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Mein Freund braucht Hilfe..

G

Gast

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Hallo!

ich (26 Jahre,weiblich) muss hier was loswerden..ich kann mit niemandem aus meinem Umfeld reden..Freunde..Verwandte.Würde ich denen erzählen was am Wochenende passiert ist..ich kenne deren Reaktion. Ich weiß das ich mich in eine schwierige vielleicht sogar gefährliche Situation begebe aber ich kann nicht anders handeln.Niemand würde das verstehen..ich verstehe es ja selbst nicht..

Ich liebe meinen Freund. Es war für uns beide Liebe auf den ersten Blick, so intensiv, so vertraut, wie ich es noch nie vorher erlebt habe. Doch wenn wir streiten eskaliert es oft und mein Freund sagt dann, dass er ohne mich nicht leben will, er schreit rum und führt sich einfcah auf wie ein wild gewordener Gorilla. Ich denke er hat sehr starke Verlassensängste da seine Mutter Alkoholikerin ist und Sachen wie Familie und Liebe kennt er nicht wirklich.

Ich glaube auch, dass er mich oft anlügt insbesondere wenn es um seinen Alkoholkonsum geht. Konnte es bisher aber nicht beweisen.

Als ich ihm am Wochenende auf eine solche Situation angesprochen habe ist er durchgedreht weil ich anderen Leuten mehr glaube als ihm. Er hat wieder rumgeschrien und die Glasscheibe in der Wohnzimmer Tür eingeschlagen. mir ist alles zuviel geworden. Ich hab gesagt,dass ich so nicht leben will und habe schlussgemacht. Dann ist er komplett ausgeflippt. Er hat geweint, geschrien,gezittert und mich auf Knien angefleht das ich bei ihm bleiben soll. Er hat mich so fest gehalten, dass ich Angst hatte er tut mir was. Als ich mich nicht hab erweichen lassen ist er in die Küche gerannt und schneller als ich reagieren konnte hat er sich ein Messer über die Pulsader gezogen. Das Messer war glücklicherweise nicht allzuscharf.Bei dem Versuch ihm das Ding abzunehmen hat er es mir aus Versehen über den Handrücken gezogen. Ich wollte die Polizei rufen, damit die ihn irgendwo hinbringen wo er Hilfe bekommt aber ich konnte ihn nicht aus den Augen lassen.

Irgendwann hat er sich beruhigt. Wir haben geredet und ich weiß, dass ihn liebe. Er hat mir versprochen er macht eine ambulante Therapie. Ich habe aber Angst,das das nur ein leeres Versprechen ist. Ich habe Angst, wenn er so ausflippt ich habe aber auch Angst um ihn. Wenn ich an diesen Abend denke...überall war Blut..die Glassplitter.Ich komme mir vor wie in einem Psychothriller. Es fühlt sich so unreal an. Ich lese meine eigenen Worte und denke wie dumm bist du,dass du nicht schlussmachst.Das du schaust dass du wegkommst.

Bitte versteht mich nicht falsch. Er ist so ein lieber Kerl. Er liebt mich abgöttisch und wir haben auch so viele schöne Momente. Selbst wenn er die Therapie macht..es dauert ja Monate bis Jahre bis sich Erfolge zeigen..

Ich musste mir das von der Seele reden...
 
Dein Freund ist eine tickende Zeitbombe. Seine Vorgeschichte ist keine Entschuldigung für seine Ausraster. Ich würde mich an deiner Stelle von ihm fernhalten selbst wenn er in lichten Momenten lieb und nett ist. Solange er sein Aggressionspotential und sein Alkoholproblem nicht
von alleine in den Griff bekommt, ist eine Trennung unausweichlich.


LG Punto
 
Ich weiß das ich mich in eine schwierige vielleicht sogar gefährliche Situation begebe

In der Tat. Ich will jetzt nicht in den Chor der Vorredner einstimmen, aber Dir muss schon klar sein, worauf Du Dich da einlässt. Ich geh jetzt einmal davon aus, dass seine cholerischen Anfälle nur im Suff auftreten und dass sich dabei seine Aggression v.a. gegen ihn selbst richtet - im Klartext, dass er Dich noch nie geschlagen hat - und dass er Dich ansonsten, wenn er nüchtern und Herr seiner Sinne ist, gut behandelt und auch ein halbwegs geregeltes Leben führt - und sonst auch keine anderen Leichen im Keller hat. Sei ehrlich zu Dir selbst - wenn das nicht alles zutrifft, dann ist die Sache nicht nur gefährlich, sondern auch völlig hoffnungslos.

aber ich kann nicht anders handeln.Niemand würde das verstehen..ich verstehe es ja selbst nicht..

