G
Gast
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Hallo liebe unbekannte Menschen,
ich schreibe hier, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß und niemanden habe, mit dem ich darüber reden kann.
Ich bin weiblich, 24 Jahre alt und habe das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken. Seitdem ich mit 19 Jahren mein Abitur gemacht habe, ging es irgendwie stetig bergab. Ich wusste damals nicht, was ich nach der Schule machen soll und irgendwie war ich auch viel zu unreif, um die Tragweite dieser Entscheidung zu erkennen. Ich kümmerte mich erst einmal nicht darum, machte Urlaub mit meinen Freunden und jobbte ein wenig, da meine Eltern nicht wollten, dass ich untätig zu Hause sitze. Da ich im Wintersemester zu studieren beginnen sollte, musste ich mich dann irgendwann wohl oder übel mit der Thematik beschäftigen. Ich bewarb mich für verschieden Studiengänge, die sich für mich irgendwie interessant anhörten, und entschied mich dann das erste mal für das Falsche.
Ich hatte damals einen Freund, der für sich entschied, ca. 100km weit entfernt zu studieren und da ich mir nicht vorstellen konnte, ohne ihn zu sein oder eine Fernbeziehung zu führen, suchte ich mir einen Studiengang an der gleichen Uni aus. Bereits nach ein paar Wochen wusste ich, dass es die falsche Entscheidung war, ich ging nur noch selten zur Uni, verbrachte die meiste zeit allein in meinem WG-Zimmer, da ich so auch keine Leute kennenlernte, und fuhr jedes Wochenende in meine Heimatstadt. Nach diesem Semester zog ich wieder zurück zu meinen Eltern und wusste immer noch nicht, wohin mit mir.
Meine Eltern drängten mich, mich für das kommende Semester für etwas anderes zu bewerben, da sie nicht wollten, dass ich Zeit verschwende und nichts tue. Da ich immer noch nicht wusste, was das Richtige für mich sein sollte, hörte ich auf meinen Vater, der mir riet, etwas Naturwissenschaftliches zu studieren, da ich zu Schulzeiten sehr gut in Mathe und Physik war. Mein Vater ist selbst Ingenieur und hätte mich schon immer gerne in dieser Richtung gesehen, schon als ich ein kleines Mädchen war, hätte er, denke ich, lieber einen technikbegeisterten kleinen jungen gehabt. In meiner Verzweiflung bewarb ich mich dann für ein Maschinenbaustudium in meiner Heimatstadt und hoffte, endlich etwas für mich gefunden zu haben und meinen Vater wenigstens einmal in meinem leben stolz machen zu können.
Ich fühlte mich wohler im neuen Studium, war in meiner Heimatstadt, in der ich viele Leute kannte, und wohnte bei meinen Eltern. Das erste Semester vergeigte ich gründlich, da ich die falschen Leute imStudium kennen lernte und auch nicht wirklich wusste, wie man sich im Studium auf die Prüfungen vorbereitet. Im zweiten Semester war ich damit beschäftigt, vieles nachzuholen und wurde langsam besser. Im dritten Semester kamen die ersten guten Noten, ich fühlte mich besser und hoffte, endlich meinen Platz gefunden zu haben. Im darauf folgenden Semester trat ich einer Studentengruppe bei, die im Rahmen eines internationalen Wettbewerbes Rennautos baut. Ab da ging es bergab. Ich machte sehr viele negative Erfahrungen innerhalb dieser Gruppe, da ich sehr schüchtern bin und mich zu Beginn wenig einbrachte, während andere selbst den größten Blödsinn selbstbewusst heuausposaunten. Ich habe schmerzhaft erfahren, dass diese Gruppe eine Schlangengrube ist - jeder lästert über jeden, es wird ständig schlecht geredet, Leute werden verarscht und aus der Gruppe gemobbt... Wer nicht das größte Lästermaul ist, geht unter. Schnell habe ich gemerkt, dass auch über mich schlecht geredet wurde und einige Leute verbreiten, dass ich dumm und unfähig sei. Das hat mich tief getroffen. Ich habe versucht, durchzuhalten, da ich nicht gleich aufgeben wollte, aber nach 1,5 Jahren wurde es mir einfach zu viel und ich trat aus. Zwischenzeitlich habe ich im fünfmonatigem Pflichtpraktikum, das ich bei einem internationalen Zulieferer absolvierte, weitere negative Erfahrungen gesammelt. Es find bereits damit an, dass ich auf eigene Faust keine Stelle bekam und mir schließlich von meinem Vater, der viele Kontakte hat, eine Stelle besorgen lassen musste. Während dieser 5 Monate war ich in der Firma völlig überflüssig, bekam so gut wie nie Aufgaben, durfte nirgendwo mit hin gehen, nirgendwo dabei sein, während mein männlicher Mitpraktikant das alles durfte und viel gelernt hat. Ich saß die meiste Zeit nur rum.
