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Mehr mitkriegen als Andere

WrongTurn

Mitglied
Ich weis nicht ob ich hier in dem Unterforum richtig bin:

Ich wollt mal nach Leidensgenossen fragen:

Ich bin irgendwo zwischen Hochsensibel und Autismus stecken geblieben. Hab wohl laut Ärzten eine sehr gute Intuition, nehme mehr wahr als der Durchschnittsmensch und hab aber als Kind gelernt, dass meine Wahrnehmung, Intuition und Gefühle falsch oder nicht gültig sind.

Einen Vorgang hat der Psychologe mal erläutert, was bei mir einen Aha-Effekt auslöste:
Sinngemäß:
"Da fällt ihrem Arbeitskollegen frühs die Lieblingstasse runter und ihr Kollege ist verärgert. Stunden später treffen sie auf diesen Kollegen und fragen Ihn ob etwas los ist, weil sie eine negative Emotion im Gegenüber wahrnehmen. Der sagt: Alles gut aber der Ärger vom Morgen steckt ihm noch in den Knochen, er merkt es nur nicht mehr. Seine Aussage ist korrekt, ihre Wahrnehmung aber auch. "

Besser umgehen mit meiner Wahrnehmung von Emotionen kann ich aber immer noch nicht. Manchmal weis ich nicht ob eine Wahrnehmung von Emotionen von außen oder von innen kommt, weil jede Wahrnehmung von Emotionalität von Innen kommt.

Auch der Psychologe: Mein Bewusstsein hat wohl eine sehr starke Anbindung ans Unbewusste, da kommt wohl außergewöhnlich viel ins Bewusstsein (was gern zu Reizüberflutung führt)

Leidensgenossen? Wie geht ihr damit um? Ich hab grade im sozialen Bereich Probleme und bin leicht verschreckbar. Ich weis oftmals gar nicht wie ich mich verhalten soll und bin überfordert mit "richtig" reagieren.
----
Ist so ein bisschen Fluch und Segen zu gleich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ich gut kenne, ist sowas wie Reizüberflutung und auch diese beschriebene Feinwahrnehmung ist mir nicht fremd. Ich hab das aber nicht immer.

Mich würde mal interessieren, ob dir Sport hilft?
Klingt vllt komisch, aber ich hatte manchmal den Eindruck, wenn ich mich richtig ausgepowert und körperlich gefordert habe, dann bin ich resistenter und Außenreize machen mir dann nicht mehr so viel aus bzw. ich kann besser filtern.

Ist das bei dir auch so?
 
Hey @WrongTurn
auch wenn du da ein bisschen übersensibel bist, denke ich gar nicht, dass du immer falsch liegst.

Vielleicht ist der Kollege noch ärgerlich, aber wie soll er das in Worte fassen: "Ich bin immer noch wütend auf mich (?) und aufgebracht, dass mir die Tasse heruntergefallen ist." Ein bisschen übertrieben? Das möchte er doch lieber nicht zugeben. Also wäre mein Tipp, vertrau deiner Intuition, aber sprich die Leute nicht direkt darauf an. Das irritiert und treibt sie in eine Ecke. Sei dann einfach nett und mitfühlend, ohne das zu thematisieren. Also etwa: "Ich hatte einen blöden Tag heute, Sie auch?"

Ich kenne das auch und rätsele dann stundenlang, was in dem anderen vorgeht und verstehe es am Ende doch falsch, tue das Falsche, das ist dann wohl das Autistische. Man muss das Mitfühlen trainieren.
 
Manchmal weis ich nicht ob eine Wahrnehmung von Emotionen von außen oder von innen kommt, weil jede Wahrnehmung von Emotionalität von Innen kommt.

Hi wrongturn,

das kommt mir bekannt vor.
Manche Menschen haben zb in der Kindheit schon lernen müssen, das es fast überlebenswichtig ist, sein Gegenüber richtig einzuschätzen.
Das sorgt dann für so eine Art besonders empfindlicher Antennen, die jede Schwingung erfasst.
Diese Schwingungen sind die Körpersprache, Mimik, Augenausdruck, Atemfrequenz, Klang und Lautstärke der Stimme, Inhalt und verborgene Botschaften des Gesagten, die Handlungen usw.
Alles wird unbewusst und dadurch sehr schnell erfasst. So viele Infos in sehr kurzer Zeit bewusst zu erfassen ist nämlich gar nicht möglich.

Was zählt ist am Ende nur das daraus resultierenden Gefühl, die Intuition, wie zb "alles in Ordnung, ich habe nichts zu befürchten" über "Vorsicht, pass auf was du sagst und tust" bis hin zu " ich sollte hier schnellst möglich weg oder für eine Ablenkung sorgen."

Im Grunde geht es meist nur um die eigene Sicherheit.
Meint es jemand mit einem ehrlich zb. oder was denkt jemand über mich usw.

