Lynn7
Mitglied
Hallo,
wie angekündigt stelle ich heute Abend hier meinen Beitrag ein bzw. meine große Sorge, die ich habe, seit mein Großer mir anvertraut hat, daß er oft an Suizid denkt, schon einmal auf der Autobahnbrücke stand oder mit seinem Roller sich vor einen LKW werfen wollte....
Vielleicht erzähle ich erst mal ein bißchen aus seinem/unserem Leben. Also: Mein Großer ist 17 J. jung, sein Bruder knapp 16 J. und ich 45 J. Seit fast 11 J. lebe ich mit meinen Jungs alleine. Mein Großer war schon immer ein sensibles Kind (Sternz. Krebs - genau wie ich) und hatte es auch nicht immer ganz leicht im Leben.
Mit 7 J. die Trennung von seinen Eltern durchgemacht - obwohl: Das passiert doch so vielen Kindern, wo man hinschaut, scheitern Ehen und Familien zerbrechen. Mein Ex-Mann und ich haben auch nie vor den Kids gestritten und ich war immer auf Harmonie bedacht. Hat allerdings nicht immer funktioniert. Damals saß der Schmerz - bei mir - einfach sehr tief.
Aber das ist lange vorbei. Mit meinem Ex habe ich Frieden, er ist neu verheiratet, ich hatte auch bei letzten Sommer eine langjährige Beziehung und mich im Juni 2006 getrennt. Das war für die Jungs aber nicht so dramatisch - zumindest kam es mir nicht so vor. Man weiß halt nicht, was in den Köpfen der Kids so vorgeht.
Ich denke mal die Probleme mit meinem Ältesten fingen dann auch in der Schule an. Er war schon immer verträumt und konnte sich nicht so gut konzentrieren. Die Gedanken waren halt woanders. Dadurch waren die schulischen Leistungen nicht so doll. Habe ihn aber nie geschimpft deswegen, wenn er z. B. mit einer 5 nachhause kam. Mir war und ist immer wichtig gewesen, daß meine Kinder glücklich sind. Das ist doch wichtiger als Top-Schulnoten. In der Schule lernt man eh nix für's Leben.
Aber in dieser leistungsorientierten Gesellschaft sind die Noten bzw. der Schulabschluß dann halt doch wesentlich. Mein Sohn kam dann nach der 8. Klasse in die Hauptschulklasse, und da fingen auch dann gehäuft Probleme an. Schon aufgrund der Mitschüler, die halt teilweise auch aus nicht ganz so optimalen Verhältnissen kamen. Das soll aber nicht hochnäsig oder so klingen. War halt nun mal so. Nach dem Hauptschulabschluß hat er dann noch versucht die Realschule zu besuchen. Das hat aber gar nicht funktioniert. Er kam dann in so eine Übergangsklasse, eine BGJ-Klasse. Da hat er dann das 2. Halbjahr hauptsächlich den Unterricht geschwänzt. Teils ohne mein Wissen, zum Schluß dann mit ärztl. Attest, weil er gemobbt wurde.
Habe ihm dann Anfang letzten Jahres einen Roller gekauft - auch um ihn mal bißchen aufzumuntern und damit er sein Leben wieder schön findet. Nicht wegen dem Materiellen, sondern weil er sich den so gewünscht hatte. Daß man Glück nicht kaufen kann, weiß ich selber.
Letzten Herbst hat er dann auch noch eine Lehrstelle gefunden, was ja auch nicht so einfach war. Da dachte ich: So, jetzt ist er happy, jetzt hängt er nicht mehr so oft durch. Mit seinem Vater hat er sich auch - spätestens seit Weihnachten - wieder versöhnt. Die beiden hatten längere Zeit kaum noch Kontakt. Mein Ex hat wohl immer wieder mal was vom Stapel gelassen, weil mein Großer in der Schule nicht so tolle Leistungen gebracht hat und sein kleiner Bruder halt in der Hinsicht bißchen mehr Glück gehabt hat.
Da dachte ich: So, jetzt ist er happy, jetzt hängt er nicht mehr so oft durch. Aber das hielt nicht lange an.
Seit Anfang diesen Jahres hatte mein Junge wieder verstärkt Phasen, wo er launisch war, depressiv und nur noch vor dem PC saß oder laute Musik hörte (was ja in dem Alter normal ist, das mit der Musik, meine ich). Alkohol und Drogen spielen aber keine Rolle in seinem Leben.
So - vor ca. 3 Wochen hat er sich mir anvertraut, daß er schon seit er 12 J. ist oft an Selbstmord gedacht hat und auch wie das dann vor sich gehen soll.
Das war der Schock schlechthin für mich.........
Habe mit ihm zu reden, ihm das auszureden, und, und, und...
Er wollte zunächst keine psych. Hilfe. Das hat er sich zum Glück mittlerweile anders überlegt. Anfang dieser Woche waren wir beim Hausarzt, erstmal alles von der Seele reden, und dann hat er (oh Wunder) kurzfristig einen Termin beim Psychologen bekommen. Der Termin war gestern (Freitag) und das Erstgespräch ist schon mal gemacht. Viel erzählt hat er mir nicht, aber wahrscheinlich muß das erst mal sacken.
Mir geht es - na ja, eigentlich ziemlich schlecht.
Als Mutter fragt man sich logischerweise: Was hat man falsch gemacht, woher kommt das und vor allem: Was kann ich jetzt noch für meinen Sohn tun???
Ich habe schreckliche Angst.
Sorry, ist bißchen lang geworden, aber das Nötigste mußte ja hier rein.