Bereits zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich, ob ich das Richtige studiere. Wenn offensichtlich so viele Leute der Meinung sind, dass ich zu dumm und unfähig für den Beruf als Ingenieur bin, sollte ich mir Gedanken machen. Ich war todunglücklich im Praktikum und unendlich erleichtert, als es endlich vorbei war. Zurück an der Uni wurden meine Noten immer besser, aber ich wurde immer unglücklicher. Da ich während den ersten Semestern die falschen Freunde hatte und auch in der Studentengruppe keine Freunde gefunden hatte, stand ich relativ alleine da. Außer ein paar Leute, mit denen man ab und zu mal quatscht, hatte ich niemanden. Auch mein alter Freundeskreis aus der Schule hat sich aufgelöst, weswegen ich immer einsamer wurde. Irgendwie schaffte ich es nicht, Leute kennen zu lernen. In meinem Studiengang fühlte ich mich zunehmend fremd, die meisten Männer sind lieber unter sich und die wenigen Frauen haben bereist einen Freundeskreis.
Bis zum letzten Semester machte ich immer wieder die Erfahrung, dass mir nichts zugetraut wird. Professoren machen Frauenwitze, männliche Kommilitone nehmen mich nicht ernst. Bereits im ersten Semester haben meine falschen Freunde, allesamt männlich, durchblicken lassen, dass sie mich für zu dumm halten. Dann die Zeit in der Studentengruppe und mein Praktikum. Für meine Bachelorarbeit habe ich mich 14 mal bei Unternehmen beworben, keines wollte mich auch nur zu einem Bewerbungsgespräch einladen. Meine Noten sind nicht berauschend, da ich die ersten beiden Semester nicht besonders gut war. Ich habe in den darauf folgenden Semestern zwar viele gute Noten geschrieben, aber gerade im letzten Semester ein paar Prüfungen verhauen, weshalb ich jetzt nicht besser als durchschnittlich bin. Meine Bachelorarbeit schreibe ich jetzt an der Uni.
Ich fühle mich so schrecklich fehl am Platz in diesem Studium. Mittlerweile halte ich mich selbst für zu dumm und glaube, dass ich sowieso niemals einen Job finden würde. Es graust mir davor, in einem technischen Bereich arbeiten zu müssen und immer die Dumme zu sein, der niemand etwas zutraut. Und ich habe Angst, im Job festzustellen, dass ich tatsächlich nichts kann und mich nur durchs Studium gemogelt habe. Auch die Leute in meinem Studium passen irgendwie nicht zu mir, zumindest kommt es mir so vor. Ich habe das Gefühl, ganz anders zu sein und nicht dazu zu passen, nicht ich selbst sein zu können. Ich fühle mich vollkommen alleine.
Jetzt habe ich nur noch die Bachelorarbeit vor mir und muss mich entscheiden, was ich als nächstes machen möchte. Und ich weiß es einfach nicht. Ich möchte auf keinen Fall einen Job anfangen, sondern weiter studieren und einen Master machen. Aber ich möchte auch irgendwie raus aus diesem technischen Bereich, ich halte es da nicht mehr aus. Mein Selbstwertgefühl ist nach diesem Studium am Boden, ich bin todunglücklich und traue mir selbst nichts mehr zu.
Ich habe das Gefühl, mich in den letzten 5 Jahren seit meinem Abitur keinen Schritt weiter entwickelt zu haben. Ich fühle mich immer noch wie frisch aus der Schule und völlig überfordert mit allem. Andere studieren, waren im Ausland, haben Freunde. Und ich? Ich habe alles falsch gemacht. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, nach dem Abitur ein Jahr ins Ausland zu gehen, um herauszufinden, was ich will. Aber ich hätte mich das nie getraut und wollte außerdem meinen damaligen Freund nicht verlieren.
Ich hätte meine Studienzeit mehr nutzen sollen, ein Auslandssemester machen sollen, als Werkstudentin arbeiten sollen. Jetzt bin ich 24 Jahre alt und habe nichts vorzuweisen, all die Jahre, die seit dem Abitur vergangen sind, habe ich irgendwie abgesessen, ohne sie zu nutzen, ohne etwas daraus zu machen, habe einfach vor mich hingelebt, unglücklich. Und gedacht, dass das schon irgendwie wird.
