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mein Papa

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E

elma7

Gast
Hallo!!

Mein Papa ist der beste Mensch,den ich mir vorstellen kann. Er ist schlimm krank, hat MS und es tut mir so weh, ihn leiden und immer mehr verfallen zu sehen. Er sitzt zu hause, kann kaum noch laufen, die Arme kaum bewegen, sich schwer konzentrieren und hat außer Fernseher und PC nicht wirklich was, womit er sich beschäftigen kann.
Ich wollts einfach nur mal sagen:
Das Leben ist soooo ungerecht. Und sch***!!!!! Immer trifft´s die Falschen.
Bin traurig.
Weiß nicht, ob dies das letzte Weihnachten ist, an dem er mit uns und seinen Enkeln zusammensitzen kann.
Er tut mir so leid! Und ich kann kaum was für ihn tun...

Lg s
 

Hallo elma7,

schau mal hier: mein Papa. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo Elma,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Auch ich durchlebe gerade eine sehr bescheidene Zeit.

Mein Papa ist im letzten Jahr schwer an Krebs erkrankt. Man hat ihm die Lunge zur Hälfte entfernt. Nach diesem Eingriff wäre er fast gestorben, weil er eine Lungenentzündung bekam. Aber es ist alles gut gelaufen und er hat sich wieder aufgerappelt. Laut Vorsorge-Ergebnissen war er bisher auch immer okay.

Tja, vor ca. zwei Monaten fing es wieder an, dass er ganz tüchtig abgebaut hat. Mein Vater ist normal gebaut. Er hat in den letzten Wochen ohne Grund 20 Kilo abgenommen. Er muss sich ständig übergeben und hat höllische Schmerzen, für die noch keine Ursache gefunden wurde. Zur Zeit nimmt er sehr heftige Schmerztabletten, die leider nicht helfen.

Die Ärzte haben letzte Woche einen Schatten auf dem Zwerchfell entdeckt und man vermutet, dass der Krebs ebenfalls die Knochen angegriffen haben könnte. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Ich liebe meinen Vater und es zerreißt mir das Herz, ihm dabei zuschauen zu müssen, wie er langsam immer "kleiner" wird und seine Kraft verliert. Täglich beschäftige ich mich mit seinem Tod und hasse mich dafür. Richtig Angst bekam ich gestern. Als ich ihn sah, bemerkte ich, dass er im Gesicht diese typischen Skelettzüge hatte und seine Augen ... die blickten so starr! Sie wirkten krank und das machte den Menschen, den ich kenne, zu jemandem, den ich plötzlich gar nicht mehr kenne.

Weißt Du, Elma, ich versuche immer wieder eine Erklärung für all das zu finden. Ich glaub an das Schicksal und auch daran, dass jeder unserer Wege vorbestimmt ist und wir unsere Aufgaben im Leben erfüllen müssen, bevor wir gehen können. Aber wenn ein geliebter Mensch gehen muss, zerreißt es einem innerlich das Herz, weil er einfach nicht mehr in unserer Nähe ist.

Schlimm ist es, dass meine Mutter auch so sehr leidet. Aber sie ist so stark. Bewundere sie so sehr. Es ist wirklich nicht einfach. Es ist ja nicht so, dass er leidet und Schmerzen hat, sondern sie ist immer für ihn da. Sie kümmert sich um ihn und erfüllt ihm jeden Wunsch. Sie hört ihm zu, versucht, seine Schmerzen erträglich zu machen und sorgt sich. Ich ziehe vor ihr den Hut.

Wie alt ist Dein Vater? Wann fing die Krankheit bei ihm an? Wie alt bist Du? Was ist mit Deiner Mutter? Blockt Dein Vater auch Gespäche ab, die von Gefühlen und seiner Krankheit handeln? Hat er auch Tage, an denen er am liebsten niemanden sehen würde? Würd mich freuen, wenn Du ein wenig von Euch erzählst.

Daniela
 
Hallo elma,

es tut mir sehr Leid.
Ich kann mit Dir mitfühlen. Mein Papa, ich nenn ihn immer noch so, obwohl ich schon 44 Jahre alt bin, ist vor 4 Jahren gestorben. Ich weine heute immer noch. Ich habe ihn auch sehr geliebt und es vergeht kein Tag an dem ich nicht an ihn denke.

Nimm Deinen Papa oft in die Arme und sag ihm das Du ihn lieb hast. Ich glaube das tut ihm gut.

Ich hatte leider diese Möglichkeit nicht.

Viel Kraft wünscht Dir

Suse
 
Hallo Elma,

ich beobachte dieses Thema hier und mir ist aufgefallen, dass es leider kaum Resonanz drauf gab.

Wie geht es Dir zurzeit? Vor allem, wie geht es Deinem Papa? Ist alles in Ordnung? Du hast geschrieben, dass Du Dir Sorgen machst, ob es sein letztes Weihnachten sein könnte ...

Ich würde mich riesig freuen, wenn Du mal von Dir hören lässt. Es hilft auch schon ungemein, hier einfach mal über ihn zu erzählen. Freu mich auf baldige Antwort von Dir.

Daniela
 
Hallo Elma,

auch ich kann Dich sehr gut verstehen, mein Papa ist an Parkinson gestorben.

Er war insgesamt 8 Jahre gelähmt, seine Parkinson war der steife Typ, d.h. auch er konnte immer weniger bewegen, nicht mehr reden. Zum Schluss war sogar die Speiseröhre gelähmt und er musste per Pumpe ernährt werden.

Damals war ich selbstständig, habe 4 Kinder, der Kleinste war knapp 11/2 jahre alt und bin trotzdem mindestens 3x die Woche bei ihm gewesen.

Alle Enkelkinder sind jedesmal mitgekommen, mein grosser Sohn ist täglich noch alleine zu ihm gegangen und wir haben ihn immer in den Arm genommen.

Trotzdem fehlt er mir bis heute-ich weiss, dass er unser Schutzengel ist.

Zeig ihm einfach, dass du ihn sehr lieb hast.

Viel Kraft wünsche ich dir dafür.
 
ihr lieben, danke erstmal für die Antworten. Es tut gut zu hören, das es anderen ähnlich geht.

@Daniela75:An irgendwas muß man wohl glauben, ob man das nun Schicksal oder Gott nennt.....Es gibt ja keine logische Erklärung.

Mein Papa ist 61 und hat diese *** Krankheit schon seit 19 Jahren,und dafür hat er´s, so gesehen, noch gut. Aber er ist immer noch nicht in der Lage, es für sich anzunehmen, er kämpft jede Minute dagegen und wehrt sich auch gegen jede Hilfe.

Ich muß meinen Hut vor meiner Mama ziehen, die diesen Krampf täglich mitmacht, obwohl er öfters sehr fies und ungerecht zu ihr ist.

Aber ich kann auch ihn verstehen... Wenn jeder noch so kleine Weg ewig dauert, man sich nicht mehr alleine duschen kann.... dieser langsame Verfall eben, immer hilfloser werden... Ich denke mit immer, ich könnte NIE so leben.

Kenne von Berufs wegen andere MS Kranke und deren langsames Dahinsiechen. Ich wünschte, wenigstens das bleibt ihm erspart.

Aber wie gesagt, es tut super gut von anderen zu hören, denen es ähnlich geht.
Also, ich freue mich über jeden Tag, an dem nichts schreckliches passiert und über jeden Meter, den er Dank seiner Willenskraft, noch kriechen kann.

Vielen Dank, ihr!

Lg s
 
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