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Mein Cheff hat mein ICH geknackt!

  • Starter*in Starter*in Larissa1983
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L

Larissa1983

Gast
Hallo, ich bin 26 und habe etwas was ich los werden will. Leider kann ich nicht ausführlich schreiben, da ich Anonym bleiben möchte. Es ist schon spät und mir ist kalt. Aber ich muss einfach schreiben. Bitte kümmert euch nicht so sehr um meine Schreibfehler, ich möchte es so schreiben, wie ich es auch erzählen würde.

Mein Lebenslauf ist eigentlich ganz Klassisch, Schulabschluss mittlere Reife, Höhere Handelsschule, Kaufmännische Ausbildung, 1-2 Stellen danach gehabt, bis ich meine ultimativstelle erhalten habe.

Ich bewarb mich an einer Firma, welche eine Bürogehilfin gesucht hatte. Der Geschäftsführer der Firma, kündigte seien Job nach 2 Wochen, so war ich mit dem Unternehmer (Firmeninhaber) zusammen im Büro. Er Deklarierte mich als seine 2. Hand. Ich sollte sein Aug und Ohr sein. Ich (gerade mal 2 Wochen da) sollte alle die Aufgaben übernehmen, die der Geschäftsführer hätte machen sollen. Damals war ich Naiv und habe freudig mein Jawort zu dieser Aktion gegeben. Was ich noch nicht wusste, mein Chef ist ein schitzofrener Choleriker!!! Nach und nach, passierten mir Vorfälle, die durch mein eigentlich recht dickes Fell gelangten. Unser Betrieb bestand aus gerade mal 20 Mitarbeitern. Allerdings ist die Firma, in dem Volumen in dem mein Chef die Mitarbeiter forderte mit ca. 30 Mitarbeitern noch unterbesetzt. Das bedeutet, jeder Mitarbeiter arbeitet nicht fürs Geld sondern für die Firma. Die Firma ist ein Saisonbetrieb, er hat mit Tiere zu tun, mit Attraktionen, und einer Parklandschaft. Also eine art Tier park. Der Chef ist zwar nur selten in der Woche da, Wenn er nicht da war, war ich die Verantwortliche! Ich sollte die Leute bespitzeln. Aushorchen, beobachten, nur um einen Kündigungsgrund zu finden! Und um mich zu kontrollieren, hatte er die anderen Beauftragt, immer ihn bescheid zu geben, wenn ich da war.aber genau das ist das Problem. Auch über Entscheidungen wurde nie von Ihm aus geredet. Wenn er nicht da war sollte ich mich entscheiden was ich für richtig halte. Der Haken liegt nur daran, egal wofür man sich entscheidet, man hat sich falsch entschieden! EGAL WAS! Als Beispiel, ein Tier brach sich etwas auf der Wiese beim rumtollen mit den anderen Tieren, und muss eingeschläfert werden. Man sagte mir sofort bescheid, dass der Tierarzt alamiert wurde. ich rief beim Chef an, und beschrieb ihn die situation. Seine Antwort war: Ja ist gut!. Er legt auf. 1 Min später rief er wieder an, und war stinke wütend, dass man zuerst den Tierarzt gerufen hat und danach ihn. (Dabei gehts um Leben und Tod). Seine nächste Aussage war: Das Tier hätt man ja auch verfüttern können. Es müsse ja nicht eingeschläfert werden! (Es war so groß wie eine Ziege). Es kam oft die Situation vor, in dem ihn etws nicht passte, und er zum einen meinte, "du bist gekündigt", und zum andern, der neben den gekündigten steht, sagt er: "und du bist schuld!" obwohl keiner der beiden etwas getan hat!!! Ich habe auch schon die drohung erhalten, "wenn du das nicht so machst wie ich sage, kündige ich dich jetzt!" - Das war im Bezug der Buchhaltung. Ich wollte sie so machen wie der Steuerberater es sagt. Doch er wollte dass ich sie nicht nach Gesetz buche. - Ich war damals noch fitter von der Psyche her und konnte Kontern. Fazit daraus: ich machte es so wie der Steuerberater es wollte. Er sagt oft, ich bin der chef, und ihr macht was ich sage. Das gesetz ist mir egal!! Ich bin hier das Gesetz! Ich habe angst bekommen! Ich bin perfektionist, und ich wurde angebrüllt wegen Irgendwelchen dingen, die ein Bauarbeiter verbockt hat, von denen ich nicht mal wusste, dass mein Chef ihn die Aufgabe aufgetragen hatte. Ich musste ihn mal etwas übers Internet zusichern, er wollte etwas ganz fest kaufen, doch die Verkäufer brauchten eine schriftliche Zusage! Er gab mir den Auftrag, schriftlich zu zusagen per Email. Das Tat ich. 4 Tage vor Versand der Ware (Tiere), sagt er mir, ich soll absagen, obwohl wir verbindlich zu gesagt hatten. Das ging vor gericht, er musste zahlen. Später gab er mir die schuld, ich hätte ja kein Hintertürchen aufgehalten!!!! - Davon war auch nie die Rede.
