Hallo,
es tut mir leid für dich, dass du einen solch schlechten Vater "erwischt" hast. Mir ging es ähnlich, mein Vater war ein gefühlsarmer, sehr egoistischer, ungerechter und auch brutaler Mensch..aber es wäre unter meiner Würde gewesen jemals auch nur wegen diesem Typen an Selbstmord zu denken. Ich war mir da wichtiger als mein Vater und du solltest das ebenfalls sein!
Ich hab mich frühzeitig gelöst und abgegrenzt und mich auf mich konzentriert, daher bin ich heute glücklich und mein Vater ein alter verkalkter, einsamer Mensch...die WElt gleicht die Dinge oft von selber aus.
Dir würde ich raten von dem Tripp runterzukommen deinen Vater ändern zu wollen oder seine Liebe und Anerkennung zu erzwingen. Oder per Selbstmord negative Aufmerksamkeit erzwingen zu wollen. Denn das wird nicht hinhauen. SEine Eltern kann man sich net aussuchen und manche Menschen sind halt so wie sie sind und fertig. Du solltest das akzeptieren dich abwenden und dir andere Menschen suchen, die besser für sich sind. Unter den derzeit zig Milliarden Menschen wirst du da schon einige finden. 😉 Ist mir auch gelungen.
Vielleicht solltest du mal in einer Therapie einiges für dich klären, dir erklären lassen wie man sich abgrenzt und lernt sein eigenes Leben zu leben und v.a. wie man einen Vaterkomplex und zu große Fixiertheit auf den Vater vermeidet, also nicht zu sehr anhaftet an vergangenen Defiziten und schmerzhaften Erinnerungen, was manchmal wie bei Kafka z.b. pathologisch, also krankhaft werden könnte (könnte, muss nicht..aber passiert manchmal). Kafka hat es ja zumindest zu Weltruhm verholfen mit seinen tragisch-komischen Geschichten einer Verwandlung (Die Verwandlung), in denen er sich in einen Käfer verwandelt und so...Ich habe mich damals in der Pubertät in Kafka wiedergefunden...der hatte das gleiche seitens seines egozentrischen und dominanten Vaters erlebt wie ich..oder du vielleicht. Die Krux ist ja oft, dass grad Menschen, die nicht gut zu einem sind und einen emotional kurz halten, einem nix geben an Anerkennung und positiver Aufmerksamkeit oft so eine große Macht über einen haben können...falls man sie ihnen gibt !! wohlgemerkt...das gesamte Denken kreist dann um den dominaten Menschen von dem man abhängt...dagegen muss man sich aber ab der Pubertät wehren und sich da rausschälen...Das es anderen auch wie mir ging und Kafka als Negativbeispiel hat mir damals Trost gegeben, aber auch der Austausch mit meinen Geschwistern oder Freundinnen, die oft ähnliche Probs mit ihren Eltern hatten. Eine meiner Freundinnen (aus gehobenem Hause! Fabrikanten...stinkreich, aber auch net glücklich) hatte eine gewalttätige egozentrische Alkoholiker-Mutter unter der sie litt..aber zum Glück hatten wir halt uns und unsere FReiräume, unser Hobby das Reiten. Es hilft halt sehr eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen..sich nach vorne ins eigene Leben flüchten anstatt ins Selbstmitleid oder gar Krankheit etc.
Man braucht halt Alternativen im leben und die kann und muss man sich selber schaffen.
Du kannst dir also leicht psychologische Hilfe suchen um da mal aufzuräumen in deiner Gedanken- und ERinnerungswelt. Ist manchmal sehr wichtig um selber genug SELBST zu sein und sein ICH zu entwickeln..ein ICH das mit seiner Vergangenheit klarkommt und nicht zu sehr von ihr belastet wird.
Ich denke bei dir liegt noch zu viel Belastung, da ist noch nicht genügend verarbeitet worden und keine ausreichende Abgrenzung erfolgt. Lass dir von einem Psychologen zeigen, wie du das hinkriegst.
Falls eine Depression mit Selbstmordgedanken vorliegt: zum Psychiater und eine Kombitherapie machen!
Viel Glück!
Tyra