Fehlanzeige. Nichts wird einfach so. Ich glaube, dass ich mittlerweile unter Depressionen leide - im Moment habe ich Semesterferien und komme teilweise nicht einmal aus dem Bett. Ich verbringe dann den ganzen Tag darin, sehe mir Filme an und versuche verzweifelt, nicht über meine Situation nachzudenken. Ich habe all meine Interessen verloren, habe keine Hobbys mehr, ziehe mir nur noch Filme rein und gehe nicht vor die Tür. Realitätsflucht. Ich kann nicht mehr, ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Ich habe eine liebe Familie und einen lieben Freund, der 300km von hier studiert und immer für mich da ist, aber auch er kann mir nicht weiter helfen. Ich war mal so ein lebensfroher, sportlicher, aktiver Mensch mit tausend Hobbys, Freunden, immer unterwegs. Davon ist nichts mehr übrig, ich erkenne mich selbst nicht mehr wieder. Ich würde so gern leben, weg von hier, raus, etwas erleben, etwas sehen von der Welt, mein eigenes Ding machen. Endlich eine Persönlichkeit entwickeln.
Ich bin 24 Jahre alt und fühle mich irgendwie wie ein Kind. Klein, unsicher, ängstlich. Als könnte ich nicht bestehen in dieser Welt. Seit ich 16 Jahre alt war, hatte ich fast immer eine Beziehung, war nie einfach nur ich. Ich habe das Gefühl, dass ich nie eine Persönlichkeit entwickelt habe, nie herausgefunden habe, wer ich bin und was ich will. das war schon zu Schulzeiten so - um akzeptiert zu werden, musste ich so werden, wie alle anderen, habe mich verbogen und mich selbst verloren. Ich weiß weder wer ich bin, noch was ich will, noch wie ich leben oder sein will. Und ich weiß nicht, wie ich das herausfinden soll.
Ich muss mich bald entscheiden, da mein Bachelorstudium zu Ende geht. Ich muss weiter machen, irgendetwas machen. Aber was, wo soll ich hin?
Entschuldigung für den langen Text und danke an jeden, der es bis hier hin geschafft hat.
ich schreibe hier, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß und niemanden habe, mit dem ich darüber reden kann.
Ich bin weiblich, 24 Jahre alt und habe das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken. Seitdem ich mit 19 Jahren mein Abitur gemacht habe, ging es irgendwie stetig bergab. Ich wusste damals nicht, was ich nach der Schule machen soll und irgendwie war ich auch viel zu unreif, um die Tragweite dieser Entscheidung zu erkennen. Ich kümmerte mich erst einmal nicht darum, machte Urlaub mit meinen Freunden und jobbte ein wenig, da meine Eltern nicht wollten, dass ich untätig zu Hause sitze. Da ich im Wintersemester zu studieren beginnen sollte, musste ich mich dann irgendwann wohl oder übel mit der Thematik beschäftigen. Ich bewarb mich für verschieden Studiengänge, die sich für mich irgendwie interessant anhörten, und entschied mich dann das erste mal für das Falsche.
Ich hatte damals einen Freund, der für sich entschied, ca. 100km weit entfernt zu studieren und da ich mir nicht vorstellen konnte, ohne ihn zu sein oder eine Fernbeziehung zu führen, suchte ich mir einen Studiengang an der gleichen Uni aus. Bereits nach ein paar Wochen wusste ich, dass es die falsche Entscheidung war, ich ging nur noch selten zur Uni, verbrachte die meiste zeit allein in meinem WG-Zimmer, da ich so auch keine Leute kennenlernte, und fuhr jedes Wochenende in meine Heimatstadt. Nach diesem Semester zog ich wieder zurück zu meinen Eltern und wusste immer noch nicht, wohin mit mir.
Meine Eltern drängten mich, mich für das kommende Semester für etwas anderes zu bewerben, da sie nicht wollten, dass ich Zeit verschwende und nichts tue. Da ich immer noch nicht wusste, was das Richtige für mich sein sollte, hörte ich auf meinen Vater, der mir riet, etwas Naturwissenschaftliches zu studieren, da ich zu Schulzeiten sehr gut in Mathe und Physik war. Mein Vater ist selbst Ingenieur und hätte mich schon immer gerne in dieser Richtung gesehen, schon als ich ein kleines Mädchen war, hätte er, denke ich, lieber einen technikbegeisterten kleinen jungen gehabt. In meiner Verzweiflung bewarb ich mich dann für ein Maschinenbaustudium in meiner Heimatstadt und hoffte, endlich etwas für mich gefunden zu haben und meinen Vater wenigstens einmal in meinem leben stolz machen zu können.
