Durch die Arbeitslosigkeit hat sich natürlich vieles verändert, ganz besonders das Finanzielle. Das wird sich ja jeder denken können. Mich depremiert diese Eintönigkeit im Leben. Es passiert nichts spannendes, es gibt keine besonderen Erlebnisse oder Momente, wo ich mich mal richtig gut fühle. Die beste Freundin habe ich aus meinem Leben gestrichen, weil ich sie nicht weiter anlügen wollte, das ich keine Arbeit habe. Bin auch nicht traurig drum, weil unsere Interessen schon sehr auseinander gegangen sind usw. Schlechte Erfahrungen mit Menschen, Enttäuschungen ect. tragen zum Unwohl,- und depressiv sein dazu.
Hallo, Gast,
Wenn es im Leben bergab geht, wenn sich berufliche oder private Niederlagen und Schicksalsschläge ergeben, dann muß man da durch. Solche negativen Ereignisse sind gewiss kein Grund für Fröhlichkeit. Hat man jahrelang und gerne gearbeitet, fühlte sich am richtigen Platz und hatte genügend Geld, um sich die kleinen Annehmlichkeiten des Lebens leisten zu können, dann ist Arbeitslosigkeit ein dunkles Loch, in welches man hineingefallen ist. Dadurch stellen sich auch depressive Gedanken ein. Das ist normal.
In dem Vorhandensein von depressiven Gedanken sehe ich alleine noch keinen Grund für irgendwelche Therapien. Ich denke, dass es vor allem wichtig ist, über die Werte nachzudenken, die Du vertrittst. Daher auch meine vorherigen Fragen. Auf Grund Deiner Antworten vermute ich einen Überhang von materiellen Werten. Es ist vor allem das Geld, was Dir fehlt. So jedenfalls wirken Deine Beiträge auf mich.
Aus meiner Sicht beeinflussen materielle Werte zu stark Deine seelische Verfassung. Anders ausgedrückt, Du scheinst immaterielle Werte über viele Jahre vernachlässigt zu haben. Denk doch mal bitte nach, was Dir Dankbarkeit, Fürsorge, Offenheit und Nächstenliebe bedeuten und wie Du diese Werte lebst.
Es gibt Eltern, die zu wenig Zeit für ihre Kinder haben und dies mit materiellen Geschenken (vom Fernseher bis zu PC-Spielen) versuchen auszugleichen. „Zeit für einander“ ist ein immaterieller Wert, den man durch materielle Werte nicht ausgleichen kann.
Mein Vorschlag: Suche Dir Menschen, die Deine Zuwendung als Bereicherung empfinden – und erkenne den Wert, der Dir zufliesst, wenn Du Dich mit warmherzigen und fürsorglichen Menschen umgibst. Liebe Deinen Nächsten und erfahre, wie Deine Selbstliebe steigt.
Es gibt Menschen, die völlig mittellos sind aber zufrieden, wenn nicht gar glücklich. Komme diesen Menschen auf die Spur. Tue etwas für Dich – jetzt und heute. Vernachlässige Deine Seele nicht länger. Das Negative ist die Arbeitslosigkeit. Das Positive ist Deine Zeit, Dich um Dein Herz und Deine Seele zu kümmern. Diese Zeit hast Du jetzt viel mehr als früher und eine Ablenkung durch materielle Dinge ist nicht gegeben. Das ist das Gute an dieser Phase. Tust Du etwas für Dein Herz und für Deine Seele, werden Seele und Herz reicht. Kümmerst Du Dich vorwiegend um materielle Dinge, wird höchstens Dein Portemonnaie dick. Bring Dich ein - und krabbel so aus Deinem Loch.
Dein Leben ist
nicht vorbei. Möglicherweise stehst Du vor dem Beginn eines neuen Lebens, welches zufriedenstellender, evt. sogar glücklicher ist, als das vorherige. Du hast es in der Hand. Nur Mut !
Alles Gute, Nordrheiner