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mein geliebter Vater

Jule75

Aktives Mitglied
Ich schreibe unter "Leben" obwohl es sich um den Tod handelt. Aber mir erscheint es zu gefährlich unter "Tod" zu schreiben. Ich habe Angst!
Vor - ich glaube es sind jetzt 5 Jahre her, bekam mein Vater die Diagnose Darmkrebs. Wir waren am Ende! Es hat unsere ganze Familie wie ein Schlag getroffen. Er wurde operiert und ein Teil seines Darms wurde entfernt, er bekam Chemo und es sah alles gut aus.
Und so war es auch. Vom Krebs keine Spur mehr!
Nur seit der OP hat er so oft Schmerzen. Bauchkrämpfe oder Darmkrämpfe. Aber so heftig, dass er gar nichts mehr kann. Er ist in den 5 Jahren so alt geworden. So zerbrechlich. Dabei war mein Vater doch immer der Starke, der Sportler. Diese Schmerzen konnte ihm kein Arzt dieser Welt erklären. Wahrscheinlich sind es Narbenbildungen am Darm, die dieses verursachen. Aber genau wissen tut es keiner. Dann bläht sich sein Bauch immer auf, er sieht aus, als wenn er schwanger ist usw. ...
Trotz allem konnte er wieder normal leben. Dann hatte er mal eine Woche keine Schmerzen, dann mal wieder 2 Tage extrem und so geht es jetzt seit Jahren.
Das ist doch keine Lebenqualität! Gerade für jemanden, der so aktiv war.
Meine Mutter kommt noch schlechter mit dem ganzen klar, als mein Vater. Sie hat so große Angst ihn zu verlieren. Und ich ... ich habe verdrängt. Ich wohne 100 km weit weg und bekomme diese belastende Situation nicht so hautnah mit.
Aber jetzt ... die Angst ist wieder da! Es wird immer schlimmer ...
Meine blöde Schwester meint, dass er nicht mehr will. Aber das ist quatsch!
Ich habe so eine Panik davor, wenn es passieren würde und er nicht mehr da ist! Ich habe so gut verdrängt, aber nachdem ich heute meine weinende Mutter gesprochen habe, ist mir wieder bewußt, wie nah alles ist.
Wenn ich einen meiner Eltern verlieren würde, dann wüßte ich echt nicht mehr weiter. Ich meine, ich bin 31, aber ich würde das nicht aushalten!
Ich weiß, dass ich das alles nicht verdrängen darf, aber wie kann man damit umgehen? Was wenn es tatsächlich passiert?????
 
Ich hasse mich für meine Gedanken! Ich denke die ganze Zeit darüber nach, wie die Beerdigung ist, wer sich dann meldet, was dann passiert!
Wie kann ich nur so was denken!?!?!
Es ist doch noch lange nicht so!
 
Aber vielleicht soll ich doch weiter verdrängen! Denn was bringt es mir,mich jetzt damit auseinander zu setzen?! Die Traurigkeit kommt noch früh genug ...
 
Hallo Jule, wie deinem Vater ergeht es meinem genauso. Er leidet auch sehr darunter. Hat auch ständig Schmerzen und er wurde derwegen auch nochmal Anfang des jahres operiert, angeblich war es Narbenbruch.
Mache mir auch sehr oft Gedanken, das ich einmal diese nachricht erhalten werde. Aber ich denk man kann nicht tun. Dieser tag XXXXX wird irgend wann dasein, aber bis dahin sollte man jeden moment geniessen.
Halte den kontakt zu deinem Vater aufrecht. Besuche ihn sooft es geht. 100 km ist heute garnichts mehr. Bei mir geht das leider nicht. Wir wohnen zuweit von einander entfernt. Ich rufe so oft wie möglich an und mehr kann ich nicht tun. Uns trennen 7 Stunden Fahrt.
Liebe grüsse von Agathe
 
Hallo Agathe,
du hast natürlich Recht, dass 100 km keine Entfernung ist. Aber ich merke richtig, wie ich sehr ungern nach Hause fahre. Es ist dann alles so nah. Ich weiß, dass das egoistisch ist und ich habe auch ein sehr schlechtes Gefühl dabei. Aber dann kann ich das alles besser verdrängen.

Hat die OP bei deinem Vater was gebracht? Mein Vater überlegt nämlich, sich auch noch mal operieren zu lassen. Unsere Befürchtung ist nur, dass danach alles noch schlimmer ist.

Danke für deine Worte!
Liebe Grüße, Jule
 
Hallo Jule, die OP hat wohl nicht so wirklich was gebracht. Manchmal meint er, es ist schlimmer wie vorher. Es ist halt schlimm, wenn man so hilflos ist.
Ich habe auch schon viele Ratschläge erteilt, aber er ist mit seiner Krankheit so beschäftigt, das die ratschläge garnicht mehr ankommen oder er auch die hoffnung auf gegeben hat.
Agathe
 

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