Es gab nur rauhen Umgangston. Dazu wurde honig um den bart geschmiert. Geschenke wurden mir gemacht. Ich habe nun ein talent viel zu können, und gerade das hat mein Chef bei mir herausgefunden. Ich fühlte mich nach und nach unter Druck gesetzt und suchte nach einen Neuen Job. Nachdem ich Nachts nicht mehr schlafen kann, und Mein Magen nicht mitspielte musste ich etwas neues suchen, doch ich blieb vorerst bei dem Unternehmen. Es gab eine Hohe Fluktuation. Nach 1 Jahr gehörte ich schon zu den Betriebsältesten!! 🙁 Ständig neue leute, wenn einer ihm nicht passte, durfte er gehen! Wir sollten ein Team bilden, aber reden durften wir nicht. Wenn wir überstunden machten, sind diese sofort gestrichen!! Es gibt einfach keine Überstunden. Und wenn die Besucher sich zeit liessen aus dem Park zu gehen, war es unser Pech!! Wenn wir uns länger bei der Abrechnung aufhielten und ggf. Stornos machen mussten, war es unsere Zeit, nicht die des Chefs. So arteiteten wir fast 9 Stunden obwohl gerde mal 8 bezahlt wurden. Als meine Kollegin ausfiehl machte ich 5 Monate eine 6-Tage-Woche. Stresss pur. Urlaub gabs nicht!! Maximal 3 Tage, der Rest wurde immer ausbezahlt. Ich machte Bestellungen, Reklamationen, Personalplanungen, Putzpläne, Tier-Einkäufe, Bauanweisungen, Reparaturaufträge, Pflegte Kontakte zu Pressen, Gemeinden, Ämter, anderen Zoos, Werbekontakte mit denen wir Zusammen arbeiteten. Erstellte die Werbung, Schilder, Verträge, Kündigungen, Aufträge, und und und... eigentlich fast alles. Egal was kam, ich musste es bearbeiten, ob ich ahnung davon hatte oder nicht. Mein Chef gab Alles ohne es zu erklären in meine Hände!! Einerseits fühlte ich mich damals gut, unentbehrlich, ich fühlte mich verantwortlich, und unfehlbar. Ich war gut. Ich hielt den Stress, seine Wut-Anfälle, seine Unfaire-Mitarbeiter-vor-den-Kunden-Anschrei-Anfälle und seinen Druck aus. bis mein Körper mir die Returkutsche gab. Ich bekam nach 2,5 Jahren Ausschlag, Sodbrennen, Übelkeit, Schwindel, Kreislaufzusammenbrüche, bis hin zum Nervenzusammenbruch (mehrmals, einmal vom Chef). Von da an begann mein Elend! Ich habe mich kündigen lassen auf ärztlichen Rat. Diagnose: Depression. Mein chef hat es bedauert. ich Nehme starke Mittel (Johanneskraut hilft nicht mehr). Es wurde 1-2 Wochen besser, wie ich nicht mehr zur arbeit kam, doch nach den 2 Wochen fing die Hölle an. Ich habe Angst ans Telefon zu gehen. Habe Angst die Post zu öffnen, oder gar aus dem Briefkasten zu holen. Ich habe Angst emails zu öffnen! Sobald mir ein bestimmtes Auto in einer bestimmten Farbe mit einem bestimmt-farbigem Kennzeichen entgegen kommt, bekomme ich Adrenalinausschüttungen, Angststarre und einen leichten Schockzustand, mein Herz pocht laut!!! Wenn jemand an der Tür klingelt, gehe ich nicht dran!! Habe Angst! Ich mache immer weniger im Haushalt! Eigentlich ist es untertrieben!! Ich mache GARNICHTS mehr im Haushalt. (Lebe mit meinem Freund zusammen in einer eigenen Wohnung). Ich kann den Haushalt nicht mehr machen. Staubwischen, Saugen, Putzen, all das fällt mir unheimlich schwer. Ich bin Antriebslos. Ich ägere mich darüber, bekomme ständig Heulkrämpfe. Die manchmal 2 Stunden anhalten! Egal was ich mache, ich komm nicht wieder zur Ruhe!! Ich schlafe manchmal 14 Stunden am Stück und doch kann ich nicht wirklich tief schlafen. Bin bei jeder Kleinigkeit wieder wach. Bin unmotiviert. Bin depressiv, ich rede mit meinen Arzt, Freunde, Freund und Bekannte über mein Problem, aber keiner kann mir helfen. Wenn ich glück habe, habe ich in 8 Monaten eine Stelle bei einer Psychotherapeutin. Meine jetzige Diagnose lautet Depression. Ich habe den Spass am Leben verloren. Nach Außen tue ich mich normal anziehen, kann auch über meine Probleme Reden. Aber sobald ich wieder in mir rein schlüpfe, stockt mir der Atem vor lauter Emotionaler Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit. Mein Partner versteht meinen Zustand nicht. Er meint ich soll so schnell wie möglich wieder Arbeiten. Aber ich kann so nicht arbeiten! Ich kann mich nicht konzentrieren (lasse Pfanne mit heissen Öl auf Herdplatte stehen, schließe mich aus, weil ich den Hausschlüssel vergesse, Die Badewanne läuft über, weil ich vergessen habe, dass ich ein Bad nehmen wollte)...All das kann ich keinen neuen Arbeitgeber zumuten. Ich bin vergesslich, unordentlich, unmotiviert, fehlerhaft, zittrig, unzufrieden und nah am Wasser gebaut. Aber erst, seit dem ich mit der Stelle beim Park aufgehört habe.. Ich habe schon überlegt, um meinen Partner zu schützen und ihn da nicht mit herein zu ziehen mit ihm schluss zu machen! Meine Freunde habe ich schon ins Abseits gerückt. Ich distaziere mich allen, was mit meinen Freunden, Familienangehörigen oder Arbeitskolleginnen zu tun hat. Am liebsten wäre ich garnicht da, Luft, ein Vogel der wild umherflattert, keiner Verantwortung bewusst.

