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Lebenskrise, keine Lust mehr weiter zu machen.

  • Starter*in Starter*in Nanii
  • Datum Start Datum Start
N

Nanii

Gast
Liebe Mitleser,

ich brauche dringend Hilfe, ich weiss nicht mehr weiter. Ich spiele mit den Gedanken, mein Leben zu beenden, um diese ganzen Schmerzen und Ungerechtigkeiten (in meinen Augen) nicht mehr durchleben zu muessen, weiss aber auch gleichzeitig, dass es eigentlich schoener waere, sein Leben positiv veraendern zu koennen.
Ich habe nur das Gefuehl, dass sich einfach niemals etwas aendert, egal was ich tue, versuche, aendere, ...
Ich bin sogar in Psychotherapeutischer Behandlung und spuere einfach keine Veraenderung in mir selbst.
Natuerlich bin ich auch mal gluecklich zwischendurch, allerdings ist dies zur Seltenheit geworden und der Zustand der Ruhelosigkeit und tiefes Ungluecklichsein liegen im Vordergrund.
Grund dafuer sind saemtliche Situationen, die mir immer und immer wieder widerfahren und mit meinem ungeduldigen Charakter mache ich alles nur noch schlimmer.
Es ist so, dass ich mich staendig ungerecht von anderen Menschen behandelt fuehle, ich kann es kaum ausmachen, ob es an mir liegt oder wirklich so ist. Ich kann auch nicht aufhoeren mich da rein zu steigern und mir vor Augen zu fuehren, wie undankbar und ignorant diese Menschen alle sind. Euphorisch beginnen Freundschaften und ich bin gluecklich, bis der Knackpunkt kommt, an dem ich feststelle, dass es sich nicht um ehrliche, sondern hinterhältige Freunde handelt und habe ein riesen Beduerfnis, dies denen auch mitzuteilen. Ich schaeme mich sehr dafuer, ich fresse es meist in mich rein, aber wenn es dann zu viel wird, kann ich nicht still halten. Ich empfinde es als richtig, denn ich werde vergessen, wenn ich mich nich von alleine melde, fuer mich tut keiner diese freundschaftlichen Dienste, die ich auch fuer diese Personen tun wuerde oder jemand spricht in einer abwertenden Art mit mir, die mich ausrasten laesst. Hinterher entschuldige ich mich, obwohl ich im Hinterkopf habe, dass ich im Recht bin. Zur Zeit ist es besonders schlimm, ich habe das Gefuehl, um mich existiert ein Netz aus Intrigen. Es begann mit einem harmlosen Streit mit einer Freundin, die mich angelogen hatte. Ploetzlich freundete sie sich mit meinem liebsten Freundeskreis an, fuer mich hat niemand mehr Zeit. Ich schaute mir das lange an, bis ich jemanden darauf ansprach, dass ich das unschoen finde, wie ich vergessen werde und man mir nicht antwortet. Es hiess, ich wuerde mir alles nur einbilden, ich entschuldigte mich fuer den falschen Verdacht, musste aber leider feststellen, dass ich tatsaechlich angelogen werde, meine Freunde sagen, sie wuerden nichts unternehmen und gehen aus, posten Fotos etc. Ich habe mir vorgenommen trotzdem nichts zu sagen und es zu ignorieren, wird allerdings immer schlimmer (getan habe ich niemandem etwas).
Zu einem Geburtstag meines besten Freundes wurde ich ausgeladen. Grund sei angeblich seine Mutter, die mich aus unerfindlichen gruenden ploetzlich hassen wuerde und. Mein Partner allerdings darf mitfeiern.
In letzter zeit wurde er immer abweisender, beruehrte mich nicht, zoegerte, mich zu kuessen und Unterhaltungen bei unseren sowieso schon seltenen Treffen waren uninteressant. Ich hielt die Fuesse still, um nichts falsch zu machen.
Heute offenbarte er mir, dass er zu dumm fuer mich sei und ich sowas wie ihn nich verdient hab, sondern was besseres. Ich konnte nicht darauf antworten, ich kanns kaum glauben. Ich weine fast jeden Tag alleine Zuhause und heute konnte ich es auf Arbeit nicht zureck halten. Mein Herz rast, ich bin wuetend und deprimiert, habe Telefon ausgestellt, damit ich nichts schreibe, was ich bereuen koennte.
Das Problem ist, dass ich schon mein ganzes Leben nur solche Situationen durchlebe und ich ausser meinem Psychiater niemanden habe, der mit mir ernsthaft redet und mir zur Seite steht. Meist denke ich, ich bilde mir "schlechte Behandlung" von Freunden wirklich nur ein und mache Drama um nichts. Ich weiss nicht, was mit mir los ist, aber Freude an meinem Leben habe ich absolut nicht mehr. Dazu kommt ja auch noch, dass ich laufend krank bin, saemtliche Intoleranzen habe, etliche OPs durch habe, aufgrund dieser gekuendigt wurde, zwei Jobs habe, um ueber die Runden zu kommen und meine Familie "ausgetorben" ist, bzw die drei, die noch leben, auseinander gedriftet sind.

