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Lebenskrise? Wie komme ich da raus?

ItsMe2024

Mitglied
Hallo zusammen,

leider hatte ich in den letzten 12 Monaten in fast allen Bereichen meines Lebens teils mehrere Krisen in den Bereichen Liebe, Familie, Arbeit und Gesundheit.

Liebe hatte sich erledigt, tat echt weh, bin ich aber drüber hinweg.

Familie war auch sehr hart für mich, stehe sozusagen nun mit einem Elternteil alleine da.

Arbeit war ziemlich heftig. Wird wieder besser, aber zeigt mir, dass mein Vorgesetzter ein totaler Narzisst ist. Ist alles sehr "fragil", persönliche Grenzen mag er gar nicht, musste hart dafür kämpfen. Obwohl mir der Job Spaß macht und die Kollegen klasse sind.

Gesundheitlich hatte ich auch Probleme, teils Monate mit Schmerzen, muss nun operiert werden 🙁

Vor 1 Monat hatte ich dann einen Zusammenbruch. Es ist alles über mir zusammengebrochen, war krankgeschrieben. Glaube ich war kurz vom Burnout. Es geht mir inzwischen wieder etwas besser, aber ich spüre dennoch eine Traurigkeit und auch eine Sinnlosigkeit.

Vielleicht ist es auch die berühmt berüchtigte Midlife-Crisis, ich weiß es nicht.

Habe ein paar sehr gute Freunde, von denen die meisten aber weit weg wohnen. Familiär habe ich nur einen Elternteil, mit meinen Geschwistern und dem anderen Elternteil habe ich so gut wie keinen Kontakt mehr, da auch starke narzisstische Tendenzen vorhanden sind.

Zusätzlich bin ich hochsensibel, was es nicht wirklich einfacher macht.

Von außen habe ich ein tolles Leben. Aber ich fühle mich in letzter Zeit oft einsam, weil ich auch öfters alleine bin. Meistens nach der Arbeit, wo ich dann auch mit niemandem rede, da keiner da ist. Bis auf ein Telefongespräch mit Freunden.

Obwohl ich mir selbst viele gute Dinge gebe wie Urlaube (alleine und mit Freunden), ich koche und backe immer gut für mich selbst, habe eine Immobilie die ich alleine bewohne und in die ich aktuell auch wieder viel Arbeit reinstecke. Wie eigentlich so oft. Ist halt auch nach dem Job immer viel Arbeit, alles in Schuss zu halten.

Hatte mich nochmal auf schwulen Dating Apps angemeldet um Freunde und Bekannte zu finden, diese aber inzwischen wieder gelöscht. Ist einfach nicht meine Welt.

Dabei wünsche ich mir einfach nur, mal richtig in den Arm genommen zu werden, vielleicht ein wenig kuscheln und Zärtlichkeit. Noch nicht mal Sex.

Würde mich einfach über ein paar Tipps und Erfahrungen von euch freuen.

Vielen Dank.
 
Ich kann dir gerade keine guten Tipps geben, weil ich mich manchmal genauso fühle. Hab dich aber gelesen. Ich lass dir hier mal eine ganz feste Umarmung da.
 
Huhu,

ach mensch....Du musstest ganz schön viel verkraften in der letzten Zeit.
Irgendwann ist das dann einfach zu viel zum Aushalten.
Tut mir leid, dass Du eine so schwierige Zeit hattest.
Einen konkreten Rat habe ich nicht. Vielleicht würden Dir einige Gespräche in einer Psychosozialen Beratungsstelle guttun, um mal offen mit jemandem über all das reden zu können? Um Pläne zu entwickeln, wie es wieder etwas Licht in der dunklen Zeit geben kann?
 
@atlantis86
Vielen lieben Dank 😊

@Blumenwiese
Danke für deinen Tipp. Ich wollte einen Termin beim Hausarzt machen, habe es aber nicht "geschafft", weil einfach die Kraft fehlt. Hatte vor einigen Jahren Mal eine Gesprächstherapie, diese hat mir sehr weitergeholfen. Auch habe ich bis vor ein paar Jahren über den Zeitraum von 1 Jahr Antidepressiva genommen (Citalopram).

Frage mich seit Längerem, ob es eigentlich alles noch Sinn macht. Viele sagen mir, was für ein tolles Leben ich hätte. Dessen bin ich mir auch bewusst, weil ich durch meine Reisen gesehen habe, wie es auch laufen kann. Dafür schäme ich mich dann noch mehr.