Wann braucht man diese Antennen?
Ich vermute u.a.
wenn man auf Bestätigung des Umfelds angewiesen ist, positive Bestätigung vermittelt einem Sicherheit.
wenn man angemessen reagieren will, sofern der Nutzen dafür beim Gegenüber liegt ist das ok,
wenn man damit nur wieder Bestätigung erhaschen will, also nichts falsch machen, wird es anstrengend.

Verständlich. Man will nämlich alle Signale einsaugen um ja richtig zu reagieren. Ich würde sagen, genau das führt zu einer Reizüberflutung.

Bei welcher inneren Verfassung neigt man eher dazu die Antennen einzufahren?
Dann wenn man sich sicher fühlt? Nicht zu befürchten hat, jemand macht etwas unvorhergesehenes oder unerwartetes? Wenn man sich angenommen und "richtig" fühlt?

Dazu braucht es wohl auch ein sicheres Umfeld.
Man kann sich auch ein paar Marker setzen, bis wohin es einen nicht interessiert was jemand anderes denkt, sich fühlt oder wie er sich verhält.
Meine Antennen gehen zb immer hoch wenn ich laute Stimmen oder irgendein scheppern höre. Ist zwar auch nicht so angenehm, aber ich kann sie daraufhin auch relativ schnell wieder einfahren wenn ich mich überzeugt habe, alles ist gut.

Ansich ist das eine nützliche Eigenschaft, wenn man sie nicht überstrapaziert.

Ich weis oftmals gar nicht wie ich mich verhalten soll und bin überfordert mit "richtig" reagieren.

Wenn man damit nur ausloten will was andere von einem erwarten bzw wie ich mich "richtig" verhalte, wird es echt anstrengend.
Man muss ja nicht nur verarbeiten sondern auch noch darauf basierend reagieren. Und das ist ebenso anstrengend, damit es nicht unecht wirkt.

Sich daran zu halten wer du bist und was dir wichtig ist könnte helfen.
Dann ist es eher egal was andere aussenden, man lässt sich nicht von seinem Weg oder seinem Sosein abbringen.
Du reagierst dann so wie du es für richtig hälst, nicht wie es andere für richtig halten "könnten".

Kannst damit etwas anfangen oder eher totaler Quark? 😉
 
Wenn man damit nur ausloten will was andere von einem erwarten bzw wie ich mich "richtig" verhalte, wird es echt anstrengend.
Man muss ja nicht nur verarbeiten sondern auch noch darauf basierend reagieren. Und das ist ebenso anstrengend, damit es nicht unecht wirkt.

Sich daran zu halten wer du bist und was dir wichtig ist könnte helfen.
Dann ist es eher egal was andere aussenden, man lässt sich nicht von seinem Weg oder seinem Sosein abbringen.
Du reagierst dann so wie du es für richtig hälst, nicht wie es andere für richtig halten "könnten".

Kannst damit etwas anfangen oder eher totaler Quark? 😉
Das hilft ja.
Ich kann meine Antennen leider nicht einfahren oder nur bedingt. Es ist Tagesformabhängig wie stark sie sind. Um die Jahreszeitenwechsel sind sie immer sehr stark ausgefahren. Aber das genieß ich eigentlich auch.
Psychologe meinte zu meinem Arbeitgeber: "Die Hardware produziert zuviel Signale" - Tatsächlich krieg ich davon zu viel mit, aber er musste es irgendwie erklären XD.

Manchmal kann ich im Büro mit 4 Anderen sitzen und alles schick, manchmal verkrümel ich mich aller 2 Stunden und trink draußen einen Kaffee oder Tee.

Wenn ich mir zuhause nur noch die Decke über den Kopf ziehen kann und alles ausschalten möchte, bin ich drauf und dran krank zu werden.

In der Natur sein oder Zuhause beruhigt ungemein, aber manchmal reicht das nicht, dann hilft mir eine ausgedehnte Dusche.
 
Zuletzt bearbeitet:
Leidensgenossen? Wie geht ihr damit um? Ich hab grade im sozialen Bereich Probleme und bin leicht verschreckbar. Ich weis oftmals gar nicht wie ich mich verhalten soll und bin überfordert mit "richtig" reagieren.

Bei dem Beispiel mit der Tasse konnte ich mich sehr gut wiederfinden 🙈

Mir hilft es auf jeden Fall auch, nachzufragen, wenn ich eine Verstimmung beim anderen spüre, um es einordnen zu können und mir nicht ewig nen Kopf drüber zu machen.

Ansonsten helfen mir genug Pausen (das Klo ist ein guter Ort😀), ich werde mich zukünftig auch mal mehr mit Ohrstöpseln beschäftigen, da gibt's inzwischen ja ganz viele unterschiedliche, die unterschiedlich stark abdichten, eine Kollegin nutzt die, die noch stärker mit Reizüberflutung zu tun hat als ich.

Oft hat so eine hohe Sensibilität auch mit Trauma zu tun, man scannt permanent die Umgebung, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen.
 

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