Gibt es einfach ErsteHilfe-Tipps, was ich mir Gutes tun kann, damit ich endlich mal mit dem Heulen aufhoere, ich bin einfach nicht in der Lage dazu, so sehr ich es auch versuche. Gibt es ein besonders tolles Buch, was mich auf andere Gedanken bringen kann ? Oder oder oder 🙁
Ich habe das Gefuehl meine gesamte Welt broeckelt mir unter den Fuessen weg. Mit dem Verlust meines Partners wird nun alles noch tausend mal schlimmer.

Ich danke euch fuer das Lesen und ein paar Tipps.

Liebe Gruesse Nanii
 
Liebe Nanii,

du scheinst unter der "schlechten Behandlung" von deinen Freunden wirklich sehr zu leiden... Du hast es auch sehr ausführlich beschrieben, so dass es bei mir den Eindruck erweckte, als würde es zur Zeit dein ganzes Leben bestimmen, als gebe es für dich jetzt nichts anderes als nur dieses Problem. Ist es wirklich so??

Mir stellt sich zum Beispiel die (wichtige) Frage: wie behandelst du dich selbst? Dass die Außenwelt dich "schlecht" behandelt ist ein (Tat)Sache, doch wie du das auf dich überträgst, wie das deine Einstellung zu dir selbst beeinflusst - ist eine andere Sache, finde ich. Kannst du dich davon abgrenzen und dir trotzdem Gutes tun? Ja, aus Trotz eben! Weil du dich im Geegnsatz zu den Anderen einfach wichtig findest? Viel wichtiger, als sie es meinen? Wie kann es auch anders sein?!

Mein spontaner Tipp wäre also: das Gefühl von Trotz, das aus der Treue zu sich selbst entsteht, in sich entdecken und dann bewusst pflegen, damit es wachsen kann. Und vielleicht werden dann auch die Anderen dir gegnüber auf einmal respektvoller..?

Alles Liebe und Gute! 🙂
Lenja
 
Hallo liebe Lenja,

vielen Dank fuer deine Nachricht.
Die Idee mit dem Trotz finde ich sehr gut, allerdings muss ich mir erst noch etwas einfallen lassen, wie ich das umsetze, dazu habe ich keine Idee und irgendwie keine Kraft. Mir geht es verdammt mieserabel, Alptraeume, Bauchschmerzen, Uebelkeit
und allgemeine Schlappheit plus extremen Liebeskummer. Ich weiss, dass ich mich da auf keinen Fall reinstiergern darf, aber diese Gedanken, was stimmt mit mir nicht, dass man mich nicht lieben kann, lassen mich einfach nicht los. Freitag habe ich meinen naechsten Termin beim Psychotherapeuten. Ich habe auch Angst, dass ich fuer Arbeitsunfaehig erklaert werde oder gar Antidepressiva einnehmen muss. Ich vertraue denen nicht. Und es waere mir sehr unangenehm, wenn das jemand rausfinden wuerde 🙁
Im Moment dominieren die Sorgen um meine "ungerechte Behandlung" ja (seit zwei Wochen, wo es eine Auseinandersetzung gab), allerdings ist das nur noch eine Sorge extra. Ich bin ueberarbeitet, lasse ich einen Job sein, fehlt mir das Geld zum Leben.
Ich bin staendig krank, ich war bereits im Krankenhaus vollstaendig durchgecheckt worden - Resultate: hypermobile Halswirbelsaeule, blockierte Lendenwirbelsaeule, verschleppte Meningitis, taube Huefte von einem Kindheitsunfall, von dem ich nichts mehr weiss (ich weiss eben nur, dass ich die Taubheit schon seit Jahren habe) neurotische Persoenlichkeitsstoerung (daher auch die Therapie, es wird vermutet, dass ich ein verdraengtes Kindheitstrauma mit mir herumtrage - vllt erklaert dies meine merkwuerdigen Charaktereigenschaften 🙁 )

