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Mein Sohn ist von Zuhause ausgezogen, ich finde mich nicht mehr zurecht!

L

lonley62

Gast
Hallo, liebe Forum-Mitglieder,

ich habe ein riesiges Problem mich damit abzufinden das meine Kinder erwachsen werden und das "Nest" verlassen. Ich habe zwei Söhne 24 und 22 und der jüngere ist vor 4 Wochen, Knall auf Fall, mit seiner Freundin, die er erst 4 Wochen vorher kennengelernt hat, zusammengezogen.
Ich weiß natürlich das es völlig normal ist, wenn die Kinder flügge werden, aber das es so schlimm wird für mich und meine Gefühle, das habe ich nicht geglaubt. Ich bin total verzweifelt und mir ist, als wäre mein Herz in Stücke gerissen worden.
Mein Mann kann mich nicht verstehen, er ist eigentlich froh über den Auszug, da es doch, durch die verschiedenen Interessen und Lebensrhythmen, immer wieder zu Spannungen zwischen ihm und unserem Jüngsten kam. Aber ich, ich fühle mich total leer und ausgebrannt, mir kommt mein Leben sinnlos vor, dabei ist mein Großer (er ist total lieb zu mir weil er merkt wie mir zumute ist) doch noch Zuhause. Wie soll das erst werden wenn auch er auszieht? Das wird in ca. 1 Jahr soweit sein, denn dann ist er mit dem Studium fertig und kann sich eine eigene Wohnung leisten.
Es gibt hier sicher viele "Allein-gelassene-Mütter", bitte, wer kann mir einen Rat geben?
Vielen Dank schon einmal im voraus.
lonley62
 
Hallo Lonley62,

ich kann dich sehr gut verstehen. Bin zwar (noch) nicht selbst betroffen, aber es steht mir irgendwann bevor. Ich glaube da trifft es mich dann noch härter als dich da ich alleinerziehend bin und "nur" ein Kind habe.

Ich denke, die entstandene Lücke kann man nicht so schnell füllen. Diese Veränderung zu akzeptieren und nicht mehr so traurig zu sein braucht ein bisschen Zeit. Also sei bitte du selbst ein bisschen geduldig mit dir auch wenn andere kein Verständnis haben. Nur du weißt wie es dir geht und wie du dich fühlst.

Lade doch deinen Sohn und seine Freundin ab und an zum Essen ein. Da freuen sie sich bestimmt und so kannst du auch ein wenig an ihrem Leben teilhaben. Hast du die Beiden denn schon mal besucht in ihrer neuen Wohnung?

Dein Leben sollte dir natürlich nicht gleich sinnlos vorkommen wenn dein Kind auszieht auch wenn dies schmerzhaft ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es gut für dich wäre dir neue sinnvolle Aufgaben in deinem Leben zu suchen. Ich habe vor einem Jahr angefangen ein Fernstudium zu machen und das tut mir sehr gut. Es gibt ja so viele Sachen die man machen kann wenn man die Zeit dazu hat.

Ich wünsch dir viel Glück!

Liebe Grüße
 
hallo lonley,

vor zwei jahren ging es mir ähnlich wie dir, meine tochter zog aus, und das nicht um die ecke, sondern viele, viele kilometer weiter.
plötzlich war ich allein.
zwar hatte ich mich gedanklich darauf eingestellt, aber zwischen theorie und praxis ist immer noch ein unterschied......und es hat eine weile gedauert, bis ich damit zurecht kam.

geholfen hat mir zum beispiel dieses buch:
Wer losläßt, hat die Hände frei: Ein Buch für Frauen, die noch viel vorhaben: Amazon.de: Katrin Wiederkehr: Bücher

es geht da nicht nur um den auszug der kinder, sondern auch darum, wie man sich diese zweite lebenshälfte, oder nun kommende lebenshälfte gestalten kann.

frei von......, frei für........

ich wünsche dir, dass du dieses "frei für" ausfüllen kannst.

liebe grüße
frame
 
Ich fühlte mich eigentlich nicht "allein gelassen", als meine Kinder auszogen, aber ich hatte mich innerlich auch darauf vorbereitet, dass es geschehen würde. Und sie gingen früh aus dem Haus.
Heute habe ich eine ältere Bekannte, die mit ihrem fast 40jährigen Sohn in einer meinem Empfinden nach viel zu engen Symbiose immer noch zusammen lebt.
Sehe ich diese Situation, sehe diesen "jungen" Mann, sehe meine Bekannte und ihr auf ihren Sohn abgestimmtes Leben und sein dadurch ebenfalls bestimmtes, bin ich eher von Herzen dankbar, dass meine Kinder es geschafft haben, sich rechtzeitig und gut abzunabeln und ihren eigenen Weg mit ihren eigenen Familien zu gehen.
Gruß Kay
 
