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Leistungsdruck-wie kann ich damit umgehen?

Felimaus

Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin zur Zeit völlig ratlos und finde keine Lösung für mich. Täglich bin ich dem Druck ausgesetzt den vorgeschriebenen Tagesumsatz zu schaffen. Die März Vorgaben sind so hoch, dass wir jetzt schon im Minus sind.
Dafür muß ich wöchentlich beim Chef Rechenschaft abliefern, wieso, warum und weshalb das so ist.

Ich werde für alles verantwortlich gemacht und habe die Schuld, muß mich ständig rechtfertigen. Falsche Präsentation, falsche Personalplanung (kein Wunder das der Umsatz heute schlecht ist, mit DER Verkäuferin) alles falsch weil die Zahlen nicht stimmen.

In letzter Zeit werden die Vorwürfe gegen mich persönlich gerichtet. "Sie verkaufen den Artikel gar nicht, weil sie nicht hinter der Ware stehen". "Dann können wir es gleich bleiben lassen". "ich habe vorausgesetzt das sie den Artikel selbst kaufen und im Geschäft präsentieren, dann wäre der Abverkauf vielleicht besser"...

Mich macht das echt fertig und ich habe Angst mit dem psychischen Druck auf Dauer nicht fertig zu werden. Ich hab morgens schon die Sorge, wie wir die Vorgabe schaffen sollen... Entweder klingelt mittags das Telefon oder der Chef steht persönlich vor mir und will Antworten, wo der Umsatz bleibt.

Wenn sich das nicht schnellstmöglich ändert, wird er Personal einsparen. Dabei geben wir wirklich unser Bestes und sind dennoch so machtlos seinen Launen ausgeliefert...

Ich will mein Team retten, aber dafür brauche ich kaufkräftige Kundschaft!

Verzweifelte Grüße und Danke fürs Lesen.
 
Das Problem ist ja dein Job an sich. Ein Job, der Vertriebsdruck beinhaltet läuft immer hinaus auf Stress und Druck. Leider gibt es in solchen Branchen nur zwei Seiten. Entweder wird genug verkauft, dann sind alle happy. Oder die Zahlen stimmen nicht und es gibt lange Gesichter.

Ich kann dir nur raten dich mittel- und langfristig nach was anderem umzuschauen. Denn der Leistungsdruck wird immer da sein. Und er wird dich immer belasten. Selbst wenn die Zahlen stimmen sollten, dann werden die Ziele irgendwann nach oben korrigiert und schon gibt es wieder Druck.

Auf die Dauer machst du dich damit völlig kaputt. Aber da erzähl ich dir ja nichts neues.

Du willst dein Team retten. Das ist löblich, aber -das ist meine persönliche Einstellung- sei egoistisch. Es wird immer Verlierer in der Geschichte geben. Dein Team oder du und deine Gesundheit. Alles unter den Hut zu bekommen wird schwer, wenn nicht gar unmöglich. Ich würde versuchen den Absprung zu schaffen bevor es zu spät ist. Irgendwann kommen eh die ersten Kündigungen und irgendwann vielleicht sogar deine.
 
Hallo Paulemaule,

ja das stimmt, ich versuche gerade alles unter einen Hut zu bekommen, deshalb fühle ich mich auch so zerrissen und wälze nach Feierabend noch die Probleme bis tief in die Nacht.

Personaltechnisch wird es zukünftig übel werden. Bei wenig Umsatz soll ich die Nachmittagsschicht anrufen, dass sie nicht zur Arbeit kommen braucht, für die Frühschicht bedeutet es dann "spontan" bis zum Feierabend bleiben zu müssen. Ich hätte somit Mitarbeiter, die auf Abruf arbeiten und überhaupt nicht mehr privaten Dingen vor oder nach der Arbeitszeit nachgehen könnten. Wie soll das denn gehen? Einige fahren fast 50km zur Arbeit, damit ich sie nach 2Std. wieder nach Hause schicke, weil der Umsatz auf der Fläche nicht stimmt! Wie soll ich meine Mitarbeiter noch im Arbeitsplan alle unterbringen? ICH darf dann die Mitarbeitergespräche führen und sie entlassen, der Chef übernimmt diese Aufgabe nicht. Im Februar durfte ich das Erlebnis schon durchstehen.

Ich bin mein gesamtes Berufsleben im Verkauf tätig, aber so schlimm habe ich es noch niemals erlebt! Ich liebe meinen Beruf, aber mit dieser Betriebsform werden Zombies gezüchtet, die hauptsächlich Ware unter Druck verkaufen "müssen".

Mich würde es gerade nicht umhauen wenn ich die Kündigung bekomme. Ich bin die Letzte die gekommen ist und die teuerste. Es gab einige vor mir, die wurden von heute auf morgen gekündigt. Für mich ist das kein Druckmittel, ich weiß was ich leisten kann und das ich sehr gut im Job bin. Er kann gerne eine "bessere Filialleitung" suchen - ich wünsche ihm viel Glück dabei!
 
Was für ein Drecksladen ist DAS denn?

Schlecker ist doch hinüber...

Schau, dass du was anderes findest.
 
Ja, ich kenne das System zum Teil auch. Und habe festgestellt, dass das nichts für mich ist.

Aber gibt es denn für dich Alternativen? Im Verkauf bleiben, aber andere Branche oder anderer Arbeitgeber? Gibt ja durchaus Positionen, die ebenfalls vertrieblich orientiert sind, aber weniger stark ausgeprägt bzw. ich nenne es jetzt mal "seriöser"?
 
Darüber werde ich in den nächsten Tagen nachdenken, momentan bin ich viel zu aufgewühlt um das klar zu beurteilen.

