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Mein Freund ist manisch depressiv und ich kann nicht mehr..

  • Starter*in Starter*in Bluestarryeyed
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B

Bluestarryeyed

Gast
Guten Morgen,

ich liege nun schon die ganze Nacht wach (was sehr oft der Fall ist) und kann nicht schlafen.
Ich bin seit über einem Jahr mit einem Mann zusammen. Es gab viele schöne Momente, doch auch viele anstrengende. Erst dachte ich,dass wir wohl doch nicht so gut zusammen passen,wie ich dachte, doch das wollte ich nicht wahrhaben.
Da ich mich sehr gut mit der Mutter verstehe, erfuhr ich vor ein Oase Wochen,dass er manisch Depressiv ist. Und dann ergab alles einen Sinn. Sie erzählte mir etwas über diese Krankheit.. Dazu auch Situationen in der sich bei ihm sowas
äußert.. (Sie beschäftigt sich ja schon lange mit dem Thema).
Weil ich noch mehr wissen wollte fragte ich meine Psychologin nochmal aus und seitdem bin ich total am zweifeln, ob ich das ein lebenlang kann.. Ich liebe ihn wirklich, doch ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.
Ich bin selber nicht die stärkste Person (nur in Notfällen,da schaltet mein Verstand ab und ich mache einfach das,was ich nun mal in der Situation machen muss,wie eine Maschine) Das verarbeite ich dann Monate oder Jahre später.
Es ist jetzt eigentlich die Zeit, in der ich mich um mich selber kümmern sollte.. Doch wie soll ich das?! 🙁

Mein Freund fängt bald einen neuen Job an,der für ihn momentan das Tollste ist. Er hebt jetzt schon total ab,obwohl er nun nicht mal angefangen hat. Vor ein paar Wochen knallte er mir an den Kopf, dass er nicht mehr mit mir zusammen sein will und sein lebenlang lieber einsam und erfolgreich ist,als Frau und Kind (wären nur Klötze am Bein und Karrierestopper - seiner Meinung nach) sein möchte.
Da sagte mir seine Mutter,dass sich solche Menschen,wenn sie überfordert sind von allen möglichen Dingen oder Personen trennen um Luft zum Atmen zu haben. Und das wäre dann nicht persönlich gemeint und döse Phase würde vergehen. Toll,weh tun tut es mir trotzdem. Er hat sich aber tatsächlich wieder eingekriegt,aber der Alltag wird immer anstrengender habe ich im Gefühl. Er hockt nur zu Hause und ist unausgelastet. Das sagt er sogar selber,aber er möchte es nicht ändern.
Bevor wir zusammen kamen hat er auch Tabletten genommen und war in einer Therapie. Aber laut seiner Mutter hat er mit allem aufgehört,als wir zusammen kamen,weil er meinte "nun brauch er die nicht mehr".
Aber ich denke,dass die Tabletten und die Therapie ihm nicht schaden würden.

Ich kann ihm nicht vertrauen.. Er erzählt mir immer dramatische Geschichten über sein Leben. Dass er z.B. im Gefängnis war oder adoptiert ist... Aber das passt alles einfach nicht zusammen. Erstmal sagt seine Mutter was anderes (sie weiß nicht was er mir erzählt hat). Ich frage dann immer so hintenrum. Z.B. nach der Geburt von ihm oder Babyfotos. Ich möchte sie in der Hinsicht nicht verletzten. Wird nicht schön sein,wenn der eigene Sohn erzählt,dass er adoptiert ist obwohl er es nicht ist. Dann erzählte sie mir, dass er für 2 Wochen mal spurlos verschwunden ist. Er sagte aber, er wäre 4 Monate im Gefängnis gewesen. Er geht hier auch immer zu einem Mann. Der soll sein Bewährungshelfer sein. Ist er aber nicht. Er ist ein Schuldenberater. Da habe ich mich erkundigt. Er hat eine zeitlang ganz viele Sachen auf Rechnung bestellt,aber konnte die natürlich nicht bezahlen.