Vorher war ich ein fohnatur, alles machte mir Freude, vom ersten Frühlingsblättchen, bishin zur Schneeflocke. Ich war relativ ordentlich, pünktlich, motiviert, ziehlstrebig, ehrlich, aufgeschlossen und nett.

Ich musste das jetzt einfach los werden. Ich bin 26, und das ist das schlimmste, was mir bisher passiert ist. Es hat mir eine heiden überwindung gekostet das hier zu schreiben!! und es wird mich nochmal so viel kosten, um es zu posten. Aber ich kann mit 26 schon verstehen, was es heisst, unter druck und Stress zu arbeiten.

Ich habe längst nicht alle Vorfälle genannt, zum Schutze meines Chefs. Er hat noch viel schwerwiegendere Fehler, und Dinge getan, die mir persönlich sehr weh taten. Alleine weil ich eine ehrliche Person bin, und Heuchler und Lügner nicht ausstehen kann

Ist das wirklich eine Depression! Meine Mutter hatte mal eine, die war nicht so schlimm wie meine! Was ich durchmache, das kann unmöglich nur eine Depression sein!! Vielleicht bin ich auch im Falschen Forum, ich hätte das gleiche auch unter Gesundheit posten können! Ich war mir nicht sicher! Wie bei so vielen anderen Dingen in den letzten wochen.

Und noch etwas, ich bin kein Mensch, der früher wegen Kleinigkeiten den Kampfgeist verloren hat. Im Gegenteil, bei mir mussten immer erst dicke Schoten passieren, bis ich etwas als Schlimm empfunden habe! Nicht dass ihr jetzt denkt, "ach wegen so kinkerlitzchen regt die sich auf"! Ihr könnt leider nicht nachempfinden, was ich erlebt und durchgemacht habe! Es war niemals einfach, das könnten mir alle anderen Mitarbeiter bestätigen, ich habe eines der schwersten Lose gezogen, die Sekretärin dieses Chefs zu werden.

Und nun sitze ich hier, und warte 8 Monate bis ein Wunder passiert. Und was passiert, wenn es mir vorher noch schlechter geht?? Wenn ich vielleicht garnicht mehr warten kann bis Hilfe naht? So eine Lange Zeit, wie soll ich das überstehen! Es geht von Tag zu Tag schlechter! Was soll ich blos machen!
 
