Ich muss noch zusätzlich erwähnen, das ich eigentlich IMMER SCHLECHT war immer unmotiviert - ich hatte jedes Mal die Einstellung " Schaff ich eh nicht , entweder man kanns oder nicht", da waren dann auch Genies in der Klasse die alles sofort geblickt haben - hab mich mit denen verglichen und sofort die Flinte ins Korn geworfen - durchgängig hatte auch sogut wie IMMER Lücken
Tja - nun stell dir mal vor, du bist Mathematiklehrer und stehst vor einer Klasse mit solchen Schülern. Was willst du da noch erreichen? Da kannst du dir eigentlich nur frustriert die Kugel geben oder dich aus dem Fenster stürzen.
Schlimm ist, dass das heutige Schulsystem so etwas zulässt, also dass die Schüler Lücken anhäufen, ohne etwas dagegen zu tun. Statt bei erkannten Lücken den Finger in die Wunde zu legen und dem Schüler klarzumachen, dass er das lernen muss, werden heute alle Probleme unter den Teppich gekehrt: Der Schüler kann auch in der 5. Klasse noch nicht das Einmaleins? Macht nichts, bald kriegt er ja einen Taschenrechner... In der 7. Klasse lernt er keine Bruchrechnung? Egal, kommt in den nächsten Arbeiten nicht mehr vor.
Und irgendwann wundert man sich dann, dass die Schüler nur noch Lücken haben und gar nichts mehr verstehen...
Die ganze Jugend verdummt einfach nur
Leider, viele jedenfalls. Dabei ist, wie du selbst sagst, Mathematik ja eigentlich gar nicht so schwer.
Die Erklärung sollten (...) nicht aufs stupide "anwenden" fokussiert werden , sondern eher auf das "verstehen"
(...)
Unser Lehrer meinte z.B. einfach direkt zu den Markov-Ketten - ihr müsst es nicht verstehen, hauptsache ihr könnt es schematisch anwenden... Wie arm..
Da sprichst du mir allerdings aus der Seele. Man muss Mathematik verstehen, sonst ist sie sinnlos! Es ist eine fürchterliche Unsitte, zu meinen, man solle nur irgendwelche Lösungswege auswendig lernen, verstehen brauche man das nicht.
Was bringt das, dies unverstandene Zeug auswendig zu lernen?
Nichts!
Sowas hat auch nichts mit Mathematik zu tun, das ist allenfalls Quälerei!
Diese Unsitte ist leider verbreitet unter Schülern, die dann nur versuchen, irgendwelche Lösungswege auswendig zu lernen. Sie ist aber leider auch verbreitet unter manchen Lehrern :-( Dabei, meine ich, ist es meine elementarste Aufgabe als Lehrer, den Schülern den Stoff verständlich zu machen. Ich versuche, alles zu beweisen oder es wenigstens sehr plausibel zu machen (mathematische Strenge beim Beweis ist nicht unbedingt nötig).
Leider aber wollen viele meiner Schüler davon nichts hören. Kann ich eh nicht, versteh ich eh nicht, das ist oft die Einstellung. Und andere Lehrer meinen dann, wozu lange mit Erklärungen aufhalten, das verstehen die Schüler doch eh nicht.
Leider kann ich denen kaum widersprechen, denn meine Schüler verstehen nach 10 Jahren aufgesammelter Lücken in der Mathematik auch nichts mehr.
Aber mit dieser wechselseitigen Einstellung "Ich versteh eh nichts, also hör ich bei Erklärungen gar nicht zu" und "Die Schüler kapieren eh nichts, also warum sollte ich es noch erklären" kommt die Mathematik vollends unter die Räder - und der Mathematikunterricht wird zur gegenseitigen Quälerei von Schülern und Lehrern. :-(