Das ist ganz einfach zu verstehn. Du liebst ihn. Und einen Menschen den man liebt, lässt man nicht einfach fallen, vor allem dann nicht, wenn auch etwas zurückkommt und es zumindest noch eine gewisse Hoffnung gibt.

Der Mann ist offenbar eine Suchtpersönlichkeit und emotional von Dir abhängig. Gut, das ist zumindest besser als Psychopath der Dich benutzt und Dich ihm hörig machen will. Du hast also die Oberhand - und die wirst Du auch brauchen, wenn Du ihm helfen willst. Du wirst streng und konsequent sein und oft distanziert und mitleidlos handeln müssen (auch wenn Dir das sehr schwer fällt): Es geht nämlich um nichts weniger, als ihn zu erpressen - und zwar mit Dir selbst als Druckmittel, mit dem Ziel ihm von Alkohol weg zu kriegen - und zwar vollkommen und für immer. Und damit Du überhaupt eine Chance hast, das selbst durchzustehn und nicht in eine co-Abhängigkeit zu geraten (oder Dich daraus zu befreien), brauchst Du zuerst selber Hilfe. Rainer hat auch völlig recht wenn er schreibt

Außerdem bist Du weder eine Therapeutin noch eine Pfleger- oder Wärterin


Nun ist das per se noch kein Grund aufzugeben - es heisst "nur", Du wirst all das werden müssen, wenn Du Erfolg haben willst. Schon allein deswegen solltest Du unbedingt einen Therapeuten konsultieren, und den Kontakt mit Leuten suchen, die ähnliche Probleme mit ihren Angehörigen haben.

Er hat mir versprochen er macht eine ambulante Therapie. Ich habe aber Angst,das das nur ein leeres Versprechen ist.

Alkoholiker sind was ihre Sucht betrifft notorische Lügner. Ambulant heisst für ihn wohl vor allem, dass er sich auch dann immer noch seinen Stoff verschaffen kann. Nimms nicht persönlich, das ist Teil des Krankheitsbildes. Das heisst aber auch, dass Du ihm nicht vertrauen kannst und das solltest Du ihm ruhig sagen. Es ist vielmehr an ihm, Dein Vertrauen zurückzugewinnen: Verlange eine stationäre Behandlung und sag ihm, dass Du ihn erst dann wiedersehen wirst - und zwar als Besucherin. Und wenn er rauskommt dann bestehe auf einer regelmäßigen Therapie und einem strikten Alltagsregime (inkl. der Sanktionen es durchzusetzten) das ihr zusammen mit dem Therapeuten erstellt habt - und sei unerbittlich auch bei kleinsten Vertößen.

Selbst wenn er die Therapie macht..es dauert ja Monate bis Jahre bis sich Erfolge zeigen..

Und auch dann ist der Erfolg keineswegs sicher - und Rückfälle wird es auch geben. Wenn Du dazu nicht bereit bist oder wenn Du glaubst, dass Du dazu nicht stark genug bist, dann trenn Dich sofort. Niemand wird Dir deswegen einen Vorwurf machen und auch Du selber hättest keinen Grund dazu.

digitus
 
die einzige Chance die ich für euch sehe , ist das ihr in eine gemeinsame Therapie geht, wo ihr mit dem Therapeuten Strategien entwickelt, wie ihr in solch eskalierenden Situationen miteinander umgehen könnt. Und den Freund braucht dringend eine Einzeltheraphie umd seine Probleme zu bearbeiten, am besten stationär.
Die erfahrung zeigt, das es aber ein sehr schwieriger Weg für dich sein kann. Der einfachere Weg für dich würde langfristig sicher in einer Trennung von deinen Freund bestehen.
aolieah
 
Ja. Er braucht ganz sicher Hilfe. Die du nicht leisten kannst.

Du bist dir gegenüber verpflichtet, dich zu schützen.
Das nächste Mal landet das Messer in dir.
Weil er eine böse Mami hat....

Er braucht nicht nur eine ambulante Therapie.
Zunächst braucht er eine Entgiftung.

Wenn du bei ihm bleibst, wird er gar nichts unternehmen.
Er wird sich totsaufen, dich verprügeln, randalieren,
weil er ja "Verlustängste" hat...

Du verteidigst ihn. Damit hilfst du dir und ihm nicht.
Denk über den Begriff "Helfersyndrom" nach.

Alles Gute
 

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