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Mein Freund hat sich umgebracht

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Ich weiß nicht genau, wie ich anfangen soll, vor allem, weil das ganze jetzt knapp ein Jahr her ist. Vielleicht lieber im Groben die ganze Geschichte: Ich hab meinen Freund beim studieren (Medizin) kennengelernt. Hab ihn am Anfang cool gefunden und dann mit der Zeit hab ich bemerkt, dass ich ihn vielleicht doch lieber mag, als ich gedacht hab. Allerdings waren wir nur Bekannte, also nur kaum gemeinsame Freunde. Naja, das Pflegepraktikum haben wir zufälligerweise zusammengemacht und ich war total überrascht, als er mich gleich am ersten Tag gefragt hat, ob ich vielleicht vorm Praktium mit ihn einen Kaffee trinken geh. Aus dem Kaffee wurden zwei, drei bis wir uns für die Zeit nach dem Praktikum miteinander verabredet hatten. Er hat mir beim ersten "nachpraktikalen" Kaffee schließlich gesagt, dass er mich schon seit Beginn des Studiums näher kennenlernen wollte, weil ich so voller Leben steck. Nur hat er sich nie getraut, mich zu fragen.
Aus diesem kitschigen Anfang ist dann eine einmonatige Beziehung entstanden.
Das erstaunliche an ihm und mir war, dass wir so gleich waren: dieselben Interessen, derselbe Humor, dieselben Gedanken, derselbe Hass aufs Medizinstudium (der sich bei mir inzwischen gelegt hat..nach dem ersten Jahr wirds besser) Man kann sagen, dass wir uns wirklich blind verstanden haben. Das einzige, was mich wirklich verwundert hat, vor allem jetzt im Nachhinein ist, dass er mich bei seinen Freunden "auf ein Podest gestellt hat". Zu seiner besten Freundin hat er gesagt, dass ich perfekt sei, was schon wieder vor Kitsch nur so trieft. Im Allgemeinen war er immer sehr melodramatisch angehaucht.

Naja, am letzten Tag, den ich mit ihm verbracht hab, hat er mir seine Pläne fürn Sommer unterbreitet --> was wir beide nicht alles machen müssen, wenn er von seiner Tour durch Australien (mit zwei Freunden, auf die er sich so gefreut hat) alles machen müssen etc. Auch hat er mir gesagt, dass er das Studium wechseln wollte, wo ich ihn auch unterstützt hab. Hat mir noch gesagt, dass es ihm leidtut, wenn er am nächsten Tag nicht auftaucht, weil er sich andere Vorlesungen anhören wird. Am Abend haben wir noch telefoniert und ich hab nur bemerkt, dass er wirklich müde ist. War ich allerdings selber auch, deswegen hab ich mir nichts gedacht. Desweiteren konnte er nie lange schlafen (immer nur 3 Stunden, dann war er putzmunter). Geschlafen hat er nur wirklich, wenn ich bei ihm war.

Am nächsten Tag hat sein Vater vor der Uni auf mich gewartet und mir gesagt, dass mein Freund sich umgebracht hat.

Der Grund, warum ich das hier schreibe ist, dass ich es einfach nicht verstehen kann. Er war ein unglaublich intelligenter Mensch, alles was er in Angriff genommen hatte, wurde ein Erfolg. Seine Eltern schieben es vor allem aufs Medizinstudium. Sicher, er hat sich Druck aufgebaut aber er war nie gefährdet, es nicht zu schaffen. Er hatte unzählige Freunde, die ihn abgöttisch geliebt haben. Er war im Allgemeinen ein Mensch, den man einfach mochte, lag es an seinem Charme, Witz oder an seiner Hilfsbereitschaft.
Seine Eltern verstehen es genauso wenig, wie sein Bruder (mit dem er seit 5 Jahren zusammen eine Wohnung hatte und die wirklich beste Freunde waren) oder seine Freunde (die ihn seit 12 Jahre und mehr kennen). Niemand hat irgendetwas bemerkt.
Und ich, selbst ein Jahr später, kann immer noch, wenn ich an seinem Grab steh, in Tränen ausbrechen, was ich bei der Beerdigung einfach nicht konnte und gleichzeitig mach ich mir auch immer noch Vorwürfe, dass ich es nicht bemerkt hab bzw ich hab gemerkt, dass nicht alles in Ordnung war, allerdings hab ich das aufs Studium und auch auf unsere Beziehung gemünzt (die im Endeffekt dann eben 1 Monat gehalten hat, also wir waren wirklich ganz am Anfang) und mir gedacht, dass er vielleicht ein bisschen launisch ist. Meine Freunde sagen mir, dass ich ihn in der kurzen Zeit nicht so gut kennenlernen kann, als dass ich die Selbstmordgedanken erkennen könnte...dennoch.
Er hat sich den A**** aufgerissen, dass ich seine Freundin werd, er hat, was mir seine Freunde damals erzählt haben, wirklich seit Studiumsbeginn nur mehr von mir geredet, er hat nach dem ersten Praktikumstag sofort seine Freunde zu sich beordert, um einen "Schlachtplan" aufzustellen. Sie sagen, sie haben ihn in dem einen Monat, dass ich bei ihm war, so glücklich wie schon lang nicht mehr gesehen. Und ich verstehe nicht, dass er sich, die Mühe macht und sich dann einfach umbringt.