Ich hatte als Kind fast nie Geborgenheit durch meine Eltern bekommen. Vater Narzisst, Mutter Co-Abhängige.
Beispiel: Zeugnisübergabe nach dem Abi. Alle saßen mit ihren Familien dort, ich war ganz alleine. Bei dem Gedanken muss ich fast wieder weinen.
Oder vor ein paar Jahren wollten wir mit der Familie einen Städtetrip machen. Der Vater ist am Ende nicht mitgeflogen, da er in seinem Verein plötzlich bei einer Veranstaltung mithelfen wollte.

Das zieht sich alles wie ein roter Faden durch mein Leben, wird mir gerade wieder richtig bewusst. Werde ich das jemals ändern können? Es verfolgt mich von Kindheit an. Befinde mich seit ca 1½ Jahren in einer Phase der Selbstreflexion, bin mir über viele Dinge bewusst geworden.

Obwohl ich gut alleine sein kann, kommt bei mir seit ein paar Monaten das Gefühl der Einsamkeit auf. Das ist wirklich nicht leicht zu ertragen. Sitze jetzt in meinem Haus und fühle mich einsam im goldenen Käfig. Das triste, graue und regnerische Novemberwetter trägt seins dazu bei.
 
@atlantis86
Vielen lieben Dank 😊

@Blumenwiese
Danke für deinen Tipp. Ich wollte einen Termin beim Hausarzt machen, habe es aber nicht "geschafft", weil einfach die Kraft fehlt. Hatte vor einigen Jahren Mal eine Gesprächstherapie, diese hat mir sehr weitergeholfen. Auch habe ich bis vor ein paar Jahren über den Zeitraum von 1 Jahr Antidepressiva genommen (Citalopram).

Frage mich seit Längerem, ob es eigentlich alles noch Sinn macht. Viele sagen mir, was für ein tolles Leben ich hätte. Dessen bin ich mir auch bewusst, weil ich durch meine Reisen gesehen habe, wie es auch laufen kann. Dafür schäme ich mich dann noch mehr.

Ich hatte als Kind fast nie Geborgenheit durch meine Eltern bekommen. Vater Narzisst, Mutter Co-Abhängige.
Beispiel: Zeugnisübergabe nach dem Abi. Alle saßen mit ihren Familien dort, ich war ganz alleine. Bei dem Gedanken muss ich fast wieder weinen.
Oder vor ein paar Jahren wollten wir mit der Familie einen Städtetrip machen. Der Vater ist am Ende nicht mitgeflogen, da er in seinem Verein plötzlich bei einer Veranstaltung mithelfen wollte.

Das zieht sich alles wie ein roter Faden durch mein Leben, wird mir gerade wieder richtig bewusst.

Obwohl ich gut alleine sein kann, kommt bei mir seit ein paar Monaten das Gefühl der Einsamkeit auf. Das ist wirklich nicht leicht zu ertragen. Sitze jetzt in meinem Haus und fühle mich einsam im goldenen Käfig. Das triste, graue und regnerische Novemberwetter trägt seins dazu bei.
Ich musste mein Zeugnis auch alleine entgegennehmen, den Schmerz kann ich gut nachempfinden. Fühl Dich getröstet, wenn Du magst 💜

Therapieplätze brauchen mitunter sehr lange. Bei einer Psychosozialen Beratungsstelle gibt es sofort Termine und Du wirst erstmal irgendwo aufgefangen. Du kannst Dich selbst erstmal irgendwo lassen.

Es klingt ein bisschen danach, als wäre es gut, die Spirale nach unten abzufangen, bevor es richtig bergab geht. Deshalb bin ich da so "Dort kannst Du hin" drauf gerade.
 
Beispiel: Zeugnisübergabe nach dem Abi. Alle saßen mit ihren Familien dort, ich war ganz alleine. Bei dem Gedanken muss ich fast wieder weinen.
Das ist aber das Problem. Wenn du damals geweint hast, ist das der Sache völlig angemessen. Aber nun ist das ja viele Jahre her. Wenn du dich da heute noch erschüttern lässt, kannst du deine Interessen im hier und jetzt nicht vertreten.