LG Lynn
wie angekündigt stelle ich heute Abend hier meinen Beitrag ein bzw. meine große Sorge, die ich habe, seit mein Großer mir anvertraut hat, daß er oft an Suizid denkt, schon einmal auf der Autobahnbrücke stand oder mit seinem Roller sich vor einen LKW werfen wollte....
Vielleicht erzähle ich erst mal ein bißchen aus seinem/unserem Leben. Also: Mein Großer ist 17 J. jung, sein Bruder knapp 16 J. und ich 45 J. Seit fast 11 J. lebe ich mit meinen Jungs alleine. Mein Großer war schon immer ein sensibles Kind (Sternz. Krebs - genau wie ich) und hatte es auch nicht immer ganz leicht im Leben.
Mit 7 J. die Trennung von seinen Eltern durchgemacht - obwohl: Das passiert doch so vielen Kindern, wo man hinschaut, scheitern Ehen und Familien zerbrechen. Mein Ex-Mann und ich haben auch nie vor den Kids gestritten und ich war immer auf Harmonie bedacht. Hat allerdings nicht immer funktioniert. Damals saß der Schmerz - bei mir - einfach sehr tief.
Aber das ist lange vorbei. Mit meinem Ex habe ich Frieden, er ist neu verheiratet, ich hatte auch bei letzten Sommer eine langjährige Beziehung und mich im Juni 2006 getrennt. Das war für die Jungs aber nicht so dramatisch - zumindest kam es mir nicht so vor. Man weiß halt nicht, was in den Köpfen der Kids so vorgeht.
Ich denke mal die Probleme mit meinem Ältesten fingen dann auch in der Schule an. Er war schon immer verträumt und konnte sich nicht so gut konzentrieren. Die Gedanken waren halt woanders. Dadurch waren die schulischen Leistungen nicht so doll. Habe ihn aber nie geschimpft deswegen, wenn er z. B. mit einer 5 nachhause kam. Mir war und ist immer wichtig gewesen, daß meine Kinder glücklich sind. Das ist doch wichtiger als Top-Schulnoten. In der Schule lernt man eh nix für's Leben.
Aber in dieser leistungsorientierten Gesellschaft sind die Noten bzw. der Schulabschluß dann halt doch wesentlich. Mein Sohn kam dann nach der 8. Klasse in die Hauptschulklasse, und da fingen auch dann gehäuft Probleme an. Schon aufgrund der Mitschüler, die halt teilweise auch aus nicht ganz so optimalen Verhältnissen kamen. Das soll aber nicht hochnäsig oder so klingen. War halt nun mal so. Nach dem Hauptschulabschluß hat er dann noch versucht die Realschule zu besuchen. Das hat aber gar nicht funktioniert. Er kam dann in so eine Übergangsklasse, eine BGJ-Klasse. Da hat er dann das 2. Halbjahr hauptsächlich den Unterricht geschwänzt. Teils ohne mein Wissen, zum Schluß dann mit ärztl. Attest, weil er gemobbt wurde.
Habe ihm dann Anfang letzten Jahres einen Roller gekauft - auch um ihn mal bißchen aufzumuntern und damit er sein Leben wieder schön findet. Nicht wegen dem Materiellen, sondern weil er sich den so gewünscht hatte. Daß man Glück nicht kaufen kann, weiß ich selber.
Letzten Herbst hat er dann auch noch eine Lehrstelle gefunden, was ja auch nicht so einfach war. Da dachte ich: So, jetzt ist er happy, jetzt hängt er nicht mehr so oft durch. Mit seinem Vater hat er sich auch - spätestens seit Weihnachten - wieder versöhnt. Die beiden hatten längere Zeit kaum noch Kontakt. Mein Ex hat wohl immer wieder mal was vom Stapel gelassen, weil mein Großer in der Schule nicht so tolle Leistungen gebracht hat und sein kleiner Bruder halt in der Hinsicht bißchen mehr Glück gehabt hat.
Da dachte ich: So, jetzt ist er happy, jetzt hängt er nicht mehr so oft durch. Aber das hielt nicht lange an.
Seit Anfang diesen Jahres hatte mein Junge wieder verstärkt Phasen, wo er launisch war, depressiv und nur noch vor dem PC saß oder laute Musik hörte (was ja in dem Alter normal ist, das mit der Musik, meine ich). Alkohol und Drogen spielen aber keine Rolle in seinem Leben.
So - vor ca. 3 Wochen hat er sich mir anvertraut, daß er schon seit er 12 J. ist oft an Selbstmord gedacht hat und auch wie das dann vor sich gehen soll.
Das war der Schock schlechthin für mich.........
Habe mit ihm zu reden, ihm das auszureden, und, und, und...
Er wollte zunächst keine psych. Hilfe. Das hat er sich zum Glück mittlerweile anders überlegt. Anfang dieser Woche waren wir beim Hausarzt, erstmal alles von der Seele reden, und dann hat er (oh Wunder) kurzfristig einen Termin beim Psychologen bekommen. Der Termin war gestern (Freitag) und das Erstgespräch ist schon mal gemacht. Viel erzählt hat er mir nicht, aber wahrscheinlich muß das erst mal sacken.
Mir geht es - na ja, eigentlich ziemlich schlecht.
Als Mutter fragt man sich logischerweise: Was hat man falsch gemacht, woher kommt das und vor allem: Was kann ich jetzt noch für meinen Sohn tun???
Ich habe schreckliche Angst.
Sorry, ist bißchen lang geworden, aber das Nötigste mußte ja hier rein.
LG Lynn