Hallo Marokko, Kay~Na~ und frame,
vielen Dank für Eure Antworten und den Trost, das hilft schon etwas weiter. Es ist ja nicht so, dass ich außer meinen Kindern keine Interessen, Freunde oder Aufgaben hätte, mir war ja auch klar, das der Tag des Auszugs kommen wird, aber das ich in so ein "schwarzes Loch" falle, hätte ich mir nicht träumen lassen.
Ich bin auch auf der Suche nach weiteren Aufgaben und überlege mir was ich noch so machen kann, aber trotz allem fühle ich mich "verlassen".
Mein Sohn kommt schon öfter zu Besuch und wir telefonieren auch öfter, wobei ich mich schon zurückhalte weil ich nicht lästig sein will, habe ich doch mit meiner Mutter und meiner Schwiegermutter wirklich harte Zeiten erlebt, weil sie sich in alles eingemischt haben und ständig was wollten von mir. Es ist ja auch nicht so, das die innere Verbindung zwischen Mutter und Kind nicht mehr da ist, ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll - ich fühle mich einfach grenzenlos einsam und verlassen und das eigentlich ohne Grund! Denn mein Kind ist ja noch da, wenn auch nicht mehr Zuhause. Vor allen Dingen ist es ja nicht so gewesen, dass er ständig um mich herum war, nein gar nicht, meistens kam er nur aus seinem Zimmer zum Essen und mal ein paar Sätze am Abend, sonst war er mit seiner Musik, seiner Freundin, seinen Freunden und der Arbeit beschäftigt. Also, ihr seht, ich bin einfach völlig durch den Wind und das ohne jeden Grund! Denn es ist das normalste von der Welt wenn ein Kind erwachsen wird, das es sein eigenes Leben lebt und nicht bei Muttern bleibt, denn das finde ich auch nicht gut! Nur das ich mit diesem Gefühlschaos nicht zurechtkomme das macht mir so zu schaffen.
Aber es tut wirklich gut, zu wissen, das da jemand ist mit dem man sich austauschen kann, mein Mann versteht mich überhaupt nicht!
Vielen Dank und auch für den Buchtipp, ich werde es lesen.
lonley62
 
Mein Sohn ist im Mai ausgezogen, er ist 23, mein jüngerer Sohn 16 ist noch zu Hause, aber auch kaum da sozusagen. Ich bin auch sehr traurig, wehmütig, weine oft, dabei sollte man sich doch freuen, dass die Kids es geschafft haben auf eigenen Füssen zu stehen. Aber mein Herz ist auch in 1000 Stücke zerbrochen, ich hätte mir nie gedacht, dass das so weh tut. Ich bemühe mich, mich abzulenken, aber immer wieder sehe ich mir die Kinderalben an von "damals", was ja Quatsch ist - vorbéi ist vorbei - aber ich kann oft nicht anders. Oft rufe ich ihn an nur um seine Stimme zu hören, das ist total blöde, aber ich brauch das im Moment noch. Ich bin froh, dass ich einen Fulltime-Job habe, wäre ich "nur" Hausfrau ich glaube ich würde überschnappen. Bist Du berufstätig? Wenn nicht, dann such Dir unbedingt einen Job, das lenkt doch ein wenig ab. Wir müssen uns in Zukunft darauf einstellen, dass wir ein Leben ohne unsere Kinder führen werden. Sie kommen zwar zu Besuch, aber sie leben ihr eigenes Leben, haben wir ja auch gemacht, es tut weh, aber ich denke es wird vorbei gehen. Den Männern macht das kaum was aus, ich denke sogar die sind froh darüber. Mein Mann geniesst diese Ruhe und kränkt sich gar nicht, der belächelt mich immer. Na ja hoffe unser Herz wird bald wieder ganz sein, und wenn dann die ersten Enkerl kommen, dann haben wir wieder was zum knuddeln. Alles Gute und viel Kraft!! Silvia

Hallo, liebe Forum-Mitglieder,

ich habe ein riesiges Problem mich damit abzufinden das meine Kinder erwachsen werden und das "Nest" verlassen. Ich habe zwei Söhne 24 und 22 und der jüngere ist vor 4 Wochen, Knall auf Fall, mit seiner Freundin, die er erst 4 Wochen vorher kennengelernt hat, zusammengezogen.
Ich weiß natürlich das es völlig normal ist, wenn die Kinder flügge werden, aber das es so schlimm wird für mich und meine Gefühle, das habe ich nicht geglaubt. Ich bin total verzweifelt und mir ist, als wäre mein Herz in Stücke gerissen worden.
Mein Mann kann mich nicht verstehen, er ist eigentlich froh über den Auszug, da es doch, durch die verschiedenen Interessen und Lebensrhythmen, immer wieder zu Spannungen zwischen ihm und unserem Jüngsten kam. Aber ich, ich fühle mich total leer und ausgebrannt, mir kommt mein Leben sinnlos vor, dabei ist mein Großer (er ist total lieb zu mir weil er merkt wie mir zumute ist) doch noch Zuhause. Wie soll das erst werden wenn auch er auszieht? Das wird in ca. 1 Jahr soweit sein, denn dann ist er mit dem Studium fertig und kann sich eine eigene Wohnung leisten.
Es gibt hier sicher viele "Allein-gelassene-Mütter", bitte, wer kann mir einen Rat geben?
Vielen Dank schon einmal im voraus.
lonley62
 