Nun ja.. Da gibt es noch viele andere Geschichten, aber ich denke ihr wisst jetzt ungefähr was ich meine.

Ich habe das hier reingeschrieben, weil ich es einfach mal los werden wollte und ich hoffe, dass ich Leute finde mit denen ich mich austauschen kann.

Wie soll man blos damit umgehen?! 🙁
 
Guten Morgen, Blue!

Ich kann verstehen, wie du dich fühlst. Mein Exfreund ist auch depressiv, er hatte z.B. Phasen, in denen er mich stundenlang sehr übel beschimpft hat, um sich später wirklich reuevoll dafür zu entschuldigen... Menschen mit solchen Problemen wissen dann in solchen Moment nicht was sie tun, bzw sie können nicht objektiv und sachlich betrachten, ob es in Ordnung ist, dass sie solche Dinge sagen und ich kann mir vorstellen, dass das bei deinem Freund auch so ist.
Ich hatte jetzt am Wochenende genug, und, obwohl ich ihn wirklich noch liebe, habe ich Schluss gemacht. Es ging so einfach nicht weiter, ich war total überfordert, verletzt und unglücklich. Jetzt tut es zwar schon weh, ihn nicht mehr bei mir zu haben, aber es ist auch eine große Erleichterung, nicht mehr verantwortlich zu sein.

Ich will damit nicht sagen, dass du sofort Schluss machen solltest. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Punkt, an dem man sagt „jetzt reicht's!“, für jeden irgendwann kommt. Du musst dir nur klar machen: Es liegt nicht an dir, ihn aus seiner Krankheit, oder ach aus seinen verschiedenen Phasen heraus zu holen. Das muss er allein schaffen. Du kannst zwar versuchen, zu helfen, aber der Antrieb, aus all dem heraus zu kommen, muss von ihm kommen. Stell es dir vor, als wäre er in einem tiefen Strudel: Du kannst ihm zwar einen Rettungsring zuwerfen, aber hinterher zu springen würde euch beide in die Tiefe reißen.

Wenn du sagst, er hat mit Therapie und Tabletten aufgehört, wegen dir, dann erwartet er, dass eure Liebe ihm helfen, du ihn da herausziehen kannst. Aber das funktioniert nicht, das musst du ihm verständlich machen. Wenn er nicht wieder anfängt, selbst etwas gegen seine Krankheit zu unternehmen, wirst du irgendwann entweder selbst zerbrechen, oder ihn im Stich lassen müssen. Das ist keine Drohung, oder Erpressung, wie er das vielleicht hinstellen möchte, falls du ihm das sagst. Es ist die Wahrheit, die er akzeptieren muss. ER muss etwas ändern, und solange er das nicht einsieht, werdet ihr beide immer weiter leiden.

Mein Ex hat das eingesehen, nachdem ich Schluss gemacht habe, das war für ihn die Erleuchtung. Nur, dass mir das zu spät war, bzw mein Vertrauen in ihn ist nicht mehr vorhanden, weil er mir schon so oft versprochen hat, es wird anders, ohne dass es das wurde. Deswegen habe ich ihn zurückgewiesen, auch wenn es sehr schwer fiel.

Wegen seiner Lügerei – hängt diese auch mit der Krankheit zusammen? Das hätte den Vorteil, dass sie dann ja auch aufhören würde, wenn er nicht mehr manisch – depressiv ist, irgendwann. Bis dahin solltest du weiter machen, wie bisher, alle seine Aussagen überprüfen. Ihm ist momentan anscheinend nicht zu trauen, dass er die Wahrheit sagt.

Denk daran, bei aller Liebe, die du für ihn empfindest, du kannst ihn da nicht raus ziehen, und das ist auch nicht deine Aufgabe. Und du kannst jederzeit sagen: stopp! Bis hierhin und nicht weiter! Vielleicht öffnet auch ihm das die Augen und er geht wieder zur Therapie, nimmt die Medikamente, und dann kannst du, wenn du dann noch willst, wieder zu ihm zurück und ihm helfen.

