michael hacker
Neues Mitglied
die erde ist so elend nicht
ein gedicht von martin kessel 1901-1989
die erde ist so elend nicht
das sie nicht spürte was da reift
was aus der tiefe schicht um schicht
ins höhere leben übergreift
was in den planzen so im tier
an wissenswertem tut sich kund
so auch in jedem menschen hier
so auch noch durch den kleinsten mund
die erde ist so elend nicht
das sie nicht lachte wen sie schaut
wie rings um bei verhülltem licht
der wiederschein des himmels blaut
und wie an manch endzücktem ort
zwei küsse sich um ein bemühen
und selbst die stillsten wasser dort
erröten oder sphärisch glühn
die erde ist so elend nicht
das sie nicht böte sich zum trost
ob ein geliebtes auge bricht
ob gar ein krieg vorüber tost
und seis auch das sie sagt halt fest
du aber senst dich nach ruh
so deckt sie doch mit einem rest
von hoffnung das verlorene zu
die erde ist so elend nicht
das sie nicht spürte was da schwärt
was durch gesetz und weltgericht
mehr als ein hohn zu sein begehrt
und was ob auch der wurm drin fraß
einmal sich doch entreißt der not
und wieder brings ins rechte maß
und wieder brings ins rechte lot
die erde ist so elend nicht
das ich nicht wagte sie zu sehen
mit hungrig heißem angesicht
nach ihren wundern auszuspähen
mit schaudern seis auch wüst durchhaust
seis von der wahrheit kühn gebrägt
und hat es mich auch oft gegraust
es ist die erde die mich trägt
von mir vertont und mein grösster trost ich liebe es
so das es euch auch gefallen möge
ein gedicht von martin kessel 1901-1989
die erde ist so elend nicht
das sie nicht spürte was da reift
was aus der tiefe schicht um schicht
ins höhere leben übergreift
was in den planzen so im tier
an wissenswertem tut sich kund
so auch in jedem menschen hier
so auch noch durch den kleinsten mund
die erde ist so elend nicht
das sie nicht lachte wen sie schaut
wie rings um bei verhülltem licht
der wiederschein des himmels blaut
und wie an manch endzücktem ort
zwei küsse sich um ein bemühen
und selbst die stillsten wasser dort
erröten oder sphärisch glühn
die erde ist so elend nicht
das sie nicht böte sich zum trost
ob ein geliebtes auge bricht
ob gar ein krieg vorüber tost
und seis auch das sie sagt halt fest
du aber senst dich nach ruh
so deckt sie doch mit einem rest
von hoffnung das verlorene zu
die erde ist so elend nicht
das sie nicht spürte was da schwärt
was durch gesetz und weltgericht
mehr als ein hohn zu sein begehrt
und was ob auch der wurm drin fraß
einmal sich doch entreißt der not
und wieder brings ins rechte maß
und wieder brings ins rechte lot
die erde ist so elend nicht
das ich nicht wagte sie zu sehen
mit hungrig heißem angesicht
nach ihren wundern auszuspähen
mit schaudern seis auch wüst durchhaust
seis von der wahrheit kühn gebrägt
und hat es mich auch oft gegraust
es ist die erde die mich trägt
von mir vertont und mein grösster trost ich liebe es
so das es euch auch gefallen möge