Hallo Larissa,

...Und nun sitze ich hier, und warte 8 Monate bis ein Wunder passiert. Und was passiert, wenn es mir vorher noch schlechter geht?? Wenn ich vielleicht garnicht mehr warten kann bis Hilfe naht? So eine Lange Zeit, wie soll ich das überstehen! Es geht von Tag zu Tag schlechter! Was soll ich blos machen!

Mir ist es unbegreiflich, wieviele miese Chefs es gibt.

Mein Rat:
Kündige selbst oder lass dich kündigen !
Dein Leben ist zu schade, um es dir durch solche Umstände kaputt zu machen.
Es zahlt und dankt dir NIEMAND wenn du "durchhältst"

Wenn du richtig krank bist, bekommst du als Dank sowieso die Kündigung – wetten ?

Also, du hast das Leben noch vor dir.
Raus da. Und zwar ganz schnell.

Drück dir die Daumen !
 
Liebe Larissa1983,

ich kann mich da nur Fassungslos anschliessen. Du sagst es geht dir schlecht und leidest gesundheitlich. Kein (mieser) Chef ist es wert sich an der Gesundheit beschädigen zu lassen. Du hast es ja auch versucht und die Flinte nicht gleich ins Korn geworfen.
Bei deinem posting gehe ich davon aus, dass er dich eh über die "Klinge springen" läßt.
Du sagst, du seist flexibel, kannst viel und bist nicht auf den "Kopf gefallen".
Such dir ein neuen Job. Du wirst sicher einen finden.
Viel Glück

der Stier
 
Hallo Larissa,

Du brauchst dringend Hilfe. Warum musst Du 8 Monate warten? Gibt es keine Möglichkeit, früher eine Behandlung zu bekommen?

Das, was Du erlebt hast ist der absolute Horror. Dein Chef gehört echt angezeigt.
 
Hallo Larissa1983!

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, bist Du seit acht Monaten gekündigt? Richtig? Ich verstehe allerdings nicht, warum Du Dich aus ärztlichen Gründen hast kündigen lassen.

Die Kernfrage aber scheint zu sein, warum Du jetzt nach einer gewissen Zeitspanne immer noch Probleme hast, die von den Erlebnissen bei Deinem alten Chef herrühren. Warum kommst Du nicht zur Ruhe? Was hast Du noch zu befürchten? Warum kannst Du keinen Neuanfang starten usw...?

Nachtrag:
Dein Fehler war es vermutlich, bis zum letzten bei diesem Chef ausgehalten zu haben. Als relativer Berufsanfänger kann einem das schon mal passieren. Ich gehe davon aus, dass Dir dies in Zukunft nicht mehr passieren wird und Du die Zeichen richtig deutest.

Vielleicht solltest Du es so positiv sehen: Du bist ab jetzt immun gegen solche Chefs. Du erkennst sie sofort und hältst Dich vor ihnen fern. Durch Deine Erfahrungen bist Du im Vergleich zu unerfahrenen Berufsanfängern nun auf der sicheren Seite.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Larissa,

ich kann dich so gut verstehen! Vor allem die Überschrift kann ich so gut nachvollziehen!

Bei mir ist das jetzt acht Jahre her und ich bin immer noch arbeitsunfähig. Zum einen kann ich nicht zurück ins Büro (wohl nie wieder). Der Gedanke an Kollegen löst bei mir schon Herzklopfen und Schweißausbrüche hervor. Zum anderen wurden durch die Depression sowohl mein Gedächtnis wie auch meine Konzentration stark angegriffen.

Langsam löst sich die Depression auf. Ich habe neuen Lebensmut gefunden und kann auch schon mal ein, zwei Tage konzentriert arbeiten. Aber dann brauche ich wieder eine längere Pause.

Ich will dir jetzt keine Angst machen. Mich hat die Zeit in diesem Betrieb so massiv aus der Bahn geworfen, weil zusätzlich noch Traumata aus meiner Kindheit nach oben kamen.

Du wirst dich sicher sehr viel schneller wieder aufrappeln.


Ich möchte dir empfehlen dich mit EFT (Emotional Freedom Technique) auseinanderzusetzen. Du findest kostenlose Anleitungen im Netz. Bei youtube gibt es Videos. Außerdem gibt es eine Reihe von guten Büchern. Es handelt sich um eine Klopftechnik, die Angstblockierungen aufheben kann. Sie ist leicht zu erlernen und wirkungsvoll.