Ich fühlte mich wohler im neuen Studium, war in meiner Heimatstadt, in der ich viele Leute kannte, und wohnte bei meinen Eltern. Das erste Semester vergeigte ich gründlich, da ich die falschen Leute imStudium kennen lernte und auch nicht wirklich wusste, wie man sich im Studium auf die Prüfungen vorbereitet. Im zweiten Semester war ich damit beschäftigt, vieles nachzuholen und wurde langsam besser. Im dritten Semester kamen die ersten guten Noten, ich fühlte mich besser und hoffte, endlich meinen Platz gefunden zu haben. Im darauf folgenden Semester trat ich einer Studentengruppe bei, die im Rahmen eines internationalen Wettbewerbes Rennautos baut. Ab da ging es bergab. Ich machte sehr viele negative Erfahrungen innerhalb dieser Gruppe, da ich sehr schüchtern bin und mich zu Beginn wenig einbrachte, während andere selbst den größten Blödsinn selbstbewusst heuausposaunten. Ich habe schmerzhaft erfahren, dass diese Gruppe eine Schlangengrube ist - jeder lästert über jeden, es wird ständig schlecht geredet, Leute werden verarscht und aus der Gruppe gemobbt... Wer nicht das größte Lästermaul ist, geht unter. Schnell habe ich gemerkt, dass auch über mich schlecht geredet wurde und einige Leute verbreiten, dass ich dumm und unfähig sei. Das hat mich tief getroffen. Ich habe versucht, durchzuhalten, da ich nicht gleich aufgeben wollte, aber nach 1,5 Jahren wurde es mir einfach zu viel und ich trat aus. Zwischenzeitlich habe ich im fünfmonatigem Pflichtpraktikum, das ich bei einem internationalen Zulieferer absolvierte, weitere negative Erfahrungen gesammelt. Es find bereits damit an, dass ich auf eigene Faust keine Stelle bekam und mir schließlich von meinem Vater, der viele Kontakte hat, eine Stelle besorgen lassen musste. Während dieser 5 Monate war ich in der Firma völlig überflüssig, bekam so gut wie nie Aufgaben, durfte nirgendwo mit hin gehen, nirgendwo dabei sein, während mein männlicher Mitpraktikant das alles durfte und viel gelernt hat. Ich saß die meiste Zeit nur rum.
Bereits zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich, ob ich das Richtige studiere. Wenn offensichtlich so viele Leute der Meinung sind, dass ich zu dumm und unfähig für den Beruf als Ingenieur bin, sollte ich mir Gedanken machen. Ich war todunglücklich im Praktikum und unendlich erleichtert, als es endlich vorbei war. Zurück an der Uni wurden meine Noten immer besser, aber ich wurde immer unglücklicher. Da ich während den ersten Semestern die falschen Freunde hatte und auch in der Studentengruppe keine Freunde gefunden hatte, stand ich relativ alleine da. Außer ein paar Leute, mit denen man ab und zu mal quatscht, hatte ich niemanden. Auch mein alter Freundeskreis aus der Schule hat sich aufgelöst, weswegen ich immer einsamer wurde. Irgendwie schaffte ich es nicht, Leute kennen zu lernen. In meinem Studiengang fühlte ich mich zunehmend fremd, die meisten Männer sind lieber unter sich und die wenigen Frauen haben bereist einen Freundeskreis.
Bis zum letzten Semester machte ich immer wieder die Erfahrung, dass mir nichts zugetraut wird. Professoren machen Frauenwitze, männliche Kommilitone nehmen mich nicht ernst. Bereits im ersten Semester haben meine falschen Freunde, allesamt männlich, durchblicken lassen, dass sie mich für zu dumm halten. Dann die Zeit in der Studentengruppe und mein Praktikum. Für meine Bachelorarbeit habe ich mich 14 mal bei Unternehmen beworben, keines wollte mich auch nur zu einem Bewerbungsgespräch einladen. Meine Noten sind nicht berauschend, da ich die ersten beiden Semester nicht besonders gut war. Ich habe in den darauf folgenden Semestern zwar viele gute Noten geschrieben, aber gerade im letzten Semester ein paar Prüfungen verhauen, weshalb ich jetzt nicht besser als durchschnittlich bin. Meine Bachelorarbeit schreibe ich jetzt an der Uni.