Vielleicht schreib ich das hier, weil uns in einer heutigen Vorlesung erklärt wurde, das jeder Selbstmörder seinen Selbstmord ankündigt und ich am liebsten den Kopf des Vortragenden gegen die Wand gehämmert hätte.
 
Hey,

oh man das tut mir so leid. Ich drück dich mal ganz feste.
Bei mir war es meine Tante und es quält einen furchtbar wenn man nicht genau weiss warum.
Zudem ward ihr beide ja gerade frisch verliebt, da ist man ohnehin emotional sehr aufgewühlt. Das ist wirklich ein heftiger Schlag.

und Nein es gibt tatsächlich nicht immer Vorzeichen. Um diesen Weg zu gehen müssen diese Menschen oft alles an Reserven sammeln was sie noch haben. Da bleibt zuweilen einfach keine Kraft mehr um vorher noch laut zu schreien. Vielleicht würden viele dieser menschen noch leben wenn sie es könnten.
Ich bin mir aber sehr sicher das einen Grund gab, den womöglich vielleicht auch nie jemand herausfinden wird. Vielleicht ist es aber das was er zu Lebzeiten wollte. Vielleicht hat ihn etwas so sehr gequält, das er lieber diesen Weg gewählt hat als das irgendwer davon erfährt.

Ausserdem bin ich mir auch sehr sehr sicher das Du nichts dafür kannst. Gerade wenn man so frisch verliebt ist, durchquert man Wüsten und Ozeane für den anderen.
Doch auch wenn man weiss warum, lässt einen der Tod eines Menschen oft sprachlos zurück.
Dieses Absolute ist etwas das es so im Leben einfach kaum gibt. Es ist so unfassbar und so unbegreiflich.

Das ist glaube ich auch das was einen so traumatisiert, weil man natürliche menschliche Worte für etwas finden muss das so plötzlich und unnatürlich eingetroffen ist.
Das ist für unser armes menschliches Gehirn bzw. Seele eine Riesenleistung.
Gib Dir noch ein bischen Zeit.
Oft muss man ein so heftiges Ereignis noch lange in Gedanken wieder und wieder kauen, aber manchmal kommt am Ende ein wunderschöner Traum indem man mit dem Verstorbenen seinen Frieden schliessen kann, ihm vergibt und damit auch sich selbst.
(Sorry wenn das jetzt schräg klingt ich kann es nicht anders erklären)

liebe Grüße
 
Ich drück Dich erst mal ganz fest,
Du hast ganz sicher nichts falsch gemacht und du hättest es auch nicht erkennen können.
Leider kann man keine Anzeichen sehen, wenn sich jemand für diesen Schritt entschieden hat.
Ich habe es 2 x erlebt, beide Male ging ein Essen voraus, alles war lustig, man hat nichts gemerkt.
Vielleicht hätte man stutzig werden müssen, dass alle Freunde eingeladen wurden, wer weiß?
Peter ist einfach auf dem Nachhauseweg weggerannt---vor die S-Bahn.
Manni war tagelang nicht mehr erreichbar--hing im Dachboden.
Man hat vorher nichts gemerkt. Ich hadere heute noch mit mir, obwohl es schon sehr viel Jahre her ist.
Aber sie haben diesen Weg gewählt, auch wenn er für uns so unverständlich ist, irgendetwas muß sie gequält haben, dass sie sich gesagt haben, lieber sterben, als das ertragen- was es ist, werden wir nie erfahren, aber sie haben jetzt ihren Frieden.
Kann das ein wenig trösten?
Manu
 
Das tut mir sehr leid...
Es ist eine schreckliche Situation.Manchmal kann man es als Aussenstehender tatsächlich nicht erkennen.