Ein guter Freund hatte mir noch ein anderes anschauliches Beispiel: Dein Freund muss lernen, im Leben klar zu kommen, das ist, wie wenn er Fahrrad fahren lernt. Du kannst eine Weile seine Stützräder sein, doch er muss lernen, auch ohne sie zu fahren. Und was er auf keinen Fall erwarten darf – er aber momentan wohl tut: dass die Stützräder für ihn das Lenken und Triebeln übernehmen.

Also, stütze ihn, so gut und solange du kannst, aber übernimm nicht das ganze Fahren für ihn – und überprüfe besser zweimal, was er dir erzählt...

Alles Gute! =)
 
Da kann ich mich silvermoon nur anschliessen!
Niemand kann die Verantwortung für ein anderes Leben übernehmen.
Und Du musst aufpassen, dass Du nicht mit in diesen Kreislauf gerätst, zumal Du ja selber
in psychiatrischer Behandlung bist, wenn ich das richtig gedeutet habe.

Du kannst, genau wie silvermoon schreibt, eine Weile seine Stütze sein.
Aber er muss auch selber etwas tun.
Diese Lügen können Teil des Krankheitsbildes sein.
Er sucht jemanden, der ihn bedauert, der sich um ihn kümmert und sieht, wie schlimm sein Leben doch ist.
Aber Du musst Dich auch um Dich selber kümmern!

Wenn er diese Beziehung fortsetzen will....und Du Dir das vorstellen kannst,
dann mach ihm klar, dass Du dazu nur bereit bist, wenn er die Therapie fortsetzt.
Ansonsten sehe ich die Sache für Dich als sehr bedenklich an.

Pass auf Dich auf....und thematisiere das in Deiner Therapie.
Ich denke, das ist wichtig für Dich!
Wir sind hier alle "Hobbypsychologen"....aber müßen nicht richtig liegen.
Es gibt Probleme, die gehören in die Ohren von "Fachleuten", die Dich ggf. auch auffangen können.
Das können wir nicht leisten.
 
Zu deinem Selbstschutz solltest du dich von ihm trennen.

Du bist selbst psychisch nicht die Stärkste .Mit seinen Stimmungsschwankungen und Lügen bist du überfordert. Zudem kannst du keine Medikamente und Therapie ersetzen.
Er braucht therapeutische Behandlung und keine Freundin, die ihn stützt.
Auch wenn seine Mutter dir Erklärungen für sein sonderliches Verhalten liefert, macht es deine Beziehung nicht leichter.
Vielleicht ist er nach der Trennung bereit, sein Leben zu ändern.Solange du an seiner Seite ausharrst, besteht für ihn kein Grund, eine Änderung herbeizuführen.
 
Danke für eure Antworten!

Ich möchte mich auch etwas abkapseln von ihm. Wie gesagt, er fängt ja einen neuen Job an. In einer Stadt, die ca 45 Minuten entfernt ist. Es pendeln zwar viele, aber ich möchte nicht mehr, dass wir hier unsere gemeinsame Wohnung haben. Seitdem Vorfall, als er Schluss gemacht hat.

Ich bin schon auf der Suche nach einer eigenen Wohnung. Doch irgendwie scheint ihm das nicht zu passen, weil er denkt, dass ich dann eh früher oder später Schluss mache. Ich allerdings, freue mich schon auf meine eigene Wohnung. Wird zwar alles nicht leicht, aber ich fühle mich momentan so einfach nicht wohl. So eingeengt. Und irgendwie denke ich auch, dass mir dann große Last abfällt, wenn er arbeiten ist und wir uns nicht mehr soo oft sehen. Wie gesagt, momentan ist er nur zu Hause.
Er hat auch keine wirklichen Freunde. Er sagt, er braucht sowas nicht.

Es ist wirklich so anstregend... Aber das kennt ihr ja alle.
Meine Psychologin meinte auch, dass mir so ein Mensch nicht unbedingt gut tut und das ich mir gut überlegen soll, ob ich mit so einem Menschen zusammen sein kann. Und ja, sie sagte auch, dass diese Lügen mit der Krankheit zu tun haben.