Jedenfalls werden die Zeiten bei uns garantiert nicht besser, sondern eher viel schlechter und der Druck wird zunehmend steigen. In so einer Tretmühle will ich nicht arbeiten, das ist Fakt. Mein Start in diesem Unternehmen war ja schon grenzwertig, da hatte ich den Thread geschrieben "Feiertage=Minusstunden". Ich habe das für unser Geschâft durchgekämpft, die anderen Mitarbeiter wurden darüber nie informiert...
 
Guten Morgen zusammen,
ich melde mich mal wieder zum eigenen Thema und muss es mir mal von der Seele schreiben.

Hauptthema ist immer noch, dass wir unsere Tages-Vorgaben nicht erreichen können und das Ziel nicht schaffen. Ich mußte das Personal nun dem Umsatz anpassen, fūr mich eine völlig idiotische Lösung, da Beratungsgesprāche die zu keinem Kauf führen, natürlich vom Zeitaufwand nicht "berechnet" werden. Es geht weiterhin nur nach Kundenanzahl und Umsatz pro Stunde. Die Arbeit die sonst 3 Mitarbeiter geleistet haben, müssen jetzt 2 Personen schaffen. Uns wird täglich 1Stunde Pause abgezogen, die wir durch das höhere Arbeitsvolumen gar nicht voll in Anspruch nehmen können.

Aber anstatt dem Chef "sehen" zu lassen, dass diese Variante grenzwertig ist, drehen wir uns lieber 180 mal um uns selbst, versuchen weiterhin alles am Laufen zu halten und seine täglichen Richtlinien zu befolgen. Aus 60 Min. Pause sind seit Wochen knapp 30 Min. geworden und keiner von uns findet den Mut sich das als + Stunden aufzuschreiben...

Am schlimmsten ist für mich das wöchentliche Meeting. Die Zahlen werden von allen Filialen dargelegt und die schlechteste wird natürlich auf Fehler durchleuchtet. Seit Wochen sitze ich vor einem 10 köpfigen Team und kann mich rechtfertigen, wo die Kunden bleiben und warum verhältnismäßig zu wenig verkauft wird...

Mein Chef ist ein Tyrann der wöchentlich seine Anweisungen ändert und mir dann die Schuld für geringen Abverkauf gibt. Eine Woche ist alles zu "edel" und "ordentlich" dekoriert. Chef will mehr Ware im Regal und es soll "konsumiger" aussehen. Nächste Woche bekomme ich dann einen riesen Ärger, warum es genau so aussieht - nicht edel genug...
Was ich auch mache, alles ist falsch - ich kann ihm nichts recht machen! Gestern ist alles Weiß, morgen soll alles Schwarz....und der schlechte Umsatz ist kein Wunder Frau Müller, denn vorgestern war ja alles auf Weiß!!!

Es ist so kräftezehrend und demotivierend sich ständig mit haufenweise Kritik auseinander zu setzen, nur weil wir die Umsatzzahlen nicht schaffen. Mein ganzes Team weiß schon nicht mehr, ob links oder rechts richtig ist - ich bald auch nicht mehr...

Versuche seit geraumer Zeit, dass nicht so nah an mich ranzulassen und es nicht persönlich zu nehmen. Eine Woche klappt das, die andere Woche überhaupt nicht. Am wenigsten will ich mir aber Selbstzweifel implantieren lassen!

Danke fürs lesen,
lg. Felimaus
 
Hallo Kasiopaja,

nun ja, das ist eine gute Frage. Einerseits kenne ich genügend Textiliten und Firmenketten, die nach dem gleichen Prinzip/Schema arbeiten. Da habe ich zu große Angst identisches zu erleben, deshalb fällt schon mal eine Menge an Möglichkeiten weg, sich anderswo zu bewerben. Es gibt ja in Städten fast nur noch diesen "Einheitsbrei" den man überall findet.

Ich müßte dann komplett das Gebiet wechseln, etwas ganz anderes beruflich machen - der Gedanke fällt aber sehr schwer, denn ich "verkaufe" sehr gerne und das seit Ewigkeiten... Deshalb bin ich auch so blockiert im Kopf :-(

Der morgige Tag liegt mir wie ein Steinhaufen im Magen! Morgen spaziert der Vorstand mit den anderen Filialleitungen durch "meine" Filiale, ein Hauptpunkt der Tagesordnung: Verbesserung und Strukturierung des Sortiments. Punkt 2: selbstreflektion der Filialleitung vor Ort.

Heute habe ich FREI und ratet mal was ich mache.... Rumsitzen und nachdenken.
 
Hi,

ich weiß ich bin auch so ein Mensch, aber versuche dir nichts daraus zu machen das die "Chefs" durch laufen oder vllt sogar kritische Fragen stellen. Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, d.h. das du dein bestes gegeben hast und dir nichts vorzuwerfen hast dann ist auch alles ok. Wenn die anderen dann nicht zufrieden sind ist das auch einfach mal deren Problem. Und wenn du wirklich sooo schlecht wärst wie sie tun, dann hätten Sie dich schon rausgeworfen. Das man wenig verkauft (du warst im Bereich Einzelhandel wenn ich das beim überfliegen richtig mitbekommen hab?) liegt nicht immer nur am Verkäufer sondern vllt auch an den Produkten oder den Kunden selbst??

Von daher versuche dir klar zu machen das du für schlechte Zahlen nichts dafür kannst und versuche auf andere Gedanken zu kommen. Heute hast du frei, geniese den Tag und beschäftige dich mit etwas schönem. Geh raus, Spiel PC oder les ein spannendes Buch. Wenn du rumsitzt und dir Gedanken machst dann fällt einem irgendwann die Decke auf den Kopf und man wird depressiv und macht sich Sorgen. ICH KENNE DAS. Bin selbst so ein Kandidat...

Alles Gute!

Jonas
 

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