Ich fühle mich so schrecklich fehl am Platz in diesem Studium. Mittlerweile halte ich mich selbst für zu dumm und glaube, dass ich sowieso niemals einen Job finden würde. Es graust mir davor, in einem technischen Bereich arbeiten zu müssen und immer die Dumme zu sein, der niemand etwas zutraut. Und ich habe Angst, im Job festzustellen, dass ich tatsächlich nichts kann und mich nur durchs Studium gemogelt habe. Auch die Leute in meinem Studium passen irgendwie nicht zu mir, zumindest kommt es mir so vor. Ich habe das Gefühl, ganz anders zu sein und nicht dazu zu passen, nicht ich selbst sein zu können. Ich fühle mich vollkommen alleine.
Jetzt habe ich nur noch die Bachelorarbeit vor mir und muss mich entscheiden, was ich als nächstes machen möchte. Und ich weiß es einfach nicht. Ich möchte auf keinen Fall einen Job anfangen, sondern weiter studieren und einen Master machen. Aber ich möchte auch irgendwie raus aus diesem technischen Bereich, ich halte es da nicht mehr aus. Mein Selbstwertgefühl ist nach diesem Studium am Boden, ich bin todunglücklich und traue mir selbst nichts mehr zu.
Ich habe das Gefühl, mich in den letzten 5 Jahren seit meinem Abitur keinen Schritt weiter entwickelt zu haben. Ich fühle mich immer noch wie frisch aus der Schule und völlig überfordert mit allem. Andere studieren, waren im Ausland, haben Freunde. Und ich? Ich habe alles falsch gemacht. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, nach dem Abitur ein Jahr ins Ausland zu gehen, um herauszufinden, was ich will. Aber ich hätte mich das nie getraut und wollte außerdem meinen damaligen Freund nicht verlieren.
Ich hätte meine Studienzeit mehr nutzen sollen, ein Auslandssemester machen sollen, als Werkstudentin arbeiten sollen. Jetzt bin ich 24 Jahre alt und habe nichts vorzuweisen, all die Jahre, die seit dem Abitur vergangen sind, habe ich irgendwie abgesessen, ohne sie zu nutzen, ohne etwas daraus zu machen, habe einfach vor mich hingelebt, unglücklich. Und gedacht, dass das schon irgendwie wird.
Fehlanzeige. Nichts wird einfach so. Ich glaube, dass ich mittlerweile unter Depressionen leide - im Moment habe ich Semesterferien und komme teilweise nicht einmal aus dem Bett. Ich verbringe dann den ganzen Tag darin, sehe mir Filme an und versuche verzweifelt, nicht über meine Situation nachzudenken. Ich habe all meine Interessen verloren, habe keine Hobbys mehr, ziehe mir nur noch Filme rein und gehe nicht vor die Tür. Realitätsflucht. Ich kann nicht mehr, ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Ich habe eine liebe Familie und einen lieben Freund, der 300km von hier studiert und immer für mich da ist, aber auch er kann mir nicht weiter helfen. Ich war mal so ein lebensfroher, sportlicher, aktiver Mensch mit tausend Hobbys, Freunden, immer unterwegs. Davon ist nichts mehr übrig, ich erkenne mich selbst nicht mehr wieder. Ich würde so gern leben, weg von hier, raus, etwas erleben, etwas sehen von der Welt, mein eigenes Ding machen. Endlich eine Persönlichkeit entwickeln.
Ich bin 24 Jahre alt und fühle mich irgendwie wie ein Kind. Klein, unsicher, ängstlich. Als könnte ich nicht bestehen in dieser Welt. Seit ich 16 Jahre alt war, hatte ich fast immer eine Beziehung, war nie einfach nur ich. Ich habe das Gefühl, dass ich nie eine Persönlichkeit entwickelt habe, nie herausgefunden habe, wer ich bin und was ich will. das war schon zu Schulzeiten so - um akzeptiert zu werden, musste ich so werden, wie alle anderen, habe mich verbogen und mich selbst verloren. Ich weiß weder wer ich bin, noch was ich will, noch wie ich leben oder sein will. Und ich weiß nicht, wie ich das herausfinden soll.
Ich muss mich bald entscheiden, da mein Bachelorstudium zu Ende geht. Ich muss weiter machen, irgendetwas machen. Aber was, wo soll ich hin?
Entschuldigung für den langen Text und danke an jeden, der es bis hier hin geschafft hat.