Erkundige dich auch nach EMDR. Das ist eine Technik, bei der über Augenbewegungen das Trauma nochmals durchlebt und damit aufgelöst wird. Für dich war die Zeit in der Firma ein Trauma. Ich denke, du könntest damit Erfolge erzielen. (EMDR Institut Deutschland)

Zwei Bücher kann ich dir noch empfehlen:

Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und seine Bewältigung. Mit zahlreichen Fallbeispielen: Psychoterror am Arbeitsplatz und seine Bewältigung. Mit ... Betroffene, Führungskräfte und BeraterInnen: Amazon.de: Christa Kolodej: Bücher

und

Mobbt die Mobber!: So setzten Sie sich gekonnt zur Wehr: Holger Wyrwa: Amazon.de: Bücher

Ein Buch, das ich ebenfalls empfehlen kann, das dir bei der Regeneration helfen kann, ist das folgende:

Wo die Seele auftankt: Die besten Möglichkeiten, Ihre Ressourcen zu aktivieren: Marco von Münchhausen: Amazon.de: Bücher



Es hilft ungemein den Prozess zu verstehen. Noch mal darüber zu reflektieren, was passiert ist. So kommt man an den Punkt, sich selbst vergeben zu können, dass man nichts tat und in einer Falle festsaß. Tief im Innern sitzt wahrscheinlich auch bei dir eine kleine Stimme, die mit Schuldzuweisungen quält. Das ist normal. Allen Betroffenen geht es so. Da hilft es sich zu informieren und zu reden.

Es müsste auch in deiner Nähe Selbsthilfegruppen zum Thema Mobbing geben (Suche im Netz über: Stadt + Selbsthilfegruppe).

Wenn es dir sehr schlecht geht, kannst du dich an den sozialpsychiatrischen Dienst (Adresse über das Gesundheitsamt) wenden. Die kennen die Möglichkeiten vor Ort, wie man schnell an eine wenigstens kurzfristige Beratung kommen kann. Viele Städte haben mittlerweile nämlich Mobbing-Beratungsstellen.

Was hälst du denn von einer psychosomatischen Rhea? Du leidest an Depressionen und möglicherweise an einem Burnout. Außerdem hast du Angstzustände. Da hast du durchaus ein Anrecht auf ein paar Wochen Erholung in der Rhea. Man wird dort Kunsttherapie mit dir machen, damit du die Seele mal wieder so richtig baumeln lassen kannst. Sporttherapie ist möglich, gerade genug zum Auspowern. Und natürlich gibt es Gespräche. Erkundige dich mal bei deinem Psychiater (wenn ich das richtig gelesen habe, bist du ja in ärztlicher Behandlung).

Noch ein kleiner Tipp. Du hast jetzt viel mit Behörden zu tun. Da braucht man manchmal fachmännische Unterstützung. Zum einen kannst du dich mit Fragen an den Sozialpsychiatrischen Dienst wenden (bei Problemem rufen die auch mal bei der Behörde an) und außerdem gibt es den VDK. Das ist ein Verein, die Mitgliedschaft kostet nicht die Welt und dort wirst du von kompetenten Anwälten, die gerade in Sozialrecht fit sind, beraten. (Sozialverband VdK Deutschland - Sozialverband VdK Deutschland)


Was deinen Freund betrifft: Euere Beziehung beweist gerade jetzt ihre Kraft und Stärke. Eine Schönwetterbeziehung kriegt jeder hin. Aber jetzt zeigt sich, wie tief die Liebe zwischen euch beiden ist und ob sie auch in schlechten Zeiten trägt. Ihn zu verlassen, nur weil du keine Last sein willst, ist als hättest du neue Laufschuhe, die du immer dann in den Schrank stellst, wenn du zum Laufen gehst, aus Angst, sie könnte beim Sport beansprucht werden. Ja werden sie, dazu sind sie gemacht. Sie sehen dann zwar nicht mehr neu aus, sind dafür aber herrlich eingelaufen und super bequem. Erst wenn eine Beziehung bewiesen hat, dass sie Anforderungen und Belastungen aushält, kann man sich wirklich darin zuhause fühlen.


Du wirst es schaffen und aus dem Tal wieder rauskommen.


Tuesday
 
Hallo Larissa1983!

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, bist Du seit acht Monaten gekündigt? Richtig? Ich verstehe allerdings nicht, warum Du Dich aus ärztlichen Gründen hast kündigen lassen.