Ich habe auch schon versucht ihn auf die Tabletten anzusprechen und das er ja nix dafür kann, dass er manisch Depressiv ist.. Wenn er wenigstens offen damit umgehen würde und was dagegen tun wollen würde.. 🙁
 
".... Vor ein paar Wochen knallte er mir an den Kopf, dass er nicht mehr mit mir zusammen sein will und sein lebenlang lieber einsam und erfolgreich ist,als Frau und Kind (wären nur Klötze am Bein und Karrierestopper - seiner Meinung nach) sein möchte."

Zitat Ende.

Würde ich ernstnehmen und mir einen angenehmeren Zeitgenossen suchen.
 
Mir ging es genau so ^^

Nach einem Monat ist mein Ex zu mir und meinen Eltern gezogen, eigentlich nur vorübergehend, aber daraus wurde langfristig. Und nachdem er im Sommer seine Ausbildung abgebrochen hat, war er auch nur noch zuhause. Egal, wann ich heim kam, was ich gemacht habe: immer war er da und hat mich beobachtet.

Ich sage es mal so: In unserem Alter (sind ja fast gleich alt 😉 ), ist es für die meisten einfach zu früh, schon zusammen zu wohnen. Man hat kaum noch Raum für sich, fühlt sich erdrückt und unfrei... so ging es zumindest mir. Deshalb habe ich auch Anfang des Jahres gesagt, entweder er zieht aus, oder ich tu's.

Das Problem, welches er begreifen muss, ist bei der Wohnungssache: Vielleicht geht es wirklich auseinander, wenn ihr euch nicht mehr so häufig seht. Die Chance ist da. Aber wenn ihr weiter zusammen wohnt, du dich dabei aber nicht wohl fühlst, besteht nicht nur die Chance, sondern wirst du früher oder später auf alle Fälle Schluss machen – oder du bist die nächste Depressive. Außerdem sollte er dich doch so sehr lieben, dass er will, dass es dir gut geht, oder nicht? Und wenn es dir beim Zusammen leben nicht gut geht, sollte er, als liebender Freund, die Konsequenzen mitziehen, auch wenn er es lieber anders hätte.

Und das Problem mit den Freunden kenne ich auch 😉 Soziale Kontakte sind aber für jeden Menschen wichtig, für den einen mehr, für den andern weniger, aber jeder braucht sie. Und du kannst nicht seine sämtlichen Bedürfnisse nach Sozialgemeinschaften ausfüllen. Du bist ja schließlich auch nur eine Person. Allerdings würde ich erst mal abwarten, wie sich das mit seinem neuen Job entwickelt, dor hat er ein neues Umfeld, mehr Kontakt zu anderen und findet evtl auch ein, zwei neue Freunde... Hoffen schadet nicht ^^

Ich habe noch ein Beispiel für dich:
Jemand, der drogensüchtig ist, wird nie von seiner Sucht loskommen, solange er nicht selbst von Grund auf kapiert, dass eine Therapie notwendig ist. Das ist der erste Schritt, zu erkennen, dass man Hilfe, professionelle Hilfe nötig hat, und sich das eingestehen. Erst dann kann der Süchtige, oder in deinem Fall der Kranke erfolgreich therapiert werden. Denn selbst wenn du ihn zur Therapie schleifst und er es über sich ergehen lässt – solange er selbst die Notwendigkeit nicht erkennt, ist da nichts zu machen.
Ich kenne deinen Freund natürlich nicht, und auch seine familiäre Hintergrund-Situation nicht, aber überleg mal, ob er sich wirklich helfen lassen möchte? Immerhin, jetzt hat er die Frau, die er liebt, ständig um sich, sie sorgt und kümmert sich nach Kräften um ihn, seine Mutter bringt ein hohes Maß an Verständnis für ihn auf... Vielleicht will er – unterbewusst?- gar nicht, dass das weniger wird und will deshalb auch die Medikamente und Therapie nicht mehr.