Hallo Silvia,

Du sprichst mir aus der Seele, die Ablenkung hilft und auch der Beruf, ja, ich glaube wenn ich den nicht hätte würde ich wahnsinnig werden. Ich habe ja auch feste Abendtermine, Sport, Stammtisch, Tanzen etc. es ist ja nicht so, das ich Abend für Abend Zuhause sitze und der Vergangenheit nachhänge, aber man die Kids halt unheimlich lieb und schließlich war man ja auch mal der Mittelpunkt (kurz nach der Geburt) für sie, das sie sich dann jeden Tag an dem sie älter werden auch immer ein Stück entfernen hat man ja auch erlebt. Aber der endgültige Abschied ist halt doch noch was anderes.
Auch Dir wünsche ich, das die Leidenszeit bald vorbei ist! Liebe Grüße und Kopf hoch!
lonley62
 
Hallo Ratte,
erst einmal vielen Dank für Deine Antwort. Ich kann also hoffen, die erste Traurigkeit irgendwann zu überwinden. Ja, Du hast Recht, ich bin ja auch von Zuhause ausgezogen, warum also sollen das meine Kinder nicht auch tun. Das ist ja normal.
Vielen Dank für den Link, das habe ich auch gelesen, fazit, man muss da durch und sich neue Ziele setzen.
Hast Du Dir nach dem Auszug Deiner Kinder neue Ziele setzen können?
Mein größtes Ziel war, als ich jung war, eine Familie zu haben, die hatte ich bis jetzt, die Kinder werden nun flügge - und nun?
Zum Glück bin ich in der Freizeit immer schon sehr aktiv gewesen, d.h. es sind immer Leute um mich herum, aber die innere Einsamkeit die bleibt einfach.
Nun, das wird sich wohl so schnell nicht mehr ändern.
LG
lonley62
 
Hallo,
ich kann dich so gut verstehen. Meine beiden sind zwar erst 9 und fast 7 Jahre alt, aber ich kann den Gedanken, das sie so schnell groß werden, nicht ertragen. Wenn ich nur daran denke, das sie schon bald in Diskos gehen, dreht sich mir der Magen um.
Dabei konnte ich meine Mutter damals kaum verstehen, das sie immer solche Sorgen hatte.
Ich denke immer,,, noch habe ich den Überblick, kann sie beschützen, habe noch alles unter Kontrolle. Ich weiß, das sie ab 8 Uhr brav in ihren Bettchen liegen. Es kann ihnen nicht geschehen. Ich weiß Bescheid, ich bin bei meinen Kindern,ich habe die Kontrolle.
Ich bin mir bewusst das es nicht gesund ist so zu denken.
Ich liebe es auch allein zu sein. Ich leibe es sogar sehr aber ich will meine Kinder in bester Obhut wissen. Leider kann ich nicht genau meine Gefühle beschreibne. Aber eines weiss ich ganz genau...
Meine Kinder liebe ich sooo sehr, trotz der ganzen Streitigkeiten. Es gehört doch dazu.
Ach, ich weiß auch nicht.
Jedenfalls kann ich dich so gut verstehen. Ich darf gar nicht daran denken, wenn die Zwerge nicht mehr bei mir sind.
Bis bald,
Iris
 
hmmm...ob es mir wohl auch mal so geht?
meine töchter sind 13, 11 und 6 jahre alt...und ich freu mich heut schon auf die zeit, wo sie mich mal nicht mehr so brauchen.
klar, manchmal denk ich mir "gut, dass wir noch die kleine haben...sonst wär´s jetzt schon fast vorbei mit barbiespielen, schaukeln im garten, planschen im planschbecken etc..."
ausserdem überleg ich mir manchmal wie es wäre jetzt noch eins...bald ist es ja zu spät...aber so sehr ich diese totale nähe der ersten jahre auch geliebt habe und vermisse (hab schon wochenlang vorher geheult als meine kleine mit drei in den kiga kam) ich wollte es ernstahft nicht nochmal.
wie gesagt...ich genieße das älterwerden und unabhängiger werden der drei. und ich kann mir jetzt (noch) nicht vorstellen, dass ich so aus der bahn geworfen werde, wenn sie mal ausziehen. ich denke dass ich dann froh bin zeit und muße für meine interessen zu haben, froh, nicht mehr immer springen, alles machen, mein leben nach ihnen ausrichten zu müssen, dass ich mich dann total auf ihre besuche freu...natürlich.
ich liebe meine kinder. aber manchmal ist mir der trubel einfach zu viel und ich bin froh wenn´s ruhiger wird. ich brauch auch viel zeit für mich allein.
 

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