Die Kernfrage aber scheint zu sein, warum Du jetzt nach einer gewissen Zeitspanne immer noch Probleme hast, die von den Erlebnissen bei Deinem alten Chef herrühren. Warum kommst Du nicht zur Ruhe? Was hast Du noch zu befürchten? Warum kannst Du keinen Neuanfang starten usw...?

Nachtrag:
Dein Fehler war es vermutlich, bis zum letzten bei diesem Chef ausgehalten zu haben. Als relativer Berufsanfänger kann einem das schon mal passieren. Ich gehe davon aus, dass Dir dies in Zukunft nicht mehr passieren wird und Du die Zeichen richtig deutest.

Vielleicht solltest Du es so positiv sehen: Du bist ab jetzt immun gegen solche Chefs. Du erkennst sie sofort und hältst Dich vor ihnen fern. Durch Deine Erfahrungen bist Du im Vergleich zu unerfahrenen Berufsanfängern nun auf der sicheren Seite.





Das hast du leider etwas falsch verstanden. Ich bin erst seit 2 Wochen von dem Job weg. Also seit 2 Wochen gekündigt. bis Ende letzen Monat war ich noch dort beschäftigt!!

Ich habe mich auf ärztlichen Rat kündigen lassen, weil mein Arzt mir dazu geraten hat. Jetzt bin ich Arbeitslos (Nicht krank geschrieben) ob wohl ich nicht fähig bin zu Arbeiten.

Es ist alles noch ganz frisch! Ich hätte nur 8 Monate warten, bis ich einen Platz bei der Psychotherapeutin bekomme. Hier im Kreis ist alles überbesetzt 🙁 Ich stehe auf der Warteliste.


Doch mein Freund hat sich für mich eingesetzt. Jetzt habe ich schon einen Termin in 2 Monaten bei einer Psychotherapeutin. Das erleichtert mich etwas.

@ Thuesday: Eine Rhea daran denkt mein Arzt irgendwie nicht. Ich hab ihn da schon drauf angesprochen, aber er meint, es geht so weg. Da Johanneskraut nicht seine Wirkung erziehlt hat, habe ich nun andere, stärkere Medikamente erhalten.

Ich danke dir dennoch für die ganzen Tipps. Doch fällt es mir schwer, selbstständig danach zu suchen. Ich werde es heute Abend versuchen, ob ich es schaffe, irgendeine Adresse hier in der Nähe herauszufinden, bei der ich mir Rat suchen kann. Ob ich es schaffe ist etwas anderes. Mir laufen die Tränen schon wieder, ohne Grund 🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Thuesday: Eine Rhea daran denkt mein Arzt irgendwie nicht. Ich hab ihn da schon drauf angesprochen, aber er meint, es geht so weg. Da Johanneskraut nicht seine Wirkung erziehlt hat, habe ich nun andere, stärkere Medikamente erhalten.

Offensichtlich kennt er sich weder mit Depressionen noch mit Burnout aus. Du brauchst Hilfe und zwar schnell und effektiv!

Das geht nicht von alleine weg!

Dass er überhaupt glaubt, er könne da mit Johanniskraut was machen ... du hast ein schweres Trauma erlitten. Das wünscht man sich nicht einfach weg. Daran muss man arbeiten und je früher man damit anfängt, umso besser.

Bestehe drauf, dass er dich über eine Rheamaßnahme informiert und wenn nicht, wechsle den Arzt.

Willst du auch acht Jahre warten, bis es dir besser geht?


Ich danke dir dennoch für die ganzen Tipps. Doch fällt es mir schwer, selbstständig danach zu suchen. Ich werde es heute Abend versuchen, ob ich es schaffe, irgendeine Adresse hier in der Nähe herauszufinden, bei der ich mir Rat suchen kann. Ob ich es schaffe ist etwas anderes.

Mach dir keinen Druck. Du hast Zeit. Es spielt keine Rolle, ob du das heute oder morgen hinbekommst. Du hast die letzten Monate beinahe unmenschliches geleistet. Da darf man sich auch mal eine Pause gönnen. Und dein Körper sagt ja ganz eindeutig, dass er diese Pause braucht.

Versuch es erstmal beim sozialpsychiatrischen Dienst. Die werden dir weiterhelfen und können vieles für dich erledigen.


Mir laufen die Tränen schon wieder, ohne Grund 🙁[/QUOTE]

Nicht ohne Grund. Da ist viel Verletzung und viel Trauer in dir. Das muss raus. Weinen reinigt die Seele und tut dir gut. Es ist okay, wenn die Tränen rinnen.



Tuesday
 

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