Mir scheint, das du dein Wohlergehen mit Forderungen an deine Eltern verknüpfst. Diese Kopplung ist ein Garant für lebenslanges Unglück. Die ändern sich nicht, unter keinen Umständen. Auch ein formaler Kontaktabbruch macht dich da nicht frei.
 
@Blumenwiese
Ich werde mich gleich Mal auf die Suche machen, danke dir!

@Dalmatiner
Vielen Dank! Dein Beitrag triggert mich. Das ist, inzwischen, ein gutes Zeichen für mich, weil es mir zeigt, dass etwas Wahres daran ist und ich noch daran arbeiten darf.
Ich würde nicht sagen, dass es Forderungen an meine Eltern sind, sondern ich vielmehr eine positive Reaktion erwarte.

Es ist tatsächlich so, dass ich mich, bis vor wenigen Jahren, noch komplett abhängig von der Meinung meiner Eltern gemacht habe.
Dies passierte natürlich durch die ungesunde Konditionierung in dieser dysfunktionalen Familie. Nach und nach habe ich versucht, mich davon unabhängig zu machen. Ist mir schon gut gelungen, wahrscheinlich muss ich noch an diesem Punkt arbeiten.

Am Ende sind es wahrscheinlich auch die jahrzehntelangen Verletzungen durch den Narzissten, die immer noch in meiner Seele nachhallen. Als hochsensibler Mensch ist es, so denke ich, besonders schwierig damit abzuschließen. Wenn es überhaupt ein normalsensibler Mensch schafft, dies ohne Verdrängung abzuschließen.

Mir ist bewusst, dass meine Eltern schuld an der Misere sind, es jetzt aber in meiner Verantwortung liegt, dies zu be- und verarbeiten.
 
Vielen Dank! Dein Beitrag triggert mich. Das ist, inzwischen, ein gutes Zeichen für mich, weil es mir zeigt, dass etwas Wahres daran ist und ich noch daran arbeiten darf.
Ich würde daran nicht mehr arbeiten. Durch die ständige Befassung mit der Sache bleibt sie auch immer wichtig. Es wäre besser, wenn du jeden Elternteil als das nimmst, was er ist. Du kennst ihre Vorzüge und natürlich kannst du eine lange Liste mit Fehlern erstellen.

Nimm sie einfach hin und gehe so mit ihnen um, wie es möglich ist. Und sonst kümmerst du dich um dein eigenes Leben. Probleme werden nicht gelöst, sie werden vergessen. Und um zu vergessen, muss das Prblem zur Sache gemacht werden. Es darf nicht emotional aufgeladen sein.
 
Nimm sie einfach hin und gehe so mit ihnen um, wie es möglich ist. Und sonst kümmerst du dich um dein eigenes Leben.
Genau das war auch aktuell mein Plan. Habe mich für meine verlassene Mutter verantwortlich gefühlt. Das bin ich aber nicht, dass ist mir erst kürzlich im Gespräch mit Freunden bewusst geworden.
Auch habe ich den Kontakt heruntergefahren. Ich brauche emotionale und wahrscheinlich auch räumliche Distanz, wobei Letzteres aber nicht so einfach möglich ist.

Ich merke gerade, wie der innere Druck etwas nachlässt, das tut unglaublich gut.

Dein Lösungsansatz, das Problem zur Sache zu machen, hört sich interessant an. Da werde ich mich mit beschäftigen.
 
Dein Lösungsansatz, das Problem zur Sache zu machen, hört sich interessant an. Da werde ich mich mit beschäftigen
Die Welt besteht immer in einer Doppelstruktur. Einerseits als objektive, äußerliche Tatsache. Andererseits als sinnliche Wahrnehmung, im inneren. Beides kann nicht voneinander getrennt werden.

Das innere Bild entspricht nie den äußeren Tatsaxhen. Schon ein optisches Bild können wir nur in einem bestimmten Wellen-Spektrum wahrnehmen. Die übrigen Frequenzen gibt es aber trotzdem, nur nicht für mich.

Man kann die Welt also aus 2 Perspektiven sehen. Und in einer Krise ist es besser,:die Umwelt als gegebene Tatsache aufzufassen. Das schützt vor bösen Überraschungen. Für dich ist es wichtig zu wissen, wie es betreffs deiner Eltern weitergeht. Der Blick eines Naturwissenschaftlers ist da geeigneter als der eines Psychotherapeuten.
 

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