tag, me-alone!
"gehirntechnisch" gesehen: nicht zu lange am selben bleiben.
Also falls deine sechs Ordner unterschiedlichen Stoff enthalten, nicht einen Ordner nach dem anderen durchackern, sondern maximal eine Stunde an einem Ordner sitzen, besser bloss 20 Minuten.
Vor dem nächsten Ordner eine nicht zu lange Ablenkungspause einlegen, vielleicht 15 Minuten. Auch zwischendurch öfters Pausen machen. Das ist wirklich wichtig. Viel Trinken.
Keine aufwendige, neuartige Ablenkung, also nicht jetzt zwei Stunden Unterbruch um ins Fitnessstudio zu gehen, weil du dir das auch schon lange vorgenommen hast, sondern nur, wenn du dir das schon lange so gewohnt bist. Lieber was Beschauliches machen wie aus dem Fenster sehen, Blumen giessen, Haustieren zusehen, hübsche Musik hören und mitsingen. Grössere Aktivitäten auf das Tages-Lernende verschieben.
Jeden Tag dranbleiben, auch wenns mal nur eine Minute sein kann.
Während der Prüfungsvorbereitung möglichst keine grossen emotionalen Sachen anpacken. Nicht jetzt den grossen Streit vom Zaun reissen und dich auch nicht dazu verführen lassen. Komplizierten oder unangenehmen Kontakten wenn möglich jetzt ausweichen.
Lieb zu dir sein, dich belohnen, gut über dich denken, dir klar machen, wie toll du das geschafft hast, dass du jetzt schon vor den Prüfungen stehst.
Vorallem zu Beginn nicht sorgfältig von vorn nach hinten lesen, sondern rasch durchblättern, die Seiten erstmal überfliegen, so dass du jemandem, der dich z.B. im Bus fragt, was du da liest, in fünf Minuten das Wesentliche sagen könntest. Trainiere dich, zunächst zu erfassen, um was es geht, was das Wesentliche ist, bevor du dich in einzelne Beispiele vertiefst.
Lass dich von den auflockernden Exkursen und längeren Eingangsschilderungen wahrer Begebenheiten im Text nicht ablenken: Die dienten dazu, die Aufmerksamkeit während der Schulstunden zu halten, jetzt sind sie überflüssig.
Stelle dir Fragen, bevor du an den Text gehst und konzentriere dich beim lesen nur auf die Antwort auf diese Frage, so erfasst du das Wesentliche besser, als ohne konkrete Absicht.
Arbeite mit dem Unbewussten. Wenn du an einem neuen Tag mit Lernen beginnst, frage dich, bevor du einen Ordner aufklappst: Was sind die wichtigen Punkte bei diesem Stoff. Versuche dann, die relevanten Sätze dazu im Ordner zu finden, bevor du weitergehst.
Fasse dir vor dem Einschlafen mit geschlossenen Augen deine Erkenntnisse pro Ordner kurz zusammen.
Mach dir klar, dass es besser ist, 60% des Stoffes gut zu beherrschen als 90% vage. Du kannst nicht jedes Detail lernen. Such dir deine persönlichen Spezialgebiete heraus, was interessiert dich persönlich am meisten? In welcher Beziehung stehen die anderen Themen dazu?
Wenn die Prüfung näher kommt und du schon einiges durchgegangen bist, aber noch nicht sicher bist: Ruf Leute an, aber nicht unbedingt solche, die genau vor derselben Prüfung stehen. Wenn du solche kennst, die die Prüfung schon gemacht haben, lass dir von denen erklären, wie das ablief, was sie bemerkenswert fanden. Wenn du solche kennst, die noch länger nicht an die Prüfungen gehen, sowie fachfremde Interessierte, sag ihnen, wie nervös du bist und ob du ihnen mal was zusammenfassen könntest, nämlich Thema X, ob das für sie vernünftig klingt.
Was könnten die Prüfungsfragen sein? Probeläufe machen.
Tag oder Halbtag vor der Prüfung: Wiederhole die wichtigsten Punkte des Stoffs, trainiere schnelles Antworten auf imaginäre Prüfungsfragen. Vergiss nicht, in der Nacht vor der Prüfung genug zu schlafen. Kurz vor der Prüfung: Konzentriere dich nur noch darauf, ob du alles dabei hast, wie Stifte oder Taschentücher oder Fahrkarte oder was zu trinken, wie du aussiehst - nicht mehr in den Stoff gehen. Geh nicht zu spät aus dem Haus.
Sei gefasst, dass es anders kommen kann. Denke dran, dass auch die Prüfenden nervös sind.
Gruss, susan