichkeiten für ihn.

wenn er aber so stur und uneinsichtig ist, dann musst du ihn sein leben leben lassen.

du solltest allerdings deine schwester auch miteinbeziehen. sie kann dir nicht die ganze betreuung für deinen vater überlassen. vielleicht hat sie mehr einfluß auf ihn und er nimmt hilfe an.
 
Mir ist völlig klar, dass es sehr unangenehm für ihn ist, alleine nur mit einem Hund in einem Haus zu wohnen, aber er vermeidet von sich aus jeden sozialen Kontakt. Ich glaube sogar schon, dass er an einer Phobie leidet.

Die Idee, mit dem Hausarzt zu reden finde ich gut. Das sollte ich echt mal machen. Zum Arzt geht er immerhin noch.

Im Moment ist er auch nur noch schlecht gelaunt. Egal, wann ich anrufe, sein Ton ist immer extrem unfreundlich und ich habe das Gefühl, dass er gar nicht mehr mit mir reden will. Es ist echt nicht normal. Erst war er die ganze Zeit immer total lieb zu mir, was er früher nie wirklich war und von jetzt auf heute ist alles umgeschlagen.

Ja, dann werd ich ihn wohl so leben lassen müssen, wie er möchte, nur leider kann ich grad nicht so leben, wie ich es möchte. Für mich gibt es grad kein Wochenende mehr, an dem ich einfach mal nur das tun kann, was ich möchte, geschweige denn ausruhen. Mindestens alle 2 Wochen fahr ich für ein paar Stunden zu ihm, um bei ihm zu putzen oder den Garten zu machen. An den anderen Wochenenden muss ich bei uns daheim natürlich ja auch den Haushalt und Garten machen. Manchmal bin ich aber von der Woche so kaputt, dass ich bei uns einfach was liegen lassen muss und dann fühl ich mich extrem schlecht. Heute musste ich zum Beispiel wieder 10 Stunden arbeiten und das wird die nächsten Jahre so weiter gehen bis zur Rente.

Ich kann von Glück reden, dass ich ab Montag 2 Wochen frei hab und wir in Urlaub fliegen. Haben das schon vor Monaten gebucht. Das ist für meinen Vater jetzt natürlich nicht so schön, aber wir brauchen das einfach mal. Ich kann mich auch mit dem Handy meinen Freundes immer bei ihm melden. Ich bin bei mir in der Firma grad so unglücklich, da ich total ausgenutzt werde, bzw mich mich auch ausnutzen lasse und nicht davon los komm, dass es mir psychisch mittlerweile so schlecht geht, dass ich seit Monaten nicht mehr schlafen kann. Schlafstörungen hab ich eh schon seit Jahren, die ich nicht mehr los werde. Ich hab keine geregelten Arbeitszeiten mehr, kann nichts planen, muss wegen jedem Termin Angst haben, ihn absagen zu müssen, weil meine Kollegen ihre ganze Arbeit auf mich abwälzen, damit sie selber pünktlich in den Feierabend können. Und ich kann mich nicht wehren, weil meine Teamleiterin da mit macht. Normal müsste ich nur 7.5 Stunden arbeiten. Es gibt aber keinen einzigen Tag, an dem ich mal keine 8 Stunden da bin. Meistens ist es mehr. Hört sich jetzt nicht viel an, aber wenn andere Kollegen um halb 9 kommen und um halb 5 gehn, man selber aber immer um 7 da ist und erst um 18 Uhr oder später gehen kann, nervt das einfach. Ich trau mich aber keinen Wechsel, aus Angst, dass es wonanders viel schlimmer wird, nur auf Dauer halte ich es nicht aus. Aber Papa denkt, mein Leben ist super und ich bin immer nur glücklich. Und dann noch die ständige Angst um ihn. Erst war es meine Mutter, jetzt ist es er.

Meine Schwester hat die Einstellung, dass ich immer zu ihm fahren muss, weil ich in seiner Nähe wohne. Wenn sie mit meiner Nichte kommt, kann sie eh nichts machen, weil die Kleine mit 3 immer noch nicht in der Lage ist, sich für ein paar Minuten alleine zu beschäftigen. Mittlerweile kommt meine Schwester eh fast gar nicht mehr. Früher hab ich sie jeden Monat gesehen. Dieses Jahr bisher nur 2 oder 3 Mal.
 
das tut mir so leid,dass jeder egoistisch ist.
Auch deine Schwiegermutter.Ich denke sie will Kontrolle.Halte zu Deinem Vater.
Und fasse Dir ein Herz mit der Teamleiterin einen Kompromiss zu schließen.Führe Deinen Vater als Grund an.Er bräuchte Pflegehilfe von Dir ect.

Mach Deinem Vater keine Vorwürfe,schaffe aber klare Verhältnisse mit Deiner Drückebergerschwester.Sie sollte sich auch kümmern.
Erklär Deinem Vater,dass der Hund wichtig ist und er sich um ihn kümmert ..
Schlag eine Gruppe vor für Trauerbewältigung für Männer.Das wird er ablehnen?Mit dem Arzt wäre ich vorsichtig.Nachher sorgt der noch dafür das dein Vater abgeschoben wird ins Altenheim und unter Betreuung gestellt wird.Ich hoffe ihr habt alles mit Patverfue.de ect.geklärt.
[....]
 

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