Ich hatte einen kleinen Stiefbruder. Ich traf ihn auf einem Spaziergang verliebt mit seiner Freundin .
Ein sehr hübscher kluger lieber Junge,welcher allgemein sehr beliebt war. Er wirkte stets fröhlich.
Wir hatten leider insgesamt nicht soviel miteinander zu tun gehabt.
Am nächsten Tag unserer Begegnung hat er sich umgebracht. Er sprang vom Hochhaus ,er war noch ein Kind.
Sein ganzes Leid erfuhr ich erst durch seine Tagebücher nach seinem Tod.
Ich machte mir auch Vorwürfe mit ihm nicht intensiver über ihn geredet zu haben.
Aber durch sein Auftreten kam ich überhaupt nicht auf die Idee ,dass er so stark gefährdet ist.
Seine Probleme hätte man aus der Welt schaffen können.

Um die Gründe zu kennen muss man sich intensiver mit der Familiengeschichte hinter der Kulisse beschäftigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oft muss man ein so heftiges Ereignis noch lange in Gedanken wieder und wieder kauen, aber manchmal kommt am Ende ein wunderschöner Traum indem man mit dem Verstorbenen seinen Frieden schliessen kann, ihm vergibt und damit auch sich selbst.
(Sorry wenn das jetzt schräg klingt ich kann es nicht anders erklären)

Schön geschrieben! So habe ich mich nach einer Trennung mal "verabschiedet", es tröstet einen wirklich.


Liebe TE, ich denke, es gibt Menschen, die sind sich sehr sicher, was diesen Schritt betrifft. Die möchten nicht, daß man ihnen "dazwischenkommt". Diejenigen, die vorher in irgendeiner Form "um Hilfe rufen", sind die, die eigentlich leben möchten, aber eben nicht so. Die Menschen, die einfach "ohne Worte" gehen, die sehen keinen anderen Ausweg als den Suizid.

Vielleicht hat Dein Freund diesen Schritt schon lange geplant. Vielleicht hat ihm das auch die Sicherheit gegeben, Dich kennenzulernen. Es muß einen Grund dafür gegeben haben, daß er keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat, als sein Leben zu beenden. Ich denke, daß Du nach so einer doch erst kurzen und noch frischen Beziehung nichts hättest tun können. Nicht von Dir aus, und er hat Dir ja auch nichts von seinen Gedanken diesbezüglich erzählt.

Mach Dir keine Vorwürfe, ich denke, das würde Dein Freund auch nicht wollen. Es ist zwar hart, daß Du ihn verloren hast, aber vielleicht kann der Gedanke, daß er Dank Dir noch ein wenig Freude gehabt hat, ein klein wenig Trost spenden?

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!
 
Ich hab mein besten Freund beim Boxen kennen gelernt vor 8Jahren.
Er steht auf Jungs (er war schwul)
Und würr deswegen in der Schule heftig gemobbt.
Ich bekarm das es noch 4Jahren mit wo er sich das 1mal versucht hat umzubringen. Er karm dann in eine Klinik.
Als er wieder draußen war hat er zu mir gesagt “ich hab nur so getan als würde es mir besser gehen damit du nicht alleine bist“
Mir ging es zu der Zeit auch nicht grade gut ich hab Depressionen und war schon so oft in einer Klinik aber es hat nie was gebracht.
Zurück zum Thema.
Er karm raus.
Nach ca.2 Wochen hat er wieder am unterricht teilgnhmen ihm ging es echt schlechte.
Ich erinnere mich noch so gut an den tag.

Wir waren zusammen beim Boxen
Plötzlich ist er umgekippt und würde dann ins Krankenhaus gebracht.
Später im Krankenhaus sagete man er hat Tabletten genommen.
Er war 5 Tage im kummer.
Er war so verdammt kalt und sah so traurig aus.
Es tat weh ihn so verzweifelt zu sehen.
Irgendwann sagte man mir der schlaf ist nicht nur vorübergehend er ist tot.
Ich bin Zusammen gebrochen.
Er war die einzige Person in meinem leben ich hab keine Freunde und dann das.

R.I.P
ich liebe dich
Rico bitte komm zurück.
 

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