Wenn du es so lange aushälst, würde ich ihm die Zeit geben, bis er sich im neuen Job zurecht gefunden hat. Vielleicht öffnet ihm der Umgang mit den neuen Menschen die Augen. Vielleicht reicht es ja auch, dass du ausziehst. Ich hoffe es für dich /euch.

Das Wichtigste ist aber, dass DU dich nicht kaputt machen lässt. Du scheinst es zu merken, wie es an dir zehrt, und du kannst das nicht ewig mitmachen. Wenn er das rechtzeitig erkennt, habt ihr eine Chance. Aber wenn er, so wie mein Ex, denkt, dass sich alles schon von selbst richten wird und er einfach nur warten muss, dann wird schon alles... nun, ich will dir nicht raten: mach Schluss, die Entscheidung musst du für dich treffen und wer bin ich, dir da reinzureden. Aber höre auf dich selbst, auf dein Körpergefühl und wenn es reicht, dann zwing dich nicht weiter. Wir sind alle nur Menschen und haben nur einen begrenzten Vorrat an Kraft und Energie. Und gerade wenn du sagst, du bist selbst bei einer Psychologin, musst du auf dich selbst hören, bevor es dich in deine eigenen Probleme, die du schon überwunden hast, oder gerade überwindest, zurück wirft. Kein Mensch dieser Welt ist es wert, seine eigene Gesundheit, sein eigenes Leben für ihn zu opfern. Die Verantwortung für ein gutes Leben liegt bei einem selbst, ganz allein.


Wenn du das dir Möglichste getan hast – mit ihm zu reden, ihn zu unterstützen, ihn zu professioneller Hilfe zu schicken- , und er nimmt das nicht an, oder im Gegenteil, fordert immer mehr von dir... dann kannst du es gut sein lassen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du dich entscheidest, deine eigenen Wege zu gehen. Du bist selbst keine Psychologin, du musst ihn da nicht rausziehen, wie ich bereits erklärt hab, ist das seine Aufgabe. Und wenn er die nicht annehmen will, ist er selbst Schuld. Das klingt hart, ich weiß. Und ich kenne die Gedanken „Aber ich kann ihn doch nicht allein lassen damit!“ Aber das kannst du. Wenn du dein Möglichstes getan hast, und er gibt da einen Scheiß drauf (entschuldige die Ausdrucksweise), dann bist du ihm absolut nichts schuldig oder für irgendetwas verantwortlich, was geschieht, wenn du dich trennst.
 
Edit: Nein, er kann wahrscheinlich nichts dafür, dass er Manisch – Depressiv geworden ist. Aber es ist passiert, und jetzt muss er sehen, wie er da wieder rauskommt. Was kannst du denn dafür, dass er manisch – depressiv ist? Nichts! Noch weniger als nichts, denn du hast ja absolut nichts damit zu tun, es ist sein Leben.

Depressive, oder Manisch – depressive vergessen gerne, dass es auch den Angehörigen schlecht geht. „ich bin ja depressiv“ sagen sie, „und würde es dir so schlecht gehen, wie mir, dann wärst du das auch!“. Aber das hier ist kein Wettstreit, wem es schlechter geht. Dir geht es auch schlecht und dementsprechend muss auch er versuchen, es dir leichter zu machen. Aber er ist im Moment der Mittelpunkt seines Universums, alles andere hat sich um ihn zu drehen und zu kümmern. Glaub mir, das ist so, auch wenn er etwas anderes sagt.



Mein Ex war auch immer sehr lieb und hat mich gefragt, wie es mir geht, etc. Aber wenn ich gesagt habe, schlecht, weil ich überfordert bin mit der Situation, kam von ihm immer: „Was denkst du, ich erst!“ .
Sie verlieren den Blick für ihre Umgebung, und sehen gar nicht, was sie ihren Angehörigen antun. Nicht bösartig, natürlich nicht. Aber trotzdem belastet es doch ungemein.
 

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