Oh ja ich leide sehr, obwohl ich es gar nicht muss, weil ich eigentlich sehr viele Freunde habe, schon seit Jahren, die mich noch nie so behandelt haben und mir immer den Ruecken staerken, in jeder Lage.
Ich finde es selbst Schwachsinn, seine gefuehle von anderen Menschen abhaengig zu machen,
aber ich verfalle immer wieder in diesen schmerzlichen Kummer.
Ich habe nichtmal das Geld, um mich selbst zu "begluecken", mir etwas zu goennen, ausser vielleicht mal ein Buch oder Kleidungsstueck. Zeit habe ich Dank beider Jobs eigentlich auch nicht. Bewerbungen werden nur mit Absagen beantwortet. Ich liebe mich selbst momentan nicht, weil ich mich dafuer hasse, dass ich meine Freunde und meinen Partner auf eine mir nicht einleuchtende Weise vergrault habe.
Ich weiss einfach nicht, was ich aus meinem Leben machen soll. Vermutlich sehe ich gerade alles schlimmer, als es ist.
Aus diesem Loch moechte ich so schnell wie moeglich raus, aber ich habe Angst, dass ich es nicht schaffe.

Grossen Dank und Gruesse
von Nanii
 
Da ich eine Fehlermeldung erhalten habe, habe ich mich angemeldet und fuege den Text nochmals ein, ich hoffe, dass es dann nicht doppelt kommt ...


Hallo liebe Lenja,
vielen Dank fuer deine Nachricht.
Die Idee mit dem Trotz finde ich sehr gut, allerdings muss ich mir erst noch etwas einfallen lassen, wie ich das umsetze, dazu habe ich keine Idee und irgendwie keine Kraft. Mir geht es verdammt mieserabel, Alptraeume, Bauchschmerzen, Uebelkeit
und allgemeine Schlappheit plus extremen Liebeskummer. Ich weiss, dass ich mich da auf keinen Fall reinstiergern darf, aber diese Gedanken, was stimmt mit mir nicht, dass man mich nicht lieben kann, lassen mich einfach nicht los. Freitag habe ich meinen naechsten Termin beim Psychotherapeuten. Ich habe auch Angst, dass ich fuer Arbeitsunfaehig erklaert werde oder gar Antidepressiva einnehmen muss. Ich vertraue denen nicht. Und es waere mir sehr unangenehm, wenn das jemand rausfinden wuerde 🙁
Im Moment dominieren die Sorgen um meine "ungerechte Behandlung" ja (seit zwei Wochen, wo es eine Auseinandersetzung gab), allerdings ist das nur noch eine Sorge extra. Ich bin ueberarbeitet, lasse ich einen Job sein, fehlt mir das Geld zum Leben.
Ich bin staendig krank, ich war bereits im Krankenhaus vollstaendig durchgecheckt worden - Resultate: hypermobile Halswirbelsaeule, blockierte Lendenwirbelsaeule, verschleppte Meningitis, taube Huefte von einem Kindheitsunfall, von dem ich nichts mehr weiss (ich weiss eben nur, dass ich die Taubheit schon seit Jahren habe) neurotische Persoenlichkeitsstoerung (daher auch die Therapie, es wird vermutet, dass ich ein verdraengtes Kindheitstrauma mit mir herumtrage - vllt erklaert dies meine merkwuerdigen Charaktereigenschaften 🙁 )
Oh ja ich leide sehr, obwohl ich es gar nicht muss, weil ich eigentlich sehr viele Freunde habe, schon seit Jahren, die mich noch nie so behandelt haben und mir immer den Ruecken staerken, in jeder Lage.
Ich finde es selbst Schwachsinn, seine gefuehle von anderen Menschen abhaengig zu machen,
aber ich verfalle immer wieder in diesen schmerzlichen Kummer.
Ich habe nichtmal das Geld, um mich selbst zu "begluecken", mir etwas zu goennen, ausser vielleicht mal ein Buch oder Kleidungsstueck. Zeit habe ich Dank beider Jobs eigentlich auch nicht. Bewerbungen werden nur mit Absagen beantwortet. Ich liebe mich selbst momentan nicht, weil ich mich dafuer hasse, dass ich meine Freunde und meinen Partner auf eine mir nicht einleuchtende Weise vergrault habe.
Ich weiss einfach nicht, was ich aus meinem Leben machen soll. Vermutlich sehe ich gerade alles schlimmer, als es ist.
Aus diesem Loch moechte ich so schnell wie moeglich raus, aber ich habe Angst, dass ich es nicht schaffe.
Grossen Dank und Gruesse
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